Unzertrennlich

komödie, usa 2003
original
stuck on you
regie
peter & bobby farrelly
drehbuch
peter & bobby farrelly
cast:

matt damon,
greg kinnear,
cher,
eva mendes, u.a.

spielzeit
115 min.
kinostart
01.01.2004
homepage
www.unzertrennlich-derfilm.de
bewertung

(6/10 augen)








 

 




 

Peter und Bobby Farrelly machen Filme mit System: Ihre Komödien gehen stets ganz zielgerecht genau an der politischen Korrektheit vorbei. Waren die Witzfiguren in ihrem ersten Streifen "Dumm und dümmer" noch simple Trottel, so ging es in den Folgewerken ans Eingemachte: Ein einarmiger Bowling-Spieler in "Kingpin", ein Schizophrener in "Ich, du & Irene", Fettleibige in "Schwer verliebt", und in ihrem bisherigen Meisterwerk "Verrückt nach Mary" gleich alles von Fetischisten über Krüppel bis hin zu geistig Behinderten. Alles Paradebeispiele für derben Randgruppenhumor, der sich immer auf der dünnen Schwelle zur fiesen Häme bewegt, aber nie hinüber fällt. Denn was die Farrelly-Brüder von allen artverwandten Vulgär-Spaßvögeln abhebt, ist ihre ehrlich gemeinte und stets sichtbare Sympathie für ihre Charaktere - wodurch ihre Filme schlussendlich weit weniger böswillig ausfallen, als es zunächst den Anschein hat.
Ihre bisherige Bestleistung in Sachen "Tabuthema zum Anfassen und drüber lachen" vollbringen Peter und Bobby mit ihrem neuen Film "Unzertrennlich", eine Komödie über siamesische Zwillinge. Auch hier geht's also wieder volles Programm gegen den moralischen Zeigefinger ("Darüber kann man doch keine Witze machen!"), und auch hier gelingt den Farrellys das Kunststück, ihre Sonderlinge zu alltäglichen Helden aufzubauen, deren spezieller Status keine Behinderung, sondern eine Besonderheit ist. Eine genau 23 Zentimeter lange Besonderheit, denn über eine solche Länge sind Bob (Matt Damon) und Walt (Greg Kinnear) an der Hüfte miteinander verwachsen - und machen das Beste draus. In ihrem gemeinsamen Burger-Restaurant in einem Küstenort in Neu-England wirbeln sie in solch perfekter Koordination durch die Küche, dass sie auch die größte Bestellung in drei Minuten servierfertig haben - sonst gibt's Geld zurück. Doch die Kleinstadt-Harmonie kann zumindest Walt nicht auf ewig halten, denn der strebt nach einer Karriere als Schauspieler - eine Tatsache, die den an Bühnenangst leidenden Bob schon jedes Jahr bei der traditionellen Amateur-Aufführung fast zum Ersticken bringt. Nichtsdestotrotz geht es seinem Bruder zuliebe nach Hollywood, wo Walt dank eines irrwitzigen Zufalls tatsächlich eine Serienhauptrolle an der Seite von Cher ergattert, während der schüchterne Bob sich redlich müht, seine Internet-Freundin May etwas besser kennen zulernen.

Hinsichtlich dem unverkrampften Umgang mit heiklen Themen überbieten sich die Farrellys hier in der Tat selbst: Mit Genuss und Schwung servieren sie einen Zwillingsgag nach dem anderen, ohne dabei auch nur einmal in Böswilligkeit abzudriften, eben weil ihre zwei Hauptcharaktere ihre Situation selbst mit viel Humor zu nehmen wissen. Auch andere potentielle Ziele gemeiner Scherze landen gekonnt auf der Sympathiebahn: Der am Down-Syndrom leidende Kellner Rocket aus dem Restaurant der Zwillinge (gespielt von einem guten Freund der Farrellys), Walts in einem Altersheim aufgegabelter Hollywood-Manager, oder die von Eva Mendes verkörperte strunzdoofe Schauspielerin April - in keinem Falle machen sich die Farrellys über sie lustig, doch alle sind für gelungene Lacher gut.
Bei all diesem löblichen Bestreben, Tabus und Berührungsängste mit ihren Filmen abzubauen, haben Peter und Bobby bei "Unzertrennlich" aber ihr wertvollstes Talent ein wenig schleifen lassen, nämlich das für grandiose Gags. Bedenkt man die Vielzahl fast schon legendärer Comedy-Momente im modernen Klassiker "Verrückt nach Mary", so kommt man nicht umhin, "Unzertrennlich" als zu nett und zu unkomisch einzuordnen. Die Story driftet in der zweiten Hälfte ein bisschen zu sehr ins Ernsthafte ab, ohne dabei jedoch wirklich interessant oder fesselnd zu wirken. Ganz im Gegenteil hat man das Gefühl, als wären die guten Ideen ausgegangen, weswegen der Plot einfach auf Autopilot geschaltet wurde.
Schade für einen Film, der stark anfängt und zwischendurch immer mal wieder eine große Nummer einstreut - vor allem die Methoden, mit denen Bob aus den Serien-Szenen seines Bruders "entfernt" wird, sind zum Schießen. Bei allem Lob für die hehren Absichten der Farrellys: Sie waren schon weitaus witziger als hier, weshalb "Unzertrennlich" als Message Movie gelungener ist denn als Komödie. Aber dieser leichte Hänger sei ihnen verziehen, wenn's beim nächsten Film wieder richtig scheppert im Zwerchfell - und was anderes ist kaum zu erwarten bei einem Remake der "Three Stooges".

