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Gone

Gone
thriller , usa 2012
original
gone
regie
heitor dhalia
drehbuch
allison burnett
cast
amanda seyfried,
jennifer carpenter,
wes bentley,
daniel sunjata, u.a.
spielzeit
95 Minuten
kinostart
22. März 2012
homepage
bewertung

6 von 10 Augen
Gone - Poster

„Gone“ reiht sich in eine lange Liste von Filmen des Thriller- und Horrorgenres ein, die ihre Existenz alle ein und demselben Rezept verdanken: Man nehme erstens eine unsichtbare Bedrohung, also etwa einen unbekannten Killer, einen Dämon, einen Fluch oder eine Verschwörung, und zweitens einen Opfer-Menschen, der mindestens schwankenden Gemüts, im besten Falle aber emotional instabil und folglich fast immer weiblich ist. GoneSchichtweise trage man dann abwechselnd je eine Portion unsichtbare Bedrohung und eine Portion weiblichen Irrsinns auf und lasse das Ganze im Ofen schmoren, um immer wieder ein und dieselbe quälende Frage aufzuwerfen: Ist die Bedrohung tatsächlich real oder nur ein Hirngespinst?

Jill (Amanda Seyfried) eignet sich hierfür nicht nur, weil sie jung und weiblich ist, sondern vor allem aufgrund ihres psychiatrischen Werdegangs, der in Sachen emotionaler Vorbelastung höchst ertragreich verlaufen ist. Bekanntermaßen ist die Wahrscheinlichkeit familiärer Todesfälle und sonstiger schmerzhafter Verluste in der Welt der Genrefilme beträchtlich höher, kein Wunder also, dass unsere Protagonistin sowohl ihre Eltern verloren hat, als auch die traumatische Erfahrung durchleben musste, Opfer einer grausamen Entführung zu werden. Als dann noch ihre Schwester Molly spurlos verschwindet, ist Jill überzeugt davon, dass ihr einstiger Peiniger wiedergekehrt ist. Wie bei ihrer eigenen Entführung wird sie aufs Neue mit der mangelnden Kooperationsbereitschaft der polizeilichen Behörden konfrontiert, die ihr nichts von alledem glauben wollen. Ihnen zufolge kann der Täter schon allein deshalb nicht zurückgekehrt sein, weil er von Anfang an nie existierte. Anhörung beendet. Weil Jill nicht geglaubt wird, wird nicht weiter gesucht und da nicht weiter gesucht und also nichts gefunden wird, glaubt man ihr nicht.

GoneVon sich selbst erfüllenden Prophezeiungen handelt der Film also ebenso und verkompliziert damit die klare Abgrenzung von Realität und Einbildung erheblich. So eine selbst erfüllende Prophezeiung findet sich auch auf Seiten von Jill, wenn auch in umgekehrter Logik: Während die Polizei nichts finden wird, weil sie nichts finden will, wird Jill auf das Verschwinden ihrer Schwester genau die Antwort bekommen, die sie längst schon kennt. Anstatt sich von einem ungetrübten, nüchternen Blick den Weg weisen zu lassen, verengt sich ihre Wahrnehmung zunehmend und leitet sie wie im Fieber in eine bereits vorgegebene Richtung ohne sich jemals umzusehen – in die Richtung, in die ihr Trauma zeigt. Auf diesem Weg verwischt die Grenze zwischen Entschlossenheit und Wahn und die drastische Suche nach dem Killer nimmt die Züge einer Besessenheit an, in der Angst und Begehren gleichermaßen eine Rolle zu spielen scheinen. So wird Jill vom Opfer zur Täterin, zu einer Jägerin, die selbst gejagt wird.

Durch dieses komplexe Spiel mit althergebrachten Motiven kann „Gone“ in der Umsetzung seines arg abgenutzten Themas also durchaus überzeugen, was zum einen Amanda Seyfried zu verdanken ist, deren Schauspiel stets ambivalent genug bleibt, um den Drahtseilakt zu meistern mit dem die Dramaturgie dieses Films steht und fällt. Scheinbar mühelos hält sie es bis zum Ende in der Schwebe, ob ihre Figur vom blinden Wahn beherrscht wird oder ob Jill lediglich zum Äußersten entschlossen ist, das ihr die Vernunft gebietet. Worüber Seyfried freilich nicht hinwegtäuschen kann, ist die reichlich klischeebeladene Zeichnung ihrer Figur, für die vor allem das Drehbuch zur Verantwortung gezogen werden muss. Liebe Autoren, die menschliche Psyche ist in der Tat komplex genug, um Traumata hervorzubringen, die auf andere Dinge zurückzuführen sind als auf den Elterntod, und die Ursachen seelischer Leiden müssen nicht immer auf einen simplen Determinismus wie diesen reduziert werden, um glaubwürdig zu sein.

