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Im Tal von Elah

Im Tal von Elah
krimi-drama , usa 2007
original
in the valley of elah
regie
paul haggis
drehbuch
paul haggis
cast
tommy lee jones,
susan sarandon,
charlize theron,
josh brolin, u.a.
spielzeit
124 Minuten
kinostart
6. März 2008
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

Der alte Militärdetektiv Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) ist besorgt. Von seinem Sohn Mike, ebenfalls Soldat in der Armee, hat er seit Tagen nichts gehört und dieser ist scheinbar unerlaubt von der Militärbasis abwesend. Während seine Frau Joan (Susan Sarandon) zuhause die Stellung hält, macht sich Hank auf den Weg, um selbst Mikes Verschwinden zu untersuchen. Mikes Kameraden, wie er gerade von ihrem Irakeinsatz zurückgekehrt, sind erstmal keine große Hilfe. Und auch die ehrgeizige Polizistin Emily Sanders (Charlize Theron) unterstützt Deerfield nur widerwillig. Bis der Fall eine neue, erschreckende Wendung nimmt und die Suche nach Antworten immer mehr zur Suche in den zerbrochenen Seelen junger Veteranen wird…

Paul Haggis meint es doch nur gut mit uns allen. Aber weil der liberale Humanist mit den großen Themen bisweilen ähnlich subtil vorgeht wie Michael Moore wird ihm von mancher Seite böse in die Beine gegrätscht. Sicherlich war nach dem Überraschungscoup mit dem Oscargewinn letztes Jahr auch Neid dabei, aber was man nachträglich dem formell fabulösen "L.A. Crash" inhaltlich unterstellte, war schon dreist. Seinem kunstvoll verwobenen, dabei aber eben nicht sehr subtilen Plädoyer für mehr Verständnis und weniger Vorurteile im täglichen Miteinander bescheinigten einige Meinungsmacher dann einen eigenen Rassismus, weil Haggis angeblich nur Stereotypen zeige und sein Film Vorurteile bediene denn bekämpfe. Auf so was muss man auch erstmal kommen.
Einfacher wird es Haggis seinen Kritikern mit seinem neuesten Film auch nicht machen, dafür ist er eben zu sehr er selbst, for better or worse. Somit gibt's neben einer stilistisch sicheren Inszenierung eben auch wieder den einen oder anderen symbolischen Moment, der überdeutlich des Autors Intentionen präsentiert, besonders die die Hauptstory ummalende Episode mit der US-Flagge sticht da heraus. Haggis winkt eben nicht mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl, er schlägt ihn seinen Zuschauern beizeiten über den Kopf.
Aber damit muss man nicht nur, damit kann man auch sehr gut leben. Denn die Thesen mögen noch so plakativ sein, grundsätzlich falsch sind sie deswegen noch lange nicht. Und von der enormen Qualität seiner Arbeit als Autor und Regisseur lenken sie schon gar nicht ab. "Im Tal von Elah" ist ein weiterer starker Film geworden, weil Haggis das macht, was er sehr gut kann: Personen präzise charakterisieren, ihnen realistische Verhaltensweisen und gute Dialoge mit auf den Weg geben und das Ganze unaufgeregt aber elegant in Szene setzen.

Seine auf einem wahren Fall beruhende Kritik am amerikanischen Heimatland und seiner Politik, die tausende junger Menschen verstört und zerbrochen zurücklässt, ist nur einer in einer Reihe von Filmen, die sich mit dem veränderten Amerika nach dem 11. September auseinandersetzen, im Gegensatz zu wohlmeinenden aber wenig überzeugenden Plädoyers wie "Von Löwen und Lämmern" oder "Machtlos" hat Haggis aber auch ein Thema gefunden, das genau den richtigen Rahmen bildet. Das weder zu groß ist, um ins Generalisierende abzugleiten, noch zu speziell, um auch ein größeres - und vor allem auch ein nichtamerikanisches - Publikum zu interessieren.
Was der Irakkrieg mit der Psyche der jungen Menschen macht, die ihn austragen müssen, darum geht es Haggis. Dass dort eine Regierung emotional und psychisch nicht darauf vorbereitete Soldaten ihre Drecksarbeit machen lässt und sie dann mit ihren Traumata zurücklässt. Unter dem Deckmantel eines Kriminalfilms schildert Haggis hier das Schicksal der Veteranen. Das Augenmerk liegt freilich darauf, wie absurd der Begriff "Veteran" erscheint, wenn man diese jungen Leute betrachtet: halbe Kinder noch, die mit Anfang 20 nicht nur ihre Unschuld verloren haben, sondern oft auch einen moralischen Kompass. Die nirgendwo ihre Verwirrung, ihre Scham und ihre Wut loswerden können, außer in Akten sinnloser Gewalt.
Davon erzählt "Im Tal von Elah" und benutzt die eben dort stattfindende biblische Geschichte von David und Goliath. "Wer würde heutzutage noch Kinder nur mit Steinen bewaffnet gegen einen Riesen antreten lassen" sinniert Tommy Lee Jones, und die Antwort die er findet, trifft ihn noch tiefer als der Tod seines Sohnes. Er, der alte Soldat, muss anerkennen, dass es seine alte Wirkungsstätte ist, die Kinder mit Steinen in der Tasche in einen ausweglosen Kampf schickt, in dem hier immer Goliath gewinnt.

