Die Klasse von '99: "Schule" war gestern - Leben ist jetzt!

coming-of-age-drama, brd 2003
original
 
regie
marco petry
drehbuch
marco petry
cast:

matthias schweighöfer,
tim sander,
axel stein,
anna bertheau, u.a.

spielzeit
93 min.
kinostart
30.10.2003
homepage
http://www.die-klasse-von-99.de
bewertung

(6/10 augen)





 

 

 

 



 


Vor drei Jahren brachte Marco Petry, frisch von der Filmhochschule kommend, sein Kinodebüt "Schule" auf die Leinwand - ein Teenie-Film, den Kritikerkollegen die niemals jung waren oder schon lange vergessen hatten, dass sie es mal waren, als oberflächlich und banal bezeichneten. Womit sie ironischerweise sogar recht hatten, nur nicht so, wie sie dachten: Natürlich war "Schule" irgendwie banal, aber das war ja das Schöne daran. Ein Film, der die trivialen Kleinigkeiten des Schul- und Teenie-Alltags einfing, wie es noch kein deutscher Film wirklich getan hatte (oder für nötig befunden hatte?), und sich ergo eine zwar junge, aber sehr dankbare Fangemeinde aneignete. Petry indes bescheinigte sich selbst ein unaufdringliches, aber sehr gutes Auge für die kleinen Details, die aus einem simplen Filmszenario ein Stück Realität machen.

Drei Jahre später kommt nun "Die Klasse von '99", Petrys zweiter Film, und konsequenterweise sind seine Figuren auch drei Jahre älter geworden, das Grundszenario ist aber immer noch dasselbe: Junge deutsche Menschen zwischen sorgloser Jugend und dem Ernst des Lebens. Doch während "Schule" noch recht ungezwungen in der (letzten) Freiheit des Teenagerseins baden konnte, wird der Tonfall nun schon deutlich ernster. Denn für die Protagonisten in Petrys Zweitwerk ist das Erwachsen-werden-Müssen kein Problem in der Ferne, sondern im Jetzt und Hier.
Die zentrale Figur ist Felix (Matthias Schweighöfer aus "Soloalbum"), der nach kurzer Abwesenheit für den Rest seiner Polizeiausbildung in sein Heimatkaff nahe der holländischen Grenze zurückkehrt, und dort alles mehr oder weniger wie vorher vorfindet. Sein bester Freund Sören (GZSZ-Veteran Tim Sander) dealt nach wie vor mit Dope, inzwischen allerdings in größerem Rahmen, und zu seinen besten Kunden zählen die alten Cliquen-Kumpel Schmidt (Axel Stein) und Hausschild (Thomas Schmieder). Alles wie früher, zurück in die unbeschwerten Zeiten mit den Jungs. Oder auch nicht. Langsam wird klar, dass die Sorglosigkeit vorbei ist, dass die Jungs nicht die alten Zeiten fortleben, sondern in ihnen fest hängen, und dass früher oder später die Erkenntnis einsetzen muss, dass es so nicht weiter geht. Als Sören seinen besten Freund Felix bittet, seinen Job bei der Polizei zu nutzen, um ihm wertvolle Tipps für einen sicheren Drogenschmuggel über die Grenze zu geben, ist das zunächst eine Selbstverständlichkeit. Doch bald verschwimmen die Grenzen zwischen Pflichtbewusstsein und Freundschaftsdienst, und Felix muss mehr als eine wichtige Entscheidung treffen.

