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"One
Band, One Sound" lautet das Motto für die Marschmusik-Band
von Dr. Lee, die dieser an der A&T-University in Atlanta seit
Jahren fest im Griff hat. Und dieses Prinzip lässt sich der
gewissenhafte Kapellmeister auch nicht von dem talentierten jungen
Trommler Devon kaputtmachen, der durch sein undiszipliniertes und
respektloses Verhalten einen Rausschmiss aus der Band geradezu provoziert.
Viel unangenehmer ist da für Dr. Lee schon der ständige
Druck durch seinen Universitätsdirektor, denn der möchte
endlich mal wieder den Musikwettbewerb gegen die Erzrivalen vom
Morris Brown College gewinnen. Deren Übungsleiter begeistert
nämlich mit modernen Mätzchen und feurigen Rhythmen das
Publikum, während die biedere Musikauswahl von Dr. Lee seinem
Vorgesetzten regelmäßig die Zornesfalten ins Gesicht
treibt. Und so stellen sich am Tag des großen Finales die
unvermeidlichen Fragen: Wird der rebellische Devon seine Mitstreiter
zum Sieg trommeln? Darf er überhaupt mitspielen? Gibt es ein
Kinopublikum, das sich tatsächlich für Spielmannszüge
interessiert?
Denn wer dies nicht voraussetzt und einfach mal so schluckt, tippt
sich bei "Drumline" nur fortwährend mit dem Taktstock
an die Stirne. Hier will man uns also allen Ernstes verkaufen, dass
sich Stolz und Ansehen sowohl der Protagonisten als auch der Institution,
für die sie antreten, nahezu ausschließlich aus ihrer
Fähigkeit ergibt vernünftig in eine Tuba zu blasen. Dementsprechend
interessiert sich auch der Direktor der Uni nicht die Bohne für
das Footballspiel seiner Mannschaft, sondern wartet voller Ungeduld
auf den Auftritt seines Musikantenkorps. Gleiches gilt offensichtlich
für das Publikum, dass die jeweilige Songauswahl mit frenetischem
Jubel oder empörten Buhrufen kommentiert - die am Bildrand
kurz zu sehenden Footballspieler stören da dann nicht weiter.
Hallo?!?
Es handelt sich hier um die Pausenfüller, um diejenigen die
dann auftreten, wenn im Fernsehen die Werbung läuft. Ich bitte
höflichst um Entschuldigung, aber dieser Unsinn ist selbst
mit einem bei dieser Art Filmen meist unvermeidlichem "Das
ist halt typisch amerikanisch"-Reflex nicht zu akzeptieren.
Ganz drollig wird es dann, wenn nach den Regeln der Musikanten ein
Mitglied aus der vierten Reihe einen Kollegen aus der dritten Reihe
zum Trommelduell herausfordert. Bei einem Sieg darf er dann nämlich
selbst in Reihe drei oder zwei aufrücken und der arme Verlierer
wird degradiert und muss seine Trommel dann zukünftig aus dem
Regal mit den alten Gebrauchten nehmen. Nee, ist schon klar, und
pädagogisch auch sicher sinnvoll.
Wenn
es dem Betrachter trotzdem gelingt sich nicht fortwährend über
die abstruse Grundprämisse des Films aufzuregen, bleibt trotzdem
nicht viel. Eine Geschichte, die wie eine Mischung aus "Rocky"
und "Mr. Hollands Opus" daherkommt und die wir so auch
schon dutzendfach gesehen haben. Gut, das Umfeld ist zumindest neu,
aber auch hier verläuft schließlich alles streng nach
dem üblichen Muster und bedient die anscheinend unvermeidlichen
Klischees: Die Freundin der Hauptfigur leitet NATÜRLICH die
Cheerleader-Tanzgruppe, der fingerfertige Stöckchenschwinger
wird SELBSTVERSTÄNDLICH vorübergehend hinausgeworfen und
will alles hinschmeißen, aber der gestrenge und humorlose
Lehrer erweist sich schließlich VÖLLIG ÜBERRASCHEND
als weiser und einsichtiger Yoda, der seinen Schützlingen doch
nur den richtigen Weg weisen will. In dieser Rolle bietet Orlando
Jones aber tatsächlich eine sehr gute Leistung und beweist,
dass er durchaus auch für "unkomische" Rollen geeignet
ist. Nick Cannon als rotziges Ghetto-Kid Devon macht es einem dagegen
sehr schwer, für ihn irgendwelche Sympathien zu empfinden.
Denn dieser benimmt sich einfach durchgehend wie ein rücksichtsloser
Arsch, und dass er damit trotzdem auch noch durchkommt, liegt eben
einzig und allein an seinem überragenden Trommelspiel - auch
keine wirklich überzeugende Moral.
Diese Trommelauftritte sind allerdings wirklich sehr eindrucksvoll
inszeniert und die Mühe, die man sich hier mit der Choreographie
gemacht hat, verdient auch durchaus Anerkennung. Dementsprechend
besinnt sich "Drumline" auch auf diese - seine einzige
- Stärke, bietet in der letzten halben Stunde eine fast schon
furioses Spektakel und endet ganz unkitschig mit dem letzten Trommelschlag.
Das ist dann fast schon wieder cool. Fast.
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