Pieces of April - Ein Tag mit April Burns

tragikomödie, usa 2003
original
pieces of april
regie
peter hedges
drehbuch
peter hedges
cast:

katie holmes,
patricia clarkson,
oliver platt,
derek luke, u.a.

spielzeit
81 min.
kinostart
19.02.2004
homepage
http://piecesofaprilmovie.com
bewertung

(9/10 augen)




 

 

 

 


 

 

Augen auf! In allzu vielen Lichtspielhäusern wird dieses kleine Juwel wohl nicht zu sehen sein und es steht zu befürchten, dass es nach nur kurzer Zeit auch schon wieder aus den Kinos verschwindet. Was ganz furchtbar ungerecht wäre, denn mit "Pieces of April" erreicht uns tatsächlich einmal ein amerikanischer Film, der sich einem dort arg strapazierten Thema von einer ganz ungewohnten und sympathischen Seite nähert: Der Bedeutung der Familie und dem steten Streben nach deren Zusammenhalt. In zahlreichen Hollywood-Filmen wurde und wird dies als alleinig sinnstiftendes Ziel ausgegeben und die entsprechende Erkenntnis sowohl den Filmfiguren als auch dem Zuschauer dabei meist mit dem moralischen Holzhammer eingetrichtert. Hier aber nicht, obwohl unser Tag mit April Burns gleich mit einer nun wirklich uramerikanischen Tradition beginnt, nämlich den Vorbereitungen zum großen gemeinsamen Thanksgiving-Mahl.

Dieses gehört in den USA zwar grundsätzlich zu den essentiellen Familienfeierlichkeiten, ist bei Familie Burns aber etwas ganz Außergewöhnliches. Denn geladen hat dieses Jahr Tochter April, das schwarze Schaf der Familie. Diese liegt mit ihren Angehörigen ständig im Clinch und lebt in einem winzigen Apartment in der heruntergekommenen Lower East Side von New York. Ihre Drogenvergangenheit hat sie hinter sich gebracht und dazu einen neuen Freund, der sie gut behandelt und es anscheinend ehrlich mit ihr meint. Der Rest der Familie hat da aber so seine Zweifel und das Thema "April" eigentlich schon lange abgehakt. Nur auf Treiben des sanftmütigen Vaters setzt sich der Tross samt Geschwistern und seniler Oma in Bewegung und macht sich auf die recht weite Fahrt in die Metropole. Dass Aprils Mutter schwer an Krebs erkrankt ist und auf die übergroße Fürsorge ihrer Lieben sehr gereizt reagiert, macht das Unterfangen dabei nicht eben leichter. Während man also im Auto schnell darüber diskutiert, ob denn diese ganze Reise überhaupt Sinn macht, kämpft April daheim mit "Murphys Gesetz": Alles was schief gehen kann, geht auch schief, und bei ihren verzweifelten Versuchen das Truthahnessen irgendwie zu retten, wird sie gezwungen sich zum ersten Male mit ihrer skurrilen Nachbarschaft zu beschäftigen.

