Um
einen spektakulären Werbefilm für eine neue digitale Videokamera
zu drehen, macht sich ein hochmotiviertes Produktionsteam auf den
Weg in die österreichischen Alpen an der Grenze zu Jugoslawien.
Dort beziehen sie Quartier in einer hochgelegenen ungenutzten Festung.
Diese dient jedoch ausgerechnet auch dem serbischen Kriegsverbrecher
Pavle (Klaus Löwitsch) als geheime Zuflucht, denn der hat der
Öffentlichkeit gerade erfolgreich seinen Tod vorgetäuscht.
Als das Fernsehteam diesen nun beiläufig auf Video aufnimmt,
beginnt eine dramatische Verfolgungsjagd, bei der es vor allem auf
die Akrobatik der jungen Draufgänger ankommt.
Wer nun bei aufwändigen Stunts im Schnee sofort an das unselige
Showspektakel "Feuer und Eis" denkt, liegt hier nur zum
Teil richtig. Denn während der Willy Bogner-Film (und auch
dessen noch schlimmere Fortsetzung "Feuer, Eis und Dynamit")
eigentlich nur eine als Spielfilm getarnte Werberolle ohne durchgehende
Handlung war, bietet "Extreme Ops" schon eine klassische
Story. Wenn man es positiv formulieren will jedenfalls, denn sonst
darf man auch gern die Begriffe "klischeehaft" und "haarsträubend"
verwenden. Der Schwerpunkt und den "Kaufanreiz" sollen
aber auch hier natürlich
die Stunts und Actionsequenzen bilden und daher bleiben die Charaktere
fast zwangsläufig flach und eindimensional und die jugendlichen
Draufgänger und Pistenakrobaten mit ihrer "Ihr könnt
uns alle mal"-Attitüde sogar eher unsympathisch. Jana
Pallaske ("Engel & Joe") spricht dabei aber immerhin
in der Originalfassung ein fast akzentfreies Englisch und renommierten
Namen wie Rufus Sewell ("Dark City") und Heino Ferch darf
man zumindest glauben, dass sie bei den Dreharbeiten tatsächlich
eine Menge Spaß hatten, wie Ferch uns im Filmszene-Interview
versichert. Lediglich dem kürzlich verstorbenen Klaus Löwitsch
hätte man für seine letzte Rolle dann doch etwas Besseres
gewünscht, als den hier verkörperten schmierigen Bösewicht.
Genau
dieser Löwitsch wirkte allerdings auch schon bei "Feindliche
Übernahme" mit, einer weiteren deutschen Produktion,
die eher erfolglos versuchte, gängige Hollywoodkonzepte zu
kopieren. Und so verständlich der Wunsch nach einheimischen
Actionfilmen und Thrillern im amerikanischen Stil auch ist, so stellt
sich doch die Frage nach dem Sinn und den Erfolgsaussichten. Denn
nicht nur, dass hier die eigentliche Herkunft fast schamhaft verschleiert
wird, auch die Machart und das Ergebnis reichen dann eben doch meist
nicht an die Vorbilder heran. Das gilt leider auch für "Extreme
Ops", der zwar einigermaßen unterhalten kann und auch
ein bisschen was fürs Auge bietet, aber so "extreme"
sind die Verfolgungsjagden im Schnee dann auch wieder nicht. Und
dass ausgerechnet die als Haupteffekt gedachte Abfahrt vor einer
heranrollenden Schneelawine nur wenige Monate vorher bei "XxX"
wesentlich atemberaubender präsentiert wurde ist wohl einfach
Künstlerpech. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Dramatik
in der Handlung erst nach einer knappen Stunde einsetzt - und diese
Auseinandersetzung dann auch noch recht schnell und eher unspektakulär
endet - bleibt für das Experiment "Extreme Ops" leider
nur eine Wertung knapp unterhalb des Durchschnitts.
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