Das mag soweit ein bisschen schwammig klingen, was einerseits daran liegt, dass natürlich nicht zuviel vom Inhalt verraten werden soll, andererseits aber auch daran, dass es einfach schwammig ist. Auch wenn Petry seine Stärken der genauen Beobachtung hier wieder bestens zur Schau stellt - wo er mit seiner Geschichte hin will (bzw. was seine Geschichte eigentlich ist) bleibt viel zu lange viel zu unklar. Ähnlich eintönig und ereignislos wie das Kleinstadtleben seiner Protagonisten dümpelt der Film wenig zielgerichtet vor sich hin, um dann ausgerechnet durch einen Plot-Katalysator in Gang gesetzt zu werden, der gänzlich an den Haaren herbei gezogen wirkt. Ein tragischer Unfall soll die verstopften Köpfe der Freunde frei räumen, löst indes zunächst nur Verwirrung beim Zuschauer aus, der von diesem beliebig erscheinenden Ereignis überrumpelt, aber nicht ergriffen wird.
Weiterhin tut sich Petry keinen Gefallen damit, ausgerechnet das sattsam bekannte Story-Gerüst des Polizisten mit dem kriminellen besten Freund zu benutzen. Das riecht zu sehr nach Klischee und ist eine etwas dürftige Lösung für einen Regisseur/Autor, der sich ansonsten als solch ein guter Analytiker der jungen Archetypen von Kleinstadt-Deutschland erweist.
Denn hier ist es, wo Petry wieder einmal kräftig punktet: Die Kleinigkeiten stimmen einfach. Das poserhafte Gehabe eines harmlosen Möchtegern-Prolls wie Schmid (Axel Stein erweist sich einmal mehr als stilles Schauspiel-Wunder mit den besten Sprüchen), die Abhänge-Wohnung von Sören, das Kaff mit dem einen einzigen Laden, in den man weg gehen kann - ganz genau wie bei "Schule" wird hier jeder Zuschauer, der auch nur ansatzweise etwas ähnliches durchlaufen hat, in der einen oder anderen Form viel Bekanntes wieder finden können.
Im Gegensatz zu "Schule" kann sich "Die Klasse von '99" allerdings nicht mit Verallgemeinerungen davon stehlen, da der Film einfach nach komplexeren Figuren verlangt und die Probleme von jungen Leuten Anfang Zwanzig eben nicht mehr so pauschal gefasst werden können wie von den 16-19jährigen aus Petrys Debüt.
Ebenfalls stößt es schon etwas sauer auf, wenn zum Beispiel die Rolle von Sörens Freundin Simona (Anna Bertheau aus "Wie Feuer und Flamme") so kurz ausfällt, dass man sie auch gleich hätte weglassen können - wenn nicht gerade die Tatsache, dass sie Felix' ewiger Jugendschwarm war noch das alte Süppchen aufkocht, dass hier für ein Mädel Vertrauensbruch unter Freunden begangen wurde. Die eingestreuten Gastauftritte der halben Belegschaft von "Schule" sind nett gemeinte Side-Gags, aber schlussendlich auch irgendwie überflüssig, da der Film an diesen Stellen eher wie ein lustiges Klassentreffen wirkt und sich somit ins eigene ernsthafte Fleisch schneidet.

Trotz vieler Mankos, unausgegorener Subplots und unglücklicher Storyführung hinterlässt "Die Klasse von '99" dennoch seine Wirkung. Die konsequent verhangene Stimmung (man kann sich nachher nicht entsinnen, dass im Film einmal die Sonne geschienen hat) dokumentiert subtil, aber deutlich den Kater nach der durchfeierten Jugend, wenn man sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, dass die Dinge anders werden müssen - und sich diese Notwendigkeit trotzdem nicht ändern lässt. Petry inszeniert die Qual des Erwachsen-werden-Müssens quasi in Zeitlupe, und macht sie so umso spürbarer. So gesehen ist "Die Klasse von '99" eine konsequente Fortführung von "Schule", allerdings anders als es der Verleih mit dem stupiden Untertitel ("Schule" war gestern - Leben ist jetzt!) zu suggerieren versucht: Hier wartet nicht mehr Spaß, mehr Leben, mehr alles, sondern nur die ernüchternde Erkenntnis, dass die besten Jahre vielleicht wirklich schon vorbei sind. Das mögen manche Kritikerkollegen wieder als banal abstempeln. Aber immerhin macht Marco Petry wenigstens Filme, in denen man sich wieder finden kann. Und dafür kann man auch nochmal Danke sagen.

