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Wer ist Hanna?

Wer ist Hanna?
action-thriller , usa/deutschland/großbritannien 2011
original
hanna
regie
joe wright
drehbuch
seth lochhead, david farr
cast
saoirse ronan,
eric bana,
cate blanchett,
olivia williams,
tom hollander, u.a.
spielzeit
111 Minuten
kinostart
26. Mai 2011
homepage
http://www.wer-ist-hanna.de/index.html
bewertung

8 von 10 Augen

Wer ist Hanna? Ehrlich gesagt, die Antwort darauf ist nicht wirklich wichtig. Denn die Geschichte rund um die mysteriöse Identität eines geradezu übermenschlich wirkenden Mädchens in Joe Wrights ("Abbitte") neuem Thriller ist nun nicht gerade neu und strotzt auch nicht wirklich vor Überraschungen. Aber dank einer ungewöhnlichen, stellenweise eher an Arthouse als Mainstream erinnernden Inszenierung haucht der Brite dem leider so oft auf Auto-Pilot eingestelltem Thriller-Genre eine gehörige Portion Leben ein. Von kleineren Schwächen mal abgesehen ist "Wer ist Hanna?" einfach auf so erfrischende Weise anders, dass man viele Hollywoodproduzenten am liebsten an den Haaren in das Kino zerren möchte: Seht ihr, so wird das gemacht.

Anschauungsunterricht erhält auch die Protagonistin dieses Films, die 16jährige Hanna (Saoirse Ronan). Und was für welchen, unterzieht Vater Erik (Eric Bana) sie in der finnischen Wildnis doch schon seit Jahren einem äußerst brutalen Survival-Training. Insbesondere die dort gelernten Nahkampftechniken werden sich bald als äußerst nützlich herausstellen, hat es doch die skrupellose Regierungsbeamtin Marissa Wiegler (Cate Blanchett) aus mysteriösen Gründen auf Hannas Leben abgesehen.

Bereits nach den ersten Minuten wird einem klar, dass Jean Reno in "Leon - der Profi" Natalie Portman einst wohl nur einen Anfängerkurs im Töten erteilt hat. Unsere gute Hanna ist nämlich von einem ganz anderen Kaliber - eine hochintelligente Kampfmaschine, gegen die selbst die kräftigsten Muskelpakete das Nachsehen haben. Und so ist dann auch schon von Anfang an klar, dass hier ja irgendwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Die Spannung bezüglich dieses Geheimnisses hält sich dann aber ehrlich gesagt in Grenzen, was vor allem daran liegt, dass hier schon ziemlich früh ziemlich eindeutige Hinweise gesät werden. Überhaupt ist die Geschichte an sich relativ vorhersehbar und überraschungsarm. Nicht wirklich gute Vorraussetzungen für einen Thriller - sollte man meinen.
Aber manchmal kann eben auch eine richtig kreative Verpackung für ein Freudenfest sorgen. Denn die Überraschungen, welche dem Film auf der Storyebene meist fehlen, hat man sich einfach für alles andere aufgehoben. Geradezu traumhaft sind so zum Beispiel die Bilder, die man uns zu Anfang in der finnischen Wildnis präsentiert. Wie aus dem Märchen, eine Symbolik die im Film übrigens noch öfters eine Rolle spielt. Was dann aber anschließend in einer unterirdischen Regierungseinrichtung passiert, hat mit Märchen nicht mehr viel am Hut, sondern erinnert schon eher an ein abgedrehtes Musikvideo. Zum minimalistischen Soundtrack der Chemical Brothers, die damit übrigens den kompletten Film ausstatten durften, kämpft sich Hanna hier ihren Weg in die Freiheit.
Das Verrückte daran: Auch wenn diese Sequenz dank des ungewöhnlichen Soundtracks und manch abgedrehten Kameraeffektes ein gewisses "MTV-Feeling" versprüht, lässt sie doch die Herzen des "altmodischen" Kinofans höher schlagen. Denn im Gegensatz zu der modernen Gepflogenheit, bei Actionszenen möglichst viel Verwirrung und wenig Übersicht zu schaffen, ist diese Sequenz ein geradezu grandios inszeniertes Katz- und Mausspiel zwischen Hanna und ihren Verfolgern, bei dem man nie die Orientierung verliert und ein aufs andere Mal überrascht wird. Bravo Herr Regisseur, endlich mal jemand, der mit Köpfchen und Kreativität eine Verfolgungsjagd angeht.
Seht mal her, es geht also, man kann eine Inszenierung "hip" wirken lassen ohne uns mit zehn Schnitten pro Sekunde zu bombardieren. Überhaupt sind alle Actionszenen mit einer Klarheit und Übersicht inszeniert, dass es eine wahre Freude ist. Da hört man nicht nur, sondern sieht auch tatsächlich jeden Schlag deutlich. Natürlich kann der gute Mr. Wright, wie schon bei "Abbitte" oder auch "Stolz und Vorurteil", auch hier wieder nicht auf seine obligatorische lange Kamerafahrt verzichten. Doch wo diese in "Abbitte" geradezu um Anerkennung geschrien hat, ist sie diesmal deutlich subtiler und effizienter integriert.
Nicht ganz so subtil, aber trotzdem effizient, ist die immer wieder aufgegriffene Märchen-Symbolik. Schließlich ist ja die ganze Geschichte auch schon an sich sehr unwirklich und dessen scheinen sich die Macher mehr als bewusst zu sein - so sind einige Figuren ganz absichtlich in Richtung Karikatur angelegt. Ob der übertriebene Putzfimmel der vollkommen emotionslosen Marissa oder ein stets unfassbar schlecht gekleideter Killer - dem Film mangelt es eindeutig nicht an Selbstironie. Wer sich die letzten Jahre nur von Mainstream-Thrillern ernährt hat, der wird hier aber mehr als einmal irritiert auf das so merkwürdig wirkende Geschehen auf der Leinwand blicken.
Ja, das ist schon eine ganz eigene Atmosphäre, die sich der Film hier aufbaut. Bauen kann "Wer ist Hanna?" dabei auch auf die starke Präsenz seiner Hauptdarstellerin, die Regisseur Wright direkt von "Abbitte" mit herüber genommen hat. Bereits in diesem Alter zwei so unterschiedliche Rollen in der Vita stehen zu haben, da kann man Saoirse Ronan nur beglückwünschen. Eric Bana und Cate Blanchett machen ihre Sache zwar ebenfalls überzeugend, allerdings schlüpfen die beiden hier auch in für sie relativ vertraute Figuren.

