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| filmszene special: Die Filmkarriere beginnt als "Vollidiot" - Ein Gespräch mit Oliver Pocher |
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Er ist der provokativste unter den deutschen TV-Comedians und an ihm
scheiden sich deshalb auch viele Geister. Entweder man mag ihn oder eben
nicht, und daher ist es sicher spannend zu sehen, wie viele Menschen sich
Oliver Pochers ersten Kinofilm anschauen möchten. In Hamburg stellte
der Entertainer die Bestsellerverfilmung "Vollidiot"
vor und sich anschließend den Fragen der Presse.
Aber nicht der einzige Kandidat? Nein, denn beim Casting habe ich mich dann noch gegen Christoph-Maria Herbst durchgesetzt. Sicher auch deshalb weil ich da alterstechnisch einen klaren Vorteil habe und eben exakt so alt bin wie die Figur im Buch. Tja, das hättet Ihr nicht gedacht, was? Die meisten sagen ja sonst immer "es gab gar keine anderen Kandidaten" und so. Aber ich sage offen: ICH hab mich durchgesetzt. Der Christoph und ich sind natürlich weiter gute Freunde, ist klar (grinst). Kannst Du Dich denn, abgesehen vom Alter, auch sonst stark mit dem Total-Loser aus Buch und Film identifizieren? Das eigentlich weniger. So viele peinliche Abfuhren hab ich mir sicher nicht eingehandelt, zumal ich auch nie der große Discogänger und Anbaggerer war. Wenn ich in den letzten Jahren eine Frau kennen lernen wollte, dann habe ich sie auch kennen gelernt, das ist dann halt der Vorteil meines Jobs. Und auch sexualtechnisch bin ich soweit gut ausgelastet und kann nicht klagen. Wobei der "Vollidiot" ja einen recht simplen und eher oberflächlichen Frauengeschmack hat. Auch da keine Überschneidungen mit dem realen Herrn Pocher? Nein, so bin ich nicht. Für mich zählt nicht das Äußere sondern in erster Linie der Charakter. Weil, den sieht man ja auch gleich, nicht wahr? Und Humor ist natürlich auch immer SEHR wichtig. Aber wenn Sie zusätzlich noch ordentlich was in der Bluse hat oder wenn ER vielleicht ein bisschen was auf dem Konto vorweisen kann, ist man ja trotzdem nicht böse, oder? War es denn überhaupt möglich, sich bei den einzelnen Szenen auch noch selbst einzubringen oder lief das streng nach Drehbuch? Es läuft schon streng nach Drehbuch und die Dialoge hat man sich ja schließlich vorher genau überlegt. Aber klar, so ganz ohne ein bisschen Spontaneität bin ich nicht zu haben. Ich denke, das Ergebnis unterscheidet sich schon sehr von dem was sonst bei uns an Komödien produziert wird. So viel war da nämlich meiner Meinung nach in letzter Zeit nicht. Bei uns darf dagegen gern auch mal gelacht werden.
Das wohl eher nicht. Also, ehrlich gesagt: Rein finanziell lohnt sich das Ganze eigentlich überhaupt nicht, da kann ich mein Geld mit drei Werbespots für einen großen Elektronikmarkt leichter verdienen. Und extrem anstrengend sind diese Dreharbeiten auch! Da weiß man aber, was man am Abend getan hat und auf Dauer wäre das kein Zustand für mich. Am Besten hat mir da noch gefallen, wenn nur unsertwegen morgens ganze Straßenzüge in Köln abgesperrt wurden. Das ist mal ein nettes Gefühl und sehr gut fürs Ego! Das klingt aber ansonsten eher ernüchternd. Also doch nur ein einmaliger Ausflug? Mal sehen. Wenn der Film ein Erfolg wird. kann man ja gleich die Fortsetzung nach schieben und dafür fordere ich dann natürlich eine Millionengage. Aber im Ernst: Es war eine durchaus interessante Erfahrung und darum geht es letztendlich auch: Nicht immer das Gleiche zu machen sondern verschiedene Sachen auszuprobieren. Außerdem gefällt mir das ganze Drumherum, wozu auch die Öffentlichkeitsarbeit und das was wir hier gerade machen gehört. Das sehen sicher nicht alle Deine Kollegen so. Und das ist vielleicht das Problem. Aber abwarten, ist schließlich mein erster Film und vielleicht sehe ich das in zehn Jahren auch anders. Aber bis jetzt macht's halt noch Spaß! Und das hört man doch gern. Vielen Dank und viel Erfolg mit dem "Vollidiot". Interview und Foto: V. Robrahn |