F.-M. Helmke

 


Name: wacher
Email: wacher@wacher.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

na klar - sieht man schon am Trailer ( http://www.die-klasse-von-99.de/index.php?site=html/large.html ). ENDLICH mal ein Film, der wenigstens ein bisschen Wahrheit wiederspiegelt !



Name: erstaunt
Email: keine@tonline.de
Bewertung:           (4 von 10 Digital Eyes)

Frage?
Wieso wertest du einen Film, den du noch gar nicht gesehen hast? Eure Vorfreude in Ehren, aber das gibt keinen Sinn.
Habe den Film im Preview gesehen und erlaube mir daher eine Wertung: Ganz nett, aber irgendwie öde. Wer auf dem Dorf groß wurde, weiß, dass es nicht aufregend ist. Der Film allerdings weiß nicht so recht, was er eigentlich erzählen will.
Als Kurzfilm wäre es in Ordnung gegangen. Als Langfassung zuviel Gelaber, zu wenig Konkretes, zu wenig Inhalt.



Name: nuno
Email: nuno@nova.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Habe den Film ebenfalls als Sneak gesehen und war direkt persönlich getroffen: ich fand es geradezu beruhigend, dass großes Kino doch noch ohne große "Events" realisierbar ist, d.h. ohne absurde Helden-Story, ohne Plot jenseits der Autentizität, ohne Klischees von Klischees. Ich habe selten die mir gut bekannte Kleinbürgerlichkeit so ungeschminkt präsentiert bekommen, ohne dass der moralische Zeige- oder auch der Effe-Finger erhoben wurden. Der Traum von "guten alten Zeiten", Probleme mit der Gegenwartsbewältigung und Zukunftsängste, gekoppelt an die erfahrene Sozialisation und die gegebenen gesellschaftliche Zwänge, machen doch das Leben aus, indem erfahrungsgemäß doch die meisten "Subplots" und "Storys" unvollendet bleiben.
Herzlichen Glückwunsch an Marco Petry, weiter so!



Name: Dirk Grizan
Email: dirk@grizan-web.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

hab den film als sneak gesehen. cool! die filmmusik gefällt mir auch.
besonders der track von peter haubfleisch, aka fresh moods (rhythmbreeze), welchen ich selber noch aus meiner abi(party) zeit kenne. schade nur, dass ihn sich karma jetzt auf die fahnen schreibt, da ich auch im abspann nicht den waren künstler (www.freshmoods.com) lesen konnte. nicht schön sowas...



Name: Ercan
Email: ercan@gmx.net
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Moechte Stellung nehmen zu dem Beitrag von Dirk. ich persoenlich bin ebenfalls ein Fan von Elekrolux. Demnach ist mir der Künstler bekannt. ich finde es absolut unpaesslich, solte sich das bewahrheiten. hier sieht man ganz deutlich wie die managementpolitik ihre eigenen regeln folgt. schade, da diese nummer ja schon seit 10 jahren zu den kulttracks der spacenight (www.spacenight.de) zaehlt.



Name: Zu Ercan und Dirk
Email: keine@keine.de
Bewertung: -

Zu Ercan und Dirk: Etwa 80 Prozent der Filmmusik von "Die Klasse von ´99" stammen aus der Feder von Karma, und deshalb werden (natürlich und logisch) Karma auch in den Anfangstiteln als Komponisten aufgeführt, obwohl eben diese Anfangstitel mit "Rhythmbreeze" von Fresh Moods unterlegt sind. Fresh Moods selber werden - wie alle anderen Künstler auch - in den Abspanntiteln genannt, wie sich das gehört.



Name: Sunspecter
Email: Sunspecter@t-online.de
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Ich habe den Film soeben in der Sneak gesehen, und muss sagen, dass ich positiv überrascht worden bin (nach anfänglichem "Lasst uns hier verschwinden!").

Atmosphärisch haut der Titel IMO voll rein. Die Dialoge sind realitätsnäh und überhaupt nicht hollywoodmäßig übertrieben. Die Charaktere wirken dadurch sehr lebensecht und nicht "erfunden". Der monotone Soundtrack mit seinen tiefen Bässen tut sein übriges...

