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Funny Games U.S.

Funny Games U.S.
horror-drama , usa 2008
original
funny games u.s.
regie
michael haneke
drehbuch
michael haneke
cast
naomi watts,
tim roth,
michael pitt,
brady corbett,
devon gearhardt, u.a.
spielzeit
108 Minuten
kinostart
29. Mai 2008
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

Wenn wir eines vor elf Jahren aus den Original "Funny Games" gelernt haben, dann dies: Hüten Sie sich vor extrem höflichen jungen Männern mit weißen Handschuhen, die sie im Rahmen der Nachbarschaftshilfe nach ein paar Eiern fragen. Und hüten Sie sich vor vollbärtigen, wie ein Soziologieprofessor aussehenden österreichischen Regisseuren. Denn das größte Monster, das dank der Originalversion von "Funny Games" auf die Filmwelt losgelassen wurde, waren ja nicht die beiden verabscheuungswürdigen Psychopathen Peter und Paul, sondern Regisseur Michael Haneke. Der Didakt mit dem provokanten Regiestil, vorher bestenfalls eine Randerscheinung, füllte die Feuilletons und hat seitdem neben Flops wie "Wolfzeit" mit seinem preisgekrönten "Die Klavierspielerin" und seinem letzten Film "Caché" einige kleine Arthouse-Hits gehabt, aber auch diese reichten nicht an die Aufmerksamkeit heran, die er 1997 eben mit "Funny Games" geerntet hatte. Bei den Filmfestspielen in Cannes war man damals bei der Weltpremiere zerrissen zwischen Begeisterung und Empörung, und dieser Zwiespalt in der Rezeption setzte sich allerorten fort, auch bei uns: Die Rezension zu "Funny Games" in unseren Videotipps gehört zu den meist- wie kontrovers diskutierten Filmen auf unserer Seite.

Eine ausschweifende Inhaltsangabe kann man sich dank der klaren Ausgangssituation auch beim US-Remake sparen: Eine gutbürgerliche Kleinfamilie - Vater George (Tim Roth), Mutter Ann (Naomi Watts) und Sohnemann Georgie (Devon Gearhardt) - wird in ihrem abgelegenen Ferienhaus von zwei jugendlichen Psychopathen (Michael Pitt und Brady Corbett) gefangen genommen und gefoltert, in der Aussicht auf ihren baldigen Tod. Mehr gibt's da nicht zu sagen, mehr passiert auch nicht. Dieser Film ist nicht eine Frage des Was, sondern eine Frage des Wie.
Nun liefert Haneke also ein amerikanisches Remake unter Eigenregie ab, mit demselben, um einige Szenen erweiterten Drehbuch und größtenteils identischen Kamera-Einstellungen. Der Grund für diesen nahezu identischen, zweiten Film? Konkret war das Original-"Funny Games" als Kritik an amerikanischer Gewaltrezeption durch Hollywoodfilme gedacht. Nur: Ein kleiner österreichischer Film, der höchstens auf Festivals und in einer Handvoll Kunstkinos als OmU läuft - eine Massenwirkung auf die amerikanischen Zuschauer, die Haneke ja eigentlich als Zielpublikum auserwählt hatte, war so nicht zu erreichen. Und trotz englischer Sprache und Staraufgebot wird auch "Funny Games US" dies nicht erreichen. Dafür ist der Film zu offensichtlich Kunst in Großbuchstaben. Immerhin darf Haneke auf vereinzelte Opfer hoffen, die sich vom Trailer zur Ansicht verführen lassen und dann brutal für ihren Fehler vom Regisseur abgestraft werden.
Zugegeben ist Hanekes Idee, gerade jetzt eine aufs US-Publikum angelegte Neuauflage seiner Medienkritik zu machen, durchaus nicht abwegig. Schließlich feierte in den USA in den letzten Jahren das Horrorkino des Schlagworts "Folterporno" à la "Hostel" und "Saw" Riesenerfolge - und eine reflektierte Reaktion auf das Geschaute blieb sicherlich die Ausnahme. Eigentlich also der passende Moment, der Folter als Unterhaltungsmoment ein massives Statement wie "Funny Games" entgegenzusetzen.