Bei all dem Lob, alles gelingt "Wer ist Hanna?" aber auch wieder nicht. Die britische Familie, die Hanna während ihrer Reise trifft, hätte nicht ganz so abgedreht ausfallen müssen. Deren Hippie-Mentalität ist einfach ein klein bisschen zu überdreht und das raubt den Szenen, in denen Hannas Sehnsucht nach einer intakten Familie zu Tage treten soll, leider etwas die Kraft. Auch lässt sich nicht leugnen, dass der Film sein Niveau der wirklich grandiosen ersten halben Stunde nicht wirklich halten kann und gegen Ende eindeutig etwas an Tempo verliert.
Trotzdem, bevor jetzt im Sommer wieder das laute Getöse an den Kinokassen losgeht, sollte man die Gelegenheit nutzen um noch mal frische Genre-Luft zu tanken - in Form eines etwas anderen Action-Thrillers.

Matthias Kastl

4

Welch Überraschung! Auch dieser deutsch angehauchte Film kommt nicht ohne stilisierte, grunzende Nazi-Schläger aus. Warum nur?

9

ein sehr guter unterhaltsamer thriller.

die nazischläger sind natürlich schon auf eine weise klischeehaft - aber andererseits nimmt sich der film da auch nicht so ernst. da er auch sonst einige humorvolle szenen bietet, buche ich die kollegen aus hamburg mal direkt mit dazu.

ansonsten einer der wirklich besseren action-thriller der letzten jahre - erfrischend anders, schnell und zu keiner zeit langatmig.

8

Klare 8 punkte : besetzung sehr gut (bana,blanchett)story spannend und wie schon beschrieben "anders"...teilw.zeitdokument für Hamburg und Berlin..schön gefilmt. Musik toll !