Natürlich sind die Story Twists aus den Fingern gesaugt. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir genau diesselbe Story schon tausendmal irgendwo gelesen/gesehen.
Dennoch: Ein sehr lebensnaher Film mit einer guten Darstellerriege und überzeugenden Dialogen. Vielleicht gewöhne ich mich ja doch eines Tages an das deutsche Kino...

Gruß,

Sunspecter



Name: rickie
Email: sagich@nicht.de
Bewertung: -

also ich hab kein Problem damit, zuzugeben, dass mich der Sneak Preview vom Film voll 'erwischt' hat -genau so siehts bei uns nämlich aus ;-)

Logisch, dass Leute, die sich für ganz besonders cool halten müssen, den Film wohl nicht gutfinden können. Denn die Wahrheiten dahinter sind eben 'uncool' - also nicht unbedingt schön. Und genau so ist es doch....

Werd mir den Film nochmal genau anschauen, wenn er startet !



Name: lukas
Email: bessernicht,sonstwerdichbelästigt
Bewertung:         (3 von 10 Digital Eyes)

Habe den Film gerade im Kino an einem absolut öden Sonntag gesehen, an dem man sonst nichts machen konnte.
Als erstes sollte man eigentlich sagen, dass man den Film gar nicht mit "Schule" vergleichen darf, denn bei "Die Klasse von 99" handelt es sich schließlich nicht um eine Komödie. Da es aber nun mal beides Filme von Marco Petry(und einige der Darsteller in beiden Filmen mitwirken)werden sie zwangsläufig verglichen. Im direkten Vergleich bleibt "99" Meilen!! hinter "Schule". Meine Kritik im einzelenen:

POSITIV:
- gutes Einfangen der Atmosphäre durch den Soundtrack
und die kühlen Bilder
- gute (jedoch zu wenige) Beobachtungen von alltäglichen Situationen- wenn z.B.Axel Steins Charakter bei einem Klassentreffen erwähnt, dass dort einer seiner ehemaligen Mitschüler immer noch die BRAVO HITS 94 auflegt
(eine CD, die in meinem Freundeskreis ab und zu immer noch aufgelegt wird, nach dem Motto "Ach du scheiße, das waren noch Zeiten.")

NEGATIV:
- auf die Vorgeschichte der Charaktere wird zu wenig eingegangen, weshalb man mit den Figuren nicht wirklich "warm" wird
- die Geschichte des Films (teilweise fragt man sich worauf der Regisseur/Autor hinaus will)wurde schon oft genug und besser! erzählt
- zum Ende hin wird es immer unrealistischer = eine der Nebenfiguren stirbt (völlig überflüssigerweise für die Handlung)und man trauert noch nicht einmal wirklich um sie(siehe erster NEGATIV-Punkt)
- es gibt nicht eine einzige Szene, an die man sich so erinnert wie an die "See-Szene" aus "Schule" (jaja, ich weiß, schon wieder ein Vergleich)



Name: D
Email: bessernicht,sonstwerdichbelästigt (II)
Bewertung: -


Dank Gott das war eine Freikarte! Ich hab schlechte Filme gesehen, aber so schlecht nicht. Überhaupt keine interessante Handlung, keine Spannung, kein Humor, der Hauptdarsteller gibt ein sehr schlechten Eindruck (ich hab mir gedacht er wurde an einem Herzinfarkt im Mitte des Filmes sterben). Er gibt einen schwachen Eindruck, beides körperlich und geistig. Das Ende ist auch total "witzlos" und uninteressant... das einzig das mich beruhigt hat, ist, dass das Film zum Ende war.

So ein Film sollte sogar nich im Fernseh laufen, um Zeit zu verschwenden gibt es eindeutig bessere sachen zu tun.