Der Gewalt ihre eigentliche Qualität als nicht genießbar (und schon gar nicht als Unterhaltung geeignet) wiederzugeben, dies war nach Hanekes Angaben sein Ziel. Was er sicherlich auch erreicht, allerdings ist die Frage mit welchen Mitteln und zu welchem Preis. Und hier streiten sich dann die sprichwörtlichen Geister und die ganz realen Kinogänger. Denn das Experiment in Sadismus, das Haneke hier mit der Kleinfamilie anstellt, ist ja eigentlich ein Experiment mit dem Zuschauer.
Der soll hier mitwirken, als Zeuge, als Mittäter und letztlich als Angeklagter. Soll in der berüchtigten Fernbedienungsszene begeistert aufjohlen, wenn dann doch eine Hollywoodkonvention befolgt wird, und kriegt dieses dann gleich um die Ohren gehauen. Soll mittels geschickt drapierten roten Heringen (das anfangs verlorene Messer) im Glauben an ein konventionelles Ende gelassen werden, um dann von Haneke mit einem bösen "Das hättet ihr wohl gern" entlassen zu werden. Und soll sich direkt schuldig und betroffen fühlen, wenn Paul ihn von der Leinwand direkt anspricht, ihm ein "richtiges Ende mit plausibler Entwicklung" verspricht, was im Endeffekt für die Opfer nur ein verlängertes Leiden darstellt.
Aber richtig plausibel bleibt hier immer nur eins: Hanekes alles übergreifende Didaktik. Hier findet der Großteil der Gewalt außerhalb des Bildrahmens statt, um dem als blutgeil denunzierten Zuschauer den Spaß zu verderben. Aber nach einem Film wie "Caché", in der Haneke in einer Schockszene das Blut spritzen lässt, als wäre er Dario Argento und sein Film eine Horrorschote, darf er zum Thema "Gewalt als Selbstzweck" eigentlich eh gar nichts mehr sagen, ohne sich selbst zu diskreditieren.

Immerhin: Die Darstellung von Gewalt als Anti-Unterhaltung gelingt Haneke im Original wie im Remake vorzüglich, nicht wegen sondern trotz der blasierten Form. Dies ist kein Film, den man sich gern anschaut, sondern einer, bei dem einem permanent unwohl ist. Damit ist Haneke sicherlich nicht der erste, schon Kubricks "Uhrwerk Orange" und John McNaughtons "Henry - Portrait Of A Serialkiller" haben das erreicht, haben ebenfalls über Gewalt reflektiert und über ihre Rezeption. "Henry", laut Regisseur mit derselben Grundidee ausgestattet und damals als Reaktion auf die mit Gags angereicherten Slasherfilme der 1980er entstanden, ist in der Meinung dieses Rezensenten dabei wesentlich geschickter und prägnanter als "Funny Games", auch ehrlicher. Wo Haneke zeigefingerschwingend seine Kritik auf fast zwei Stunden auswälzt, schafft McNaughton das Gleiche in prägnanten 80 Minuten.

Haneke teilt ordentlich aus, aber es sind ja immer die anderen, die die Messerstiche und Schusswunden abkriegen. "Funny Games" ist wie auch sein letzter Streich "Caché" eine Attacke aufs sich in Sicherheit wiegende und bequeme Bildungsbürgertum. Dazu genügt schon die Anfangssequenz, in der die Familie auf dem Weg zu ihrem luxuriösen und natürlich umzäunten, also vermeintlich sicheren Sommerhaus ist und dabei ein Ratespiel mit klassischer Musik macht. Pah! Diese Bourgeoisie! Also unterlegt Haneke den Rest des Vorspanns mit grunzendem Heavy Metal, damit der erste Punkt schon mal klar ist. Problem dabei: Haneke ist ja selbst längst ein Teil dieser Bevölkerungsschicht, war es wohl schon immer, nimmt sich aber aus seinen Giftattacken tunlichst heraus.
Dieses Muster zieht sich unangenehm durch die Konzeption des Films. Da zelebriert Haneke einen brutalen Sadismus gegenüber seinem Publikum, alles im Namen des Anprangerns von Sadismus. Und es gehört schon eine enorme Portion Arroganz dazu, ein zwölf Jahre altes Drehbuch für so perfekt zu erachten, dass man außer einigen notwendigen Zugeständnissen an die Weiterentwicklung der Welt (Handys!) nichts verändert. Und so wirken Sachen, die schon 1997 nicht funktionierten, hier noch inkongruenter. Dass sich die beiden Psychopathen mit Beavis und Butthead anreden, wirkte ja schon im Original ein wenig peinlich und roch nach Zeigefingerkritik am amerikanischen TV, das die Jugend verroht. Im Jahr 2008 wirkt das dann nur noch gestrig und am Ziel vorbei. Wenn dieses platte Referenzieren schon sein muss, wie viel passender und logischer wäre es gewesen, wenn sich die beiden mit, sagen wir mal "Knoxville" und "Steve-O" oder "Cartman" und "Kenny" anreden würden. Und da zieht auch das Argument "keine Zugeständnisse" nicht, dies ist entweder Faulheit oder Arroganz. Nein, ein wenig die nicht funktionierenden Elemente aufspüren und abändern, das hätte man von Haneke schon erwarten dürfen, ja müssen, wenn er schon die Chance bekommt, denselben Film noch mal zu machen. Aber hier gilt wie auch sonst: Selbstkritisch wird es nicht.