Ein widerspruch zur KRITIK von filmszene : der killer ist nicht schlecht gekleidet . die Trainingsanzüge der italienischen Marke sind seit McEnroe doch echt Coooool

6

Ich kann die hohen Punkte hier nicht geben. Die Grundgeschichte war mir hier einfach zu oft schon verarbeitet worden und leider hatte das Drehbuch von "Wer ist Hanna?" einfach zu wenig neues dabei. Trotzdem schafft es der Film, auch dank der Musik und der sehr guten Besetzung niemals langweilig zu werden. Als Deutscher muss man schon ein bisschen über die Klisches den Kopf schütteln. Für mich die stärksten Szene sind die mit der britischen Familie von der Hanna aufgenommen wird.
Trotz alledem leider für mich kein DVD-Kauf.

6

Jup, stink normaler Action-Thriller.
Zugegeben. Die visuellen und Akkustischen Stilmittel sind neu, aber
wenn der Inhalt alter Käse ist hilft das leider auch nicht und der Streifen bleibt einfach vorhersehbar.

8

Klasse Bilder, toller Schnitt, Hammer Musik. Erinnerte mich auch etw. an Lola Rennt. Der pfeifende Killer im Trainingsanzug ist ein echte Marke. Trotz Vorhersehung machen die Tempiwechsel mit Sezenen wie bspw. im Berliner Vergnügungspark den Film zu einem Genuss.

3

Langweiliger uninteressanter Film der sich selbst alle
5 Minuten selbst die Fahrt rausnimmt.

Noch NIE war ich so kurz davor das Kino zu verlassen.

Auf DVD wäre die Vorspultaste wohl danach abgenutzt gewesen.

3 Augen für die 3 wirklich tollen Hauptdarsteller.

Aber der Rest ? Logikfehler, nervende Musik oder sollte ich sagen gepiepse und gezwitschere. 08/15 Story, nach 10 Minuten wusste man
was mit Hanna nicht stimmte bzw. ihrem Vater und sonst war er auch
noch grottenfinster.
Und Berlin sieht wieder aus wie eine Müllhalde. Ähnlich wie bei
"Unknown Identity". Zum Glück muss ich in der Stadt nicht leben.
Da kriegt man ja schon von hinschauen Depressionen.

Meine Empfehlung: blos nicht reingehen !

10

Grandios!

Surrealität ist nicht Jedermanns Sache.

8

Klasse Kinoabend.
"Trotz kleiner Schwächen auf erfrischende Weise anders".
-Gut beschrieben-
Hat mir und Begleiterin gut gefallen, den üblichen Kinoverlassern zum Trotz.

6

Der Film ist trotz seiner Stilmittel inhaltlich schwach.

5

Vielversprechender Anfang, optisch und stilistisch sehr gut, dann mit zunehmender Laufzeit immer konfuser und belangloser, schade, da hätte wirklich was draus werden können. Ach ja, und wir Deutsche sind äusserst häßliche Menschen, entweder blond oder Skins mit Springerstiefeln. Da wird wirklich kein Klischee ausgelassen, naja ...

9

Wer zu schnelle, hektische und typische Action-Szene mag, wird eher enttüscht sein. Dieser Film ist irgendwie anders. Eben kein trokener
Aktion-Steifen.

Ein völlig abstruser Film.

4

Ein völlig abstruser Film. Guter Anfang, dann wird es aber recht blöde. Erst hektische Videoclip-Ästhetik, um über die billigen Schauplätze hinwegzutäuschen, dann eine fade Geschichte über das Kennenlernen der Welt und zum Ende hin "Lola rennt" in blond. Ach ja, noch drei Punktabzüge für die bescheuerten deutschen Nazi-Killer.

Nach dem Lesen dieser

3

Nach dem Lesen dieser Rezension hatte ich mich richtig auf diesen Film gefreut! Mein Fazit: belanglos, langweilig, vorhersehbar, unoriginell und mit schrecklich unpassender Musik angereichert. Das hätte auch ein besserer Sonntags-Tatort sein können. Vielleicht habe ich einfach zuviele Filme gesehen, in denen Superagenten super Dinge tun. Da reisst es dann ein Superkind auch nicht raus. Sogar meine Lieblingsschauspielerin Cate Blanchet agiert hier eher unfreiwillig komisch. Mir persönlich kann Hanna gestohlen bleiben.

Nee, nee Gingi, du hast nicht

2

Nee, nee Gingi, du hast nicht zu viele Filme gesehen! "Belanglos"! Das trifft den Film am Besten!

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