Name: C
Email: verratichnicht@nein.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Ich habe den Film bereits ein paar Tage vor der Premiere gesehen. Das Problem bzw. Spannende an diesen Vorstellungen ist immer, dass man nie weiß, welcher Film wirklich kommt. Letztes Mal hatte ich mit "Ein ungleiches Paar" wirklich noch Glück, aber dieses mal umso weniger. Zum Glück hat die Karte nur 2.50? gekostet, denn sonst hätte ich mit hoher Wahrscheinlichkeit mein Geld zurückverlangt.
Sicher spiegelt der Film mehr das wirkliche Leben in einer Kleinstadt wieder, aber muss man so etwas in einen ganzen Kinofilm packen? Mit einer witzigen oder wirkliche tiefgründigen Handlung wäre das sicher besser gewesen, aber der geistig immer leicht abwesend zu scheinende Hauptdarsteller kann hier die (fast) nicht vorhandene Handlung leider auch nicht mehr retten.
Das Einzige, was die Zuschauer an diesem kalten Abend noch hielt, war wohl der beheizte Kinosaal.

Ich behaupte das wirklich nicht von vielen Filmen, aber dieser ist wirklich Geldverschwendung!



Name: Stranger
Email: wayneinteressierts
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Gestern Abend gesehen, verdammt realistisch, verdammt hart. Meine Freundin konnte nix damit anfangen aber mich hat der Film schon berührt. Nach "Schule" hatte ich Tränen in den Augen weil ich die Zeit gerne nochmal erlebt hätte, nach diesem Film möchte man am liebsten ganz schnell erwachsen sein. Für Vorstadtkinder der Generation Golf und auch jüngere allemal sehenswert.



Name: Melanie
Email: korly@gmx.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Sehr Sehr geiler Film!
Tolle Story - mal was ganz anderes.
Tolle Schauspieler - Matthias Schweighöfer ist echt der Hammer und sonst sind auch alle Rollen authentisch.

Muss man gesehen haben!



Name: Eugen
Email: RC222@web.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

möchte so viele augen geben
da ich finde das das ein richtig guter film was ein film mit sind ohne großartige action aber trotzdem gut einfach nur ein film aus dem leben!



Name: Birke
Email: birke@birke.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ein Film, der wirklich Birke ist!!!



Name: Benjamin Kull
Email: Hydropsi@aol.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Marco Petry – Die Klasse von 99

Marco Petry`s Nachfolgefilm nach Schule ist trotz deutscher Eliteschauspieler wie Mattthias Schweighöfer und Axel Stein an den Kinokassen gefloppt. Zu recht : Die Geschichte eines Jugendlichen, der ein halbes Jahr nach seinem Abitur und einer schlecht begonnen Polizistenkarriere nach Hause zurückkommt, und seinen türkischen Freund Sören verhilft Drogen über die holländische Grenze zu schmuggeln erweist sich als langatmig und monoton ...

