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Australia

Australia
historien-epos , usa/australien 2008
original
australia
regie
baz luhrmann
drehbuch
baz luhrmann, ronald harwood
cast
nicole kidman,
david wenham,
hugh jackman,
bryan brown,
brandon walters, u.a.
spielzeit
166 Minuten
kinostart
25. Dezember 2008
homepage
http://www.australia-derfilm.de
bewertung

6 von 10 Augen

Nein, da braucht man wirklich nicht drum herumreden: Wer die vorigen Filme von Baz Luhrmann gesehen hat, wer die Pracht, Kraft und Magie von "Moulin Rouge", "Romeo + Julia" und "Strictly Ballroom" erleben durfte und wer nun schon bei den Ankündigungen zu "Australia" erkennen konnte, dass der Meister sich nach einer viel zu langen kreativen Pause nun wohl an sein Opus Magnum gewagt hat, der baut hier zwangsläufig etwas auf. Eine gewaltige Erwartungshaltung und Vorfreude nämlich, die dann naturgemäß vielleicht kaum zu erfüllen ist. Und so kommt es also, wie vielleicht im Hinterkopf befürchtet, aber doch keinesfalls wahr haben wollend. Nach mehr als zweieinhalb Stunden eines Films, in den so ziemlich alles hineingepackt wurde was vorstell- und machbar ist, weiß man als Betrachter gar nicht so recht, wie man das jetzt finden soll. Weil es natürlich nicht schlecht war, nicht langatmig und man eine Menge geboten bekam. Aber trotzdem setzt sie ein, eine gewisse Ernüchterung, verbunden mit jenem frevlerischen Gedanken, den man doch nach Genuss dieses Films nun ganz gewiss nicht haben wollte: So what?

Es ist eine reichlich affektierte Zicke namens Lady Ashley (Nicole Kidman), die sich da Ende der 30er Jahre aus dem feinen England auf den Weg ins ferne Australien macht, wo sie gedenkt ihrem vermutlich untreuen Ehemann mal eine ordentliche Szene zu machen. Dieser entgeht dem Anschiss aber einfach, indem er spontan aus dem Leben scheidet, angeblich dahin gemeuchelt von einem eingeborenen Stammeszauberer. Plötzlich mit der Verantwortung für das Anwesen und die Bediensteten ihres Mannes belastet, wählt Sarah Ashley jedoch nicht den einfachen Weg eines Verkaufs an den Viehbaron King Carney (Bryan Brown) und dessen Helfershelfer Fletcher (David Wenham), sondern beschließt die 1.500 Rinder starke Herde selbst durchs Outback und zur Hafenstadt Darwin zu treiben. Unterstützt lediglich von einer Handvoll Viehtreiber und Angestellter, unter denen sich zwei befinden zu denen Sarah bald eine intensivere Beziehung aufbaut: Eine liebevoll-mütterliche zu dem Aborigine-Mischling und Waisen Nullah (Brendan Walters) sowie eine eher angespannt-streitvolle zu dem groben Treiber Drover (Hugh Jackman).