Was der Film besser macht als sein Vorgänger ist, dass das Konzept und seine Ausführung besser zusammen passen. "Funny Games" war und ist so offensichtlich als Attacke aufs amerikanische Genrekino und sein Publikum ausgerichtet, dass die Inszenierung im deutschsprachigen Raum mit im Wiener Schmäh sprechenden Psychopathen wirklich nur wie the next best thing wirkte, und auch ein wenig albern. Zumindest in diesem einen Sinne ist "Funny Games US" zwingender, realer und ehrlicher als das Original und fühlt sich an wie der Film, den Haneke schon 1997 machen wollte.
Das Hauptproblem dieser Neuverfilmung besteht damit vor allem für diejenigen, die das Original kennen, denn "Funny Games" ist und bleibt ein gimmick-artiger Film, dessen Effektivität hauptsächlich in seinem Unterlaufen von dramaturgischen und filmischen Konventionen begründet ist. Und wer das Original kennt, der weiß halt schon was kommt, auf den haben die sadistischen Spielchen des Regisseurs wie das Adressieren des Publikums durch Paul, die berühmt-berüchtigte Fernbedienungsszene und die quälenden minutenlangen Einstellungen im Schlussdrittel so gut wie keinen Effekt mehr. Schade und unfair gegenüber den hier durchweg gut spielenden Darstellern, besonders dem diabolischen Pitt als milchgesichtigem Monster, aber so ist das nun mal bei Remakes.
"Funny Games US" ist daher eindeutig für Erstgucker angelegt. Kenner des Originals können sich den Kinobesuch sparen, denn Bedeutendes wird hier nicht hinzugefügt. Die grundlegende Effektivität für Leute, die Hanekes lustigen Spielchen zum ersten Mal ausgesetzt sind, lässt sich aber trotz der vorhandenen enormen Schwächen nun mal ebenfalls nicht von der Hand weisen, daher dürfen Erstgucker noch zwei Extra-Augen auf die obige Wertung draufschlagen. Einzig der Effektivität willen, wohlgemerkt, nicht der Qualität des Films als Werk an sich.
Mit der bleibt es nämlich so eine Sache. Ob das filmische Experiment "Funny Games" insgesamt erfolgreich ist, ob nun in der deutschsprachigen oder jetzt der amerikanischen Variante, darüber darf auch weiter ausgiebigst gestritten werden. Der Rezensent jedenfalls legt sich schon mal fest: Nochmals prophylaktisch von Haneke als gewaltgeiler Sofasadist gebrandmarkt zu werden, während jener arrogant und bar jeglicher Selbstkritik seine fiesen Spielchen aufwärmt, um dem Zuschauer "eine Lehre zu erteilen" - nein danke, Herr Haneke. Ein Spiel, in dem der Spielleiter offenkundig schummelt ist kein richtig lustiges Spiel. Und auch kein richtig gutes.

Simon Staake

hab den film noch nich gesehn und kann daher zur kritik nich wirklich viel sagen. aber eines gibt es was mir schon sauer aufstößt,unzwar folgende teile der kritik, in denen der inhalt des films direkt auf den regiesseur bezogen wird.
warum wird der film gleich automatisch schlechter, wenn der regiesseuer einen zustand anprangert in dem er sich offensichtlich selbst befindet(und diesen umstand anscheinend ok findet).
muss es gleich als verlogen abgetan werden, wenn ein regiesseur etwas dreht, was er in seinem leben nicht so durchsetzt wie es im film getan wird?
nun gut dies mag gerade in "funny games" eine schwierige sache sein, aber ähnliche kritiken hat es auch schon an anderen filmen gegeben wie zb. bei "die fetten jahre sind vorbei" von hansweingartner. aber es ist auch wirklich schwer als etablierter regiesseur, voll und ganz hinter der art von seinen filmen zu stehn. ich mein wer hätte " die fetten jahre" denn sonst drehen sollen? einer der im film gezeigten "anarchoeboys" die, wenn sie so drauf sind, wie im film dargestellt, höchstwahrscheinlich garnichts davon halten würden so etwas über einen film auszudrücken?
das gleiche gilt für "funny games".und kann man medien kritik überhaupt über einen film ausdrücken ohne dabei nicht verlogen zu sein, weil man eben dieses medium benutzt?
Ich finde jedenfalls beide filme ausgezeichnet, weil ich mich nich gefragt hab, ob der regiesseur voll und ganz hinter der sache steht, sondern weil ich die filme auf mich bezogen hab.
um das alles mal stark zu simplifizieren, für mich klingt das ein bischen nach: "oh mein gott, tom cruise ist bei scincetology, ich werde nie wieder einen film mit ihm schauen" oder " michael jackson ist ein kinderschänder, seine musik ist beschissen und ich werde ihn nie wieder hören"
denn für mich hat die aussage eines unabhängigen films, songs oä. nicht zwingend was mit der person dahinter zu tun.

Hatte denselben Eindruck wie Floyd beim Lesen der Kritik. Daher werde ich mir diesen Film nun wohl erst recht ansehen.

8

Kann die Kritik nicht teilen. Habe das Original gesehen und mir haben sich auch dieses Mal die Haare an besagten Stellen aufgestellt.
Der Film ist natürlich eine 1:1 Kopie der Originals und der "Aha"-Effekt ist damit nicht mehr vorhanden. Aber um den "Aha"-Effekt ging es auch im Original nicht. Sixth Sense ist ein "Aha"-Film. Funny Games schockiert durch psychologische Gewalt und die vermittelte Hilflosigkeit. Genau das, was auch das Remake hervorragend erreicht. Ich fand den Film schrecklich und muss ihn bestimmt nicht noch mal sehen. Und das ist das größte Kompliment, das man Haneke machen kann.