Kaum etwas kann dieser Tage stille Trauer und unterschwellige Wut so gut ausdrücken wie die zerklüftete Landschaft, die Tommy Lee Jones sein Gesicht nennt. Das hat er jüngst in "Three Burials" bewiesen, und er tut es auch hier. Die Mischung aus seinem üblichen Raubein-Image mit einer neu gefundenen elegischen Emotionalität macht das mittlerweile angetretene Alterswerk des knurrigen Knochens zu einer wahren Freude. Kongenial wird er unterstützt von Susan Sarandon als seine Ehefrau, deren Rolle allerdings viel zu klein ausgefallen ist. Trotzdem holt Susan Sarandon aus ihren wenigen Szenen das Meiste raus. Da will dann auch Charlize Theron nicht nachstehen und liefert neben ihrem hübschen Gesicht auch eine gute Leistung, auch wenn ihre Polizistinnenrolle am meisten über ihre Plotfunktion bestimmt wird. Dies versucht Haggis mit einem kleinen Subplot über die fehlende Anerkennung der Kollegen und die Schwierigkeiten einer alleinerziehenden Mutter abzumildern, was auch recht gut gelingt.

"Im Tal von Elah" bedient sich strukturell des Kriminalfilms, in dem zwei ungleiche Partner einen mysteriösen Kriminalfall lösen, aber es ist kein Krimi. Dazu ist der Ausgang zu offensichtlich, selbst wenn man die wahren Begebenheiten, auf denen der Film fußt, nicht kennt. Und auch die roten Heringe, die die Story auswirft (etwa die "Drogenhandel mit mexikanischen Gangs"-Theorie) werden eher halbherzig und unüberzeugend eingebracht. Aber es geht Haggis eben nicht darum, einen wirklichen "Whodunit"-Thriller zu machen, sondern ein Psychogramm der zerbrochenen jugendlichen Helden Amerikas, die die Propaganda-Maschinerie als Freiheitsbringer feiert, derweil sie ihre Freiheit längst verloren haben. Und der Generation vor ihr, die sich von ihrem komfortablen Vertrauen in "richtig" und "falsch" verabschieden muss.
Hier geht es um die Dinge, die man verliert: Unschuld, moralische Sicherheit, Vertrauen in das eigene Land und seine Institutionen. Natürlich wird ihm dafür von den üblichen Stellen unpatriotisches Verhalten vorgeworfen, aber Paul Haggis ist lediglich ein enttäuschter Patriot, der sorgenvoll sieht, was in seinem Land schief läuft und diese Missstände anprangert, egal wie ungern sie gehört werden. Und er erschafft nebenbei ein bewegendes Drama, das sich vor allem aufgrund seiner

Simon Staake

9

Ein Film auf den man sich wegen seiner ruhigen und unaufgeregten Art einlassen muss. Wenn man dies aber macht, wird man mit einen durchwegs stimmigen und sehr gut dargestellten Kinofilm konfrontiert, an den man sich au no lange nach verlassen des Kinosaals erinnern kann, da er sehr ehrlich und bedrückend erzählt ist. Ein Film der vom Moral der Menschen und dessen abstumpfung handelt. Eine endlose Gewaltspirale, für die sich die Verantwortlichen nicht verantwortlich fühlen, die Ausführer der Gewalt nur mit noch mehr Gewalt zuhelfen wissen.
Und das erschreckende ist das passiert in unserer Welt, mit unseren Kindern, mit unserer eigenen Moral. Vielleicht nicht so extrem Beispielen wie in dem Filmdargestellt aber im kleinen. Natürlich verpauschaliesiert der Film das Thema aber er will in der hinsicht au "nur" zum denken anregen was das mindeste sein sollte was man aus diesem Film mitnimmt.
Aber Achtung alle die ein Kriegsfilm oder schnelle Schnitte und eine rasante Story erwarten werden hier enttäuscht werden. Für alle anderen sei der Film wärmstens ans Herz gelegt

8

Ein Film wie ein Puzzle!
Anfangs hat man ein wage Vorstellung von der Handlung - und mit jedem neu eingesetzten Stück glaubt man sich dem Ergebnis bildlich nähergekommen zu sein aber man wird bis zum finalen letzten Puzzleteil eigentlich nur irritiert und ist darum umso überraschter wenn das komplette Puzzle zusammengefügt ist!
Klasse Darstellung von Tommy Lee.Seine Rolle hätte man nicht besser besetzen können.

8,5 Puzzlestücke für diesen kurzweiligen Film!

