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Boogeyman

Boogeyman
horror , usa 2005
original
regie
stephen t. kay
drehbuch
juliet snowden, eric kripke, stiles white
cast
barry watson,
emily deschanel,
skye mccole bartusiak,
tory mussett, u.a.
spielzeit
89 Minuten
kinostart
17. März 2005
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

Ein US-Starttermin im Januar ist so etwas wie der Sondermüllablageplatz Hollywoods. Im Januar verstopft all der Plunder, dem sowieso keine großen Erfolgschancen eingeräumt werden die US-Kinosäle, oder man holt das Teeniepublikum Woche für Woche mit billig produzierten Horrorsstreifen heran, die am Startwochenende (verhältnismäßig) richtig absahnen, um dann sang- und klanglos in der Versenkung zu verschwinden. Zu letzteren gehört dann auch eindeutig "Boogeyman - Der schwarze Mann", der sichaufgrund besagter Nichtkonkurrenz beim Amerika-Start gar als "Nr. 1-Hit aus den USA" schmücken darf, worauf der Trailer auch geflissentlich hinweist. Ein bisschen guten Zuspruch, auch wenn er noch so dubios ist, kann bei einem äußerst mäßigen Film wie diesem ja auch nicht schaden. Was für ein Abzockprodukt "Boogeyman" ist, sieht man unter anderem auch daran, dass man ihn in Erwartung von Totalverrissen der US-Presse gar nicht erst vorführte. Da war man hierzulande glücklicher, auch wenn es sich natürlich nicht gelohnt hat, denn "Boogeyman" ist der erwartete Mumpitz aus schlecht zusammengerührten Horrorklischees.

Dabei fängt der Film eigentlich sehr ordentlich an, nämlich mit einer wirklich gelungenen Eingangssequenz. Der kleine Timmy liegt im Bett, völlig verängstigt vor dem schwarzen Mann, der des Nachts aus seinem Wandschrank kraucht. Das findet sein Papa natürlich völlig kindisch, bis er von eben jenem auf Nimmerwiedersehen in den Wandschrank gezogen wird. Zehn Jahre später ist der kleine Mann erwachsen, sieht mittlerweile aus wie Vorabendseriendarsteller Barry Watson ("Eine himmlische Familie") und hat immer noch ganz doll Angst vor Schranktüren. Auch weiß er nicht, ob der schwarze Mann nun echt ist oder nicht, oder ob Paps damals doch nur mal kurz Zigarettenholen ging und nicht mehr wiederkam, wie man ihm so erzählt hat. Und was empfiehlt da der Mann vom Fach, zwar Psychologe, aber offenbar doch ein Idiot vor dem Herrn: Verbringe doch einige Zeit in dem Haus, vor dem du panische Angst hast, dann wird das schon werden, Junge. Gute Idee. Nicht. Denn so geschehen merkwürdige Dinge und Tim ist sich bald nicht mehr sicher, was real ist und was nicht. Preisfrage: Gibt es den schwarzen Mann oder gibt es ihn nicht?

Eines muss man dem Film lassen: Hier ist immer was los, auch wenn eigentlich nie so richtig was los ist. Die völlig inflationäre Aneinanderreihung von lahmen Möchtegern-Schockeffekten hat nicht nur etwas Amüsantes, sondern auch fast etwas Rührendes an sich. Da versucht einer - namentlich Regisseur Stephen Kay - über eine Stunde krampfhaft, aus so etwas Nichtspannendem wie halboffenen Kleiderschränken etwas Spannendes zu machen. Zumindest handwerklich kann man Kay nichts vorwerfen, er und sein Team (besonders Kameramann Booby Bukowski) versuchen wirklich alles. Ungewöhnliche Kamerawinkel, das übliche "Was huscht denn da durchs Bild?", die bewährte Mischung aus laut aufheulender dramatischer Musik und plötzlichem Soundeffekt, auch wenn eigentlich nix passiert. 
Trotzdem beziehungsweise gerade dadurch bleibt "Boogeyman" für den Großteil seiner Laufzeit eine nur sehr mäßig unterhaltsame Schnurre ohne große Höhepunkte. Absurderweise wird der Film besser, je weniger er sich um Kleinigkeiten wie Kohärenz, Logik oder das Raum-Zeit-Gefüge kümmert. In der letzten halben Stunde verlässt er jegliche althergebrachte Sinnstrukturen, sorgt aber immerhin für ein paar ansprechende kleine Gruselepisoden. Das Ende sorgt mit allzu billigem CGI und einer lachhaften ‚Lösung' dann wieder für Ernüchterung.