Dieser Film kann nicht beurteilt werden, ohne das man direkt auf den Regisseur zu sprechen kommt. Der Regisseur drückt der Welt seinen absurden Stempel auf, ohne zu Hinterfragen. Da ich das Original kenne und verabscheue, werde ich mir den Film nicht ansehen. Alles andere kann man sich tatsächlich hier anschauen: http://www.filmszene.de/video/funny.html

pah!
Der Vorschreiber hat offensichtlich die Message des Originals nicht verstanden. Hier geht es nicht darum Gewalt wie in Splatterfilmen zu verherrlichen, sondern zu zeigen wie sie kommt, so spröde , trocken und doch oder gerade deswegen unglaublich schockierend, wie etwas nebensächliches das jedoch alles zerstört. Ein Mord wird im Realen nicht durch bombastische Musik angekündigt und die Killer sind oftmals auch nicht durch Motive oder Gründe zu verstehen. Das hat das Original sehr gut rübergebracht (zitat: Warum tut ihr das? - Warum nicht?"

Ne Menger junger dummer Leute werden in diesem Film einen gescheiterten Horror und Splatterfilm vom Schlage SAW, Hostel, TCM sehen der keine Gewalt zeigte und demnach nicht funktionierte. Sie haben nichts verstanden! All das kann man schonmal den , nach der Aufführung hier postenden Kritikern wohl sagen. Ich kenne und schätze das Original und werde mir auch die Neuverfilmung ansehen. Der Regiesseur verurteilt niemanden als Gewaltfetischisten, im Gegenteil scheinen IHM viele hier (u.a auch der Verfasser der obigen Kritik) den Stempel aufdrücken zu wollen. Die Gewalt des Films ist, trotz fehlender eingehender Blutszenen kaum ertragbar und sie dient nicht zur unterhaltung, sondern lediglich zur aufzeigung des widerwärtigen Individuums "Mensch". Der Mensch tötet zu seinem Vorteil, er "schummelt" beim Kampf ums nackte Überleben, er hat keinerlei Gründe für seine Tat, er sucht sich schwächere Opfer, und er "würde" zurückspulen wenn sein Partner getötet wird, wenn er es könnte. Der Antiheld oder besser Soziopath im Film hatdie Möglichkeit dazu und nutzt sie, er weiss er ist eine rein fiktive figur was er durch das Augenzwinkern sowie das Wenden an den Zuschauer sowie den abschließenden Dialog auf dem See auch beweist. Es sind andere Tatsachen gegeben in diesem filmischen Universum und er nutzt sie zu einem eigenen schlechten Wesen, zu seinem Amüsement. Und das besteht aus "Foltern und Morden". Die Frage wäre, wieviele Kinozuschauer würden tief in ihrem inneren (ohne es sich natürlich eingestehen zu wollen) nicht auch zu solchen Mitteln greifen und mal "zum Spaß foltern" wollen´ß Natürlich keiner, wir sind ja ach so gut und ach so zivilisiert. Filme wie "Das Experiment" und "Funny Games" z.b beweisen das Gegenteil. Wie gesagt, die Jugendlichen werden einen Splatterfilm wollen und ih nicht kriegen und ihn verreissen, die älteren werden ihn nicht verstehen, bzw. sich nicht ihre eigenen dunklen Seiten an die sie in dem film erinnert werden, eingestehen wollen und ihn ebenfalls hassen. So gesehen ist dieses Filmprojekt an dem durchschnittlichen Zuschauer fehlgeschlagen :( Aber das ist keinesfalls die Schuld des Filmes.

hmpf!
In diesem Film wird nicht eine Sekunde grundlos gemordet und gefoltert. Herr Haneke hämmert uns die Gründe und Motive den gesamten Film lang penetrant in den Schädel. Im Übrigen geht es ihm ja gerade um die Gründe und weniger um die gesamte Tat an sich.
Die Bedrohung der Populärkultur auf die gutbürgerliche Kultur ist natürlich für viele Menschen schwer zu ertragen, vor für allem Haneke. Laute Musik, Beavis & Butthead und das Fernsehen sind die Werke des Teufels und so zelebriert er eine Gewaltorgie, die schrecklich ist, betroffen macht und eine Diskussion im Keim erstickt. Die Hintergründe werden nicht hinterfragt. Angst, Panik und Betroffenheit. Haneke bedient sich plumpen Werkzeugen, die in der Realität oft eingesetzt werden und leider ihre Wirkung zeigen. Und so werden Filme und Computerspiele zensiert, wie schon lange nicht mehr. Funktioniert übrigens auch in vielen anderen Bereichen und mit den entsprechenden Meldungen und Bildern von Toten, Kranken, usw., sind wir bereit, so einiges gegen Vogelgrippen und Terrorismus zu glauben und zu tun. Das, also dieses Werkzeug, verabscheue ich.