10

Ein ganz großer Film.
Ein Jammer, dass die Leute die reingehen sollten es leider nicht tun.

10

Klasse Puzzle - ähmmm... ich meine Klasse Film!
Sehr empfehlenswert - allerdings nichts für die Masse!

9

kurzweilig ,interessant und empfehlenswert für leute mit niveau

7

Sehr gute Darsteller. Susan Sarandon zeigt in wenigen Szenen, dass sie eine ganze Große ist. Leider löst sich die Spannung in einem völlig sinnlosen Verhör mit einem noch sinnloseren Geständnis und Motiv auf. Das Ende hat mich enttäuscht.

6

um mal mit dem schluß anzufangen: der geht gar nicht bei diesem film. peinliche musik, peinliche szene. einfach überflüssig. da hätte der regisseuer mal drauf vertrauen sollen, daß man sich diese erkenntnis auch selbst aus der anfangsszene und dem rest des films zusammen reimt.

ansonsten: in vielen belangen ein recht interessanter film. irgendwie ein indirekter anti-kriegs-film. die kombi aus bärbeißigem ex-militär und tougher ermittlerin in eher frauenunfreundlichem umfeld, die art und weise wie die beziehung von vater und sohn aufgedröselt wird … das ist schon gekonnt inszeniert.

aber dann doch diese message, die wie eine monstranz vor sich her getragen wird: unsere jungs werden da unten im irak zu tieren und so. ich weiß ja nicht. daß beim militär nicht nur laubsägearbeiten gemacht werden, sollte man doch wissen, wenn man dem club beitritt. da ist es mir nicht wie schuppen von den augen gefallen (um auch mal ein bibel-zitat gebracht zu haben). das wußte ich schlaumeier schon vorher.

eine mischung aus gelungen und bemüht. sehenswert, aber überbelobhudelt.

5

ja erstmal danke, daß ich die dicke aufgedunsene alk-prinzessin susan s. mal wieder überlebt habe.
(warum können alle auf ihr aussehen achten in hollwood, nur diese tante ausgerechnet nicht ?)

ansonsten: tommy l.j. weit besser als befürchtet und charlize theron
ist selbst als graues mauerblümchen die schönste frau auf der welt.
insgesamt ist der film aber eine riesen enttäuschung.
und dieser film mußte jetzt auch herhalten, um charlize als nicht so schön aussehen zu lassen. fazit: zwiespalt.

7

Absoluter Superfilm bis zu dem Augenblick an dem dieser Soldat alles gesteht...so ein einfacher und langweiliger Sachverhalt. Ich hab dauernd drauf gewartet dass die Story auch gelogen war.
Deshalb nur 7 von 10.

10

Tommy Lee Jones hier in einer Idealbesetzung spielt zum niederknien gut.Auch Charlize Theron hat mir in ihrer Rolle sehr gut gefallen.Der Film ist anspruchsvoll und geht sehr unter die Haut.Besonders gut hat mir die kurze Schlußszene gefallen.

9

Einer der besten Antikriegsfilme und überhaupt einer der besten Filme der letzten Jahre mit einem überragenden Tommy Lee Jones und einer tollen Charlize Theron.
Einige bemängeln hier den simplen Schluß, meiner Meinung nach ist genau dieser Schluß, der den Film perfekt macht, der ohne Ballerei im Dschungel zeigt, was für kranke Kreaturen der Kreig hervorbringt.
Dem Film gelingt es zu berühren und nachdenklich zu machen, ein kleines Meisterwerk eben.
Außerdem glänzt der Film mit starken langsamen Bildern, im Gegensatz zu den verwackelten und megaschnell geschnittenen Bildern ala Bourne, Bond oder Transformers kann man hier wenigstens etwas erkennen (ein Seitenhieb auf diese spastische Kameraführung musste sein :)

8

ich fand den film sehr gut. das thema irak krieg als wunde der usa auch sehr gut umgesetzt. über das ende kann ich mich nicht beschweren. so sieht man hier doch am aller deutlichsten was der krieg aus den menschen macht! ein wie immer sehr gut aufgelegter Tommy Lee Jones und eine berührende susan sarandon. ich kann nicht unbedingt sagen, warum ich zwei augen weniger gebe, aber für 10 hat es nicht gereicht.

4

08/15 Krimi mit Alibi-Antikriegsmoral. "Erst habe ich meinen Kameraden mit 50 Messerstichen Niedergemetzelt, obwohl ich ihn gut leiden konnte. Dann wollte ich ihn beerdigen, aber weil mein Hunger zu gross war, habe ich ihn einfach am Strassenrand verbrannt und bin dann in aller Seelennruhe Grillhähnchen essen gegangen." Auf viel zu simple Weise wird hier erzählt, wie der Krieg unsere Jungs in gefuhllose Mörder verwandelt. Die Geschichte von David gegen Goliath, die Tommy Lee Jones dem kleinen Jungen erzählt hat 0 Unterhaltungswert.

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