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Die Girls von St. Trinian

Die Girls von St. Trinian
komödie , großbritannien 2007
original
st. trinian's
regie
oliver parker, barnaby thompson
drehbuch
piers ashworth, nick moorcroft
cast
colin firth,
gemma arterton,
rupert everett,
talulah riley, u.a.
spielzeit
101 Minuten
kinostart
7. August 2008
homepage
http://www.diegirlsvonsttrinian.de
bewertung

7 von 10 Augen

 

Im Leben eines jeden Schülers gibt es Klassiker. Altkluge Ratschläge, die dem bedauernswerten Opfer wieder und wieder in den Schädel gehämmert werden. Dass man fleißig lernen müsse, um es später mal zu was zu bringen. Oder dass die Schule ja sowieso die beste Zeit des Lebens sei, an die man in ein paar Jahren sehnsüchtig zurückdenken wird. Leuchtete die Lern-Motivation noch ein, schien letzteres schon sehr weit hergeholt. Doch natürlich hatten die Alten Recht. Mit etwas Abstand betrachtet war die Schulzeit doch gar nicht so übel. Diese Erkenntnis werden nicht alle, aber wohl die Meisten irgendwann einmal machen oder haben dies bereits getan. Nach Abschluss der Schule.
Den fiktiven Mädels von St. Trinian hingegen dürfte das alles schon während der Schulzeit bewusst sein, auch ohne dass sie jemand extra drauf stoßen müsste. Denn welche Freiheiten sie an ihrem Internat genießen, sei es in Punkto äußere Erscheinungsform, Unterrichts-Gestaltung oder die wenig autoritäre Kontrolle, das dürfte so ziemlich einmalig sein und definitiv ein Grund dafür, diese wilde Zeit schon von ihrem Ende zu vermissen.

Die St. Trinian School for Young Ladies gilt seit Jahren als schlechteste und gefährlichste Schule Großbritanniens. Kein Wunder, dass sich Annabelle (Talulah Riley) wenig begeistert von der Idee ihres Vaters Carnaby (Rupert Everett) zeigt, der sie dorthin schicken will. Die Direktorin (Rupert Everett zum Zweiten) ist - freundlich ausgedrückt - ein klein wenig eigenartig (oder sind Joints bei Direktor(inn)en etwa weiter verbreitet als man denkt?), die Sekretärin ist körperlich am Empfangstresen zwar anwesend, muss beim Lesen der Stellenbeschreibung aber irgendetwas missverstanden haben, und die Sportlehrerin, eine Kriegs-Veteranin, lässt gerne mal mit scharfer Munition schießen. Ließe sich das alles vielleicht noch verkraften, so geben Annabelle die Mitschülerinnen den Rest. Von Emos über Geeks bis hin zu Schönheits-Queens ("Posh Totties") ist alles vorhanden (man könnte auch sagen: wird jedes Klischee bedient), und das Schlimmste daran: Gleich in der ersten Nacht tun sie sich zusammen, um Annabelle so richtig schön zu mobben. Beim Duschen das Handtuch zu klauen und das darauf folgende unwürdige Schauspiel zu filmen und per Live-Stream ins Internet zu stellen, gehört da noch zu den konventionellen, eher harmlosen Streichen. Annabelle hat die Nase gestrichen voll, will weg, landet aber stattdessen durch einen Zufall - "Harry Potter" lässt hierbei grüßen - im Hockey-Team.
Was nun folgt, deutet das Filmplakat bereits an. Der Name der vermeintlichen Hauptdarstellerin Talulah Riley findet darauf keinen Platz, stattdessen wirbt es unter anderem mit dem kommenden "Bond"-Girl Gemma Arterton. Die spielt die Schul-Sprecherin Kelly, die nun auch vermehrt ins Blickfeld rückt. Und das aus gutem Grund. St. Trinian's steht mit einer halben Million Pfund in den Miesen und droht nun, auch dank der freundlichen Mithilfe des neuen Bildungsministers Geoffrey Thwaites (Colin Firth), die Schließung. Doch Kelly entwickelt die ultimative Idee, um den Super-Gau noch abzuwenden. Dass diese nicht so ganz legal ist, kümmert die Girls von St. Trinian selbstredend wenig.