Die Momente, in denen April mehr oder weniger hilflos dem ersten toten Truthahn ihres Lebens gegenübersteht, und die Suche nach Hilfe bei den ihr bis dahin völlig unbekannten Nachbarn gehören dann zu den wirklich witzigen Szenen des Films, der ansonsten sicherlich mehr Drama als Komödie ist. Wer selbst schon einmal versucht hat mit Werkzeugen zu hantieren, deren Funktion ihm völlig fremd ist, weiß die Bemühungen der jungen Miss Burns zu schätzen und kann ihre Panik gut nachvollziehen. Eine Aussage, die auf nicht wenige Szenen zutrifft, denn eines wird schnell deutlich: Hier geht es um wirkliche, echte Menschen und um deren glaubhaftes, nachvollziehbares Verhalten.
So verleiht Regisseur und Autor Peter Hedges den Bewohnern des schäbigen und unwirtlichen New Yorker Wohnhauses zwar genügend Macken um für den einen oder anderen Gag gut zu sein, aber er übertreibt es nicht. Der in seinem Sozialverhalten leicht gestörte junge Mann aus dem obersten Stock erweist sich dabei dann als auf den eigenen Vorteil bedachter Widerling, ist aber nicht wirklich gefährlich. Das gutmütige schwarze Ehepaaar hilft April so gut es kann, behält den rauen Umgangston aber bei. Auch die einzelnen Familienmitglieder wirken nicht unbedingt von Grund auf sympathisch, haben aber eine nachvollziehbare Motivation für ihr Verhalten. Und vor allen Dingen besitzen sie die Bereitschaft ihre Ansichten zu ändern, auch wenn das Zeit braucht und sie den Mut dazu erst finden müssen. Warum genau es zum Bruch kam und was nun April überhaupt dazu bewegt die Familie einzuladen wird zwar nicht genauer erklärt, lässt sich aber anhand der jeweiligen Charakterisierungen schon recht gut erahnen.
Wie dann die Masken und die destruktive Sturheit seiner Charaktere sich langsam lösen, dies schildert Hedges unglaublich überzeugend und beweist damit, dass er nicht nur Drehbücher schreiben kann ("Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa") sondern wohl auch selbst der beste Mann ist um diese umzusetzen. Unterstützt wird er dabei von einem feinen Ensemble an Schauspielern, in dem Teenie-Queen Katie Holmes aus der TV-Serie "Dawson's Creek" ihre darstellerische Reifeprüfung ablegt und aus dem Patricia Clarksons kranke und dennoch autoritäre Mutter herausragt. Ihre Oscar- und Golden Globe-Nominierung für diese Rolle ist sehr erfreulich, allein schon deshalb weil ihrem Film dadurch eine größere Aufmerksamkeit zuteil wird.
Schön, dass die Academy auch einem wirklichen Low-Low Budget-Film eine Chance gibt. Denn dass hier nicht viele Mittel zur Verfügung standen, kann "Pieces of April" zu keiner Zeit verbergen. Der etwas grobkörnige Video-Stil vermittelt meist den Eindruck eines unfreiwilligen "Dogma"-Films und den Mann mit der wackeligen Handkamera hätte man ja auch ab und zu mal stützen können. Das ist dann aber auch der einzige kleine Kritikpunkt und stört den Genuss des Films nicht wirklich. Auch die mancherorts geäußerte Vermutung, das stilistisch etwas eigenwillige Ende sei nur zustande gekommen, weil den Machern das Geld ausging, sollte man nicht besonders ernst nehmen. Denn diese "Schlussbilder" kann man sehr wohl auch als bewusst gewähltes und stimmiges Finale empfinden (zumal sie noch mit einer sehr schönen Musik unterlegt werden). Und sie machen auch noch einmal deutlich, warum die Familienzusammenführung von "Pieces of April" einen wirklich bewegt, warum sie Herzenswärme vermittelt und um so vieles glaubwürdiger wirkt, als beispielsweise in der gerade anlaufenden Hochglanz-Variante "Im Dutzend billiger". Hier dagegen haben wir einen kleinen, wundervollen Film mit ganz wunderbaren Darstellern. Einen Film, der auch das Versprechen abgibt, dass wir von Peter Hedges wohl noch Einiges erwarten dürfen. Und die Erkenntnis vermittelt: Wenn schon leicht anrührende Familiengeschichten, dann doch bitte so und nicht anders.

V. Robrahn

 



Name: Kampfkeule
Email: keule@clan-dedication.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Hab den Film vor einigen Wochen in der Sneak gesehen und fand ihn wunderbar!

Lag möglicherweise auch daran, dass mich April und der Famileienausflug sehr an meine eigene Familie erinnert hat :) Es geht bei mir zwar nicht ganz so tragisch zu, jedoch ähnlich chaotisch.

