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Mission: Impossible 2

Mission: Impossible 2
action-thriller , usa 2000
original
m:i-2
regie
john woo
drehbuch
robert towne
cast
tom cruise,
thandie newton,
ving rhames,
dougray scott,
anthony hopkins, u.a.
spielzeit
123 Minuten
kinostart
6. Juli 2000
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Gibt es irgendwen, der diesen Film nicht sehen will? John Woo auf dem Regiestuhl bei der Fortsetzung des 1996er Action-Krachers „Mission: Impossible“, das klingt wie der wahr gewordene Traum eines jeden Krawumm-Fetischisten. Der obercoole Trailer tat sein übriges, um „M:I-2“ („catchy“ nennt man so einen Titel auf neudeutsch) zum am heißesten erwarteten Film des Jahres zu machen. Dies schlägt sich auch im US-Start nieder: Für die 100-Millionen-Dollar-Grenze brauchte der Streifen nur schlappe sechs Tage, was ihn zum fünfterfolgreichsten Starter in der Geschichte des Kinos macht. Sicher wird „M:I-2“ die wenigsten seiner Zuschauer enttäuschen, aber trotzdem wird man nach dem Verlassen des Kinos schwerlich den Eindruck los, daß dieser Film um einiges besser hätte sein können. Womit er doch so einiges mit seinem Vorgänger gemein hat.

Die Story dagegen ist wesentlich einfacher gestrickt als noch vor vier Jahren: Ein mit Ethan Hunt (zur Erinnerung: Cruise’s Figur aus dem ersten Teil) befreundeter Wissenschaftler hat im Auftrag eines Gesundheitskonzerns ein tödliches Virus kreiert, inkl. Anti-Virus. Von seinem Gewissen geläutert, will er das Virus mit Hunt’s Hilfe außer Landes schaffen. Der Typ, den er für Hunt hält, ist aber in Wahrheit der abtrünnige IMF-Agent Sean Ambrose (die allseits beliebten Gummimasken kommen wieder verstärkt zum Einsatz), der sich der gefährlichen Ware bemächtigt und dann zur Spurenverwischung das gesamte Linienflugzeug abstürzen läßt. Nicht so nett.
Und schon ruft der IMF unseren Helden Ethan Hunt auf den Plan. Der ist zwar gerade im Urlaub (wer wissen will, wie Urlaubsentspannung für diesen Typen aussieht: siehe rechts oben), aber was soll’s. Als erstes soll Hunt die Meisterdiebin Nyah Hall (Thandie Newton) für die Mission rekrutieren. Wieso der IMF auf einmal Zivilisten einbezieht, wird alsbald von Ethan’s Boss (Anthony Hopkins in einer Minirolle, die ihm angeblich für jede Minute Leinwandpräsenz eine Million Dollar einbrachte) erklärt: Nyah ist die Ex-Freundin von Sean Ambrose, der über die Trennung noch nicht so recht hinweg ist. Nyah soll nun, von Ethan geleitet, in Seans Arme zurückkehren und wertvolle Informationen über seine Motive besorgen. Hier lauert bereits ein emotionales Dilemma, denn Ethan und Nyah haben sich Hals über Kopf ineinander verknallt. Und die neue Liebe des Lebens schickt man nicht gerne ins Bett des großen Schurken.

Von hier an dauert es über eine Stunde, bis die doch sehr spärliche Handlung so weit fortgeschritten ist, daß man mit dem Geballer beginnen kann. Um ganz deutlich zu werden: Wer sich diesen Film wegen der atemberaubenden Action anguckt, kann sich die ersten 70 Minuten getrost schenken: Hier passiert absolut gar nichts. Nyah ins Haus von Sean schmuggeln, langsam wertvolle Informationen sammeln, eine entscheidende Mini-Disc entwenden und kopieren, die richtigen Schlüsse ziehen, das alles ist im Prinzip nur Weichenstellung für die Action-Szenen, wird aber so unerträglich in die Länge gezogen, daß sich der Film in der ersten Stunde so zäh dehnt wie ein alter Kaugummi. Man könnte vermuten, daß die Zeit für saubere Charakterentwicklung verwendet wird, aber weit gefehlt: „M:I-2“ gibt seinen Figuren wenig bis gar keinen Hintergrund: Wieso z.B. ist Sean dem IMF einfach so in den Rücken gefallen? Jeder noch so plakativ geschriebene Action-Reißer versorgt seine Bösewichte wenigstens mit einer halbwegs brauchbaren Geschichte. „M:I-2“ verzichtet darauf vollkommen. Sean Ambrose ist einfach nur böse. Punkt. Wieso er so jemals zum IMF kommen konnte, bleibt ein ebenso ungeklärtes Geheimnis wie die Frage, warum eine hoch kriminelle Meisterdiebin binnen weniger Filmminuten zur moralischen und einfach nur noch herzigen Unschuld aufsteigen kann. Wer sich jemals darüber beschwert hat, daß in Actionfilmen alle Figuren zu platt und konturenlos bleiben, der wird nach „M:I-2“ einen Film wie „Independence Day“ als Meilenstein des Charakterkinos ansehen.

