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Beim Leben meiner Schwester

Beim Leben meiner Schwester
drama , usa 2008
original
my sister's keeper
regie
nick cassavetes
drehbuch
nick cassavetes, jeremy leven
cast
cameron diaz,
abigail breslin,
alec baldwin,
joan cusack,
jason patric, u.a.
spielzeit
109 Minuten
kinostart
27. August 2009
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

 

Als Sara (Cameron Diaz) und Brian (Jason Patric) Fitzgerald erfahren, dass ihre erst zweijährige Tochter Kate an Leukämie erkrankt ist, entschließen sie sich zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Sie schaffen sich nur aus diesem Grund ein genetisch optimiertes weiteres Kind an, das fortan für Kate als eine Art "lebendes Ersatzteillager" dienen wird. Obwohl eigentlich gesund, spielt sich auch Annas Leben daher vorwiegend in Krankenhäusern ab, wo sie mit Blut- und Knochenspenden ihre Schwester am Leben erhält. Als jedoch auch noch eine von Kates Nieren versagt und alle wie selbstverständlich davon ausgehen, dass die Spenderin ja schon Gewehr bei Fuß steht, weigert sich die mittlerweile elfjährige Anna (Abigail Breslin) aber plötzlich, noch weiter mitzuspielen. Als der Konflikt eskaliert zieht das junge Mädchen schließlich sogar mit Hilfe eines Erfolgsanwalts (Alec Baldwin) vor Gericht, um dort ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben einzuklagen.

Nick Cassavetes kehrt nach dem in den USA sehr erfolgreichen "Wie ein einziger Tag" (alias "The Notebook") zurück ins Genre der tränenrührenden Schmonzette, und wenn man es bösartig angehen möchte, könnte man darauf verweisen, dass wir es diesmal statt mit Alzheimer halt mit einer Krebserkrankung zu tun haben. Allerdings ist "Beim Leben meiner Schwester" noch ein Stück schwerer und ernsthafter geraten als der genannte Vorgänger, der doch zeitweilig einfach nur eine nette Romanze erzählte. Über den romantischen Part ist jedoch das Ehepaar Fitzgerald hier längst hinweg und die vom zehrenden Kampf um das Leben der eigentlich unheilbar kranken Tochter geprägten Jahre haben auch im Beziehungsgeflecht der gesamten Familie ihre Spuren hinterlassen. Insbesondere Mutter Sara tut sich hier mit einem zeitweise ans Besessene grenzenden Verhalten hervor, dass keinerlei Widerspruch duldet und einfach alles Andere dem vermeintlichen Wohle von Kate unterordnet. Eine mutige, weil recht unsympathische Rolle für Cameron Diaz, die sie auch anständig meistert.
Die Schau stiehlt ihr aber fast schon erwartungsgemäß die junge Abigail Breslin, die hier nach ihrem frühen Durchbruch als "Little Miss Sunshine" weitere Facetten ihres bereits erstaunlich ausgeprägten Schauspielkönnens präsentiert. Gerade im Vergleich zum beschwingten Roadmovie erleben wir hier von Breslin eine Kehrtwendung um fast 180 Grad, hin zum Schultern einer Belastung, der normalerweise auch ein Mädchen, welches gerade mal zwei Jahre älter ist als seine Filmfigur, kaum gewachsen sein kann. Sowieso haben hier die Damen die stärkeren und interessanteren Rollen abgegriffen, denn neben den beiden Genannten überzeugen auch noch Sofia Vassileiva als krebskranke Kate und die immer gern gesehene Joan Cusack als kauzige Richterin.
Ihrem männlichen Pendant als viel beschäftigtem Nebenrollendarsteller gelingt es dagegen diesmal nicht so gut, einen dauerhaften Eindruck zu hinterlassen, denn Alec Baldwin bleibt als Anwalt mit Herz fast so blass wie Jason Patric als sich lange Zeit von seiner Frau treiben lassender Vater der beiden Mädchen.

