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Underworld

Underworld
fantasy-action , usa 2003
original
underworld
regie
len wiseman
drehbuch
len wiseman, danny mcbride, kevin grevioux
cast
kate beckinsale,
bill nighy,
michael sheen,
scott speedman, u.a.
spielzeit
121 Minuten
kinostart
29. Januar 2004
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Als Alex Proyas mit "The Crow" 1994 einen neuartigen Gothic-Stil fürs Kino erfand und in seiner Comic-Verfilmung schwarzes Leder, Regen und Gewalt in Zeitlupe zu einer dunklen Videoclip-Ästhetik mixte, war das stilistisch so innovativ, dass es seiner Zeit fast voraus war. Als "Blade" - ebenfalls eine Comic-Verfilmung - diese Bildsprache 1998 aufnahm und bis zum Overkill ausreizte, war das in seiner Konsequenz berauschend und mächtig beeindruckend, während dieser neue Gothic-Look mit dem modern aufpolierten Vampir-Genre verquickt wurde - eine fast schon logische Verbindung. Als die Wachowski-Brüder diese Ästhetik in "Matrix" 1999 perfektionierten, wurde sie für den Mainstream endgültig stilprägend. Seitdem kann sich kaum noch ein Actionregisseur zurückhalten, mindestens in einer Sequenz auf diese unglaublich coole Mischung aus Zeitlupe, Regen, Leder und Gewalt zurückzugreifen. Frisch ist das inzwischen schon lange nicht mehr, im Gegenteil schon fast so abgenutzt, dass es langweilig wird. Das massivste Problem von "Underworld" ist, dass dieser Film so tut als wäre diese ganze Gothic-Nummer noch so frisch wie die Brötchen beim Bäcker um die Ecke, und damit sein alleiniger Existenzgrund. Und da irrt der Streifen gewaltig.
Auch wenn die Wahl dieses visuellen Stils durchaus angebracht ist für die Verfilmung einer Story, in der sich Vampire und Werwölfe bekriegen (und die angeblich so dreist bei einem Rollenspiel-Roman abgeschrieben wurde, dass sich die Produzenten von Sony Pictures einer massiven Copyright-Klage gegenüber sehen, die sie sämtliche Gewinne des Films kosten könnte): Regisseur Len Wiseman verliert vor lauter ästhetischer Maßlosigkeit seinen Plot schon aus den Augen, bevor er ihn überhaupt richtig fixiert hat - und produziert so einen Film, der mit soviel Popanz "Schaut her, wie schön ich bin!" verkündet, dass er dabei völlig sein hohles Innenleben vergisst.
Was gerade deshalb schade ist, weil die Geschichte gar nicht so schlecht ist, dass sie versteckt werden müsste: Seit Jahrhunderten wütet ein Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen, in dem die Blutsauger die Vollmondjauler an den Rande der Auslöschung gebracht haben. Eine der professionellen Wolfsjäger unter den Vampiren ist Selene ("Pearl Harbour"-Liebchen Kate Beckinsale), die auf der Jagd auf ein paar Werwölfe deren Interesse an dem jungen Arzt Michael Corvin (Scott Speedman aus der TV-Serie "Felicity") bemerkt, was verwundert, weil sich die Geschöpfe der Nacht für gewöhnlich von allen Sterblichen fernhalten. Neugierig geworden stößt Selene nach und nach auf eine Verschwörung, in die nicht nur der aufstrebende Vampir-Boss Kraven (Shane Bolly) verwickelt zu sein scheint, sondern auch der für lange tot geglaubte Ober-Werwolf Lucian (Michael Sheen).
Der vor allem mit der Wiederbelebung des Vampir-Ältesten und Selene-Ersatzvaters Viktor (Bill Nighy) richtig in Gang kommende Plot bietet eine in den Grundzügen interessante, spannende und abwechslungsreiche Story, diese aber überhaupt zu bemerken fällt schwer bei Wisemans kruder Inszenierung. Hantierend mit einem Drehbuch, das die Dialoge bis aufs Minimum des absolut Notwendigen herunterfährt, um mehr Raum für hübsche Zeitlupen und regnerische Großaufnahmen zu lassen, zeigt der Regisseur bemerkenswert wenig Interesse am dramatischen Bogen seiner Geschichte, und überspannt stattdessen seinen visuellen Exzess. Dermaßen von der selbstverliebten Inszenierung ausgebremst, dehnt sich die Storyline wie Kaugummi und schafft es mit Passagen kolossaler Langeweile sogar über die Zwei-Stunden-Marke.
Der mangelnde Respekt für die Story spiegelt sich auch im Umgang mit den Traditionen des Monster-Genres wider, denn die scheinen hier keinen zu interessieren. Werwölfe und Vampire werden nur als Protagonisten herbei zitiert, weil sie sich so toll inszenieren lassen, ihre Eigenheiten werden gerne ignoriert. Um den Blutlevel unten zu halten, verspürt den ganzen Film über nicht ein Vampir das Bedürfnis nach ein wenig rotem Lebenssaft, angesichts der absichtlichen Distanz von normalen Menschen drängt sich fast die Vermutung auf, die Blutsauger hätten das Saugen eingestellt. Die Werwölfe sind auch nicht besser dran: Auf silberne Kugeln reagieren sie zwar immer noch unerfreut, statt gleich zu sterben werden sie jedoch nur ein bisschen langsamer und extrahieren den Silberling dann einfach wieder aus dem Körper. Und wer hat eigentlich gesagt, dass Werwölfe zum Verwandeln den Vollmond brauchen? Laut "Underworld" machen die das, wenn sie Lust dazu haben, und drum hat der Film auch kein Problem damit, seinen Showdown in einer Vollmondnacht zu platzieren, in der es bei genau gar keinem der Werwölfe zu einer Metamorphose kommt. Dass Selene ihre wachsende Zuneigung für den Arzt Michael damit erklärt, dass er sie vor dem Ertrinken gerettet hat, und dabei ganz vergisst, dass sie ja eigentlich unsterblich ist, passt dann auch ins achtlose Gesamtkonzept.
Man kann Regisseur Wiseman nicht vorwerfen, er hätte seine Vorbilder nicht gut studiert: Das richtige Setzen der Szene hat er drauf und ist mit seiner Ästhetik erfolgreich genug, als dass der Film schon recht visuell ansprechend ist, etwas Neues ist ihm dabei allerdings überhaupt nicht eingefallen. Intime Kenner der oben erwähnten Vorgänger können sich einen kleinen Spaß daraus machen, die 1:1 bei "The Crow", "Blade" oder "Matrix" abgekupferten Einstellungen mitzuzählen, doch auch dieses Spiel für Nebenbei unterstreicht nur, wie ausgenudelt dieser Stil ist, wenn man ihm keine Variationen abgewinnen kann. Als ästhetisches Mittel zur Unterlegung einer passenden Geschichte sicher noch ausreichend, ist dieser längst nicht mehr neue Gothic-Look als allein stehendes Spektakel schlichtweg nicht mehr aufregend.

