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Moon

Moon
science fiction , großbritannien 2009
original
moon
regie
duncan jones
drehbuch
nathan parker
cast
sam rockwell,
kevin spacey,
dominique mcelligott, u.a.
spielzeit
97 Minuten
kinostart
15. Juli 2010
homepage
http://www.moonthemovie.com
bewertung

9 von 10 Augen

1969 landete nicht nur Neil Armstrong als erster Mensch auf dem Mond, sondern auch David Bowie mit "Space Oddity" seinen ersten großen Hit. Er sang darin von einem fern von der Erde einsam in seinem Raumschiff zum Mond und hinaus ins Weltall schwebenden Astronauten. 40 Jahre später hat zwar schon lange kein Mensch mehr den Mond betreten, der Erdtrabant fasziniert jedoch wie eh und je und erlebte 2009 ein kleines kulturelles Revival. Nicht nur Frank Schätzing rückte den Mond durch seinen Bestseller "Limit" zumindest hierzulande wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein, bereits einige Monate zuvor erlebte "Moon" auf dem Sundance Film Festival seine Weltpremiere. Dessen Regisseur Duncan Jones - früher auch bekannt unter dem Namen Zowie Bowie - ist der Sohn von David Bowie und erregt nun ebenfalls mit der Geschichte eines einsamen Astronauten zum ersten Mal die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit. Die Vorliebe für die Weltraum-Thematik scheint also in der Familie zu liegen.
Der Name des berühmten Vaters mag geholfen haben, Interesse auf Duncan Jones' Film zu ziehen, doch man täte dem Film Unrecht, sähe man in ihm bloß das Erstlingswerk des Sohnes von David Bowie. Denn mit "Moon" ist Jones ein intelligenter, aus der Masse der meist actiongeladenen, auf schnelle Effekthascherei angelegten Sci-Fi-Streifen der letzten Jahre herausragender Film gelungen, der in jeder Hinsicht überzeugen und sogar begeistern kann.

Aber der Reihe nach: "Moon" spielt in einer nicht näher datierten, aber nicht allzu fernen Zukunft. Da die Rohstoffe auf der Erde immer knapper werden, hat man damit begonnen, das auf dem Mond reichlich vorhandene Helium 3 abzubauen und so eine neue Energiequelle erschlossen, die die Energieversorgung der Menschheit für lange Zeit sicherstellen wird. Zu diesem Zweck hat die Firma Lunar Energies auf dem Mond eine Förderstation errichtet, deren Besatzung nur aus einem einzigen Mann besteht (ansonsten läuft alles voll automatisiert). Dieser Mann ist momentan Sam Bell (Sam Rockwell), dessen dreijährige Dienstzeit fast abgelaufen ist. Gesellschaft leistet ihm lediglich der Roboter Gerty (im Original gesprochen von Kevin Spacey), der ihn bei seiner Arbeit unterstützt und auch für Sams medizinische Versorgung sorgt. Kontakt zur Erde hat Sam aufgrund eines defekten Kommunikationssatelliten nur in Form von aufgezeichneten Videobotschaften, die er von seinen Vorgesetzten und seiner Frau erhält. Nachdem Sam bei einem Außeneinsatz an der Helium-3-Förderanlage einen Unfall erlitten hat, wacht er unter Gertys Betreuung in der Basisstation wieder auf, ohne sich an seine Rückkehr dorthin erinnern zu können. Kurz darauf kommt es zu einem Ereignis, welches ihn immer mehr an seinem Geisteszustand zweifeln lässt.

