Die Liebe der Charlotte Gray

kriegsmelodram, usa 2001
original
charlotte gray
regie
gillian armstrong
drehbuch
jeremy brock
cast:

cate blanchett,
billy crudup,
michael gambon,
rupert penry-jones, u.a.

spielzeit
121 min.
kinostart
26.12.2002
homepage
http://www.charlottegray.co.uk
bewertung

(3/10 augen)








 

 




 

Die australische Regisseurin Gillian Armstrong hat ein besonderes Gespür für diese Geschichten über "little women", die durch die mehr oder weniger starken Stürme des Lebens sich zu ganz großen Frauen entwickeln. Wer erinnert sich nicht an "Betty und ihre Schwestern" (1994) oder die Liebe zwischen "Oscar und Lucinda"(1997); vor langer Zeit erzählte und doch zeitlose Geschichten über Frauen voller Mut, Angst, Freude und Trauer. Egal ob alltägliche oder außergewöhnliche Frau - sie alle müssen meist mit einem außergewöhnlichen Alltag zurecht kommen. Jede von Armstrongs weiblichen Figuren kämpft auf irgendeine Art und Weise, um das Überleben von Liebe, Freundschaft oder schlicht der gewohnten, kleinen Dinge des Lebens.

Und wieder spielt ein Krieg in einem ihrer Filme eine tragende Rolle: Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges formen sich die ungewöhnlichen Zutaten, aus dem sich das Liebes -, Leidens- und Kampfmelodram der Schottin Charlotte Gray entspinnt, dass auf dem gleichnamigen Bestseller von Sebastian Faulks basiert. Sowohl der Roman als auch Armstrongs Film erzählen die Geschichte der jungen Charlotte Gray (Cate Blanchett), die sich 1943 in England in den Luftwaffenpiloten Peter Gregory (Rupert Penry-Jones) verliebt. Beide verleben eine Zeit der scheinbar unberührbaren Glückseligkeit in mitten des wütenden Krieges. Er erzählt ihr, dass er fliegt, weil es das einzige ist was er kann und nicht weil er ein Held sein will, und sie versucht ihm krampfhaft ein paar französische Wörter beizubringen (belässt es jedoch schnell bei den gleichnamigen Küssen). Als die Realität beide schließlich doch einholt und Peter zu einem gefährlichen Einsatz nach Frankreich geschickt wird, lässt sich Charlotte von der britischen Regierung für eine Mission zur Unterstützung der französischen Résistance im Untergrundkampf gegen die deutschen Besatzer ausbilden. An dem Tag, an dem sie Peters Rückkehr erwartet hatte, muss Charlotte erfahren, dass er seit seinem letzten Einsatz vermisst wird. Sofort drängt sie bei der Regierung auf ihren Einsatz - ohne jedoch zu verraten, dass sie sich auf die Suche nach ihrem als vermisst geltenden Geliebten machen will. Schließlich wird sie in einem kleinen Dorf in der südfranzösischen Provinz als Nachrichtenkurier eingesetzt. Dort lernt sie den Résistancekämpfer Julien (Billy Crudup) kennen und damit treffen zwei Charaktere aufeinander, die eine extrem schwierige Zeit auf sehr unterschiedliche Weise bewältigen und verarbeiten: "Sie hat sich entschieden, ihr Leben für jemanden, den sie liebt, aufs Spiel zu setzen. Dieser Grad an Leidenschaft und Gefühl erscheint Julien zunächst merkwürdig, denn alle Entscheidungen die er trifft, sind Entscheidungen seines Intellekts", erklärt Billy Crudup über die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren. "Gleichzeitig fühlt er sich zu Charlotte hingezogen - und dass eine schöne Frau sprichwörtlich vom Himmel fällt, um ihm in seinem geistigen wie körperlichen Kampf zu helfen, steht natürlich kaum in einem seiner Bücher."
Während Charlotte von ihrer britischen Kontaktperson die Order erhält, gemeinsame Sache mit der Résistance zu machen, verstrickt sie sich und die Wiederstandkämpfer durch ihre geheimen Nachforschungen über Peters Verschwinden immer wieder in lebensgefährliche Situationen. Indes sich die Anzeichen verstärken, dass Peter umgekommen ist, wird Charlotte mehr und mehr in die riskante, nicht selten selbstmörderische Arbeit der Résistance hineingezogen - insbesondere in das Leben von Julien.
Armstrongs Film wollte ganz offensichtlich das Bild der unvergessenen Romanfigur Charlotte Gray nachzeichnen. Es sollte ein authentisches Liebesdrama werden, indem man Augenblicke entdeckt, die so oder so ähnlich einigen Frauen wahrhaftig wiederfahren sein mögen. Der Zuschauer sollte den schmerzlichen Reifungsprozess und den emotionalen Erkenntnisgewinn mit ansehen, den der Krieg bei den Menschen und auch bei Charlotte bewirkte.
Doch nichts davon passiert; in diesem Film steckt nichts von alldem - es entwickelt sich keine Liebesgeschichte, weil der eine Geliebte verschollen ist und der andere für die Résistance kämpfen muss, ehe er seinen Empfindungen freien Lauf lassen kann; es will und will auch kein Actionthriller daraus werden, weil man es leid ist, über Charlottes Ausbildungsszenen und dem stundenlangen Warten auf geheime Instruktionen auf Spannung zu hoffen. Und ein Selbstfindungsdrama will auch nicht so recht entstehen. Das eine Schottin als Résistancekämpferin durch französische Wälder kriecht, um ihren englischen Geliebten zu finden, das wollen wir ja alles noch hinnehmen. Aber wenn sie dann auch noch zur Jean D'Arc für jüdische Kinder wird, stellen wir gleichermaßen mit Charlotte fest: "Ich denke nicht, dass ich noch weiß, was ich hier tue." Besonders unglaubwürdig in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Cate Blanchett immer makellos frisiert und geschminkt aussieht - möglicherweise gehörte es zu Charlottes Ausbildung entrückt, vollkommen und recht leidenschaftslos zu wirken; egal ob sie gerade mit dem Fallschirm in der Provence landet oder vor wütenden deutschen Besatzern durch ein idyllisches französisches Dorf flieht. Das Mrs. Blanchett aber ihre schauspielerische Kraft und vor allem ihr mimische Ausstrahlung dermaßen zurückschraubt, kann gerade der Zuschauer nicht glauben, der ihre enorme Ausdruckskraft und Vielfältigkeit in den unterschiedlichsten Filmen bewundern durfte ("Schiffsmeldungen", "Banditen", "Herr der Ringe").
Billy Crudup, der schon in "Almost Famous" und "Jesus' Son" zeigte, was er kann, überzeugt hier nicht in allen Instanzen: Zugegeben, er ist ein ziemlich glaubwürdiger Amerikaner in der Rolle eines Franzosen und diese komplexe Beziehung, eine Art unausgesprochene Liebe, die ihn mit seinem Vater (Michael Gambon) verbindet, würzt den Film mit dringend notwendigen emotionalen Spannungsmomenten. Doch darüber hinaus ist auch Mr. Crudup einfach nur gutaussehender, hin und wieder agierender Statist in einer kriegerischen Neufassung von "Warten auf Godot".