Dieser Treck durch die Wildnis ist zwar schon mal eine gewaltige Aufgabe, aber trotzdem nur der Auftakt zu einem Epos, das seinen Handlungsbogen von hier bis zu den Wirren des zweiten Weltkriegs spannt, inklusive eines spektakulären Angriffs der japanischen Flugstreitkräfte von fast "Pearl Harbor"-mäßigen Dimensionen. Den Punkt "Auftakt" müssen wir aber noch etwas ausführlicher besprechen. Denn was Luhrmann hier in der ersten Viertelstunde bei der Ankunft der Lady Ashley inszeniert ist eine Satire reinsten Wassers auf diese Art romantischen Abenteuerfilms. Komplett überdreht wie in einem Cartoon geht es da zu, ein Lacher folgt auf den anderen und spätestens, als ein paar allzu offensichtlich computeranimierte Kängurus den grotesk überladenen Wagen unserer beiden Helden überholen, fragt man sich, ob das jetzt die ganze Zeit so abgefahren weitergehen wird oder darf. Einerseits zeigen diese ersten Minuten also genau das, was man von diesem Regisseur (für den genussvoll-überzogene Verspieltheit quasi ein Markenzeichen ist) im Grunde auch erwartet, nämlich eine Art "Jenseits von Afrika" auf Speed. Sie führen aber auf eine falsche Fährte, denn der gute Baz schummelt uns da zunächst eine Richtung vor, die er im weiteren Verlauf nicht einhalten wird und wohl auch überhaupt nicht kann.
Denn auch wenn es aus Sicht eingefleischter Luhrmann-Fans sicher noch eine Weile hätte so weitergehen dürfen, wären zweieinhalb Stunden Over the Top-Verrücktheiten wohl irgendwann für die allermeisten Nervenkostüme zuviel und dem bei Produktionskosten von rund 130 Millionen Dollar nicht gerade komplett unwichtigen "Normalpublikum" auch kaum zuzumuten. So ändert sich der Ton bereits mit der Ankunft der Lady auf der Farm, wo die im Angesicht des Toten durchgeführten Rituale zum ersten Mal auch eine Atmosphäre der Bedrohung simulieren sollen, die sich dann spätestens mit dem auf recht brutale Art zum Waisenkind mutierenden Nullah sogar schon ins Tragische bewegt. Und so wird es nach diesem recht abrupt erfolgenden Stilwechsel auch weitergehen, denn für den Rest des Films sind nun große Gefühle und gewaltige Abenteuer angesagt. Gelegentlich durch ein paar Scherze aufgelockert, aber im Großen und Ganzen doch erstaunlich ernst gemeint von einem Mann, der der Inszenierung eben solcher großer Gefühle anscheinend so schmerzfrei und unbefangen gegenübersteht wie sonst kein zweiter Filmemacher dieser Tage.

Wie sich die Beziehung zwischen den beiden Kratzbürsten Lady Ashley und Drover entwickeln wird ist dabei genauso klar, wie die Bösen und Guten hier eindeutig erkennbar und zuzuordnen sind und sie allesamt das Schicksal erleiden werden welches ihnen typbedingt vorgegeben scheint. Die Figuren als eindimensional zu bezeichnen ist dabei aber die falsche Betrachtungsweise, es sind einfach Archetypen - genauso gewollt, genauso benötigt. Ein schematischer Aufbau und eine höchst konventionelle Erzählweise wie man sie aus unzähligen farbenprächtigen Abenteuerschinken der 40er und 50er Jahre gewohnt ist, inszeniert mit den technischen Mitteln von heute also.
Das ist schön anzuschauen, das ist auch allemal sehr unterhaltend, das ist aber irgendwie trotzdem ein Anachronismus. Und gerade weil man dem Film die Lust des Regisseurs, hier mal einen auf Epos und dicke Hose zu machen so anmerkt, bleibt es dann eben auch bei dem eher unbeteiligten, amüsanten Zuschauen, ohne dass es gelingt (oder dass es überhaupt nötig wäre) an dem dargebotenen Geschehen emotional besonderen Anteil zu nehmen. Nein, zu einem der unvergesslichen Paare der Filmgeschichte, die einem ans Herz wachsen und dort für lange Zeit bleiben, werden es der Viehtreiber und die englische Lady wohl nicht oder nur bei sehr wenigen bringen, dafür fehlt deren Drama dann tatsächlich - und man möchte es eigentlich gar nicht aussprechen - das Herz und die Tiefe.
Dabei gibt es nichts Grundsätzliches zu bemängeln an den Leistungen der Hauptdarsteller, denen man auch nicht nachsagen kann, die Chemie zwischen ihnen würde nicht stimmen. Das tut sie und wenn die Frau Kidman dann sogar wieder singt für den Herrn Luhrmann (wenn auch nur in einer Szene), ist sie auch wieder ganz kurz zu spüren und zu greifen, die Wärme genauso wie die Magie eines "Moulin Rouge". Überhaupt gibt es noch einige nette (das mehrfache Einbinden des im Jahre 1939 entstandenen Farbfilms vom "Wizard of Oz") und einige sehr ehrenwerte Einfälle. Dazu gehört das Bemühen um Authentizität bei der Besetzung sämtlicher Hauptrollen mit Australiern, wie auch der Versuch absolut seriös auf die Rassenproblematik und die Verbrechen an den ihren Familien weggenommenen Aborigine-Kindern einzugehen. Allerdings tragen auch diese Einschübe zur inneren Zerrissenheit eines Films bei, der zu oft auf einem schmalen Grat nicht nur zwischen Komödie und Drama, sondern sogar zwischen Parodie und ernsthaftem Gesellschaftsportrait wandelt, um nicht das eine oder andere Mal hinunter zu fallen.

