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Killer Elite

Killer Elite
polit-thriller , australien/usa 2011
original
killer elite
regie
gary mckendry
drehbuch
gary mckendry, matt sherring
cast
jason statham,
clive owen,
robert de niro,
dominic purcell, u.a.
spielzeit
116 Minuten
kinostart
27. Oktober 2011
homepage
http://www.killerelite-derfilm.de
bewertung

5 von 10 Augen
Killer Elite - Poster

Der Staatsstreich 1970 im arabischen Sultanat Oman ist ein Paradebeispiel für die geheime Wirtschafts- und Außenpolitik der westlichen Mächte in der Zeit des Kalten Krieges: Mit zumeist bis heute nie offiziell eingestandenen Hintergrundmanövern feuert man einen Staatsstreich in einem unterentwickelten und in wirtschaftlichen Fragen (z.B. beim Thema Erdölexport) etwas „unkooperativen“ Staat an, zum Beispiel durch den ambitionierten Sohn des herrschenden Sultans. Einfach ausgedrückt setzt der dann in tatkräftigem Reformgeist die Öffnung des Handels und massive Infrastruktur-Investitionen durch – und die Bauaufträge dafür gehen dann nach Westen. Was man für das Öl ausgibt, wird so postwendend in die eigene Wirtschaft zurückinvestiert. Praktisch, nicht wahr?

Statham und de NiroDamit der Coup des Wunsch-Staatsoberhaupts auch klappt, schickt man unter dem Deckmantel der geheimdienstlichen Vertuscherei gern auch ein paar Hilfstruppen, die in der heißen Phase die Drecksarbeit erledigen. So wurden quasi im Gleichklang mit dem Staatsstreich Sondereinheiten des britischen Special Air Service (SAS) in Oman stationiert, die „unterstützend“ dabei halfen, eine Provinzrebellion nieder zu schlagen. Inwieweit die Truppen dabei tatsächlich in Kampfhandlungen verwickelt waren, hat die britische Regierung bis heute nicht vollständig aufgedeckt.
 
In seinem angeblich auf wahren Begebenheiten beruhenden Tatsachen(?)-Roman „The Feather Men“ erzählte der ehemalige SAS-Mann Ranulph Fiennes die Geschichte eines Rachefeldzugs, der in dieser Zeit seinen Ausgang nahm: Die drei Söhne eines Stammesfürsten wurden damals von SAS-Soldaten getötet. Gut zehn Jahre später erzwingt sich der sterbende Scheich nun die Dienste des ehemaligen Spezialagenten und Auftragskillers Danny Bryce (Jason Statham), der eigentlich schon vor Jahren aus Gewissensgründen aus dem Geschäft ausgestiegen ist. Aber weil er nun mal so verdammt gut ist, kidnappt der Scheich Dannys alten Mentor und Weggefährten Hunter (Robert de Niro) und droht mit dessen Ermordung, sollte Danny nicht tun wie verlangt: Die drei ehemaligen SAS-Leute ausfindig machen und töten. Aber so, dass es wie ein Unfall aussieht. Dafür sollen die Opfer vorher noch ein Geständnis ihrer Tat in eine Videokamera sprechen. Klingt kompliziert? Ist es auch. Zumal Danny und sein aus alten Kumpanen zusammengesetztes Hilfsteam bald die Aufmerksamkeit der „Feather Men“ auf sich ziehen, ein Geheimbund ehemaliger SAS-Leute, die gegenseitig auf sich aufpassen und womöglich unliebsam werdende Personen wie mit dem sanften Strich einer Feder (statt quasi mit dem Holzhammer) entsorgen: Eben mit Morden, die wie Unfälle aussehen. Die „Feather Men“ setzen Spike (Clive Owen) darauf an, Danny zu kriegen, bevor er seine Opfer kriegt. Knifflig.
 
Um wirklich eine wahre Geschichte zu sein, wirkt diese ganze Kiste ein bisschen zu bemüht konstruiert. Ein spannender Thriller und eine durchaus komplexes Drama um politische und moralische Fragen hätte trotzdem daraus werden können. Leider gelingt der Kinoadaption „Killer Elite“ davon leider nur die erste Hälfte, und das auch nur so leidlich gut. 
Killer EliteWie sehr es diesem Film trotz eines Überangebots an möglichen Themen und Konflikten an Dramatik mangelt, dafür ist sein Hauptdarsteller symptomatisch. Stathams in ewiger, ungerührter Coolness erstarrtes Gesicht ist perfekt für eine ganze Reihe typischer Actionrollen, doch in diesem Film ist er komplett fehl am Platz und mit seinem sehr beschränkten Spiel schlicht überfordert. 
Es wäre an ihm, diesem Film ein emotionales Zentrum zu verleihen, das den Zuschauer auf mehr als nur der plotgetriebenen Spannungsebene mitgehen lässt. Man kann dem Drehbuch nicht vorwerfen, dass es nicht ausreichende Ansätze dafür bietet: In seinem „Vorruhestand“ hat Danny Bryce sich in eine Australierin verliebt, was zu einem emotionalen Druckpunkt wird, als die „Feathermen“ auf ihn und damit auch auf sein Privatleben aufmerksam werden. Außerdem ist Danny bemüht, eine notdürftige Moral aufrecht zu erhalten: Er will keine Unschuldigen töten. Nur die drei Namen auf der Auftragsliste. Dieser Versuch, in einem zutiefst unsauberen Geschäft noch irgendwie sauber zu bleiben, bietet einige Reibungsfläche. Doch Statham kann nichts davon angemessen transportieren. 
Zugegeben, man hat das Gefühl, dass Regisseur und Co-Autor Gary McKendry auch nicht viel in diese Richtung gefordert hat. Er verlässt sich auf das Tempo und die Clive OwenThriller-Verwicklungen seiner Geschichte und bedient die emotionalen und persönlichen Untertöne der Figuren eher wie eine lästige Pflichtübung. Trotzdem wird in den duellartigen Dialogszenen zwischen Statham und Clive Owen immer noch überdeutlich, dass hier quasi Verbandsliga gegen Bundesliga spielt. 
So geht man ohne echte Bindung an den Protagonisten bei den sich entspinnenden Verwicklungen nie wirklich involviert mit, und das konstante Abgehake von Plot- und Wendepunkten wirkt wie eine eher sterile Übung in Spannungskurvenbau. 
 
