Robert Rodriguez hat bei seinen früheren Fans fast allen Kredit
verloren. Dass er mit der "Spy Kids"-Reihe
in Richtung belanglose Familienunterhaltung abgedriftet ist, mag
man dem durch "Desperado" und "From Dusk till Dawn"
einst zum Kultfilmer aufgestiegenen Regisseur dabei eigentlich gerne
verzeihen. Wenn nicht sein Versuch, mit "Irgendwann
in Mexiko" wieder ins alte Terrain zurückzukehren,
so erschreckend deutlich gemacht hätte, dass er dazu offensichtlich
gar nicht mehr in der Lage ist. Anscheinend macht ihm der anhaltende
Erfolg der "Spy Kids" soviel Freude im Herzen und auf
dem Bankkonto, dass er all seine Energie dafür verwendet. Folgerichtig
wurde der dritte Teil der Serie auch zum bisher erfolgreichsten
überhaupt. Zumindest in den USA, denn hierzulande stießen
die beiden Vorgängerfilme ja bisher auf nur mäßiges
Interesse. Dies
soll
sich nun ändern, und dementsprechend aufwändig gestaltet
der Verleih seine Werbekampagne für Teil drei, denn dieser
ist schließlich etwas ganz Besonderes. Weniger aufgrund seiner
originellen Geschichte, und auch nicht wegen der überraschenden
Entscheidung, Sylvester Stallone in der Rolle des Bösewichts
zu besetzen (was dem Mann im Herbst seiner Karriere übrigens,
rein statistisch gesehen, das beste Einspielergebnis seiner Filmographie
bescherte). Nein, das Bemerkenswerte an diesem Film ist, dass mit
ihm eine bislang eher erfolglose und eigentlich schon lange ausgestorbene
Spielart der Kinounterhaltung ein unerwartetes Comeback feiert:
Der dreidimensionale Film.
Der dahinter stehende Grundgedanke ist an sich ja auch recht schlüssig:
Frühere Versuche in dieser Richtung (wie bei den Horrorreihen
"Der weiße Hai","Freitag der 13." oder
den Jack Arnold- Produktionen der fünfziger Jahre) zielten
meist nur auf wenige Schock- und Überraschungseffekte, die
man erstens meilenweit kommen sah und die zudem auch noch oft innerhalb
der Handlung deplaziert wirkten. Die Haupthandlung von "Misssion
3-D" spielt dagegen in der virtuellen Welt eines Videospiels
namens "Game Over", welches von dem wirren Toymaker regiert
wird und in dem dieser die Nachwuchsagentin Carmen gefangen hält.
Deren Bruder eilt dann samt gefahrenerprobter Familie zu Hilfe und
erlebt in der Spielwelt zahlreiche Abenteuer - womit die Handlung
des Films auch bereits erzählt ist.
Dieses
künstliche Setting erweist sich aber in der Tat als ideal für
ein Feuerwerk an Spezialeffekten und als optimaler Hintergrund für
die dreidimensionalen Spielereien. Und da lässt sich das Team
um Rodriguez auch wahrlich nicht lumpen und liefert dank fortgeschrittener
technischer Möglichkeiten einiges an Schauwerten. Alles sehr
bunt hier und meist auch durchaus hübsch anzusehen. Allerdings
spielt der Film dann doch nur zu zwei Dritteln innerhalb des Spiels,
so dass konsequenter- und augenschonenderweise der Zuschauer seine
Plastikbrille immer mal wieder zwischendurch abnehmen darf. Dass
er aber überhaupt immer noch diese Art von Billigbrille benutzen
muss, die schon vor zwanzig Jahren altmodisch war, ist angesichts
der auf der Leinwand gezeigten technischen Möglichkeiten doch
ein ziemliches Armutszeugnis. Hätte man sich da nicht etwas
Anderes einfallen lassen können? Nun gut, offensichtlich nicht,
und die rund 50 "bebrillten" Minuten sind hier ja auch
recht unterhaltsam geraten.
Abgesehen
von seinem clever eingesetzten Gimmick gibt es über "Mission
3-D" nicht mehr allzu viel zu sagen. Das Prinzip, allen Figuren
der Vorgängerfilme immer auch zumindest einen Kurzauftritt
im Nächsten zu verschaffen, ist eine nette Idee, dank der wir
auch hier wieder das Vergnügen mit den Herren Clooney und Buscemi
haben. Den mit Abstand coolsten Gastauftritt hat aber ein zurzeit
sehr bekannter Ringträger, und diese Szene ist einfach zu schön
um sie hier zu verraten. Bemerkenswert auch (oder vielleicht eher
bedenklich?) wie sexy und attraktiv hier vor allem die weiblichen
Kinderdarsteller präsentiert werden. Als Fehlentscheidung darf
dagegen der Entschluss bewertet werden, ausgerechnet den eher blassen
und ausdruckslosen Juni diesmal zur Hauptfigur zu machen. Fast ein
wenig unverschämt ist dabei die Nennung von Antonio Banderas
und Carla Gugino an erster Stelle auf den Filmplakaten, tauchen
die beiden Eltern doch überhaupt erst in der Schlussviertelstunde
zur Rettung auf.
Insgesamt betrachtet ist der dritte Film der Reihe aber ein zumindest
visuell sehr gelungenes Vergnügen und geht daher auch mit einem
leichten Vorsprung aus dem Vergleich mit den beiden Vorgängern
hervor. Bleibt eben nur die Frage, ob es das deutsche Publikum denn
diesmal interessieren wird - den Begriff "Spy Kids" hat
der hiesige Verleih jedenfalls im Titel einfach mal unterschlagen
um so dem Publikum den Eindruck zu vermitteln, es handele sich hier
um etwas völlig Neues. Gar nicht so dumm.


ich finde der film ist eine absoulute niete
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