Kunst ist das alles nicht und kann natürlich nicht ansatzweise mit komplexeren Filmen wie "Natural Born Killers" mithalten. Aber es gibt halt immer noch genügend Leute, die auf jeden Mist hereinfallen.

3

Der Film ist wirklich fast eine genaue Kopie der deutschen Fassung, mit über weiten Strecken exakt identischen Einstellungen.
Was ich am fragwürdigsten finde ist daß das Thema "Schuld des Zuschauers" in den letzten Jahren mit Big Brother, Junglecamp und anderen Reality-TV Produkten und Computerspielen (GTA z.B.) ja auch neue viele Schichten bekommen hat - die hier aber gänzlich unberücksichtigt bleiben.
Insgesamt also absolut garnichts neues, und ehrlichgesagt war das Original mit seinen etwas rauer aussehenden Darstellern (Naomi Watts sieht schon gut aus und kann auch sehr gut Schauspielern, aber Susanne Lothar ist einfach normalere "Frau") teilweise doch extremer und glaubwürdiger.
Funny Games mag sich zwar gegen die Gewaltverwurstung im amerikanischen Kino richten, es ist aber dennoch ein zutiefst europäischer um nicht zu sagen österreichischer Film - in der englischen Fassung geht der tiefstschwarze Humor ziemlich verloren und was bleibt ist die pure Publikumsbestrafung.
Ausschnittsweise vielleicht als studienobjekt interessant- wie man Gewalt auf die Leinwand bringen kann, ohne sie wirklich zu zeigen, wenn es einen denn interessiert - aber als ganzes unheimlich qualvoll und sinnlos.

irgendwie komisch das,dem film, bzw. den killern im film immer unterstellt wird, das sie anscheinend so geworden sind durch die modernen medien (beavis und butthead etc.). obwohl doch ausdrücklich erwähnt wird das die medien nicht schuld sind. ok der film wiederspricht sich damit natürlich in gewisserweise, wie man das ganze sonst auslegen soll weiss ich nicht, hab den film erst 1 mal gesehn...

Danke Filmszene! Endlich mal jemand der es "wagt" diesem total unsinnigen Projekt nicht ein "ganz toll weil ja haneke"-Stempel aufzudrücken. Ja hat der Mann denn gar keine neuen Ideen mehr? Dieses ganze Geblubber vonwegen "Ich wollte ja bereits ursprünglich Gewalt und Medien in den USA kritisieren" etc... ist ja auch eine sowas von blöde Erklärung. Ich hab da noch einen Vorschlag für Haneke: Vielleicht sollte er "Die Klavierspielerin" nochmal drehen. Ich dachte daran den Film 1:1 mit genau denselben Schauspielern nochmals zu inszenieren, allerdings das Klavier gegen eine Tuba auszutauschen. Ich meine der Film sollte ja bereits ursprünglich eine Abhandlung über Blasinstrumente sein, oder? Allein der Titelzusatz "U.S." is ja sowas von Panne. Gibts demnächst etwa noch ein "Funny Games Asia"? Oh weia. Ich habe den Film jetzt noch nicht gesehen und möchte gern glauben, dass er für "Funny Games"-Erstgucker ganz interessant ist, vor allem wegen der guten Schauspielerwahl. Trotzdem kann man denke ich das Projekt - ungesehen - als völlig dämlich bezeichnen.

Ich bin mir sicher, in 10 Jahren dreht Haneke "Funny Games Japan", wenn er bemerkt hat, dass die Japander noch viel brutalere Filme drehen und Games spielen als der Rest der Welt. Dass man als berufsmäßiger Kulturpessimist natürlich zunächst mal die USA (diese "Kulturlosen") liegt wohl in der Natur der Sache. Haneke wird es aber auch in 30 Jahren, wenn er "Funny Games Italy" gedreht hat (nachdem er die Italo Western und Splatterfilme aus den 70er Jahren entdeckt hat) nicht für nötig halten, das Drehbuch zu ändern. Na ja, das in die Jahre gekommene Publikum weiss dann vielleicht wenigstens, wer Beavis und Butthead waren.

Auch wenn alle sich fragen, warum ein Remake? So schlecht kann der Film wohl gar nicht sein, entfacht er doch, selbst hier, die gleiche Diskusion wie vor 11 Jahren.
Die einen fühlen sich in die Falle gelockt, und die anderen glauben genau die Botschaft zu wissen. Hanike wird es freuen. Hat er sich doch immer eine rege Diskussion gewünscht.
Gute Filme offenbaren sich nie ganz, aber ob das in Amiland so aufgefasst werden wird steht auf einem anderen Blatt.
Gewalt hat viele Gesichter und ist auch in unseren Märchen und Mythen present, deshalb wird auch wohl nie die Diskussion darüber enden unabhänig ob so ein Mist wie "Saw" usw. in unsere Kinos kommt.
Wer übrigens den besten Horror Film in diesem Fühjahr ansehen will, soll sich "Sex and the City der Film" ansehen. Mehr unfreiwilliger Alptraum geht nicht, und ist sicher das beste Abbild unserer Zeit.