Es ist beileibe kein Fehler sich "Australia" anzuschauen, schon alleine deshalb nicht weil man solche Bilder, so etwas Prachtvolles und Verschwenderisches nur sehr selten zu sehen bekommt und es im Grunde genau diese Art Film ist, für die man ins Kino gehen sollte. Man bekommt eine Menge geboten und gewinnt den Eindruck, alle Beteiligten hätten ihr Bestes gegeben. Doch am Ende bleibt trotz aller Wucht, die auch dieses Baz Luhrmann-Werk zweifelsohne besitzt, eine gewisse Leere zurück und es ist viel leichter als bei dessen früheren Werken möglich, eine gewisse Distanz zu wahren. Ein Rückschritt auf hohem Niveau zweifellos und deshalb am Ende vielleicht doch alles nur eine Frage der Erwartungshaltung?

Volker Robrahn

meisterhafter Kitsch vom Meister des Kitschfilms, der leider aber immer noch ein bisschen mehr sein will....trifft es sehr gut die Rezension.

7

der film hat mich nicht wirklich überzeugt, aber allein die bilder, die man geboten bekommt sind es wert ins kino zu gehn. man bekommt Australien von seiner schönsten seite zu sehen und kommt bei vielen aufnahmen aus dem staunen gar nicht mehr heraus... Nicole Kidman hat mich nicht 100%ig überzeugt, aber Hugh Jackman spielt seinen Part wirklich gut! wer eine allgemeine abneigung gegen kitsch und schnulzige szenen hat, dem würde ich von "Australia" eher abraten.

6

Etwas mehr Stringenz hätte ich mir auch gewünscht. Es wirkte die ganze Zeit so, als wüßte Luhrmann nicht in welche Richtung, der Film gehen sollte. "Australia" ist leider wirklich nicht die Summe seiner Teile, aber die einzelnen Teile sind wirklich großartig und lohnen den Kinobesuch.

9

Ich fand den Film toll, berauschend und einfach opulent. Man kann schwelgen in den tollen Bildern, dazu eine Hintergrundmusik wie aus einem alten Grammofon, die einen manchmal überlegen läßt, ob man wirklich in einem Film 2008 sitzt oder ob der Film nicht doch aus den 50ern kommt.. netter Einfall hier, die Szene im Kino "Zauberer von Oz", denn genau im Stile dieses Films ist der Film mitunter aufgebaut und sowieso eine Hommage auf das Kino an sich. Diesen Film auf DVD oder im Fernsehen, einfach unvorstellbar.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings doch, die Pause während des Films hat mich aus meinen Träumereien gerissen und kurz nach diesem Break habe ich doch das ein oder andere Mal eine Länge im Film gespürt, ich denke ohne Pause hätte ich munter weiter in den Bildern geschwelgt und die Zeit und den Alltag um mich vergessen.

Ich hab lange überlegt, wie ich den Film beschreiben kann. Ich denke am passensten wäre eine kuschelige warme Decke.

