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Eine Hand voll Gras

Eine Hand voll Gras
sozialdrama , deutschland 2000
original
regie
roland suso richter
drehbuch
uwe timm
cast
oliver korittke,
arman inci,
ercan durmaz,
lisa martinek, u.a.
spielzeit
114 Minuten
kinostart
2. November 2000
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

Der neue Film von Roland Suso Richter („14 Tage lebenslänglich“) beginnt mit einem Panoramablick über die kurdische Steppe. Der zehnjährige Kendal (Arman Inci) sieht sich mit seinem Vater ein weiteres totes Schaf an. Es ist die Dürre – nicht mal mehr eine Hand voll Gras ist zu finden. Neben der täglichen Armut braucht die Familie nun auch noch Geld um die Hochzeit von Kendals Schwester Emine auszurichten. In dieser Situation taucht der in Deutschland lebende Onkel Faruk (Ercan Dumaz) auf, und bietet dem Vater an, Kendal mit nach Hamburg zu nehmen: „Er wird es gut haben dort. Und die Arbeit ist leicht, leichter als hier.“ Was niemand weiß ist, dass der noch nicht strafmündige Junge von seinem Onkel zum Dealen eingesetzt werden soll. 
Kaum in Hamburg angekommen, wird Faruk verhaftet und Kendal ist allein in einer ihm fremden Welt. Einzig der Taxifahrer Hellkamp (Oliver Korittke) fühlt sich ein wenig für das fremdartige Wesen verantwortlich. Teils aus Mitleid, teils um alte Schuldgefühle loszuwerden, nimmt er den Jungen mit zu sich nach Hause. Doch er weiß nicht so recht, was er mit Kendal anfangen soll. Zumal der noch kein deutsch spricht. Und so landet Kendal schließlich wieder bei seinem freigelassenen Onkel und den anderen Mitgliedern eines Drogensyndikats. Hier lernt er brav wie man dealt und arbeitet recht fleißig auf der Straße. Doch bald passen die Bilder in seinem Kopf von den Frauen auf der Straße, denen er Geld abnimmt mit dem Bild seiner Schwester, der er Geld schickt nicht mehr zusammen. Immer öfter flüchtet Kendal sich in Hellkamps scheinbar geordnete Welt. Hier findet er für einen kurzen Moment die brüderliche Wärme, nach der er sich sehnt.  Ein ambitionierter deutscher Kinofilm! Uff, klingt schwer – ist schwer. Der Auto Uwe Timm („Die Bubi Scholz Story“) war bei diesem Drehbuch wohl etwas über-überambitioniert. Bei 114 Minuten Filmlänge drücken Themen wie Armut, Kriminalität, Ausländer -und speziell Kurdenproblematik, Freundschaft, Verantwortung und Schuld den Zuschauer lähmend in den Kinosessel. Nachdem er sich nun nicht mehr rühren kann, erträgt er ein ambitioniertes Klischee nach dem anderen. Angefangen mit dem armen Kurden der Deutschland über eine Kuckucksuhr und ein Heino-Lied definiert bis zum dealenden Onkel im Goldkettchen-Look, den man schon aus 100 Kilometer Entfernung als solchen zu identifizieren kann. Krampfhaft versucht der Film mit Kritik und Emotionen an der political correctness–Schiene vorbeizufahren, aber er bleibt einfach zu brav. In Hellkamps Fußballmannschaft sind ordentlich verteilt ein paar nette Ausländer, genauso wie der wohl platzierte türkische Sozialarbeiter die alkoholabhängige Jugendheimleiterin wieder wett macht. „Eine Hand voll Gras“ möchte unbedingt Klischees vermeiden und seiner ernsten Geschichte gerecht werden, aber er schafft es nicht. Er zeichnet lediglich altbewehrte und ausgelutschte Muster nach. 
Und hat den Zuschauer das Endlos-Schicksal des armen Kendal noch nicht aus dem Kinosaal getrieben, geben ihm schwülstige Dialoge, vorhersehbare Szenen, ein all zu rosafarbener Himmel und die wehleidige Musik den Rest. Auch ein Oliver Korittke („Die Musterknaben“, „Bang Boom Bang“) vermag es nur selten, die Story spannender zu machen. Meist spielt er lediglich den Ball an die eigentliche Überraschung des Films weiter: Das Spiel des Arman Inci, der den jungen Kendal darstellt, ist äußerst überzeugend und gefühlvoll. Ausgesprochen interessant sind auch die Gastauftritte von Schauspielgrößen wie Michael Gwisdek oder Dieter Pfaff. Doch das holt einen nun auch nicht mehr aus dem Tiefschlaf...
Wer sich trotz allem auf eine Kinoversion á la „Big Daddy trifft die kurdischen Kinder vom Bahnhof Zoo“ einlassen möchte, dem sei dies Vergnügen ab dem 02. November gegönnt. Ansonsten noch ein wenig Geduld – dieser Film wird garantiert der TV-Knaller auf Sat1 oder RTL.