Gut, hätte man diesen Film ernsthaft mit mehr Betonung auf seine dramatischen und politischen Elemente machen wollen, wäre man vielleicht beim poetischeren Romantitel geblieben, „The Feather Men“. Doch solche Subtilitäten sind nicht wirklich das Ding dieses Films, der mit seinem Titel „Killer Elite“ lieber eine starke Ansage macht, dass hier mit großem Stil getötet wird. Was ja auch stimmen mag, doch für einen wirklich überzeugenden und mitreißenden Film ist das Wechselspiel aus Töten, Beschatten und Bekämpfen auf die Dauer einfach zu eintönig. 
Fürs genügsame Videotheken-Publikum, das sich für die samstägliche Zerstreuung gern in der Action-Ecke bedient, mag das noch okay sein. Für einen Kinofilm ist es definitiv zu wenig. Was bei so einer Besetzung und so einem Thema eigentlich ziemlich peinlich ist.
 
Frank-Michael Helmke

Puh, was soll man sagen.

4

Puh, was soll man sagen. Routinierte Massen-Action-Ware. Jason Statham versucht seinen einzigen Gesichtsausdruck in 10 Varianten darzustellen, und Robert de Niro schüttelt seine Rolle aus dem Handgelenk heraus ohne grosse Bravour.
Es kracht, es splittert und quietscht. Der Witzfaktor beschränkt sich auf ein paar vergebliche Versuche, trockene Sprüche rauszuhauen.
Die Andeutung einer Hintergrundstory ist, wie Helmke schon schreibt, wirklich dürftig und schafft es nicht mal im Ansatz, den Zuschauer für die Personen zu interessieren. Alle Dinge kommen so, wie man sie erwartet und schon tausendfach gesehen hat.
Das 70er Jahre Setting ist nett anzuschauen, und Clive Owen mit Oberlippenbart ist schon bildträchtig. Wenn man wirklich nichts mehr anderes in der Videothek findet, kann man sich den Film an einem Winterabend anschauen. Mehr nicht.

Spannung kommt zu keiner

3

Spannung kommt zu keiner Sekunde auf. Statham scheint über Wolverines Heilkräfte zu verfügen. Egal ob er 10 Minuten lang verprügelt wird, vom dritten Stock aus dem Fenster springt (an einen Stuhl gefesselt) oder ähnlich spektakuläre Stunts hinlegt: in der nächsten Szene ist von seinen Blessuren nichts mehr zu sehen. So haben wir auf der einen Seite die unkaputtbare Kampfmaschine Statham (gähn) und auf der anderen Clive Owen, dessen Aufgabe nur darin besteht ständig zu spät zu kommen. Und sich darüber zu ärgern. Und wenn sich unsere zwei Kontrahenten dann endlich gegenüber stehen, dann wird es fast schon rührselig, wenn sie sich mit ein paar gutgemeinten Ratschlägen immer wieder laufen lassen. Bis zum nächsten mal, Honey. Die unglaubwürdige, platte, unvermeidliche Liebesgeschichte zwischen der Dorfschönheit und dem Terminator gibt dem Film den Rest. Denn auch hier wird der einzig halbwegs interessante Ansatz, als Statham seiner Flamme sagen müsste, was er so treibt, einfach ausgeblendet. Einzig und allein Robert de Niro ist für eine Überraschung gut: indem er allen zeigt, wie er trotz seines hohen Alters immer noch richtig cool aussehen kann!

Aller berechtigten Kritik zum

8

Aller berechtigten Kritik zum trotz sollte man aber lobend erwähnen, dass es Stathams bislang bester Film ist und die 80er Jahre gekonnt in Szene gesetzt wurden. In erster Linie ist es ein spannender und exzellent choreographierter Actionfilm, der mit seinem realpolitischen Hintergrund einen gewissen Anspruch erhebt, was durch Stathams Mimenarmut leider nicht so ganz gelingen will. "Killer Elite" ist eindeutig der beste Actionfilm 2011 und zu unrecht schlecht bewertet.

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