Die sich breitmachende Langeweile lässt dann auch viel zu viel Zeit, um das Geschehen auf der Leinwand kritisch zu betrachten. Und so kommt man ziemlich schnell auf den Trichter, daß irgendwie alle Leute in diesem Film ihren Job verdammt schlecht machen (bzw. einfach zu sehr triebgesteuert sind). Vom Weltretter bis zum Obergangster agieren alle so erschreckend unprofessionell, daß sie jede ernstzunehmende Spion- bzw. Ganovengenossenschaft längst aus ihren Reihen gekegelt hätte. Von der inneren Logik wollen wir gar nicht erst anfangen: Schon der inflationäre Gebrauch der Gummimasken mit passendem Stimm-Modulator nervt aufgrund der enormen Unglaubwürdigkeit sehr schnell.
Nach einer wirklich unerfreulich langen Wartezeit kommt es schließlich zu einer spektakulären Einbruch-Sequenz (Teil Eins läßt grüßen), die zum Glück den Wendepunkt des Films markiert: Ab hier geht konsequent die Post ab, und man sieht endlich die Bilder, die man aus einem John Woo-Film gewohnt ist. Die letzten 45 Minuten kicken Ärsche, und zwar mächtig: Wenn Ethan Hunt sich durch die gegnerischen Reihen prügelt und es kurzerhand für ein Unding erklärt, einen Gegenüber ohne spektakulären Überschlagskick auszuknocken; wenn er sich auf ein Motorrad schwingt und alles damit macht, was man damit machen kann (und noch ein paar andere Sachen); wenn es schlußendlich zum Woo-typischen und lang ersehnten Auge-in-Auge-Duell kommt, dann ist man durchaus bereit, so einige Gähner aus der ersten Filmhälfte wohlwollend zu vergessen.
Doch selbst dieses Schlußdrittel bleibt vom Spektakel-Faktor hinter früheren Woo-Werken zurück. Der Grund liegt auf der Hand: „M:I-2“ ist ab 12 freigegeben. Soll heißen: Um eine finanziell vorteilhafte Altersfreigabe zu erlangen, darf Woo zwar noch zeigen, wie eine Kugel abgefeuert wird, aber nicht mehr, wie sie einschlägt. In seinem gewohnten „Ballett der Gewalt“ fehlt die Gewalt. Es ist zwar politisch nicht ganz korrekt, das zu sagen, aber ein bißchen spritzendes Blut ist genau das, was diesem Film fehlt.
Ansonsten ist „M:I-2“ handwerklich absolute Spitzenware. Zahlreiche selbstironische Anspielungen auf den ersten Teil, andere Woo-Filme und Cruise’s Dauergrinsen sorgen für Kurzweil, während eine saubere Inszenierung sich alle Mühe gibt, auch die erste Hälfte interessant zu machen, und der wirklich exzellente Score von Hans Zimmer wenigstens akustisch für ein bißchen Schwung in der Bude sorgt.

Am Ende verlässt man das Kino mit dem selben Gefühl, daß man schon 1996 nach Teil Eins hatte: Irgendwie hat man genau das gesehen, was man erwartet hatte, und ist trotzdem enttäuscht. Damals lag das an einer Story, die sich verworrener gab, als sie eigentlich war, diesmal an einem Plot, der so platt und einfach gestrickt ist, daß er überhaupt nicht mehr fesselt. Beides führte zu einem ziemlich enttäuschenden Mittelteil, für den das spektakuläre Ende mehr eine Entschädigung als eine Fortführung ist. Und wie bei Teil Eins sind auch bei „M:I-2“ die besten Szenen bereits im Trailer vereinigt. Also: Wer gerne 70 Minuten Wartezeit für wirklich fulminante Actionszenen in Kauf nimmt, der kriegt was er wollte. Ansonsten gilt, was leider auf die meisten Actionkracher zutrifft: Der Trailer war wesentlich besser.

Frank-Michael Helmke

4

Völlig überladen, unrealistisch und sinnlos. Der Film ist eine so grosse Entäuschun, dass ich gar keine Lust habe, ihn zu beschreiben. Also lass ichs!

5

Ziemlich enttäuschender Actionfilm, der erste Teil war allerdings fand ich auch nicht sooo gut. Es gab zu wenig Action und der Trick mit den Gesichtsmasken ist irgendwann ausgelutscht.

Vielleicht liegts auch an Tom Cruise, den kann ich dummerweise auch nicht leiden.

5

Also, wie´s aussieht bin ich hier die einzige die nicht nur 1 oder gleich alle 10 Punkte gibt...
Tja, für MI-Fans (wie ich) war das leider ein echter Reinfall, völlig überproduziert (ohne die Zeitlupen-Sequels wäre der Film wohl nur 3 Minuten lang) und hyper-wichtigtuerisch (Tauben) und leider sehr charakterlos (der letzte ertragbare Cruise-Film).
Aber wenn man ihn absolut betrachtet, ist er echt ganz ok.

=> Ganz nette Unterhaltung für regnerische Abende, aber keinerlei Konkurrenz zum Einser.

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