Ps. Für den oder die Kritiker/in sein noch angemerkt, wie sehr es mich freut, dass wir endlich eine neue Schublade im Kino haben, genannt "Arthaus". Für so viel Schubladen denken soll der/die Schreiber/in zur Strafe 1. Woche lang alle "Supernasen" Filme non Stop ansehen und dabei Popcorn gewürtzt mit Tabasco essen müssen.

Der neue Film heißt eigentlich auch nur "Funny Games", hat bei uns aber den Zusatz "U.S." bekommen, um ihn vom Original unterscheiden zu können. Das sollten die Leute bedenken, die jetzt über solche Kleinigkeiten schimpfen.

Davon abgesehen ist dieses Remake natürlich sehr überflüssig. Auch in dieser Fassung wollte den Film in den USA so gut wie niemand sehen, und damit ist die Intention leider verschenkt gewesen.

6

Ich verstehe nicht, warum so viel Aufhebens um diesen Film gemacht wird. Der Film ist genau so voll von sinnloser Gewalt wie Saw 1 2 3 und wie sie alle heißen. Immerhin ist der hier noch ein bisschen spannend.

@ martin:

Du bist das lebende Beispiel, dass Hanekes Intention voll in die Hose gegangen ist. Macht nix, jemand der seinen "Film" als Versuchsanordnung versteht, hat nichs anderes verdient.

8

Naomi Watts war wie immer grandios, für mich ist sie eine der besten Schauspielerinnen die es gibt, ihre Darstellung war einfach nur lobenswert, man fühlt und leidet die ganze Zeit mit ihr mit, Tim Roth war ebenfalls spitze, auch wenn Naomi die stärkere Rolle hat, Roth hat nicht sehr viel zu tun, denn er darf eigentlich nur weinen und verzweifelt schauen, aber trotzdem hat er mich überzeugt. Sehr überrascht war ich von Devon Gearheart, dem Sohn der Eltern, mit seinen 12 Jahren hat er eine sehr brillante Leistung hingelegt. Alle Achtung. Zu den Killern, Michael Pitt, was soll ich sagen, ich fand ihn einfach genial, man nimmt ihm die Rolle des Psychopathen voll und ganz ab, es war fast schon beängstigend. Auch diese sarkastische und ironische Art von ihm fand ich wirklich toll. Brady Corbet war auch klasse, aber Pitt hat mir definitiv besser gefallen. Sehr schockiert hat mich wie kalt und gewissenlos die beiden jungen Männer sind und eine unschuldige Familie grundlos zerstören. Ein sehr bedrückender und verstörender Film bei dem man sich von Anfang bis Ende sehr unbehaglich fühlt, die Schauspieler sind großartig und machen ihre Sache einfach gut, ist sicher nicht jedermanns Sache, der Film spaltet die Gemüter wie kein anderer.

Haneke ist einfach der beste, einer der wenigen Regisseure mit Hirn. Ich fand die erste Fassung schon perfekt und den Trailer vom Remake eher abtörnend.

Staake scheint Haneke aus irgendeinem von ihm leider nicht in Worte gekleideten Grund zu hassen, es bleiben nur wilde Konstruktionen und Unterstellungen.

Funny Games ist genau der Anti-Sin-City, der Anti-Tarrantino, und wird daher von Menschen mit Gespür geschätzt, während Sin City anhimmelnde Rezensenten voller Schuldgefühle den Überbringer der schlechten Nachricht ins Fadenkreuz nehmen.

3

Ich habe mir diesen Film bereits angesehen...und kann nur sagen, dass mir noch kein höheres Maß an Sinnlosigkeit (außer in irgendwelchen Spasti B-Movies mit Dolph Lundgren etc.), verpackt in einem Film begegnet ist. Zunächst einmal, wer das Original noch nicht gesehen hat und das hatte ich auch nicht, weiß noch nicht alzu viel mit dem Gehabe dieser in weiß gekleideten Psychos anzufangen. Dass sich der Handlungsverlauf dann auch noch endlos in die Länge ziehen muss, nervt ab einem gewissen Punkt im Film nur noch. Allein das dumme und ich meine auch wirkliche dumme Verhalten der Opfer in dieser Situation hat mich fast zum Ausrasten gebracht(Bsp: Das minutenlange "Trocknen" des Handys mit einem "Fön"..."Hallo!!!! Alles Klar?"). Des weiteren erscheint mir die Message, die Haneke durch die rohe und sinnlose Gewalt zu übermitteln versucht, nicht wirklich schlüssig.
Der Film erlaubt mir nicht wirklich tiefere Einsichten zum Thema Gewalt. Sicherlich setzt er das Psychospiel, dass die Täter mit den Opfern hier betreiben ganz nett in Szene aber ehrlich...muss das sein? Welchen Sinn ergibt so eine Art von Film? Vor allem wenn dieser schon der zweite ist, indem er sich so ausgiebig mit Gewalt beschäftigt.
Fazit: Brillante Schauspieler, keine Frage. Allein die Rolle des kalten und kranken Psychos Paul, gespielt von Michael Pitt überzeugt auf ganzer Linie. Der Film alleine haut mich selbst nun wirklich nicht aus den Socken, jedoch bleibt zu beachten, dass dies Geschmackssache ist und es jedem selbst zu überlassen ist sich eine Meinung zu diesem Film zu bilden. Adios Ps: Kinobesuch lohnt sich nicht. Wartet auf DVD