GoneIn dieser Hinsicht verschenkt „Gone“ zweifellos Potential, ist er doch an anderen Stellen offensichtlich in der Lage, Ambivalenzen herzustellen und auch auszuhalten. Diese Mehrdeutigkeiten sind es auch, durch die dem abgenutzten Thema ein gewisser Facettenreichtum abgewonnen werden kann. Wer von dem immer gleichen Thriller-Konzept also noch nicht übersättigt ist, dem ist dieser Film als Kostprobe durchaus zu empfehlen.

Nicht von der Hand zu weisen bleibt dennoch der Mangel an Originalität. Am ärgerlichsten ist das dann, wenn „Gone“ filmische Strategien wiederholt, für die unzählige Produktionen vor ihm bereits ein schlechtes Beispiel geliefert haben. Da wären die ausgewaschenen, kalten Farben, die depressives Unwohlsein vermitteln wollen, und doch nur wie eine künstlerische Sparmaßnahme – kontrastarm und blutleer – wirken. Sicherlich mag es nicht zu leugnen sein, dass Stimmung so plakativ in Farben übersetzt werden kann, nur greifen die Regisseure dabei auf Regeln zurück, die aus einer Zeit stammen, in der der Kunstunterricht noch „Malen“ hieß, und haben sich seither anscheinend nur wenig differenziert. Heitor Dhalia, der Regisseur von „Gone“, folgt diesen Grundschullektionen fast schon erschreckend artig. Auch was die horrortypischen Hinterwäldler-Physiognomien diverser dunkler Gestalten und den Einsatz fauchender Katzen angeht, bedient sich der Film munter im Archiv-Katalog für Thriller- und Horror-Zubehör, wenn auch ganz ohne Blutsturz und Slasher-Einlagen.

In mehr als einer Hinsicht haben wir es bei „Gone“ mit einer Wiederholung zu tun, denn immer wieder führt uns der Film zu Dingen und Orten, die wir längst kennen. Er verfährt nach Genremustern, die oft genug und bis zum Ermüden durchgekaut wurden und kreist um ein Thema, das in tausendfacher Variation zum Standard-Repertoire des Horrorfilms gehört. Gleichzeitig handelt er von Wiederholungen: Von einer wiederholten Entführung, von sich selbst erfüllenden Prophezeiungen und von Personen, die Antworten bekommen, die sie schon kennen und immer wieder da ankommen, wo sie schon waren. Ein Kino-Trauma.

Heide Langhammer

Und doch hat Gone zu etwas

4

Und doch hat Gone zu etwas Neuem geführt: Seit wann gibt es für einen Film, der dermaßen konsequent mit seiner Nicht-Originalität winkt, ganze sechs Augen? Vor allem bei einer Kritik, die sich wie eine "Vier-Augen-Kritik" liest? Ich hoffe mal, dass sich das nicht auch wiederholt...

Ein ganz auf die attraktive

5

Ein ganz auf die attraktive Hauptdarstellerin zugeschnittenes Thrillerchen (oder welches Genre auch immer). Eine Prise Atmosphäre, ein wenig Spannung und ein Idee'chen "ui-ui-wie-geheimnisvoll". Dazu noch eine handvoll zwielichtiger Gestalten und fertig ist das Amanda-Seyfried-Vehikel, das keinem weh tut allerdings auch niemanden von den Socken hauen dürfte. Schnell konsumiert und schnell wieder vergessen, naja :/

Mir hat der Film.sehr

6

Mir hat der Film.sehr zugesagt und ich finde ihn sehr interessant.

Für mich ist dieser Film ein

2

Für mich ist dieser Film ein Witz. Im Grunde ist "Gone" kein schlechter Film. Die Erzählweise ist spannend uns sehr flüssig. Doch was sich die Autoren für das Finale einfallen lassen haben, ist ziemlich lächerlich. Und wegen diesem dünnen Ende, ist der komplette Film für mich ein Reinfall.

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