Dass es sich bei "Moon" um einen Independent-Science-Fiction-Film handelt, hört sich eigentlich nach einem Widerspruch an, schließlich liegt es ja in der Natur des Genres, durch die Erschaffung fremder oder zukünftiger Welten und Lebensformen schnell die Budgets in die Höhe schießen zu lassen. Dank der Beschränkung auf einen einzigen Schauplatz (das Innere der Mondstation und nur ein paar wenige Außeneinsätze) sowie im Wesentlichen nur eine einzige Figur ist es Jones jedoch gelungen, mit nur fünf Millionen Dollar einen fast perfekten Sci-Fi-Film zu drehen, dem man den Sparzwang und die Einschränkungen aufgrund seines geringen Budgets kaum anmerkt. Nachdem "Moon" also im letzten Jahr unter anderem das Publikum in Sundance, beim Tribeca Film Festival in New York und auf dem Filmfest München begeistert hat, wird dem Film nun endlich der wohlverdiente deutschlandweite Kinostart spendiert.
Wer den Trailer zum Film gesehen hat, der weiß bereits, welche Überraschung "Moon" nach dem ersten Drittel seiner Laufzeit für Sam und die Zuschauer bereithält. Trotzdem soll an dieser Stelle nicht mehr verraten werden, als dass Rockwell hier eine wirklich herausragende schauspielerische Leistung abliefert, die den Film zu einem spannungsgeladenen Kammerspiel macht. Dass er sich praktisch ganz allein ohne Partner durch den gesamten Film schauspielert, macht seine Leistung nur noch beeindruckender. Nach der ersten überraschenden Wendung werden zwar wohl viele Zuschauer ahnen, worauf das alles schließlich hinausläuft, dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Der Film verlässt sich nämlich zum Glück nicht allein auf einen überraschenden Clou, sondern zieht die Zuschauer bereits von den ersten Minuten an durch eine sich langsam aufbauende und immer mehr verdichtende Atmosphäre in den Bann. Die begrenzten Räumlichkeiten, die dem Filmteam zur Verfügung standen, erweisen sich hierbei sogar als Vorteil; dass man auch als bloßer Zuschauer dem sterilen Weiß der Wände, Böden und Decken der Station kaum entkommen kann, macht einem Sams Einsamkeit noch bewusster und lässt einen mit ihm (und Gerty) ganz allein. Die wenigen, mithilfe von Modellen realisierten Außenaufnahmen, können dabei ebenfalls vollkommen überzeugen.
Der Stationsroboter Gerty dient Sam als Kollege, Arzt und Psychologe, weckt aber von Beginn an das Misstrauen des Zuschauers - steht Gerty wirklich vollkommen aufs Sams Seite oder verheimlicht er ihm etwas? Kevin Spacey verleiht Gerty mit seiner Stimme zwar sympathische Züge, legt jedoch immer wieder einen unheimlichen Unterton hinein. So spielt der Film geschickt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, ist ein jeder Cineast bei solch einem Szenario doch geradezu darauf konditioniert, sofort an HAL 9000 zu denken, den Computer aus Stanley Kubricks "2001" - und entsprechend das Schlimmste zu befürchten.

Duncan Jones, der vor seinem Einstieg ins Filmgeschäft Philosophie studiert hat, behandelt in "Moon" mehrere klassische Themen der Science-Fiction, die neben Fragen zur künstlichen Intelligenz etwa noch die Einzigartigkeit des Individuums, die Energieversorgung der Zukunft oder das Ignorieren ethischer und moralischer Grenzen um des wirtschaftlichen Profits willen umfassen. Mit "Moon" kommt damit endlich mal wieder ein sowohl intelligenter als auch spannender, durch und durch klassischer Sci-Fi-Film in die Kinos, der zudem mit einer hervorragenden darstellerischen Leistung Sam Rockwells und einem an die legendären Sci-Fi-Filme der 70er und 80er angelehnten "handgemachten" Look begeistern kann. Dass er dabei vollkommen ohne Action, Aliens und Laserwaffen auskommt und einen trotzdem von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln weiß, sollte Grund genug sein, sich diesen Film, der durchaus das Zeug zum zukünftigen Klassiker hat, nicht entgehen zu lassen.
Duncan Jones bleibt dem Genre übrigens treu: Eines seiner nächsten Projekte ist ein von "Blade Runner" inspirierter Science-Fiction-Film. Da hat sich jemand offensichtlich Großes vorgenommen, aber nach einem so außergewöhnlichen Einstand traut man ihm auch zu, dies (nochmals) zu vollbringen.

Maximilian Schröter

Ich freue mich sehr, das der Film noch seinen Start bei uns bekommt.