Der Film war wirklich ein Glückstreffer (passiert mir in letzter zeit eher selten in der sneak :) )



Name: captainkeating
Email: s.o.
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

war auch in der sneak und bin begeistert.
absolut glaubwürdiger film mit ner menge witz und viel gefühl:)
nach "das haus der 1000 leichen" war diese sneak eine steigerung um 1000%



Name: Marius Jaekel
Email: MariusJaekel@gmx.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Das war mir klar das so ein schlechter Film gut bewertet wird! Hatten wir ja schon bei 25 Stunden!

Dieser Film ist mit äußerst schlechter Kameraführung, schlechter Regie und noch miserableren Schauspielern gedreht worden!

"Augen auf! In allzu vielen Lichtspielhäusern wird dieses kleine Juwel wohl nicht zu sehen sein und es steht zu befürchten, dass es nach nur kurzer Zeit auch schon wieder aus den Kinos verschwindet!"
Machen wir doch besser wieder die Augen zu und lassen diesen Film da wo er hingehört......!

Was ist an diesem Film sehenswert!? Die Verholgaukelung eines Amerikanischen Mädchens das so dumm ist und sich noch nicht einmal einen Truthahn selber machen kann?

Was ist daran bitteschön komisch?
Eine unlustige Familiensippe die auf der Hinfahrt zu April ein Tier überfährt! Dann noch ein Satz a la Pseudoschwarzem Englischen Humor herscheffelt: "Och wir kannten dich nicht liebes Tier....." (Weiß den genauen Satz nicht mehr so genau!)
Dieser Film ist nun wirklich nicht sehenswert!
Mit "25 Stunden" wohl das schlimmste was ich mir ansehen musste!
"Das Haus der 1000 Leichen!" War hingegen schon fast ein Wohltat! Da wusste ich wenigstens das es ein absoluter Schrott ist, was ich mir da angucke!

Aber an *ironie an* "moderner Kunst!" *ironie aus* kann "April on pieces" und "25 Stunden" wohl keine Film das Wasser reichen!

WARUM KANN ES NICHT MEHR "LOST IN TRANSLATION" o. ä. geben? Dann bekomme ich wenigstens für mein Geld noch etwas geboten!



Name: Thomas
Email: spamta@gmx.net
Bewertung: -

Nach diesem Rezension und diesem Kommentar freue ich mich wirklich schon auf den Film! :-)



Name: nils
Email: wesni@web.de
Bewertung: -

ja thomas, denn auch bevor ich 25 stunden dass erste mal sah las ich die filmszene kritik und darunter den sowas von dämlichen kommentar von herrn jaekel, und 25 Stunden war ein absolut brillanter film!

herr jaekel könnte in zukunft eine eigene film-kritik homepage aufmachen, und alle filme die er als schrott bewertet würden wahrscheinlich ohne probleme zu meinen und den topfilmen vieler anderer in den letzten jahren gehören



Name: Ratgeber
Email: Guter@Tip.Marius
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Herr, lass Rechtschreibung vom Himmel regnen – und im Falle von Herrn Jaekel auch Hirn. Entschuldigung, aber wer es nicht schafft, das sehr schwere Wort „Ekel“ fehlerfrei zu buchstabieren (Haus der 1000 Leichen), oder den Filmtitel des besprochenen Films richtig zu benennen („April on pieces“...schon klar) der will hier die Leute belehren? Der will den in der Rezension angeführten und sicherlich auch sinnvollen Argumenten einfach mal seine exklusive, schlecht begründete Meinung entgegenstellen? Herr Jaekel scheint ebenfalls entgangen zu sein, dass z.B. der von ihm vielgescholtene „25 Stunden“ im letzten Jahr in nahezu jeder Jahres-Best Of aller wichtiger Fachmagazine auftauchte. Aber, nee, die müssen sich ja alle irren...so wie die Filmszene ja laut Marius auch immer seltener Recht hat und er die Konkurrenz zunehmend besser findet. Lieber Marius, tu doch Dir und vor allem uns, die du mit deinen absurden Beiträgen so endlos quälst, doch einen Gefallen, geh zur Konkurrenz – und bleib da auch. Bitte geh einfach. Wink nicht Adieu, geh einfach. Aber bitte geh.