F.-M. Helmke

 


Name:
Email:
Bewertung: -

naja...



Name: Cobra
Email: cobra-pc@gmx.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

11.01.04

NOTE 2-


Den Trailer fand ich irgendwie wenig überzeugend und so bin ich auch mit keinen großen Erwartungen ins Kino gegangen, doch der Film hat mich eines Besseren belehrt - gut so! :)

Die Farrelly-Brüder haben sich mal wieder eine Randgruppe als Zielscheibe ihrer (bisher) oft derben Witze ausgesucht und so manch einer wird bestimmt mit erhobenem Zeigefinger sagen "Über sowas kann man doch nicht witzeln!". Na ja meiner Meinung nach besteht für einen moralischen Aufschrei keinerlei Grund, denn die körperliche Behinderung von Bob und Walt wird zwar amüsant und humorvoll, aber nie geschmacklos oder herablassend dargestellt. Überhaupt muß man sagen daß der Humor in "Unzertrennlich" für Farrelly-Verhältnisse erstaunlich niveauvoll daherkommt und nicht auf platte Gags bzw. "Unter der Gürtellinie"-Klamauk zurückgegriffen wird. Die Charaktere im Film sind sehr sympathisch dargestellt und nehmen ihre eigene Situation ebenfalls mit viel Humor, so daß der unverkrampfte Umgang mit dem "Tabuthema" Behinderung zwar für viele Lacher sorgt, nie jedoch den Eindruck erweckt daß sich über die Betroffenen lustig gemacht wird. Wenn das jemand anders sieht, okay, aber das kann ich genauso wenig ernst nehmen als wenn jemand sich über das Schwulenbild in "Der Schuh des Manitu" aufregt... :D

Ich hätte es nie gedacht, aber "Stuck On You" funktioniert tatsächlich ohne irgendwann langweilig zu werden. Die Story (Walt versucht als Schauspieler in Hollywood groß rauszukommen, Bob versucht seiner Internetliebe May die Behinderung zu verheimlichen - viel mehr gibt's da nicht) reicht vollkommen aus, immer neue Zwillingsgags werden präsentiert - nicht jeder zündet so richtig, amüsant bleibt's aber auf jeden Fall immer. Seltsam übrigens daß die für mich größten Lacher bei den anderen Leuten im Kinosaal eher weniger ankamen!? Hmmm, hab wohl einen eigenwilligen Humor... ^^
Schade ist der kleine Durchhänger den der Film in der zweiten Hälfte bekommt, hier driftet die Geschichte etwas zu sehr in die Ernsthaftigkeit, ins Sentimentale ab und verliert dadurch ein bißchen an Schwung. Was soll's, das ist dafür dann auch der einzige wirkliche Kritikpunkt den ich nennen kann.

Ein Lob gebürt dem Film für seine gute Besetzung:
Matt Damon und Greg Kinnear überzeugen total in ihrer Rolle als siamesische Zwillinge (optisch ähneln sie den "Dumm und Dümmer"-Protagonisten). Die beiden spielen charmant, liebenswert und lustig ohne dabei albern zu sein. Neben einigen netten Gastauftritten u.a. von Meryl Streep glänzt vor allem Cher, die sich selbst ganz gehörig auf die Schippe nimmt - find ich klasse daß sie so etwas mitmacht (ich sag nur: Bettszene... *grins*)!
Die Nebencharaktere tragen natürlich ebenso zum guten Gelingen des Films bei, sei es die Kelly-Bundy-mäßig doofe April, der Vermieter der stets Angst hat von seiner Frau beim Schlafen entdeckt zu werden oder der alte Manager der mit seinem Wägelchen wohl jedem anderen Auto davon fahren könnte... ^^

Fazit:
"Unzertrennlich" ist eine temporeiche, skurrile Komödie bei der sowohl das Niveau der Gags als auch die sympathischen Charaktere voll überzeugen können. Zwar läßt der Film in der zweiten Hälfte ein bißchen nach und auch einige Klischees bleiben nicht aus, doch allzu störend wirkt sich das nicht aus. Peter und Bobby Farrelly gehen sensibler mit dem Thema Behinderung um als man es von ihnen erwartet hätte und "Stuck On You" bringt dem Zuschauer sogar eine Message rüber, vor allem denen die nach wie vor Berührungsängste gegenüber Behinderten haben (hab ich bei den Maltesern schon lange verloren *smile*).
Ach ja: Die Musicalnummer am Ende des Films ist natürlich Geschmackssache, ich hätte sie nicht unbedingt gebraucht... ;)

Cya next time!
Thommy

___________________________________________
"Stell Dir mal vor Du masturbierst ganz für Dich allein wie es der Herrgott gewollt hat..."
"Wovon redest Du bitte??"
"Komm schon, letzte Nacht hatte ich das Gefühl ich würd neben 'ner Rüttelmaschine schlafen!"
(Stuck On You)



Name: Jürgen B.
Email: Boehm51167@yahoo.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Absolut witzige Komödie mit zwei Hauptdarsteller in Bestform !!!



Name: Jaques Anorack
Email: jaques.anorack@gmx.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)


Bin vor lachen fast aus dem Stuhl gefallen!
Unbedingt ausleihen falls noch nicht gesehen!!!

MfG
Jaques



Name: Hans Wurst
Email: nix@gibts
Bewertung:                      (9 von 10 Augen)

Unbedingt ansehen: Zum wegschmeissen !
Wirklich gut !



Dein Kommentar zu diesem Film:
Name:
Email:
Bewertung: von 10 Augen