"St. Trinian's" ist bereits der sechste Film, der von dem ungewöhnlichen Alltag der Internats-Mädchen erzählt. Ebenso wie die fünf vorherigen basiert er auf dem Cartoon "Hurrah for St. Trinian's", der 1948 erstmals veröffentlicht wurde, und versprüht vor allem eines: pure Anarchie. Im Lehrerzimmer mixt die Hausmutter Cocktails und spielen die anderen "Fachkräfte" Poker. Im Treppenhaus werden kleinere Schülerinnen kopfüber hängen- oder auch mal fallengelassen, die Mädels veranstalten Geld-Wetten, wie lange die Neue wohl durchhält, und stecken überhaupt voller krimineller Energie (da kommt es schon mal vor, dass ein Auto auf dem Schulgelände abbrennt) und im Rasenmäher landen gelegentlich Dinge, die da eigentlich nicht hingehören. Und was die Girls beim Hockey-Spiel miteinander anstellen, wird dem Wort Körperverletzung teilweise nicht mehr ganz gerecht.
Wüsste man es nicht schon im Vorfeld, bräuchte man nicht lange, um darauf zu kommen, dass es sich bei "St. Trinian's" um eine britische Komödie handelt. Filme dieser Art kommen halt meist von der Insel. Auch wenn sich der Humor manchmal, aber selten, in Albernheiten und Vorhersehbarkeiten verliert, ist gerade die erste Stunde eine teils irrsinnig witzige Aneinanderreihung von gelungenen Gags mit wenigen Verschnaufpausen. Im St. Trinian's lauert hinter fast jeder Ecke eine Gefahr oder Kuriosität. So chaotisch und abwechslungsreich hätte man sich den eigenen Schul-Alltag gelegentlich auch mal gewünscht.

Am Beispiel der Emos (auf gar keinen Fall zu verwechseln mit den Grufties) zeigt sich auch wunderbar, dass dieser Film so etwas wie ein Herz besitzt. Zwar gehen die Witze recht häufig auf Kosten dieser Gruppe, wirken dabei aber eher liebevoll, beziehungsweise die gängigen Klischees auf die Schippe nehmend. Und so verhält es sich auch mit dem gesamten Internat. Wenn es darauf ankommt, sind sie alle füreinander da. Obwohl man sich nicht immer ausstehen kann, mag man sich doch im Grunde. Und die Qualen, die Annabelle zu Beginn durchleiden musste, durfte wohl jede von ihnen schon hinter sich bringen. Später wird dann selbstverständlich auch Annabelle in die Gruppe integriert. Diese heile Welt, die sich gegen das Böse von außen zur Wehr setzt, geht an der Realität natürlich ziemlich weit vorbei. Aber wer diesen Film ernsthaft auf Glaubwürdigkeit oder Logik überprüfen möchte, sollte sich vorher lieber zwei Mal überlegen. ob "St. Trinian's" wirklich die richtige Wahl ist.