Das größte Problem des Films ist jedoch die Struktur, für die man sich entschieden hat. Denn nachdem der Zuschauer nach wenigen Minuten mit der aktuellen "Problematik" bekannt gemacht wird, ohne bis dahin eine Bindung zu den einzelnen Figuren zu haben oder deren Geschichte zu kennen, wird dies im Verlauf durch zahlreiche Rückblenden nachgeholt. Damit greift der auch am Drehbuch beteiligte Cassavetes zwar ein weiteres Stilmittel seines oben genannten Erfolgs wieder auf, baut diese Einschübe aber diesmal bedauerlicherweise nicht allzu gekonnt in die Geschichte ein. Als Beispiel sei die Episode um Kates erste Jugendliebe genannt, die wirklich ein ganzes Stück zu lang geraten ist. Zudem sind die diversen Handlungssprünge oft nicht klar zu erkennen und man muss sich da dann schon hin und wieder an den jeweiligen Frisuren und Haarlängen der Protagonisten orientieren, um sich chronologisch zurecht zu finden. In diesen Momenten erweist sich die Adaption der Romanvorlage von Jodi Picoult dann als nur sehr bedingt gelungen.
Abgesehen von diesen Schwächen gelingen allerdings auch ein paar sehr schöne Momente, wie der fast wortlose gemeinsame Familienausflug zum Strand. Dass die dem Film in allen Ankündigungen zugrunde liegende Geschichte vom Kampf der kleinen Anna um ihre Selbstbestimmung schließlich noch eine radikale Wendung nimmt, bei der es dann um etwas ganz Anderes geht, mag man als gelungene Überraschung oder aber als leichten Betrug wegen Nichtbeantwortung der Ausgangsfrage ansehen. Das ist wohl Geschmackssache, genau wie die Grundsatzentscheidung ob es denn reizvoll und für einen "schönen" Kinoabend verlockend ist, jemandem anderthalb Stunden lang beim Sterben zuzusehen.

Volker Robrahn

4

Vor ca. 2 Monaten habe ich gelesen, dass der Film "Beim Leben meiner Schwester" in die Kinos kommen sollte, basierend auf dem Roman von Jodie Picoult. Ich habe Jodie Picoults "19 Minuten" gelesen und war begeistert, es ist eines meiner Lieblingsbücher. Und so las ich "Beim Leben meiner Schwester" und wurde nicht enttäuscht. Nun, heute war es soweit, ich ging ins Kino. Ich wusste, dass es schwer sein würde, diese Geschichte auf einen Film zu reduzieren, da es Picoults Merkmal ist, alles aus verschiedenen Sichten der Protagonisten zu erzählen. Der Film fing an, und ich wurd gleich überrascht. Der Film wurde wie im Buch von den verschiedenen Charakteren erzählt. Jedenfalls anfangs. Von da an geht es bergab. In der Geschichte geht es um Anna, ein 13 jähriges Mädchen (im Film ist sie 11), dass ihre Eltern verklagt, da sie seit Geburt immer und immer wieder für ihre an Leukämie leidende Schwester Kate Blut, Knochenmark usw. spenden muss. Mit 13 beschließt sie dann anscheinend (nach dem sie sich gefragt hat, ob sie leben würde, wenn ihre Schwester nicht krank wäre), ihr eigenes Recht auf ihren Körper einzuklagen. Darum dreht sich die Geschichte. Nebenbei erfährt man auch etwas über die anderen Personen, Jesse, der zukurz kommende, straffällige Bruder, Campbell Alexander, der Anwalt, der immer noch heimlich in seine Jugendliebe verliebt ist, die im Buch eine wichtige Rolle spielt, im Film jedoch komplett fehlt, um Sara, die Mutter von Kate, Jesse und Anna und schließlich Brian, der Vater, der nicht so recht weiß, auf welcher Seite er steht. Im Buch dreht sich um den verzwickten Fall, welche Rolle Anne in der Familie spielt, was sie für einen Wert hat usw. Im Film jedoch sind die Rollen komplett vertauscht. Hier geht es fast nur um das Verhältnis Kate und Sara. Der Film ist ein beinahe ein zweistündiger Leidensweg von Kate, bei der in jeder Szene auf die Tränendrüse gedrückt wird. Das Buch ist traurig, ja, aber es verliert sich nie im Kitsch. Und das tut der Film allemale. Die Handlungsstränge, die für das Buch so wichtig sind, sind im Film falsch oder fehlen gänzlich. Schauspielerisch kann ich jedoch an nichts kritisieren. Abigail Breslin, die mir seit "Little Miss Sunshine" wirklich ans Herz gewachsen ist, mag ich allemal! Cameron Diaz ist natürlich eine wie keine und die Schauspielerin der Kate spielt ihre Rolle glänzend. Die Maske ist wirklich fabelhaft und es ist erschreckend, wie sie zum Ende des Filmes aussieht.
Das Buch besteht zur Hälfte aus Vergangenheit und zur Hälfte aus Gegenwart. Die Vergangenheit ist sehr wichtig, im Film kommen jedoch nur 2-3 Szenen aus der Vergangenheit vor. Die Musik im Film ist allemale gut. Nun ja, was das Buch ausgemacht hat, fehlt im Film gänzlich. Schade wenn man bedenkt, dass die Neuigkeit zum Film mich auf das Buch gebracht hat, dass mich doch so begeistert hat. Ich habe gelesen, dass Jodie Picoult am Drehbuch mitschrieb, und find das sehr erschreckend. Das Ende zum Beispiel ist ganz anders, ich will hier nicht zu viel verraten. Es macht das ganze Geschehene schlecht und stellt alles falsch da. Für Leute, die das Buch nicht gelesen haben, wird es vielleicht kompliziert, aber für Leute, die das Buch gelesen haben, ist es eine enttäuschung. Ansich ist der Film toll, aber im Vergleich zum Buch schrecklich. Mache sich jeder seine eigene Meinung :)

8

Welche Ausgangsfrage wurde denn nicht beantwortet?

