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White Noise

White Noise
psycho-horror , usa 2005
original
white noise
regie
geoffrey sax
drehbuch
niall johnson
cast
michael keaton,
chandra west,
deborah kara unger,
ian mcneice, u.a.
spielzeit
100 Minuten
kinostart
24. Februar 2005
homepage
bewertung

2 von 10 Augen

 

Jonathan Rivers (Michael Keaton) ist ein erfolgreicher Architekt und steht mit beiden Beinen fest auf der Erde. Diese wird ihm jedoch unter den Füßen weggezogen, als seine geliebte Frau bei einem mysteriösen Unfall ums Leben kommt. Kurz darauf tritt der ihm bis dahin fremde Raymond Price in sein Leben und behauptet, mit der Verstorbenen Kontakt zu haben. "Ich kann sie sehen, ich kann sie hören und ich kann sie aufzeichnen" behauptet Price. Möglich ist dieses über das "Electronic Voice Phenomenon" (EVP), ein Prozess, bei dem die Toten mit den Lebenden kommunizieren, über Töne und Bilder im weißen Rauschen moderner Elektrogeräte. Jonathan verliert schnell seine anfängliche Skepsis und glaubt tatsächlich bald, seine Frau auf den Bildschirmen zu erkennen. Anscheinend möchte sie ihm etwas mitteilen, und es gelingt ihm auch einige Botschaften zu entschlüsseln und dadurch weitere Unglücke zu verhindern. Aber nicht alle Wesen auf der anderen Seite haben Gutes im Sinn, und aus dem Schattenreich droht eine große Gefahr.

Es ist nicht leicht, im engen Gewand des Horrorgenres noch wirklich neue Ideen zu präsentieren, und das Thema "EVP" ist dabei sicher ein dankbares weil im Kino noch unverbrauchtes Thema. Da es tatsächlich zahlreiche derartige Aufzeichnungen und überzeugte Anhänger dieser Theorie gibt, kann der Film sich dieses zu eigen machen und so einen gewissen Anspruch auf Verankerung in der Realität erheben. Das nutzt er denn auch mehr als reichlich, denn die gesamte Werbe- und Pressekampagne baut auf dieses eine Gimmick auf, versucht das potentielle Publikum zu erschrecken und neugierig zu machen. Eine clevere Aktion, die durchaus zum Erfolg und damit in den USA zu überraschend hohen Zuschauerzahlen führte, die "White Noise" aber nicht verdient.
Denn natürlich ist das total realistische "EVP" nur ein Aufhänger und der daraus abgeleitete Realitätsanspruch nichts als ein großer Bluff. Die übersinnliche Räuberpistole, zu der dieser Film sich dann entwickelt, und die bizarre Teilauflösung des ganzen Mummenschanzes am Schluss werden wohl kaum einen Zuschauer in die Panik versetzen, ihm könne bald etwas Ähnliches passieren. Zu allem Überfluss zaubert man dann auch noch einen irdischen Mittäter aus dem Hut, der für das wohl obligatorische "Ach, der war's"-Erlebnis sorgen soll. Diese Figur hatte zwar für die Handlung des Films vorher keinerlei Relevanz, aber merke: Wenn die Kamera zwei Sekunden länger als nötig auf dem Gesicht einer eigentlich unwichtigen Figur verharrt, wird das schon seine Bedeutung haben. Einer von vielen billigen Taschenspieler-Tricks, zu denen auch die wenig aufregende Darstellung der verzerrten Nachrichtenfetzen aus dem Totenreich gehört. Diese Andeutungen sind natürlich immer genau so vage und undeutlich, um es dem Empfänger auf und vor der Leinwand ein wenig schwerer, aber nicht unmöglich zu machen diese zu entschlüsseln.
Wobei all dieses Rumgetrickse und "Mehr scheinen als sein" gar nicht so schlimm wäre und im Genre ja auch irgendwie dazugehört. Nein, was aus "White Noise" letztendlich einen enttäuschenden Rohrkrepierer macht ist die unverzeihliche Todsünde, sein Publikum über weite Strecken einfach nur zu langweilen. So ruhig und behäbig geht es hier manchmal zu, so träge schleppen sich einige Einstellungen dahin, dass man ab und zu wirklich befürchtet, der Film würde jetzt gleich stehen bleiben. Es gibt sicher noch blödere und billigere Horrorthriller als diesen, aber langweiligere gibt es kaum. Die vom Regisseur gewählte Strategie, den Ton und die Bilder des Films - entsprechend dem Abgleiten des Hauptcharakters aus einer geordneten Welt ins Chaos des Unbegreifbaren - immer dunkler, blasser und unschärfer werden zu lassen, verstärkt fatalerweise diese Wirkung noch.

Das Ergebnis ist dann ein Film, der kaum etwas für Actionfreunde bietet und die Anhänger fein gesponnener Schauergeschichten ebenso enttäuscht. Da bleibt dann höchstens noch die kleine Freude, den guten Michael Keaton nach langer Zeit mal wieder in einer Hauptrolle zu sehen, aber das ist ja wohl eindeutig zu wenig.

Volker Robrahn

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