Filmszene-Special: Interview mit "Girls Trip"-Darstellerin Jada Pinkett-Smith

von Volker Robrahn / 28. November 2017

Es sind ein paar Jahre vergangen, seit Jada Pinkett-Smith mit ihren Rollen in den „Matrix“-Filmen oder an der Seite von Tom Cruise in „Collateral“ für Aufmerksamkeit sorgte und in den letzten Jahren hatte sich die Ehefrau von Will Smith – abgesehen von einer wiederkehrenden Rolle in der TV-Serie „Gotham“ - ziemlich vom Filmgeschäft zurückgezogen, nicht zuletzt um sich der Erziehung ihrer Kinder widmen zu können. Mit der Frauenkomödie „Girls Trip“ feierte sie aber zuletzt ein sehr erfolgreiches Comeback an den amerikanischen Kinokassen. Mit ein paar Monaten Verspätung läuft dieser Film nun auch bei uns in Deutschland an und Filmszene war vor Ort als Jada Pinkett-Smith ihn persönlich in Berlin präsentierte.

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Filmszene: Jada, haben Sie mit einem so großen Erfolg Ihres Films gerechnet?

Jada-Pinkett-Smith: Ich war eigentlich gar nicht so überrascht, dass unser Film die 100 MillionenDollar -Marke durchbrochen hat. Ich bin eher erstaunt, dass es die einzige Komödie in diesem Jahr ist, der das gelungen ist.

Woran liegt das? Vielleicht daran, dass dieser Film eine Aussage hat die weit über die rein afro-amerikanische Community hinausgeht und die Leute allgemein anspricht?

Absolut, unsere Geschichte dreht sich zwar um eine Gruppe schwarzer Frauen, aber deren Themen sind ja universell, das ist nicht nur ein „Black Girl -Ding“. Es geht ganz allgemein um menschliche Entwicklungen und Erfahrungen die im Grunde alle machen und auch alle angehen. Es muss ja so sein, denn sonst machst Du keine 130 Milionen Dollar allein mit der afro-amerikanischen Zielgruppe. Ich bin daher schon ziemlich stolz auf den Film.

pinkett 2Wie war denn Ihr allererster Eindruck vom Drehbuch? Das enthält ja doch einige sehr deftige Szenen.

Oh, ich mochte es von Anfang an. Es ist ja im Grunde eine Liebesgeschichte zwischen vier Frauen und so etwas hatte ich schon länger nicht mehr gesehen. Was die leicht unanständigen Witze darin angeht: Ich betrachte solche Komödien als ein wunderbares Mittel um die Leute erst mit ein paar Gags zu kriegen, um dann anschließend ihre Seele zu öffnen. Wenn Du jemandem eine Botschaft mit auf den Weg geben willst dann erreichst Du ihn am Besten in dem Du nicht direkt sondern auf Umwegen sein Herz erreichst. Und ich denke daher: Je herber, je frecher und gewagter der Humor ist, umso besser. Denn so öffnen wir die Leute dafür mit uns anschließend auf die andere, etwas ernstere Seite zu kommen – ohne aber zu predigen oder mit dem Holzhammer anzukommen.

Und dazu gehören dann halt auch solche Szenen wie diejenige, in der Sie über der Straße hängen und auf die untenstehenden Leute pinkeln?

Ach, das war doch reiner Spaß, nichts wozu ich mich groß überwinden musste oder gar Bedenken hatte. Klar, im realen Leben wäre das natürlich was ganz Anderes, aber hey, hier ist schließlich nur jede Menge Gatorade meine Beine runtergelaufen. Und wir müssen einfach mit dem Mythos aufräumen, dass eine starke und intelligente Frau nicht auch eine freche und unanständige Seite haben darf. Die Jungfrau oder die Hure? - Warum denn nicht einfach Beides (lacht).

Ihre Figur Lisa ist im Film Mutter zweier Kinder, so wie Sie ja im realen Leben auch. Gibt es weitere Gemeinsamkeiten?

Ich kann mich definitiv zu einem guten Teil mit ihr identifizieren, ja. Auch ich hatte eine Phase in meinem Leben, in der ich mein weibliches „Mojo“ , wie ich es nenne, verloren hatte. Ich war einfach nur noch erziehende Mutter und nichts sonst mehr. Das geht wahrscheinlich jeder Mutter so, besonders jüngeren. Aber irgendwann kümmert man sich dann auch wieder um die Freunde oder einfach mal um sich selbst. Wir alle holen uns irgendwann unser „Lady Mojo“ zurück, so viel steht fest.

Welche Bedeutung hat dabei die Filmkarriere für Sie? Sie haben sich ja in den letzten Jahren etwas vom Filmgeschäft zurückgezogen und sind jetzt für diesen Film zurückgekommen, der offenbar ein Herzensprojekt war. Wird es wieder mehr davon geben?

Doch, ich bin schon dabei wieder ein wenig mehr im Filmgeschäft zu arbeiten. Ich war vor „Girls Trip“ da zuletzt etwas zögerlich, habe jetzt aber wieder große Lust mehr zu machen. Ein paar Projekte sind auch schon auf dem Weg für nächstes Jahr und natürlich ist eine Fortsetzung zu „Girls Trip“ jetzt nicht völlig unwahrscheinlich. Aber ich muss da schon flexibel bleiben um mich weiterhin vor allem um meine Tochter kümmern zu können. Sie ist noch keine achtzehn und ich möchte doch noch möglichst viel an ihrer Seite sein.

Wie hat Ihrem Mann denn der Film gefallen?                                                                                                                                                                                       

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Filmszene-Redakteur Volker Robrahn beim Interview mit Jada Pinkett-Smith

Oh, Will hat ihn geliebt. Er ist ein ziemlich alberner Mensch, wissen Sie – wirklich sehr albern. Er findet sowieso Humor und Witz in allem, da hatte er bei unserem Film natürlich eine Menge Spaß und fand ihn wirklich sehr komisch. Wer weiß, vielleicht bekommen wir es jetzt ja auch doch noch hin mit einem gemeinsamem Film. Ideen hat Will dafür jedenfalls schon so einige und er soll dann auch selbst Regie führen – das wird natürlich eine Komödie, eine Familienkomödie mit den Smiths.             

Darauf sind wir dann wirklich gespannt! Vielen Dank für das Gespräch.


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