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| filmszene special: Interview mit "Extreme Ops"-Hauptdarsteller Heino Ferch |
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Seit seinem Durchbruch mit den "Comedian Harmonists" ist er nicht nur einer der wenigen einheimischen Filmstars sondern macht sich mit internationalen Koproduktionen wie "Julius Cäsar" und "Napoleon" auch außerhalb Deutschlands einen Namen. Gleiches gilt für den eher untypischen Actionfilm "Extreme Ops", zu dem sich Heino Ferch von uns in Hamburg befragen ließ.
Filmszene: Herr Ferch, wie übersteht man Dreharbeiten in mehreren tausend Metern Höhe zwischen Schnee und Eis? Heino Ferch: Mit der Power eines begeisterten Regisseurs, denn Christian Duguay hat eine Passion die wirklich unglaublich ist. Und er findet tatsächlich auch immer Lösungen für Probleme, die bei so einer Produktion zwangsläufig auftreten. Denn das Wetter spielt hier natürlich eine Hauptrolle, aber Christian hat wirklich das ganze Team begeistert und bei Laune gehalten. Kann man also davon ausgehen, dass Ihr da oben auch wirklich Spaß gehabt habt? Denn das ist es ja, was der Film - zumindest in der ersten Hälfte - auch vermitteln will. Ja, es war quasi ein großer Erlebnisurlaub für uns alle. Keiner ist da abends nach Hause ins Hotel gegangen sondern wir haben inmitten dieser unglaublichen Landschaft gelebt. Und das hatte dann wirklich nichts mit der üblichen "Büroarbeit" zu tun und die Pausen zwischen den einzelnen Drehphasen waren diesmal auch alles andere als langweilig. Was bedeutet denn nun eigentlich genau "Extreme Ops"? Operations, Options, Opportunities - einfach alles. Aber im Ernst: Unser Arbeitstitel war "The Extremists", was dann in Österreich zu "Die Extremisten" wurde und im Internet zu einigen fraglichen Suchergebnissen führte. Das war gerade nach dem 11. September natürlich etwas unglücklich und daher jetzt der neue Titel. Sind sie denn selbst auch ein Fan solcher Extremsportarten? Also Snowboard bin ich noch nicht gefahren und mit solchem Blödsinn wie Bungeespringen könnt ihr mich auch in Ruhe lassen. Aber ich glaube sowieso, dieser Drang sich über extreme Mutproben zu definieren ist eher ein Relikt der Achtziger, da hat man das gern gemacht. Unser Film ist wirklich nur Spaß. Und es kommt doch keiner auf die Idee, so etwas wie das Skifahren am Seil hinter einem Zug nachzumachen. Denn das geht in der Realität eben einfach nicht. Sie entwickeln sich ja langsam zu einem Spezialisten für internationale Koproduktionen. Diverse Fernsehmehrteiler und jetzt dieser Film. Wie kommt's?
Das sieht vielleicht ein wenig so aus, aber letztendlich ist das ja immer nur Saisonarbeit und alle meine Projekte wurden auch nur in Europa gedreht. Ich achte schon darauf zwischendurch auch immer wieder in deutschen Produktionen mitzuwirken, zumindest in einer pro Jahr. Aber wenn Anfragen aus England oder Frankreich kommen ist das natürlich immer interessant. Die Mischung macht's. Einer meiner persönlichen Lieblingsfilme ist immer noch "Winterschläfer". Und mit Tom Tykwer haben sie ja danach auch noch "Lola rennt" gedreht. Ist da denn mal wieder eine Zusammenarbeit geplant? Tja, schade dass "Winterschläfer" nicht erst nach "Lola rennt" raus gekommen ist, dann wäre er sicher eine ganze Nummer größer geworden. Ein Film mit Tom? Grundsätzlich gern und jederzeit. Das Problem ist nur: Der Mann macht alles selbst - Regie, Ton, Schnitt, Musik - und braucht deshalb Jahre für einen neuen Film. Denn die wirklich guten Leute die wir haben, brauchen oft sehr lange für einen einzigen Film. Der Wolfgang Becker hat nach "Das Leben ist eine Baustelle" fast sechs Jahre gebraucht um jetzt "Goodbye Lenin" abzuliefern. Das ist in der Tat ein Problem, da kann man die Jungs richtig für hassen, dass sie so wenig Filme machen. Solange kann ich natürlich nicht immer warten. Und deshalb spricht auch überhaupt nichts dagegen zwischendurch mal in einem deutschen Genrefilm wie "Extreme Ops" mitzumachen. Interview: V. Robrahn |