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Bad Sitter

Bad Sitter
komödie , usa 2011
original
the sitter
regie
david gordon green
drehbuch
brian gatewood, alessandro tanaka
cast
jonah hill,
ari graynor,
sam rockwell,
max records, u.a.
spielzeit
81 Minuten
kinostart
31. Mai 2012
homepage
bewertung

4 von 10 Augen
Bad Sitter - Poster

Bei einer Fish-out-of-water-Story in Kombination mit Babysitting denkt man wohl automatisch an eine Familien-freundliche Komödie, wie mit genau dieser Prämisse zuletzt vorgeführt von Vin Diesel als „Der Babynator“ – was eine für den Normal-Kinogänger relativ unerträgliche Lachnummer war, aber zumindest fürs Zielpublikum, Eltern mit kleinen Kindern funktionierte. Bad SitterMit „Bad Sitter“ kommt nun erneut eine Fish-out-of-water-Komödie zum Thema Babysitting daher, bei der man sich aber sehr ernstlich fragt, wer eigentlich die Zielgruppe für diesen Film sein soll. Familien mit kleinen Kindern jedenfalls nicht.

Dass dieser Babysitter-Film alles andere als Familien-geeignet ist, macht er schon gleich in seiner ersten Szene klar, in der Noah Griffith (Jonah Hill) es seiner Möchtegern-Freundin Marisa (Ari Graynor) mit der Zunge besorgt. Der aus dem College geflogene und ziellos vor sich hin lebende Noah stolpert im Anschluss in einen Wirklich-nur-dieses-eine-Mal-Job als Babysitter, um seiner alleinerziehenden Mutter einen lang ersehnten Ausgeh-Abend zu ermöglichen. Die drei Reiche-Leute-Kinder, auf die Noah aufpassen soll, sind ziemlich eigenwillige Exemplare: Der frisch adoptierte Latino-Bengel Rodrigo ist ein notorischer Troublemaker, der gern mit Böllern Toiletten in die Luft jagt; Slater ist mit seinen 13 Jahren eigentlich schon zu alt für einen Babysitter, wenn er nicht mit seinen Angstneurosen reichlich unselbständig wäre; und seine kleine Schwester Blithe schminkt sich und redet, als sei sie ein aufgegeilter Teenager. Mit diesen drei unschuldigen Kindern verlässt Noah außerplanmäßig das sichere Eigenheim in den Vororten New Jerseys und macht sich auf ins große böse New York, weil Marisa ihn von einer Party aus bittet, für sie Bad SitterKokain zu besorgen und ihm dafür richtigen Sex in Aussicht stellt. Wie gesagt, nicht wirklich eine Familien-freundliche Komödie.
 

Aber für wen ist diese Komödie dann gedacht? Das sehr lose Mundwerk des Drehbuchs mit seinem permanenten obszönen Gefluche und die allgemeine Richtung des wenig zimperlichen Humors legen eigentlich eine für Jonah-Hill-Komödien wie „Superbad“ oder „Männertrip“ typische Zielgruppe nahe. Aber die Tatsache, dass drei Kinder tragende Akteure dieses Films sind, lässt sich schwerlich ignorieren, und welcher „Superbad“-Fan sieht sich schon gern einen Kinderfilm an. Zumal letztlich auch eine verantwortungslose Jonah Hill-Filmfigur im Umgang mit unschuldigen Kindern nicht anders kann, als sich relativ bald erwachsen und moralisch korrekt zu verhalten – mit anderen Worten: im Rahmen einer Jonah-Hill-Komödie ziemlich langweilig.

Bad SitterAngesichts dieser Diskrepanz zwischen Form, Inhalt und Zielpublikum ist es wenig verwunderlich, dass „Bad Sitter“ in den USA keine großen Wellen schlug und nur knapp 30 Millionen Dollar einspielte. Wirklich verdient hätte der Film einen größeren Erfolg aber auch nicht, denn selbst wenn man seinen unsauberen Fokus nicht zum direkten Vorwurf macht, bleibt die Tatsache, dass die nächtliche Odyssee von Noah und den Kindern durch die große Stadt zwar bisweilen relativ durchgeknallt ausfällt, alles in allem aber auch banal, unspektakulär und vor allem unkomisch bleibt.
 

Wer auch immer also im Sinne der Filmemacher über „Bad Sitter“ lachen sollte, sonderlich ausgiebig werden sie es nicht tun. 80er-Jahre-Nostalgiker werden diesem Streifen vielleicht noch eine Kleinigkeit mehr abgewinnen können als Nicht-familienfreundliches Quasi-Remake des 80er-Mini-Klassikers „Die Nacht der Abenteuer“ („Adventures in Babysitting“). Aber auch so erscheint „Bad Sitter“ alles in allem reichlich harmlos, ziemlich unentschlossen und definitiv vergessenswert.

Frank-Michael Helmke

Naja, als unkomisch würde ich

6

Naja, als unkomisch würde ich den Film nicht gerade bezeichnen. Für ein paar Schmunzler war er zu gebrauchen (die hatte ich bei den beiden Hangover-Teilen übrigens nicht). Auf jeden Fall ganz unterhaltsam und relativ witzig. Das reicht für eine Durchschnittsbewertung. Aber was bitte soll der Austausch des englischen Original-Titels 'The Sitter' durch einen weiteren englischen Titel 'Bad Sitter' für's deutsche Publikum?? L Ä C H E R L I C H.

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