Nadja Raweh

10

Kendal ist ein Kurdischer Name mein couseng heißt ebenfalls so

Der film ist echt super geworden

10

ich bin auch ein kurde so wie kendal
aber eins sag ich des ist der beste film alle zeiten
und den wo ich geshen hab den film kann man millionmal anschauen der wird net langweilig

10

Bin selber Kurdin und mir fehlen die Worte.
Grad eben noch habe ich den Film geschaut.
Mir kommt vieles hoch, zum Einen was meine Mutter uns aus ihrer Zeit erzählt hat, als sie noch im Dorf gelebt hat.
Ein Film der Einen zum Nachdenken bringt.
Ich hoffe, dass sich die Konflikte in den kurdischen Gebieten endlich lösen! Wir leben im 21. Jahrhundert. Es sind Menschen, wie wir Alle!

Bin total froh den Film entdeckt zu haben!
Hut ab an die Regisseurem, ist ihnen super gelungen.

ich hab mich ma schlau gemacht...... den film hab ich leider nich gesehn eine hand voll gras aber die bedeutung des namens kendal weiss ich .....

Über die Schwierigkeiten bei der Namensgebung für kurdische Neugeborene

Türkischer Innenminister gründet Kommission "Gefährliche Namen"

Ein Bericht des türkischen Menschenrechtsvereins IHD

In den letzten Monaten des vergangen Jahres hatten Studentinnen und Studenten in verschiedenen Gebieten der Türkei eine "Antragskampagne mit der Forderung nach muttersprachlichem Unterricht" begonnen. Kurze Zeit später, im Dezember 2001, ließ der türkische Innenminister in einem Erlass die kurdische Namensgebung unterbinden. Weiter ordnete er an, dass in allen Städten Namenskommissionen zu gründen seien, um zu verhindern, dass Neugeborenen andere als türkische Namen erhalten.

Nach diesem Erlass häuften sich die Vorfälle, bei denen Einwohnerregisterämter Anträge von Eltern ablehnten, die ihren neugeborenen Kindern kurdische Namen geben wollten.
Neben der Ablehnung ihrer Anträge mussten Eltern willkürlich Repressionen und Festnahmen erdulden. Diejenigen, die ihren Kindern kurdische Namen geben wollten, waren Maßnahmen im Rahmen der Anti-Terror-Bekämpfung ausgesetzt.

Gegen diese Menschen wurden vor Staatssicherheits- und Landgerichten Verfahren eingeleitet.

Der geheime Erlass

Innenminister Rüstü Kazim Yücelen hatte seinem Erlass der Ende letzen Jahres mit dem Vermerk "Geheim" an 81 Provinzgouverneure ging, die Einwohnerregisterämter vor kurdischen Namen gewarnt

In dem Erlass heißt es: “Der Artikel 16/4 des Einwohnergesetzes Nummer 1578 legt fest, dass `Namen, die unserer nationalen Kultur, Sitten und Gebräuchen widersprechen und die Gefühle der Öffentlichkeit verletzen, nicht verwendet werden dürfen` und im Artikel 77/2 der Arbeitsvorschriften für die Dienstleistungen bei Einwohnerangelegenheiten ist festgehalten, welche Schritte in einem solchen Fall einzuleiten sind. Dieser Artikel besagt: ‘Auch wenn eine Verletzung des Einwohnergesetzes 1578 Artikel 16/4 von Behörden des Einwohnerregisteramtes klar zu erkennen ist, so muss - wie es aus dem Erlass hervorgeht - die Geburtsurkunde mit dem vorgesehenen Namen dem Familienregister weitergeleitet und die Meinung des Ministers eingeholt werden.’ Ich wünsche, dass dieses Thema zur Kenntnis genommen wird und das Notwendige umgesetzt wird."

Das erste Verfahren wurde in Dicle/Diyarbakir eröffnet

Nachdem der Erlass an die Gouverneure und Einwohnerregisterämter geschickt worden war, leitete die Gendarmeriekommandantur eine rückwirkende Untersuchung in Dicle bei Diyarbakir ein. Am 21. 12. 2001 beantragte der Gendarmeriekommandant mit dem Dokument Nummer 5832 bei der Staatsanwaltschaft von Dicle die Änderung der Namen von insgesamt 21 Kindern aus sieben verschiedenen Familien aus den Dörfern Meydan, Ugrak, Bozoba, Üzümlü und Cavli, die in der Zeit von 1985 bis 2001 zur Welt gekommen waren und angeblich Namen erhalten hätten, die die PKK ihren Kämpfern als Kode-Namen geben würden: Berivan, Rojda, Zilan, Baver, Velat, Serhat, Kendal, Zinar, Hebun, Baran, Rojhat, Agit, Zelal und Zozan.

Das Landgericht Dicle hat mit der Forderung nach Änderung dieser Namen ein Verfahren eröffnet. Am 9. April 2002 hat das Landgericht Dicle das Türkische Sprachinstitut nach Sinn und Ursprung dieser Namen befragt. Daraufhin hat dieses dem Gericht die angeforderten Informationen zu den gefährlichen Namen erteilt. Dem nach haben die Namen folgende Bedeutung:

Berivan: die Melkerin
Zilan: ein Flussname
Rojda: Sonnenaufgang
Baver: Glaube (Überzeugung)
Velat: Heimat
Serhat: Grenzgebiet
Kendal: Berg
Zinar: Felsenriff
Hebun: existieren
Baran: Regen
Rojhat: der Tag ist gekommen
Zelal: klar, rein und hell
Zozan: Alm

cool

10

cool

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