7

Finde schon das der Film irgendwie überflüssig ist.
Ist ja wirklich fast identisch mit dem Original. Die Schauspielerischen Leistungen fand ich sogar ein bisschen besser (gut Naomi Watts hat weniger Fettpölsterchen). Aber auch hier sind diese sehr gut.
Auch z.B. die Szene nach dem tot des Jungens war dort viel beklemmender.
Trotzdem ein gelungener Film. Wenn man ihn unabhängig vom Original betrachtet sowieso.

@ ohrenbetäubende Stille:

Ich gebe dir sogar recht, denn im Gegensatz zu Haneke sind Tarantino und Roudrigez in der Lage Filme zu inseznieren und ihren ihre Zuseher für die Charaktere zu interessieren. Für Haneke sind seine Charaktere nur Karnikel in seiner Versuchsanordnung, weswegen ich ihm seine "hochmoralische" Haltung ("Gewalt ist schlimm, also ist stilisierte Filmgewalt auch schlimm") überhaupt nicht abkaufe.

10

Zehn Punkte gebe ich, allein, weil nicht einer der Rezensenten auch nur die Bohne versteht von dem, auf was Haneke hinaus will.
Nur soviel:
Er entlarvt das Motiv des Betrachters, der sich nicht traut gewalttätig zu sein. Er möchte, daß sich der Betrachter mit den Bösen selbst identifiziert. Der "normale" TV-Seher und die ihn beliefernde Filmindustrie "(miß-)braucht" aber das Böse nur, um am Ende das Gute siegen lassen können. Sieht der Betrachter echte (psychische) Gewalt kommt diese Scheinwelt unter die Räder Hanekes.
Die wirkliche Gewalt interessiert niemanden, sie verstört nur wie alle Wahrheit. Die Sucht nach Schein, diese universelle Lüge dominiert alles. Nur sie gefällt. Aber geht es nur um Gefallen?

4

Ich fand das ganze auch nicht so gelungen. Und zwar weil ich es recht spannend fand. Entlarvt habe ich mich dabei jedenfalls nicht gefühlt. Wenn man während des Anschauens über das gesehene und gehörte nachdenkt, dann kommt man schon drauf, dass Haneke seine Zuschauer dabei ertappen will den Film der Gewalt wegen anzusehen. Nun, dies war nie mein Motiv, und die vielgenannte SAW-Reihe habe ich immer verabscheut. Funny Games hat mir allerdings trotzdem gefallen, und darin liegt sein erstes Problem. Der Film ist trotz allen verbergens der Gewaltszenen (oder gerade deshalb)nämlich einfach sehr spannend. Kamera, Schauspiel, Requisiten, Charaktäre usw. sind ebenfalls wahnsinnig gut. Wer also darüber hinaus ist bei Filmen nur auf den Erfolg des Guten zu hoffen, oder auf eine möglichst abartige Gewaltdarstellung, wird an dem Film Gefallen finden. Aber eben als spannenden, handwerklich gut gemachten Thriller, und nicht seiner Message wegen. Ich stimme "Ich" bei seiner Interpretation des Filmes voll und ganz zu. Sie ist aber eben Interpretation. Nicht Wirkung.Es genügt nicht ihn anzuschauen um automatisch diese Gedanken zu haben, wie "Ich" in seinem Kommentar selbst treffend bemerkt.
Diejenigen die den Film der Gewalt wegen sehen, werden ihn einfach nicht mögen da es keine zu sehen gibt. Keiner von denen wird sich wegen Funny Games weniger Gewaltfilme anschauen. Am Großteil wird die Message wahrscheinlich völlig vorbeigehen. Diejenigen die den Film sowieso widerwärtig finden müssen nicht geheilt werden. Und diejenigen die in als guten oder schlechten Film ansehen und ihn vernünftig aufnehmen, verarbeiten, und für sich interpretieren haben die Message auch vorher schon gekannt.
Für mich verfehlt der Film nicht sein Ziel, sonder einfach nur jede erdenkliche Zielgruppe.

Fazit: Für den Film selber würde ich 7 Augen vergeben. Er soll wohl aber als moralischer Versuch und erhobener Zeigefinger gesehen werden. In diesen Funktionen ist er aber bedeutend schlechter als in der als Film.