Und ich hatte keine Probleme, die Flashbacks zuzuordnen, da man doch schon allein an Kate sehen konnte, wann welcher zu welcher Zeit spielt. Ich finde den Film wundervoll gelungen und trotz des Themas eine Ode an das Leben. Wunderbar gefühlvoll, aber überhaupt nicht kitschig oder darauf abzielend, irgendwelche Emotionen zu erzwingen. Die kommen bei diesem schönen Stück ganz für sich allein.

5

Achtung, Spoiler:

@mercy: Die Ausgangsfrage, an der sich der Film und die gesamte Werbung aufhängen ist doch, ob sich die kleine Anna mit Ihrem Dasein als "Ersatzteillager" für die kranke Schwester abfinden muss oder ein Recht auf Selbstbestimmung hat.

Darum geht es später aber ja nicht mehr, da das ganze nur eine von beiden Schwestern inszenierter Trick war, um die ältere endlich sterben lassen zu können. Ob sie mir ihrer Klage durchgekommen wäre und recht bekommen hätte wird also nicht geklärt.

2

Ich habe (mit bedacht) zuerst das buch gelesen bevor ich den film angeschaut habe.
Ich finde ihn SCHRECKLICH!
Für leute die das buch nicht gelesen haben ist er vielleicht gut. Aber ich finde das Ende unmöglich weil es im Buch ganz anders Ausgeht. Auch eine der Hauptfiguren (Julia) wird nicht erwähnt?!?!? das geht doch nicht.... !!
Es sind natürlich auch schöne Passagen im film, aber insgesamt gesehen bestätigt er wieder meine Meinung: Buch ist vieeel besser als Film!

7

Sehr sehenswerter Film- mit Momenten die einem den Atem nehmen und tief berühren. Nur Zeit sollte sich der kritische Betrachter nehmen und sich auf das ethisch geprägte Thema einlassen.

8

Sehr guter anspruchvoler Film !!nicht einfach zu verdauen !

9

Einfach ein wunderbarer Film !!

7

Okay, zugegeben, ich habe das buch dazu nicht gelesen!
Deswegen kann ich nicht sagen, wie der Film im Bezug zum Buch ist.
Aber an sich ist der Film gut. Eine schöne Geschichte, ergreifend erzählt und ich habe oft die taschentücher zucken müssen ;)
Mit den Flashbacks kommt man auch gut mit, man muss nur halt konzentriert hinschauen.

9

Zunächst möchte ich sagen: Ich habe das Buch nicht gelesen und kann deswegen wirklich nur den Film bewerten!
Doch den fand ich wirklich schön! Er hat mich sehr berührt und noch lang nach dem Ende habe ich über die Handlung und die Aussage nachgedacht. Die Schauspieler sind fabelhaft!
Das Thema des Films ist wirklich schwierig und ich finde es wurde gut umgesetzt!
Ein schöner Film durch den ich ,für mich persönlich, etwas dazu gelernt habe...

8

Wie andere schon vor mir, habe ich das Buch nicht gelesen. Aber nach dem was ich erfahren habe, dass das Buch anscheinend so viel besser sei als der Film, werde ich das Buch genauer unter die Lupe nehmen^^

Der Film selbst hat mir besonders gut gefallen weil es eben nicht einer der Filme mit einem Happy End ist. Er regt zum nachdenken an. Über das Leben.. über den Tod selbst. Ich fand den Film sehr rührend und und wirklich schön ... ich bin mir nicht sicher ob ich noch dieser Meinung sein werde nachdem ich das Buch gelesen habe^^ also hab ich entschieden jetzt schon zu schreiben.
Schaut den Film ... und leßt danach das Buch .. dann gefällt euch der Film und das Buch danach umso besser. Außerdem ärgert ihr euch nicht wie die restlichen über den Film sondern genießt diesen^^
lg Kate

3

Naja, ganz unterhaltsam, aber im Vergleich zum Buch mangelhaft, wenn nicht sogar schlecht. Und eigentlich sollte der Film doch der Handlung im Buch gerecht werden, dessen Werte aufgreifen und diese nicht verfremden. Warum wurde das Ende gänzlich umgedreht? Das ruiniert doch irgendwie die eigentliche Aussage des Romans! Was soll das?

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