Zwei besondere Frechheiten lauern dann noch im Detail: Genre-typisch gibt sich "Underworld" alle Mühe, in einer anonymen, identitätslosen Metropole voller glatter, urbaner Schauwerte zu spielen. In dem ästhetisch konsequenten kühlen Blau dieser neutralen Flächen ist einer der wenigen Farbtupfer ausgerechnet ein markantes Werbeplakat für Bacardi. Solch unverschämt offensichtliches Product Placement gehört abgewatscht, ebenso wie die dreiste Direktheit, mit welcher der Film am Ende sein eigenes Sequel einzuläuten versucht.
Das hingegen wäre keine gute Idee: Schon bei "The Crow", "Blade" und "Matrix" konnten die Fortsetzungen nicht mit dem Original mithalten, und da war der Vorgänger wenigstens noch ein richtig guter Film. "Underworld" jedoch glänzt lediglich mit schicken Kopien und einer beeindruckenden Ignoranz gegenüber den Stärken der eigenen Geschichte. Und das braucht wirklich niemand zweimal.

Frank-Michael Helmke

9

Fand den Film echt klasse,sehr düster und auch nicht zu Effekt überladen.Was ich nicht verstehe ist das viele Leute den Film mit Matrix vergleichen,bloß weil man auch hier mit schwarzen Ledermänteln rumläuft....?Außerdem wenn man es genau nimmt hat Matrix vor allem bei den Kampfszenen viel von den Hongkong Filmen der 80er Jahre abgekupfert,aber das fällt den Matrix Jüngern natürlich nicht auf......

10

Ich find den Film echt geil und die Aussage von Pinnhead zu Matrix(Jüngern) ist echt GEIL.Ich sag euch ihr müsst den Film sehn, total supi.

9

Also ich stimme mit der Kritik nicht so wirklich überein,denn mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen und ich habe mir ihn schon mehrmals angucken können,ohne das mir gleich langweilig wurde.So schlecht wie in der Kritik beschrieben finde ich ihn gar nicht,aber jeder hat ja bekanntlich seine eigene Meinung.Ich finde für Werolf- und Vampirfilmfans ist der Film zu empfehlen.Ich habe selbst schn viele andere gesehen (Blade 1 bis 3,American Werwolf 1+2,usw...) und da ist Underworld wirklich mal eine Abwechselung,gut für Horror hätte es mehr Blut seien können,aber ich persönlich finde er ist trozdem gelungen.

5

Hey Leute.Ich habe den Film letztes Jahr zu Halloween mit meiner Freundin gesehen und war ein bisschen enttäuscht darüber,dass Len Wiseman die Story sehr kurupt gemacht hat.An der Optik ist nichts auszusetzen, da sie wirklich gut gelungen ist.Am Anfang des Films wusste ich überhaupt nicht worum es eigentlich geht und musste von meiner Freundin, die den Film schon 100mal gesehen hatte, erklären lassen wer jetzt wer ist.Daher 5 von 10 Underworldaugen!

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