Richtig skeptisch darf man daher mittlerweile auch bezüglich Sam Raimis Produktionsfirma Ghosthouse Pictures sein, denn die liefern nach "The Grudge" innerhalb von nur zwei Wochen den nächsten äußerst mittelmäßigen Spukhaus-Horrorfilm ab. Wie auch Joel Silvers "Dark Castle"-Produktionsstätte (u.a. "Ghost Ship", "13 Geister") scheint sich Raimis Firma auf soliden B-Horror zu spezialisieren, der zwar nie ganz schlecht, aber eben auch nie sonderlich gut ist. Wer unterhaltsame Filme über den Schrecken aus dem Wandschrank sehen will, sollte sich lieber "Die Monster-AG" leihen und Spaß haben, anstatt für diesen müden Unsinn Geld auszugeben.

Simon Staake

3

Spannungsarmes Filmchen, wenn auch recht ansehnliche Bilder - aber eine hübsch verpackte Geschenkbox ist eben auch nur lediglich hübsch verpackt, wenn man vergisst was reinzumachen.
Klar braucht es keine blutigen Einlagen für einen richtig guten Horrorfilm (siehe Ring z.B.), jedoch braucht es wenigstens Atmosphäre, und die habe ich bei dem Film hier vermisst.
Ok, für einen totlangweiligen verregneten Abend und als Dingens zwischendurch ganz nett, sofern man wirklich nichts Besseres anzuschauen hat. Ansonsten aber: schnell vergessen.

1

ich habe den Film am Samstag gesehen. mit Kumpel Marvin war ganz Spannend. aber das Ende war total übertrieben. :-(

8

Ich finde es sehr schade, dass sogar der Rezensent nicht richtig hingeschaut hat. In der Rezension des hochgeschätzten Herrn Staake sind mir einige Fehler, dem Film betreffend, aufgefallen. So sind es zum Beispiel keine 10 Jahre, sondern 15 Jahre. Desweiteren hat der Herr Staake außer Acht gelassen, dass Tim in seine Heimatstadt nur zurückkehrt, weil seine Mutter gestorben ist. Aus diesem Grunde besucht er auch die Psychoklinik für Kinder und Jugendliche in der er, damals als sein Vater verschwand, in Therapie war. Bei einer weiblichen Psychologin. Da er mittlerweile (nebenbei bemerkt es eine Klinik für Kinder ist und er bekanntlich) erwachsen ist und sich seinen Ängsten stellen soll, rät sie ihm eine Nacht in dem Haus seiner Mutter zu verbringen.

Auch finde ich es unmöglich wie sich Menschen, die ja angeblich etwas von Kinofilmen verstehen, sich hier verewigen und meinen der Film hätte keine Story, Hintergrund oder lasse zu viele Fragen offen. Die Regisseure und Drehbuchautoren denken sich schon was dabei, wenn Fragen offen bleiben. In vielen guten Kinofilmen bleiben Fragen offen, wo man selbst drüber nachdenken sollte, was passiert ist, oder was passiert sein könnte. Horrorfilme - nehmen wir Stephen King Filme "Dreamcatcher" oder "Carrie" Fragen über Fragen, der Zuschauer wird aktiviert und anscheinend ist das für einige Menschen zu schwer.

"Boogeyman" jedenfalls ist sehr gut gelungen. Die Effekte, die Kamera, Licht, Ton und natürlich die großartigen Schauspieler machen den Film absolut sehenswert.
Die Story an sich ist wie auch schon erwähnt einfach: es geht um den Mann im Schrank. Klein Tim liegt ängstlich in seinem Bett und "bildet sich ein", dass Hemden und Figuren lebendig werden. Der Vater kommt in sein Zimmer und will ihm beweisen, dass es keinen Boogeyman gibt, da wird er prompt von ihm angegriffen und brutal in den Schrank gezerrt.
Klein Tim hat natürlich alles gesehen und ist mehr als nur geschockt. Von Therapeuten wird ihm dann eingeredet er habe sich das nur eingebildet, weil nicht akzeptieren konnte, dass sein Vater ihn und seine Mutter verlassen hat. 15 Jahre später, er ist in einer glücklichen Beziehung, hat aber immernoch fürchterliche Angst vor Wandschränken. Von seinem Onkel erfährt er dann, dass seine Mutter gestorben ist, prompt macht er sich auf den Weg in seine Heimatstadt, einige Zwischenfälle sagen dem Zuschauer, dass er besser nicht hinfahren sollte. Dann hat er starke Visionen und Alpträume. Wie schon geschrieben besucht er seine Psychotherapeutin und sie rät ihm eine Nacht im Haus zu verbringen. Dann taucht seine Freundin auf und alles wird etwas verwirrend.

Aber wenn man gewillt ist dem Handlungsstrang zu folgen, wird man auch den Sinn des ganzen verstehen. Ich jedenfalls finde nicht, dass zu viele Fragen offen bleiben. Die meisten Fragen werden innerhalb der letzten halben Stunde geklärt und auch der Kampf mit dem Boogeyman ist nicht so sinnlos wie teilweise hier behauptet wird. Allerdings braucht man auch eine Menge Phantasie, wie in vielen anderen Horrorfilmen auch. Man muss nur genau hinsehen und wenigstens versuchen, den Film zu verstehen.

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