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El Acordeon del Diablo

El Acordeon del Diablo
dokumentation , deutschland 2000
original
el acordeon del diablo
regie
stefan schwietert
drehbuch
stefan schwietert
cast
francisco rada,
alfredo gutiérrez,
manuel rada oviedo,
rafael valencia,
israel romero,
josé romero,
antonio jaramillo, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
1. März 2001
homepage
http://www.acordeon.de/index_1.htm
bewertung

7 von 10 Augen

Der Werdegang von Regisseur Stefan Schwieterts neuem Film steht im Prinzip fest: "El Acordeón del Diablo" wird in einigen Programmkinos deutscher Großstädte laufen. Dann folgt noch die Teilnahme bei diversen Dokumentarfilmfestivals (in Locarno war die Premiere), bevor der Streifen irgendwann um Mitternacht auf arte oder 3sat zu sehen sein wird. Doch noch darf man hoffen, dass es anders kommt.

Mit "El Acordeón del Diablo" erzählt Schwietert die Geschichte des kolumbianischen Akkordeonspielers, Komponisten und Sängers Francisco "Pacho" Rada. Der deutsche Regisseur zeigt mit seiner Arbeit, dass nicht nur in Kuba, sondern auch an der kolumbianischen Karibikküste tolle Musik gemacht wird. Dabei ist Schwieterts Blick völlig frei von klebrigem Ethno-Kitsch. Rada, der 1907 geboren wurde und als Erfinder des "Son", einem der vier Vallenato-Rhythmen, gilt, hat mehrere Hundert Lieder geschrieben. Viele davon gelten heute als Klassiker und sind im Radio zu hören oder auf CD zu kaufen. Geld haben jedoch andere mit seiner Kunst verdient. Rada lebt in einem schlichten Wellblechhaus am Stadtrand von Santa Marta. Reich ist der Musiker, der einer der ersten Troubadoure war, die nur in Begleitung ihres Akkordeons über das Land zogen, Nachrichten übermittelten und überall spielten, wo es etwas zu feiern gab, an Nachkommen: Rada hat 422 Enkel, Ur- und Ururenkel. Schwietert hat sein musikalisches Erbe auf Film gebannt.

Auch in der Literatur ist der hagere, alte Mann zu finden: Der Schriftsteller Gabriel Garcia Márquez nahm unter anderem Pacho Rada als Vorbild für die Figur des Francisco El Hombre in seinem Roman "Hundert Jahre Einsamkeit". Ähnlich wie vor fünf Jahren, als Stefan Schwietert mit "A Tickle in the Heart" dem Klezmer und den Epstein-Brüdern ein filmisches Denkmal setzte, erzählt der Regisseur auch diesmal nicht. Schwietert lässt sich erzählen. Und diese subjektive Sicht der Dinge, Radas persönlicher Blick eben, macht den Reiz von "El Acordeón del Diablo" aus. Und dann ist da natürlich noch diese teuflische Musik. Als ob der Gehörnte selbst zum Tanze aufspielt.

Michael Schleicher

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