Das einzige, was wirklich entstand, und das ist das wahrhaft dramatische und traurige an "Charlotte Gray", ist ein lächerliches Kriegsfilmchen. In Tagen, in denen der "Achse des Bösen" auch immer verstärkter mit Kriegsfilmen aus dem terroristen- aber nicht propagandafreien Amerika entgegen gewirkt wird, freut man sich über jeden Streifen, der sich dieser Thematik von einer anderen Seite als der hurra-patriotischen nähert. Um so erschütternder ist es, wenn ein Film, der eigentlich dank einer guten Romanvorlage alle Vorraussetzungen für ein gutes Script und einen guten Film hätte, so absurde und vergessen geglaubte Figuren wie tumbe Nazischergen wieder hervorbringt, die offensichtlich nichts weiter beherrschen als marschieren, Befehle grunzen und bis Null zu zählen. Aber wenigstens durften die Deutschen in der Originalfassung des Films ihrer Muttersprache reden (im Gegensatz zu Englisch sprechenden Franzosen mit französischem Akzent!).

N. Raweh

 



Name: Marie
Email: halloihrsuessen@gmx.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Also, eigentlich bin ich ja meistens mit Euren Kritiken einverstanden, aber diesmal muss ich wirklich mal protestieren.
Nur 3 on 10 Augen halte ich für das Fehlurteil Eurer Geschichte.
Cate Blanchett verdient schon alleine für Ihre Leistung das Doppelte, dazu der Zuckersüsse Billy Crudup, wunderschöne Bilder und gefühlvolle, verträumte Musik. Was will man mehr.
Außerdem endlich mal wieder ein Ende, bei dem ich vor lauter Romantik richtig schön in den Ärmel von meinem Freund heulen konnte (sorry noch mal, Süsser!).
Also, nichts für Ungut, aber da habt Ihr Euch echt vertan!

Liebe Grüße
Marie



Name: Coco
Email: cocody@gmx.de
Bewertung:       (2 von 10 Digital Eyes)

Eure Kritik trifft es exakt. "Charlotte Gray" ist in der Tat ein lächerliches Kriegsfilmchen, das den Zuschauer nie so recht in Bann zieht - denn dem Filmchen ist ja auch nie so recht klar, welche Geschichte es eigentlich erzählen möchte. Nach all den kläglich versackenden dramatischen Ansätzen bleibt nur eine Schmonzette übrig, bei der aber immerhin manche Mädels vor lauter "Romantik" mal richtig schön in den Ärmel ihres Freundes schluchzen können. So war es nämlich damals, im zweiten Weltkrieg: wunderschön traurig und tief romantisch. So richtig zum Kuscheln eben.