9

Ganz ohne Frage neben District 9 der beste Science Fiction Film des letzten Jahres (und es ist ein Jammer dass er erst jetzt nach Deutschland kommt, wo sich die Hauptzielgruppe des Films - nämlich die Hardcore-SciFi-Nerds - das Ding mit hoher Wahrscheinlichkeit schon als amerikanische DVD-Version aus dem Netz gezogen hat)!
Es ist schlichtweg unglaublich wie konsequent dieser Film sein Ding durchzieht, ohne irgendwo in Richtung Leichtverdaulichkeit oder Blockbuster-Publikum zu schielen. Genauer gesagt tut "Moon" einfach mal so, als hätte es die letzten 30 Jahre Filmgeschichte gar nicht gegeben und so hat er tatsächlich dieses lange vergessene "End-70er"-Feeling, als wäre gerade erst die New Hollywood Ära vorbei, und es tut verdammt gut endlich mal wieder so ehrliches, von Produzenten absolut unverwässertes Kino zu sehen.
Fantastischer Soundtrack von Clint Mansell ("Requiem for a dream") übrigens!
Wem die Begriffe "2001", "Silent Running" oder eventuell sogar "Phase IV" was sagen und wer klassische Geschichten von Asimov oder Stanislav Lem liebt wird an diesem Film nicht vorbeikommen.

10

Das war er, mein Lieblingsfilm 2009!
Allererste obersahne geschauspielert -
man muß sich natürlich auf die langsamkeit einlassen und damit zurecht kommen daß die Orte an denen der Film einen Mitnimmt doch sehr sehr finster sind!
Manchmal wünscht man sich doch, die Kamera würde öfters aus der kleinen Mondstation ausbrechen.
Trotzdem hab ich mich riesig über den Film gefreut - endlich mal wieder ein drama, daß die menschlichen Möglichkeiten ausbreitet und nicht nur auf "peng, du bist tot" basiert wie so viel andere Müll den man grad so in die Augen geschmiert bekommt.

10

Der Film ist wirklich sehenswert.Die Story ist auch bis zum Schluss spannend.Der Schauspieler ist genial für diese Rolle.Ein Highlight in diesen Genre!!

9

anschauen!

Nur wo anschauen? Der wird doch in unseren Blockbuster-verseuchten Kinos gar nicht gespielt.

9

Bin begeistert! Einen Punkt Abzug gibt´s nur, weil er einen nicht mit offenen Fragen zurücklässt, so wie z.B. 2001 es geschafft hat. Aber ansonsten tolle Story, tolle Bilder, weitab vom Schnittstress vieler Blockbuster, großartiger Sam Rockwell!

9

Der beste Film, den ich seit langem gesehen hab. Fantastischer Soundtrack, grossartiger Rockwell, geniale Atmosphäre. Hab den Trailer schon vor langer Zeit gesehen. Haette aber nicht gedacht, dass der Film es in deutsche Kinos schafft. Es gibt also doch noch Hoffnung...

7

Ich finde der Film wird völlig überbewertet.

9

sehr guter film. spannende scifi unterhaltung abseits der großen blockbuster. der erste film dieses jahr wo sich alle einig waren und einen daumen nach oben abgegeben haben als die credits liefen. für scifi fans sowieso ein absolutes muss!

9

Super! hat mir sehr gut gefallen.

Der Film hält wenig Überraschungen bereit, dafür ist er aber solides Handwerk, will sagen er unterhält, und hat durchaus seine dramatischen Momente. Für alle die auch mal einen ruhigen science-fiction anschauen und die SF-Action Grütze a la Iron Man, Transformers zum kotzen finden genau das richtige.

10

Sehr gut. Einer der wenigen guten Sci-fi Filme der letzten Jahren.

8

Der Film ist nicht schlecht, aber die 9 Augen hat er auf keinen fall verdient. Kein vergleich zu 2001: Odysse im Weltraum.

9

Doch!

9

Der Beste Science Fiction seit langem, tolle Musik, und super gespielt!