Marco Petry schaffte nach seinen ersten Kurzfilmen „1 Portion Fritten“ und „Poppen“ mit seinem erstem Kinofilm „Schule“ den Durchbruch. In seinem zweiten Kinofilm „Die Klasse von 99“ sind die Stars bereits 3 Jahre älter und befinden sich auf dem Weg ihre gut behütete Jugend hinter sich zu lassen und Erwachsen zu werden. „Die Klasse von 99“ hat es nicht geschafft ein kommerzieller Erfolg zu werden, wie die schnelle Absetzung aus dem Kinoprogramm deutlich zeigte. Die zeitlupenartige, verschwommene Umsetzung des Films ist bedauerlich, denn die Idee in einem Film zu zeigen wie ein ehemaliger Schüler erstmals von seiner gescheiterten Lehre nach Hause in sein ehemaliges Landleben zurückkehrt um dort wieder auf Werte wie Sicherheit und Stabilität des Mittelstandes zu treffen hätte eigentlich ein nachdenklicher, intensiver Film werden können. Das Stadium zwischen sorgenloser Jugend und dem Ernst des Leben wird heute nämlich nur selten von den Medien aufgegriffen. In dem Film kehrt Felix (Matthias Schweighöfer) erstmals von seiner gescheiterten Ausbildung als Polizist nach Hause zurück um dort eine andere Polizeischule zu besuchen. Hier trifft er wieder auf seinen ehemaligen Freund Sören (Tim Sander, bekannt aus GZSZ), der als Dealer Drogen über die holländische Grenze schmuggelt, seine frühere Clique mit Scmidt (Axel Stein) und Hausschild ( Thomas Schmieder), seine Jugendliebe Simone (Anna Bertheau) , dessen gemeinsame Affäre den romantischen Teil des Films darstellen soll, und seine Eltern, die ihm fremd geworden sind. Sören bittet Felix beim Rauchen eines Joints ihm zu helfen Drogen über die holländische Grenze zu befördern. Felix geht darauf als Freundschaftsdienst ein anstatt darauf hinzuweisen, dass ihn die Aktion seinen Ausbildungsplatz bei der Polizei kosten könne. Dabei hält Marco Petry an der Darstellung des Klischees des Polizisten mit dem ausländischen, kriminellen Freund viel zu lange fest. Seine anderen Freunde werden dagegen nur schwammig vorgestellt, klar wird das Schmidti sich für einen Weiberhelden hält. Er stirbt bei einem Autounfall und Felix muss am Unfallsort aushelfen. Der Autounfall soll die Wende des Films thematisieren und den Aufbruch der Jugendlichen aus ihrer gescheiterten Vergangenheit bewirken. Allerdings wird dieser letztendlich so dargestellt, dass der Zuschauer lediglich unbetroffen und ein wenig ratlos dem Unfall entgegenschaut. Witz und beißende Ironie fehlen Axel Steins Rolle. Simone und Felix kommen zusammen und als Felix die Vorfälle zu viel werden möchte er eigentlich gerne mit ihr aus dem Alltag flüchten, allerdings weiß er weder wohin, wie er seinen Lebensunterhalt verdienen möchte und wie sie in der Ferne ihre Lehre beenden könnte. Ihre Rolle erscheint fast gleichgültig und hätte eigentlich weggelassen werden können. Seine Mutter empfängt ihn mit offenen Armen, allerdings scheut Felix ein Gespräch mit ihr und kommentiert dies ironisch : „Ich kann auch nichts dafür, dass Du den ganzen Tag zu Hause herumstehst und nichts zu tun hast.“ Die Kurzauftritte der „Schule“ Stars wirken dümmlich. Als Zuschauer merkt man in solchen Momenten nicht nur wie die einzelnen Darsteller sich in ihrem Leben immer mehr verzetteln, sondern auch wie der Film generell von einer klaren Linie abweicht und immer schwammiger wird.





Name: Olaf Materne
Email: Hagen30@gmx.net
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Eines vorweg: Bei diesem leisen Film handelt es sich um eines der wenigen gelungenen ernsthaften Teenie-Dramen der letzten Jahre, dessen Stilmittel in erster Linie auf der Vermittlung von Glaubwürdigkeit basieren. Die Kids benehmen sich nicht wie totale Geistesgestörte in den meisten Teenie-Klamotten, sondern versuchen, mit einem Kloß im Hals, das Beste aus ihrer Situation hinzukriegen, als sie die traurige Feststellung machen müssen, wie schön die Schulzeit war und wie spießig die Arbeitswelt.

Schon früh wird klar, dass Sören nicht wirklich der nette „beste Freund“ ist, den Felix so gerne in ihm sehen möchte. Felix ist zurückgekehrt in seine geliebte Heimatstadt und zeigt sich sehr geneigt, mit großer Nostalgie noch einmal die Momente seiner Jugend zu erleben. Höhepunkt der damaligen Fünfer-Clique Felix, Sören, Schmidt, Hausschildt und Simona: Das Abitur vor drei Jahren. Inzwischen sind die Höhepunkte dünn gesät. Felix hat sein Studium in einer fremden Stadt geschmissen, weil die Ausbilder streng waren und weil sein Zimmergenosse ihn genervt hat. „Hauptsache, dass du wieder hier bist“, begrüßt ihn Sören zunächst freundlich, zeigt aber auch skrupellos, dass er sich die gemeinsame Flamme Simona unter den Nagel gerissen hat. Das nimmt Felix nicht ganz leicht, aber er akzeptiert es. Neue Kontakte sind gewonnen – allerdings fragwürdige: Sören hat sich mit Schmugglern und Dealern eingelassen. In zwei Szenen sind bedrückt wirkende Hauptdarsteller aus dem inoffiziellen, wesentlich schwächeren Vorgänger „Schule“ zu sehen. In der Fünfer-Gruppe ist es zu Gruppenbildung gekommen. Simona spricht eigentlich nie mit Hausschild oder Schmidt, Sören und Felix sind ein Grüppchen für sich. Ersterer nutzt den braven Felix für seine Schmuggelfahrten nach Holland aus. Die Pointe. Felix besucht nebenbei eine Polizeischule...

