Daredevil - Trivia

comic-action, usa 2003
original
daredevil
regie
mark steven johnson
drehbuch
brian helgeland, m.s. johnson
cast:

ben affleck,
jennifer garner,
michael clarke duncan,
colin farrell, u.a.

spielzeit
98 min.
kinostart
20.03.2003
homepage
http://www.daredevilmovie.com
bewertung

(8/10 augen)








 

 



 

Und hier noch einige kleine Anmerkungen und Bonbons, die das Sehvergnügen an "Daredevil" noch ein wenig erhöhen könnten:

- Die Comicserie "Daredevil" gibt es zwar schon genauso lange wie die "X-Men" oder "Spider-Man" (nämlich stolze 40 Jahre), doch lange Zeit galt der "Mann ohne Furcht" eher als "Held zweiter Klasse" und stand doch stark im Schatten seiner Kollegen aus dem Hause Marvel. Dazu trugen sicherlich auch alberne Gegner wie der "Stelzenmann" bei. Eine typische Story verlief in etwa so: Stelzenmann taucht wieder auf, hat neue und verbesserte Stelzen und wird diesmal ganz sicher siegen. Daredevil tritt ihm in den Arsch (oder vielmehr die Gehhilfen) und gut ist bis zum nächsten Mal.

- Erst mit dem Autor und Zeichner Frank Miller erregte "Daredevil" größere Aufmerksamkeit. Miller machte aus der mäßig interessanten Superheldenkeilerei einen harten und realistischen Crime-Comic. In Heft 168 führte er die Figur der Ninja-Kämpferin "Elektra" ein und ließ sie - zum Entsetzen der Fans - nur 13 Hefte später durch den Auftragskiller "Bullseye" töten. (Deutsch in "Visionen von Frank Miller" Band 1-3). In der Geschichte "Wiedergeburt" ("Marvel Exklusiv" Band 11) zog er seiner Figur dann komplett den Boden unter den Füßen weg und ließ sie durch die Intrigen des "Kingpin" fast zerbrechen.

- Danach verfasste Miller zwar noch einige weitere Storys wie das vor allem visuell revolutionäre "Elektra Assassin", diese spielten jedoch vor den Geschehnissen in Daredevil. Als der Marvel-Verlag die Figur in den 90ern dann wiederaufleben ließ, war Frank Miller darüber sehr verärgert. Trotzdem erscheint "Elektra" noch heute in einer eigenen Serie, die auch auf Deutsch zu haben ist.

- Weitere empfehlenswerte "Daredevil" Comics wären noch "Der Mann ohne Furcht" mit einer ausführlichen Entstehungsgeschichte der Figur (ebenfalls von Frank Miller, deutsch in "Marvel Exklusiv" Band 5), die frühen Jahre der Figur in "Daredevil: Gelb" von Jeph Loeb und Tim Sale sowie die von Kultregisseur Kevin Smith verfasste Saga "Schuld und Sühne" (deutsch in "Daredevil Neue Serie" Nr. 1-4)

- Zahlreiche frühere Autoren der Comics werden im Kinofilm erwähnt: So nennt der Boxpromoter von Matt Murdocks Vater Jake einige frühere Schützlinge namens "Miller, Mack und Bendis". Brian Michael Bendis ist der aktuelle Autor der "Daredevil"-Serie, David Mack schrieb und zeichnete die Serie vor zwei Jahren.

- Der Kämpfer, gegen den Vater Murdock dann antritt, trägt den Namen "John Romita". Romita gestaltete einige frühe "Daredevil"-Comics und gilt für viele als bester "Spider-Man"-Zeichner überhaupt.

- Der im Gerichtssaal angeklagte Kriminelle heißt "Joe Quesada". Quesada ist der derzeitige Chefredakteur von Marvel Comics und auch der Zeichner der von Kevin Smith geschriebenen Ausgaben.

- Kevin Smith selbst hat ebenfalls einen kurzen Cameo-Auftritt im Film, genau wie Marvel-Denkmal und Daredevil-, Spider-Man - und auch X-Men-Erfinder Stan "The Man" Lee (er ist der alte Herr, den Matt an der Ampel beschützt).

- Die Szene in der sich Daredevil am Kreuz der Kirche festklammert ist eine direkte Übernahme aus der Comicstory von Kevin Smith, die sehr auf den religiösen Aspekt der Figur einging. Der Name des Pastors lautet "Everett" und Bill Everett war der erste "Daredevil"-Zeichner überhaupt.

- Der Zuschauer sollte nicht sofort mit Beginn des Abspanns das Kino verlassen - denn "Bullseye" hat noch was zu sagen!

V. Robrahn