Nee, wirklich, drei Augen für dieses Machwerk sind echt zu viel. Mein Fazit: Weggucken.



Name: anna
Email: a_banane@gmx.at
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

also ich muss sagen, klarerweise gibtes filme die besser sind, aber ich finde die liebe der charlotte gray ist ein abslut schöner film. es gibt viele wahnsinnig gute 2Weltkrieg-filme, aber die sagen was anderes aus. In "die liebe der charlotte gray" geht es endlich mal um die französische résistance und das ist wirklich mal gut, so sieht man diesen krieg auch aus der perspektive eines anderen landes. geschweigedem das cate blanchett absolut fabelhaft ist, ist auch billy crudup einzigartig, fantastisch, gut aussehend und einfach zum weg schmelzen. und die landschaft ist auch so wunderschön.

und eben das man sich schon viele filme vom 2 Weltkrieg angeschaut hat und jedes mal tief betroffen ist, was aauch sehr wichtig ist, weil jeder wissen sollte was damals schreckliches passiert ist, dass so etwas auch nie wieder passieren kann. aber in die liebe der charlotte gray geht es nicht um das wirkliche leiden, sondern eben wird das alles aus einer ganz anderen perspektive, was wirklich auch mal wichtig ist zu sehen. Eine wohlhabende, schöne frau in england hilft in frankreich gegen die deutschen zu kämpfen, aus liebe zu einem mann, den sie hofft zu finden, und aus dem wahnsinnigem drang zu helfen. so sieht man dass nicht jeder einfach zu sehen kan ohne zu helfen, was ich auch absolut lobenswert finde. Und das sollte man auch wissen.

Also 10 sterne für diesen film, aus trauer für die unschuldigen juden und sonstigen die damals den schrecklichen, unmenschlichen köperlichen und seelischen tod erleiden mussten und für die leute, die sich eigentlich zu hause einsperren hätten können und so tun hättten können als würde nichts geschehen, aber das nicht aushielten und hinaus gingen und ihr leben reskierten um irgendwie zu helfen.

Mein Fazit: Unbedingt ansehen!!!!



Name: melissa
Email: melissa_@hotmail.com
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

also ich finde der film ist echt gelungen. die landschaft ist wunderschön, die musik ist toll und cate blanchett sah noch nie schöner aus. der film zeigt wie das leben in dem teil frankreichs war, in dem noch keine nazi-deutschen waren. sie sind zwar noch nicht nicht da, aber trozem vertraut keiner keinem. in einer zeit in der man eigentlich zusammenhalten müsste um sich gegen die nazis zu wehren hätte jeder jeden verraten, nur damit es für ihn etwas leichter ist. ich finde das hat der film sehr gut rübergebracht. wie auch schon charlotte gray im flm sagte "der krieg macht die leute verrückt", und das konnte man im film auch sehen. am traurigsten war die szene als die zwei jüdischen kinder mit juliens vater im zug auf dem weg nach polen sind und charlotte gray dem alten einen brief gibt der von der mutter der kinder sein soll, obwohl sie ihn ja geschrieben hat. der alte mann liest ihn den kindern vor und darin stehen so dinge wie pass immer auf deinen bruder auf, haltet euch immer an den händen usw. eben dinge die eine mutter schreibt, wen sie weiß das sie und wahrscheinlich auch ihre kinder sterben müssen, nur um ihnen etwas mut zumachen. denn wissen tun die kinde nicht, dass sie sterben werden. da musste ich echt heulen! aber in alles und allem ein wunderschöner film!

"wer das ende nicht wissen will, sollte nicht weiter lesen!!!!!!"

charlotte gray fährt, nachdem der krieg zuende ist, nach frankreich zu julien. die beiden sehen sich an dem großen haus von juliens vater. beide küssen sich und das ist dann sozusagen ein happy end :-) ach ja davor sieht man noch das peter überlebt hat, sie reden auch noch miteinander aber charlotte hat sich ja für julien entschieden, zum glück!




Name: John Doe
Email: farlow1234@hotmail.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ein sehr ergreifender Film, der allein wegen der Szene mit dem Abschiedsbrief an die Jungen 10 Augen verdient.



Name: PUMA01
Email: eitberger@yahoo.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

sehr tragischer film perfekte schauspieler



Name: Charlotte
Email: Bollywood4ever@web.de
Bewertung:          (3 von 10 Augen)

Der film hat drei superschauspieler aber sonst nichts, die einzelnen szenen habne mir gut gefallen, so z.B. wo sie ihn küsst um sein leben zu retten, wo er sie erschiessen will und der anfang mit dem ersten Mann, supersüß, aber sonst ist der film total langweilig..echt..mehr kann man wirklich nicht dazu sagen..



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