Ein toller Film für kalte Winterabende!

7

Das meiste was es zu sagen gibt steht schon in der Kritik drin.

Das Problem ist halt dass, das Highlight fehlt, etwas das den Film unvergesslich macht.

9

Der Film war absolut super. Es war alles da. Spannung, Actin, Humor, Anspruch tolle Musik und eine absulut gigantische Landschaft. Ich bin kein Fan von Nicole Kidman, aber ich finde auch sie hat ihre Rolle absolut super gespielt. Wenn man Filme mit Happy End nicht mag, dann ist er in diesem Film fehl am Platz.

7

Es ist immer wieder bemerkenswert, wie Filme, die Hollywood-typischer nicht sein könnten, gleichzeitig aber eine nicht-amerikanisches Thematik haben, in den USA floppen:

Domestic: $48,037,928 31.7%
+ Foreign: $103,315,000 68.3%
= Worldwide: $151,352,928

Die meisten Amis scheinen tatsächlich, dem Klischee entsprechend, ignorante Deppen zu sein, die nichts interessiert, was außerhalb ihres Kontinents los ist/war.

Achja, guter Film! - wenn auch etwas lang

8

Super Film echt klasse und ich hab eigentlich außer der Länge auch nichts daran auszusetzen.

2

hab den film nur ertragen weil ich ihn als persiflage betrachtet hab...tut mir leid aber so ein quark hab ich lang nich mehr gesehen.
kitschig,platt,peinlich,überzogen,oberflächlich...
selbst die angeblich grossartigen landschaftsaufnahmen waren unangenehm aufällig bühnen - oder computer unterstützt.
und wer behauptet das der film sich auf ehrliche und überzeugende art mit der problematik der aborigines auseinandersetzt glaubt auch an den weihnachtsmann

2

großer Kitsch, nicht wirklich anspruchsvoll,
gekonnt in Szene gesetzt

2

Grausam, ein Abenteuerfilm in CGI. So billig

9

Ich finde diesen Film für wirklich gelungen.Das einzigste ist die Länge,doch wirklich stören tut es nicht.

Der Film ist zwar etwas kitschig,aber nie unglaubwürdig.Ich musste in diesem Film lachen,weinen und habe noch etwas dabei gelernt.

Die Schauspieler sind überzeugend (obwohl ich Nicole Kidman eigentlich nicht mag).Besonders gut hat mir Hugh Jackman gefallen.

Als ich den Trailer gesehen habe,wollte ich erst gar nicht ins Kino,aber eine gute Freundin hat mich dann doch reingeschleppt und ich bin ihr wirklich dankbar!

"Australia" kann ich nur empfehlen!

10

Wunderbarer Film, den ich vom ersten bis zum letzten Augenblick genossen habe. Habe ihn schon zweimal gesehen. Die Szenen haben mich berührt und das erste mal über eine Woche begleitet.

Nullah (Brandon Walters) ist wundervoll. Sein Grossvater der Medizinmann bringt etwas mystisches hinein, was ich liebe. Auch Nicole Kidmann und Hugh Jackman spielen hervorragend.

Ich kann nur sagen, diesen Film würde ich auch ein drittes Mal anschauen.

4

Der Film ist ein bisschen so wie "Legenden der Leidenschaft": An der Stelle, wo ich dachte, dies sei nun der dramatische Höhepunkt gewesen, kommt noch eine kitschig-dramatische Szene... und noch eine... usw. Das macht den Film leider etwas langatmig und anstrengend.

Zweifelsohne - für Frauen wird Hugh Jackman allein schon das Filmerlebnis rechtfertigen (wenn das doch nur für das Botoxgesicht Nicole Kidman gelten könnte). Und die eingestreuten Informationen über die Aborigines sind auch interessant. Aber insgesamt sind das dann ziemlich lange und ziemlich ermüdende 166 Minuten Film.

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