10

1. Es ist erfrischend, eine fast spoilerfreie Rezension zu lesen.
2. Seit einem Jahr laufe ich jetzt diesem Film schon hinterher, aber getreu dem Kapitalismussyndrom ist das Gute einfach nicht zu kaufen und setzt sich nicht durch. Jetzt habe ich es doch noch geschafft, nachdem diesem Leinwandfilm schon der exklusive DVD-Start drohte.
3. Ich hab mir das ganze in der Originalversion angesehen, da ich von den deutschen Synchroisationen inzwischen nur noch Pickel kriege.
4. "Moon" ist so gut wie ich ihn mir gewüscht habe, nur eben kein leichtüßiger, optimistischer SciFi im Sinne von "to boldly step where no one has gone before", sondern ein ganz fieser Tritt in die Fresse, aber das eben auf sehr hohem Niveau, und mit Bedeutung gefüllt.
5. Dafür, daß man diesen Film auf der großen Leinwand sehen kann, ist auch ein weiter Weg zum nächsten Indie-Kino die Mühe wert.
6. Ansonsten waren auch ALLE Kritiker sich dieses eine Mal einig: Höchstnote.

2

Anfang(ersten 2 minuten) hatte ich Hoffnung. Könnte es vielleic
ht doch mal einen Sci Fi geben, der mich interessiert. Doch es stellt sich schnell herraus, dass mich dieser Fall überhaupt nich in seinen Bann nimmt. Sehr öde und überaus langweilig. Es passiert für etwas 45 min nichts, was in irgendeinerweise interessant ist. Somit war der Film nach nicht mal eine Stunde aus für mich.

5

ok... ziemlich gut gemacht, aber auch ziemlich anstrengend, langatmig und langweilig.

7

Bin nicht vollends begeistert, der Film ist aber dennoch ein Lichtblick in 2010. Schwer, spoilerfrei zu kommentieren, aber um den großen Spoiler des Films geht es eigentlich auch gar nicht. Der letzte Absatz der Rezension von Herrn Schröter sagt eigentlich alles. Eine Frage bzw. Kritikpunkt hätte ich aber noch: Ein Konzern, der die gesamte Energieprobleme der Erde löst, welcher somit der reichste und mächtigste Konzern der Erde ist... wieso eine solche Entscheidung bzgl. Personal? ;)

10

Dieser Film ist Wahnsinn, im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist die Kunst des Filmemachens...Spannung,gute Story und Emotionen ohne ein aufgepumptes Hollywoodbudget.....Yeah

8

Wow! Auch wenn mich der Film mit einigen Fragen im Bauch und einem Ende zurücklässt, das ich mir so nicht erhofft hatte, bin ich völlig begeistert. Sam Rockwells fesselndes Schauspiel, das gelungene Design der Mondbasis, die erntenden Harvester, die ein wenig an "Dune" erinnern - all das präsentiert sich unaufgeregt, aber auf höchstem Niveau. Und fesselt in seinem Minimalismus von Anfang bis Ende. Saucool dieser Streifen.

8

Klasse Film, tolle Stimmung. Spaceys Synchronstimme für den Hausroboter passt genau. Ein Film für den ruhigeren Kinogänger. Es muss nicht immer dauernd knallen und explodieren.

10

Schlüssig, philosophisch und grandios gespielt. Bester Film seit langer langer Zeit...Ach, das ich sowas noch erleben darf ...

3

Konnte mich nicht für den Film begeistern. Die Musik und der langsame Aufbau versetzte mich in einen müden Zustand, der zwar angenehm war, mich jedoch nicht darüber hinwegtäuschen konnte, das der Film vorhersehbar und vollkommen spannungs- und ideenlos war. Da kann ich auch 97 Min. in den Himmel schauen und mich als total "hipp" oder "indie" fühlen, weil das ja nicht jeder macht... übrigens auch was für "ruhige Kinogänger", die schnelle oder laute Szenen nicht mögen. Drei Punkte für die gute Leistung von Sam Rockwell.

@ bommel: ja, die generation

9

@ bommel:

ja, die generation von heute braucht eben action, krach und explosionen alá michael bay um der kurzen aufmerksamkeitsspanne genüge zu tun.

zum film:

wunderschöne science-fiction perle, die leider etwas untergegangen ist. nicht komplett ohne schwächen wie ich finde (der film verschwendet ab der 'wende' ohne frage ein wenig an potenzial), macht er dennoch zuviel richtig um nicht mindestens eine 8-9 zu verdienen.

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