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Das Schwiegermonster

Das Schwiegermonster
komödie , usa 2005
original
monster-in-law
regie
robert luketic
drehbuch
anya kochoff
cast
jennifer lopez,
michael vartan,
jane fonda,
wanda sykes, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
26. Mai 2005
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

 

Die Furcht vor den Erzeugern der eigenen besseren Hälfte scheint so etwas wie eine menschliche Ur-Angst zu sein - zumindest macht sie sich immer wieder gut als Filmstoff, zuletzt in der brillanten Komödie "Meine Braut, ihr Vater und ich" und der nicht minder gelungenen Fortsetzung. "Das Schwiegermonster" ist ein weiterer Dreh dieses altbekannten Themas, wobei diesmal indes nicht der Vater der Braut, sondern die Mutter des Bräutigams die zu überwindende Hürde auf dem Weg zum trauten Eheglück ist.
Trauen wollen sich der erfolgreiche Chirurg Kevin (Michael Vartan) und seine angebetete Charlie (Jennifer Lopez), die sich zwar "nur" mit zahlreichen Nebenjobs durchs Leben schlägt, aber trotzdem die Frau von Kevins Träumen ist. Das sieht seine Mutter Viola (Jane Fonda) allerdings ganz anders: Die ehemals erfolgsverwöhnte TV-Journalistin ist aus Altersgründen vor kurzem von ihrem Sender abgesägt worden, hat sich gerade erst von diesem Schock erholt und rastet bei der Vorstellung, ihren geliebten Sohnemann an diese dahergelaufene Schnepfe zu verlieren, gleich wieder aus. Unterstützt von ihrer vorlauten Assistentin Ruby (Wanda Sykes) lässt Viola fortan keinen miesen Trick unversucht, um ihrer Schwiegertochter in spe das Leben zur Hölle zu machen.

Das klingt alles nicht so wahnsinnig einfallsreich, ist es auch zu keinem Moment, und im direkten Vergleich zum urkomischen Schwiegervater-Terror von "Meine Braut ..." verliert "Das Schwiegermonster" auf ganzer Linie: Der lahmste Gag aus dem de Niro-Stiller-Film würde hier locker als einer der besten Brüller des ganzen Streifens durchgehen. Sicher hat man hin und wieder mal was zu lachen, die wenigen halbwegs gelungenen Schenkelklopfer im Zwist der Diven sind allerdings zu weit gestreut, um der von Beginn an drögen Handlung auch nur eine Minute lang richtigen Schwung zu geben. Ohnehin pendelt der allgemeine Tonfall reichlich unentschlossen zwischen knuddelig-kuscheliger Liebesschnulze und bissigem Kratzbürsten-Krieg, ohne jemals den Mut für eine paar richtige Gemeinheiten aufzubringen, die der Sache den nötigen schwarzhumorigen Pep hätten geben können. Das Resultat ist entsprechend eine typische Hollywood-Reißbrett-Produktion voller Stereotypen, billiger Plot-Wendungen und der obligatorischen Schlussmoral. Nichts Neues, nichts Besonderes, und erst recht nichts Interessantes.

Das einzige, was "Das Schwiegermonster" halbwegs relevant macht, ist nicht etwa Jennifer Lopez in der Hauptrolle (deren Schauspielkarriere seit fünf Jahren konsequent abwärts schlingert), sondern die Leinwand-Rückkehr von Jane Fonda. Die nunmehr 67-jährige hat in ihrer beispiellosen, jahrezehntelangen Karriere als Popkultur-Ikone mehr Imagewechsel durchlaufen als Madonna: Aufmüpfige Tochter von Hollywood-Legende Henry Fonda; Sex-Bombe der Hippie-Ära in der kultigen SciFi-Trash-Komödie "Barbarella"; politisch hochkontroverse, Fahnen verbrennende Anti-Vietnamkrieg-Demonstrantin; gefeierte und doppelt Oscar-gekrönte Super-Schauspielerin der 70er; in den 80ern Amerikas Aerobic-Königin und nach ihrer Hochzeit mit CNN-Medienmogul Ted Turner Vorzeige-Ehefrau Nummer Eins. Nach dem romantischen Drama "Stanley & Iris" (1990) hatte sich Fonda eigentlich von der Schauspielerei zurückgezogen - doch nach der Publicity-trächtigen Scheidung von Turner hat sie sich ein weiteres Mal neu entdeckt: Die lebenslange Atheistin wandelt sich auf ihre alten Tage zur überzeugten Christin, und auch vor der Kamera wollte sie sich nochmal ausprobieren.
Warum sich Fonda dafür ausgerechnet dieses unbedeutende 08/15-Drehbuch ausgesucht hat, bleibt ihr Geheimnis. Fakt ist jedoch, dass ihre Präsenz allein ausgereicht hat, um den Film in den USA zu einem veritablen Medienereignis zu machen - Co-Star Jennifer Lopez darf sich artig bedanken für einen Nummer Eins-Box-Office-Hit, den sie dringend nötig hat. Erwartungsgemäß leichtes Spiel hat Jane Fonda auch, den Film ab ihrer ersten Szene komplett an sich zu reißen. Lopez mag vielleicht die nominelle Hauptrolle haben - gegen Fondas Charisma hat sie keine Chance. Blass und ohne Überzeugungskraft wird sie von der gut gealterten Legende spielend zur besseren Stichwortgeberin degradiert, so dass von Lopez höchstens die stellenweise sehr merkwürdig anmutende Auswahl schlechter Frisuren und grässlicher Lippenstifte in Erinnerung bleibt. Schlimmer noch: Ähnlich wie Fonda gelingt es auch ihrem Sidekick Wanda Sykes als Assistentin Ruby, durch beeindruckende Ausstrahlung in einer an sich öden Standardrolle bleibenden Eindruck zu hinterlassen - und so den berühmtesten Hintern der Welt in der Film-internen Hackordnung auf Platz Drei zu verfrachten.
Wer auch immer Fonda zu dieser Produktion überredet hat, hat sich jedenfalls einen fetten Bonus verdient. Quasi im Alleingang hievt die Grande Dame der Popkultur den Film von dröger Langeweile ins halbwegs erträgliche Mittelmaß, garantiert ein Medien- und Publikumsecho, von dem die Publicity-mäßig vollkommen abgefrühstückte Jennifer Lopez nur noch Träumen kann, und zeigt der Latino-Diva ganz locker, wo der Hammer hängt - ohne sich dabei auch nur einmal wirklich anstrengen zu müssen.

Trotzdem: "Das Schwiegermonster" bleibt jenseits des Sonder-Status der Hauptdarstellerin eine belanglose Standard-Komödie, die man getrost vergessen kann. Sollte dem Streifen einmal die filmhistorische Relevanz als Jane Fondas Aufwärmtraining für ihr schauspielerisches Spätwerk zugute kommen, ist das bereits mehr langfristige Aufmerksamkeit, als er verdient hat.

Frank-Michael Helmke

2

Ein wirklich grottenschlechter Film. Jennifer Lopez ist mit die diletantischste Schauspielerin die ich je gesehen habe.

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