Diesen Mist, den Du hier ständig erzählst, hält man ja im Kopf nicht mehr aus...



Name: Micha
Email: black-white@t-online.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Ich hab den Film vor 2 Wochen gesehen, und er ist halt für die gewisse Randgruppe! Gibt viele , die denken "Ja wann wird hier geballert- ich will BLUT" die haben hier leider nicht so den Film für sich zu erwarten! Und wieder andere die für alles offen sind! So wie ich! Ich finde den Film grossartig! wenn man bedenkt das der ganze film 300.000$ gekostet hat- ist man noch beeindruckter! Die Kamera-Führung, empfand ich nicht als störend - sie war eigentlich gut, und passte zu 99% dazu!

Bei der geschichte hat man echt oft mitleiden können aber auch herzhaft lachen können! Auch wenn nicht jeder dies verstehen kann und tut! Aber fand es passt eigentlich alles, die Schauspieler, die Atmospähre - alles war wirklich sehr sehr gut gemacht!

Aber das Ende - seien wir doch mal ehrlich - ich fand das Ende im Gegenteil zum Rest vom Film richtig - naja - *Gähn*
Da hat man sich schon so gefreut das es nicht wieder so ein kitschiges Happy-End gibt, und dann? Herr je - richtig deftig kitschig und für mich hat es zwar nur ein bisschen aber es hat ein bisschen den Gesamteindruck gedrückt! Aber dennoch ist dieser Film ein sehr guter- den zwar nicht viele sehen werde, aber die die ihn sehen werde auf jeden fall ihren Kino-Spaß haben! :)

Greez Micha



Name: Arch Dandy
Email: archdandy@gmx.de
Bewertung: -

Aha ! Ein kleiner amerikanischer Independent-Film ! Und auch noch mit meiner lieggewonnenen Katie Holmes ! Den werd´ ich mir ansehen.
Reszension folgt.



Name: Patrick Voßkamp
Email: vossi@red-ihrhove.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Wie schon erwähnt dieser Film ist eben etwas anderes. Man muss für alle Sieten offen sein und dann wird man es großartig finden. Die anderen sollten sich mal über sich gedanken machen anstatt über den Film zu meckern.

Man wurde in die Story mit reingerissen und man hat teilweise mitgelitten.



Name: Carsten Panitz
Email: tomfrostweb.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

"Pieces of April" ist wohl der beste beweis dafür, dass es noch leute gibt, die einfach nur eine geschichte erzählen wollen (und können). das beste regiedebut seit jahren und ich möchte außerdem behaupten: Katie Holmes ist die wundervollste nachwuchsschauspielerin seit Sandra Bullock. bleibt nur zu hoffen, dass sie auch weiterhin so viel verstand bei ihgrer rollenwahl behält, wie bisher (siehe beiuspielsweise "Wonderboys"). ich hatte an diesem film nix zu meckern und halte den schluss weniger für kitschig, als viel mehr für eine art "utopie der menschlichkeit" (was jedoch wahrscheinlich nichts anderes ist als eine wohlwollende umschreibung eben jener begrifflichkeit-kitsch)-wie auch immer man den abschluss des films auch aufnimmt, meine tränen waren echt...



Name: Carsten Panitz
Email:
Bewertung:                        (10 von 10 Augen)

mein gott, was habe ich denn da zusammengeschrieben?! muss wohl betrunken gewesen sein. anyway, 10 von 10 Digital Eyes bleibt gerechtfertigt.



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Bewertung: von 10 Augen