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Diana

Diana
biografie , großbritannien/frankreich/schweden 2013
original
diana
regie
oliver hirschbiegel
drehbuch
stephen jeffreys
cast
naomi watts,
naveen andrews,
douglad hodge,
charles edwards,
cas anvar, u.a.
spielzeit
113 Minuten
kinostart
9. Januar 2014
homepage
http://www.diana-derfilm.de/
bewertung

4 von 10 Augen
Diana

2014 wird das Jahr der toten (Ex-)Monarchinnen. Später im Jahr folgt noch Nicole Kidman als Grace Kelly, aber jetzt also erst mal Naomi Watts als Diana, zum Zeitlauf der gezeigten Geschichte bereits Ex-Frau von Prince Charles. Denn dieser Film konzentriert sich auf die letzten Lebensjahre der Prinzessin von Wales und ihre letzte große Liebe. Nein, das ist nicht Dodi Fayed (Cas Anvar), der Mann der an ihrer Seite in einem Autounfall ums Leben kam. Sondern der Londoner Herzchirurg Hasnat Khan (Naveen Andrews), den Diana zufällig in einer Londoner Klinik kennenlernt. Und etwas an dem arroganten Jazzliebhaber mit pakistanischen Wurzeln lässt Diana nicht los. Gegen die Einschränkungen, die ihr öffentliches Leben mit sich bringt, versucht Diana, mit Khan ein gemeinsames Leben aufzubauen.
 

Was, wie wir alle wissen, nicht funktioniert hat. Und auch der Film lässt dies den Zuschauer nicht vergessen, denn er beginnt und endet mit einer letztlich sinnlosen Sequenz, in der Diana, Dodi und ihre Begleiter ihr Pariser Hotelzimmer verlassen, auf dem Weg zu dem Wagen, der sie nur Minuten später aus dem Leben reißen wird. Der Ausgang der zentralen Liebesgeschichte hier ist also nie in Zweifel, auch wenn – und das ist eigentlich das positivste, was man über die gezeigte Geschichte sagen kann – dem Nicht-Diana-Fanatiker dieser Aspekt von Dianas Leben so gut wie unbekannt sein dürfte. Und dies dann allerdings wohl auch zurecht. Denn eine Frage kann "Diana, der Film" zu keinem Zeitpunkt zufriedenstellend beantworten:Warum sollen wir dieser Geschichte interessiert folgen? Und somit ist der gesamte Film dann ähnlich sinnlos wie die Anfangs- und Endsequenzen. Nicht direkt schlecht, aber ohne rechtes Interesse.

Überhaupt das Interesse, an diesem scheitert auch die Romanze im Zentrum des Films. Naomi Watts und Naveen Andrews sind beide ausgesprochen fähige Schauspieler, Watts sicherlich eine der besten Schauspielerinnen ihrer Generation. Aber aus dieser letztlich banalen Harlequin-Romanze können auch sie nichts zaubern, allenfalls die milde Anteilnahme über fast zwei Stunden mehr oder weniger aufrecht zu erhalten. Denn für das Gelingen dieses Films, der sich einzig auf diese unerfüllte Romanze stützt, ist es nun mal absolut notwendig, dass der Zuschauer in diese Figuren und ihre Gefühle investiert. Und genau hier hakt es bedenklich: Diana wirkt wie ein naiver, alberner Teenager, und was sie an dem unsympathischen und oftmals launisch-unbeholfenen Stoffel Khan findet, vermag der Film zu keinem Augenblick wirklich zu vermitteln. Gut, der vom höfischen Gehabe entnervten Diana gefällt die rebellische Haltung Khans, dem ihr Status herzlich schnuppe ist und der hauptsächlich nicht in seinem gut eingerichteten Leben gestört werden will. Aber der Egoismus beider Figuren wird nur beiläufig gezeigt, schließlich soll nichts die angebliche Romantik hier stören.

Negativ kommt noch hinzu, dass „Diana“ unter einer Anekdotenhaftigkeit leidet, die dem Ablauf des Films nicht zugute kommt. In der zweiten Stunde hüpft man zwischen diversen berühmten Diana-Momenten hin und her (Gang durch ein Minenfeld, gedankenverloren auf Dodis Yacht), ohne dass ein Mehrwert deutlich wird. Vielmehr wird der ohnehin schon wackelige Rhythmus und das schon deutlich angeschlagene Zuschauerinteresse noch weiter in Mitleidenschaft gezogen.

So richtig böse kann man eigentlich weder den beiden Hauptdarstellern noch Regisseur Oliver Hirschbiegel sein, denn alle drei tun hier, was sie können mit dem ihnen vorliegenden Material. Aber das Drehbuch von Stephen Jeffreys (der bisher einzig den Johnny Depp-Flop „The Libertine“ geschrieben hat) ist letztendlich unzulänglich und uninteressant. Und so ist hier nicht viel zu retten. Nichts an „Diana“ ist wirklich schlecht oder ärgerlich, aber leider bleibt eben auch nichts als sonderlich interessant hängen. Und dafür muss man sich dann nicht unbedingt in den Kinosaal begeben.

Simon Staake

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