Mit seiner Mutter gibt es Schwierigkeiten. Ein Beispiel bietet folgende bemerkenswerte Szene: Freundlich erkundigt sie sich nach seinem ersten Tag in der Polizeischule. Als Felix seinen Unwillen zeigt, darüber zu reden, und sie dennoch nachbohrt, flüchtet er sich in einen Gegenangriff: „Ich kann nichts dafür, dass du die ganze Zeit zuhause herumsitzst und nichts zu tun hast!“ Damit trifft er ins Schwarze, denn seiner erstaunten Mutti klappen die Mundwinkel runter. Für den Rest des Films gibt es nur noch zwei Szenen zwischen Felix und seiner Mutter – als er ihr Verständnis für seinen beruflichen Unwillen gewinnen will, während sie am Computer spielt und ihm ziemlich grimmig mit dem Argument kommt, für irgendwas müsse er sich langsam entscheiden. Daraufhin entscheidet sich Felix - ins Wohnheim der Polizei zu ziehen. Später beobachtet er sie beim Ausladen der Einkäufe aus dem Auto und geht wieder von dannen.

Als es eine Annäherung zwischen Felix und Simona zu geben scheint, wird quergeschaltet zu Sören, der zeitgleich in einer Disko illegale Pillen verteilt und vom Hausdealer Prügel bezieht. Wenn er wissend in die Kamera starrt, sieht es fast so aus, als habe er die Szene zwischen Felix und Simona direkt vor Augen. Aber auch der Streit um die gleiche Frau bleibt nur eine Episode.

Die Entschlüsse von Felix sind schnell gefasst - und ebenso schnell wieder gebrochen. Er schwankt zwischen der Sehnsucht nach Zugehörigkeitsgefühl und dem Wunsch, die große weite Welt zu entdecken. Damit stellt er die Prämisse der klassischen Kiddie-Geschichten auf den Kopf: Hänschen klein will in die Welt hinausziehen und stellt fest, zuhause ist es doch am schönsten...

Will man den Streifen von vorne bis hinten aufrollen, bleibt man zunächst hängen am Titel, dessen Verwechslungsgefahr mit einem Actionfilm leider auch bei ciao nicht Halt gemacht hat. Die Extras der DVD sind nicht zu verachten. Zwar werden nur insgesamt drei geschnittene Szenen gezeigt, die leider nur die Länge von knapp vier Minuten haben, dafür sind sie umso sehenswerter und hätten dem fertigen Film nicht geschadet. Lediglich das Schneiden der Szene zwischen Sören und Hausschild erweckt Verständnis, da es noch vor dem ersten Treffen zwischen Felix und Sören statt gefunden hätte (und damit vor der ersten Szene) und die Aufmerksamkeit von Held Felix unnötigerweise auf die blasse Nebenfigur Hausschild abgelenkt hätte. Die zweite Szene hat dem Regisseur zufolge die Bedeutung zu zeigen, wie sehr Sören und Felix über den vorbeirauschenden Zahn der Zeit bestürzt sind, der dafür gesorgt hat, dass eine ehemalige Mitschülerin inzwischen zwiefache Mutter ist. Die dritte und beste gestrichene Szene handelt von Schmidt und Hausschildt, die durchs verlassene Schulhaus eilen und auf ein kunstvoll gefertigtes Miniatur-Gebäude des damaligen Neuntklässlers Schmidt stoßen, das seinerzeit den ersten Preis gewonnen hatte. Schmidt betrachtet es wehmütig wie eine verpasste Chance und wendet sich abrupt ab. So ganz klar geht aus den Kommentaren des Regisseurs nicht hervor, warum er die Szenen streichen musste.