Bedauerlicherweise ist gegen Ende die Luft ein wenig raus. Anders ausgedrückt: Die meisten Gags werden bereits in den ersten beiden Filmdritteln verschossen. Zum Schluss stehen die Maßnahmen zur Rettung des Internats im Vordergrund. Das ist nicht schlecht, aber leider auch nur noch selten wirklich witzig.
Als feste Bank erweist sich hingegen die Riege bekannter (britischer) Schauspieler, allen voran Rupert Everett ("Die Hochzeit meines besten Freundes") in einer Doppel-Rolle. Wenn man so will, stiehlt er seinem Carnaby mit der Direktorin Camilla Fritton, in deren Rolle er auch bedeutend mehr Leinwandzeit erhält, klar die Schau. Fritton ist genau die Direktorin, die man sich für so eine Schule vorstellt. Verrückt, unkonventionell, cleverer als es den Anschein hat und im Kern herzensgut. Colin Firth ("Bridget Jones") verkörpert das, was man hier wohl als Bösewicht bezeichnen müsste, nämlich den Bildungsminister, der anhand St. Trinian's ein Zeichen setzen möchte. Stephen Fry (zuletzt "V wie Vendetta") spielt sich gleich mal selbst und Mischa Barton ("O.C. California"), gemäß Filmplakat mit einer größeren Nebenrolle gesegnet, bringt's als Ex-Trinianerin und jetzigem PR-Profi gerade mal auf gut eine Minute. Als kleine Entdeckung erweist sich Gemma Arterton, die die übrigen Trinian-Girls souverän anführt und als Lockmittel für männliche Zuschauer, die bei diesem Film wohl eher in der Unterzahl sein dürften, herhalten kann. Sollte sie im kommenden "Bond" ähnlich auftreten, dürfen Fans des berühmten Agenten schon mal die nächste gelungene Wahl des Bond-Girls beklatschen.

Schade. Würden "Die Girls von St. Trinian" gegen Ende nicht so stark abbauen, hätte von einem Geheimtipp die Rede sein können. Vielleicht auch von ein kleinwenig Kult. So reicht's "nur" noch für eine Empfehlung für einen anspruchslosen und sorgenfreien Kino-Abend der etwas anderen Art.

René Loch

1

Hab ihn vor ein paar Wochen in der Sneak gesehen und das Kino leerte sich innerhalb der ersten 30 Minuten sehr schnell. Auch ich persönlich fand St. Trinians so miserabel das ich schon vorzeitig gehen musste.

Einer, wenn nicht der schlechteste Film, den ich jemals zu Gesicht bekam.

7

Guter Film mit in der ersten Stunde sehr hohen Gagdichte. Ist sicher nicht jedermanns Humor aber ich habe mich köstlich amüsiert.

7

Hab den Film auch in der sneak gesehen und der Saal blieb voll war schönes sinnfreies Kino und naja hat mich positiv überrascht besonders weil ich vorher nichts von dem Film wusste

2

Der Film ist die Zeit und das Geld nicht wert.

- Alte, doofe Story; Pseudo-neu und slapstickhaft verpackt;

- zuviel Sex, Alkohol und Drogen-Witze für Eignung als Kinderfilm.

- Man kann es mögen, dann fand man aber auch "Meine Frau, die Spartaner und Ich" zum brüllen

- Teils schlimm geschau(?)spielert

nee.

1

Die Bewertung hat mich gerade wirklich umgehauen. Ich frage mich wirklich, ob Herr Loch den richtigen Film gesehen hat, so wie es ausschaut wohl eher nicht.

Ich kann den Äußerungen von "Dude" nur zustimmen, habe den Film ebenfalls in der Sneak angesehen und das Kino leerte sich extrem rasch, auch wir haben den Film nicht zu Ende angeschaut, weil es einfach nich möglich war, es sei denn, mann ist bereit, bleibende Schäden in Kauf zu nehmen.

Der Satz in der Kritik von Herrn Loch mit den Wörtern "Geheimtipp" oder "Kult" sind die Krönung einer miserablen Arbeit. Der Film ist ein einziger Alptraum, gespickt mit grottenschlechten Schauspielern, superflachen Gags und einer derart schwachen Story, das einem wirklich schlecht wird.

Vielleicht sollte sich doch noch ein anderer Kritiker dieses Films annehmen.

Mfg
Manu

1

Humor für Grenzdebile, nur erträglich mit einer guten Dosis Alkohol.

8

Der Film ist lustig. Ende.

10

Der Film ist einfach cool . Und total lusitg.

7

leute, ein film dieses genres braucht nicht intelligent, tiefschürfend oder aufrüttelnd sein. das ist einfaches popcorn kino und dafür eignet sich der film hervorragend! der film ist einfach witzig, man kann über ihn lachen, er hat einige pointen, und wer beginnt, den eigentlichen sinn zu hinterfragen wird auch keinen film. denn "st trinian" soll unterhalten und spaß machen, und genau das tut er auch!

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