Filmszene-Special: Interview mit "Rio 2" -Synchronsprecher David Kross

von Volker Robrahn / 2. April 2014

rio 2 plakatEr feierte sein Debut in Detlev Bucks Sozialstudie "Knallhart" und diesem Auftritt folgt eine eigentlich eher ungeplante Filmkarriere, die über die Jugendbuch-Verfilmng "Krabat" bis zum international beachteten Werk "Der Vorleser" führte. Einen ganz anderen David Kross bekommen wir in Form der Animationsfigur "Blu" zu hören, der er in den "Rio"-Filmen seine Stimme leiht. Zur Vorstellung des zweiten Teils der Reihe sprach David Kross mit Filmszene.    

 

Filmszene: Ein erfolgreicher Animationsfilm wird gern fortgesetzt, daher war vermutlich schnell klar, dass Sie beim zweiten Teil auch wieder dabei sein würden?

David Kross: Ich habe zumindest sofort zugesagt, als der Anruf und die Anfrage für „Rio 2“ kamen.  Ich habe mich sehr gefreut, zu dem hysterischen blauen Vogel zurückkehren und ihn auch ein bisschen weiterentwickeln zu können. Diesmal durfte ich mich ja als Familienvater versuchen und musste mich dem gestrengen Stiefvater stellen. Das war der Teil der Geschichte, der mir am Besten gefallen hat und wenn man die Figur schon ein wenig kennt macht es sogar noch mehr Spaß.

Wobei es ja so ist, dass sich Ihre natürliche Stimme und die der von Ihnen synchronisierten Figur „Blu“ doch stark unterscheiden.

Das stimmt und deshalb habe ich mir zunächst auch den ersten Film noch einmal angesehen, um wieder hineinzukommen und ein Gefühl für diese doch ziemlich andere Stimme zu bekommen. Dann habe ich mir natürlich auch den zweiten Teil angeschaut und genau zugehört wie toll Jesse Eisenberg das in der Originalfassung macht. Dabei habe ich festgestellt, dass es ein sehr lustiger Film geworden ist und ich bekam auch sofort Lust wieder dabei zu sein. Für die eine oder andere Szene, in der meine Figur komische Geräusche macht, musste ich dann aber sogar ein so genanntes „Stimmenöl“ einnehmen um stimmlich dahinzukommen. 

Blu ist ein sehr „menschlicher“ Vogel, der die moderne Technik schätzt und das Leben in der Großstadt dem wilden Überlebenskampf in der Natur vorzieht. Wo liegen da denn die Prioritäten von David Kross?

Ich bin ja praktisch in einem Dorf aufgewachsen, zog dann als Kind in eine Kleinstadt und lebe erst seit ein paar Jahren in Berlin. Das hat sein Vorteile, aber ich kehre auch immer mal wieder gerne ins Ländliche zurück und fühle mich dem sehr verbunden. Aber vor kurzem war ich tatsächlich mal in Rio und es war schon schön, das dort alles mal gesehen zu haben, wie zum Beispiel den riesigen Park innerhalb der Stadt, der mir fast wie ein Dschungel vorkam. Ich könnte also behaupten, mich da direkt auf diesen Film vorbereitet zu haben  - in Wahrheit war es aber doch eher ein Erholungsurlaub.

d kross 1Gibt es denn ein gewisses Identifikationspotential mit dieser Figur, die halt ein wenig „anders als die Anderen“ ist?

Er ist aber ja ein Vogel, das Identifikationspotential hält sich also in Grenzen! (lacht). Gut, mein Leben hat sich natürlich in relativ kurzer Zeit auch ziemlich „anders“ entwickelt als ich mir noch vor einigen Jahren hätte vorstellen können. Ich ging damals fest davon aus, dass ich nach „Knallhart“ einfach wieder nach Hause gehen und ganz normal weitermachen würde . Vor allem nach dem „Vorleser“ war ich dann aber viel in der Filmwelt unterwegs, wurde oft erkannt und angesprochen. Darauf war ich natürlich überhaupt nicht vorbereitet und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mich die Situation nicht auch ein wenig überfordert hätte. „Berühmt“ sein war jedenfalls nie der Motor für meine Arbeit. Es ist bei mir allerdings damit auch nicht wirklich schlimm sondern bisher alles noch okay und in einem vernünftigen Rahmen.

Sie haben in den letzten Jahren einige internationale Filme gemacht, neben dem mehrfach oscarnominierten „Vorleser“ etwa auch „Gefährten“ mit Steven Spielberg. Welche Bedeutung haben solche Produktionen für Sie?

d kross 2
David Kross & Filmszene-Redakteur Volker Robrahn

Für die Aufmerksamkeit, die man dadurch international oder sogar weltweit bekommt sind diese Filme natürlich sehr gut. Dadurch habe ich jetzt zum Beispiel einen Film in Frankreich machen können und zwar eine neue Version von „Angelique“, in der ich den jungen Sonnenkönig Ludwig XIV. Spiele. Wo ich sogar auf französisch gespielt habe, aber dann im Nachhinein doch synchronisiert wurde. Solche Chancen ergeben sich natürlich erst seit dem „Vorleser“ und dafür bin ich durchaus dankbar.


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