Bei den Interviews wird nicht geschwafelt, und die Filmographie der Darsteller ist gut gemeint, allerdings teilweise identisch mit den Biographien in der Begleitbroschüre (immerhin gibt es eine).

Trotz gelegentlich lauter Momente handelt es sich insgesamt um ein ausgesprochen lyrisches Werk mit vielen Feinheiten. Auch wenn vieles nur Episode bleibt, was aber sicherlich bewusst inszeniert wurde: Nämlich die Probleme jedes Einzelnen. Die anfangs nur schwach angedeutete Resignation von Sören, Simona und Hausschild, die stärker bei Felix und Schmidt zum Ausdruck kommt. Hausschild wird wie schon erwähnt sehr blass dargestellt, aber auch das ist gewollt – kein Zufall, dass eine ehemalige Lehrerin über die Blässe des Jungen staunt, welcher dermaßen zum Außenseiter der Clique stilisiert wird, dass er selbst am Rande vom Zuschauer kaum wahrgenommen wird. Drogen und Playstation repräsentieren seine Welt, mehr nicht. Hauptfigur Felix wird gut gespielt, wenn auch mit sparsamen Mitteln – Standardmittel ist ein nettes, unsicheres Lächeln, um die Ziellosigkeit der Figur zum Ausdruck zu bringen. Die Darstellerin der Simona nennt ihre Figur „naiv“, und die Bezeichnung ist wohl zutreffend. Sie weiß ebenfalls nicht so richtig, was sie will („Ich will mit dir zusammen sein!“ sagt sie zwar zu Felix und fügt hinzu: „Vielleicht.“) Sören wird als sympathischer Kotzbrocken repräsentiert, mit dem Vokabular eines Pubertierenden und dem Habitus eines Gangsters. Je schlechter es ihm geht, desto besser kleidet er sich, wie der Regisseur treffend im Audiokommentar hinzufügt. Die guten Leistungen der Schauspieler stellt Axel Stein als Schmidt in den Schatten – anfangs gewohnt lustig und derb, gewinnt Schmidt für einige Szenen an nicht geahnter Tiefe. Seine Komplexe über seinen Status als Helfer von Papa auf dem Hof („Ich bin kein Bauer, sondern Landwirt!“) sowie seine ungeschickten Anmachen ohne Ergebnis führen bei ihm zum großen Frust, der sich in Gewalt und Alkoholabhängigkeit ergießt.

Der feine Unterschied zu herkömmlichen Teeniefilmen: Trotz mancher Klischees werden die Jugendlichen eben nicht als hirnlose und sabbernde Irre vorgeführt, sondern als zwar spaß-, aber auch mühsam pflichtbewusste Sinnsucher.




Name: Banker
Email: delbopore@gmx.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Hab den Film vor kurzem auf Video gesehen.
Bin 22 Jahre und war tief erstaunt, da ich in derselben Lage bin.
Denke ich nehme demnächst auch den Zug...



Name: PoiSoN
Email:
Bewertung:             (5 von 10 Digital Eyes)

Die Idee war auf jeden Fall gut, aber an der Umsetzung haperte es dann doch, so war z.B. die Liebesgeschichte, wenn man mal an das Ende denkt, ziemlich vermurkst. Alles in allem ein recht halbherziger Film
5 von 10 Augen.



Name: PMA Hilser
Email: nix da
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ist ein super film einfach nur klasse, blöd nur das es kein Orginal soundtrack gibt gruß Euer pma



Name: WLD87
Email: wld87@hotmail.com
Bewertung:   

Hallo kann mir einer sagen wie das lied am schluss heißt also im abspann als die namen da alle stehen...?
wenn ja wer nett wenn mir der jenige das per e-mail schickt
danke im vorraus



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Bewertung: von 10 Augen