PS.:@Floyd
Wenn es sich damals herausgestellt hätte, dass Michael Jackson wirklich Kinder missbraucht hätte, so würde ich keine Musik mehr von ihm hören. Da ich das aber sowieso nicht tue muss ichs anders ausdrücken. Ich würde mir die Musik von keinem einzigen Kinderschänder anhören, und wenn es die beste der Welt wäre! Ich rate dir auch deinen Standpunkt zu der Sache noch mal zu überdenken. Erinnert mich stark an das, hoffentlich inzwischen indiskutable, deutsche Autobahnproblem.
An dieser Stelle möchte ich außerdem noch anmerken, dass auch ich Herrn Staake zustimme. Mir hat ebenfalls die Eigenverantwortung des Regiesseurs gefehlt.

9

Schrecklich inkompetente Rezension. Hanekes Filme (und die Vorlage gehört mE zu seinen besten) sind weder moralische Zeigefinger, noch sollen sie den Zuschauer als "gewaltgeiler[n] Sofasadist[en]" brandmarken. Hier ist eine Menge nicht verstanden worden bzw. in der Rezension wird das, was diesen Haneke-Film auszeichnet, meilenweit verpasst. Trotzdem lieber das Original mit Arno Frisch, Ulrich Mühe und Susanne Lothar (das 10/10 verdient hat).

6

So hab mal vor Jahren den alten Film gesehen und heut den neuen (jaa, viel zu spät XD).
Ich konnte mich nicht mehr genau dran erinnern, worum es in dem Film geht, nur dass Ende war mir noch genau im Kopf.
Und ich muss auch sagen: Verstört hat mich der Film schon einigermaßen, und ich habe auch nicht unbedingt die Logik/den Sinn erkannt, bis ich mir nicht ein paar Analysen bzw. Rezensionen durchgelesen habe.
Werde mir den Film in nächster Zeit nochmal ansehen, um mir nochmal mit dieser Hinsicht eine Meinung dazu bilden zu können.
Was ich aber irgendwie absolut unter den Kommentaren hier nicht mag:
Jeder sagt "Oh mein Gott, seid ihr schlecht, ihr habt den film nicht verstanden und seid deshalb stupide"... Von ebenjenen Leuten hätte ich gern mal, ohne auf diesen Staneke zu Sprechen zu kommen, eine anständige "Analyse" oder "Klärung" dieses Films. Sorry, ich kenne den Haneke nicht, ist mir ein absoluter Fremdbegriff, auch wenn jetzt welche kommen und sagen "Oh Mein Gott, wie kann man den NICHT KENNEN?". Sorry, wenn ich mir ein Film anschaue, dann geht es mir um den Film an sich und nicht um den Mann dahinter. Oder schaut ihr alles, was Steven Spielberg dreht nur weil er Steven Spielberg heißt??

Mein Fazit: Ein Film, gut gemacht, der mich zum Nachdenken gebracht hat, auch wenn mir an sich auch einiges gefehlt hat, wie zum Beispiel der Grund der beiden Herren (und Entschuldigung, ich weiß es gibt solche Verrückten, aber zu sagen, wir töten weil wir es wollen, ohne Konsequenzen draus ziehen zu müssen, is mir doch eine zu lasche Erklärung).

Schade, dass die Menschen so dumm geblieben sind und nach Sokrates wieder ins Mittelalter zurückgefallen sind. Haneke, Roth, Tarantino, Stone, all diese Irren, die unter fadenscheinigen Vorwänden ihre Psychosen ausleben und die Intellektuellen Schwafler, die mangels ordentlicher Berufsausbildung das dann gesundschwafeln müssen, um ihre Miete bezahlen zu können: Ihr seid alle nicht nur keine Menschen, ihr seid unter das Tier gesunken, ihr seid Symptome einer dem Untergang geweihten Zivilisation, die Vorboten der Apokalypse. Man darf gespannt sein, wie viele Apokalypsen die Welt noch aushält und wann endlich wir den Kreislauf der Idiotie durchbrechen. Funny ? I don't think so.

9

nur 9 von 10 augen weil man nicht immer hinschauen will. wie zum beispiel als ann minutenlang versucht sich aufzurichten. um auf die kritik einzugehen: die spitznamen beavis und butthead, oder tom und jerry sind durchaus treffend, weil es auch bei diesem paar einen intelligenteren, den ton angebenden gibt (paul) und einen, der ihm blind folgt (peter). außerdem ist meiner meinung nach das plausible ende, das paul uns verspricht nicht etwa das happy end sondern das tatsächliche ende, bei dem es natürlich tote gibt, wie bei jedem horrorfilm. die schuld, die dem zuschauer zugeschoben wird, entsteht nur dadurch, dass dir klar ist: du wirst menschen leiden sehen. und trotzdem - oder gerade deshalb - siehst du dir den film an. auch als paul uns sagt: du bist zwar auf ihrer seite, aber: wer glaubst du gewinnt hier? kommt das zum vorschein. das einzige was ich bei dem film nicht verstehe ist, warum peter und paul so höflich und auch sonst nicht simpel gestrickt sind. sollten sie nicht eigentlich ein mittel zum zweck sein uns grausamkeit vorzuführen? sollte nicht eigentlich der täter im hintergrund stehen und keine klare persönlichkeit haben, da er verallgemeinernd für alle horrorfilmkiller steht? die einzige erklärung, die mir einfällt warum auch gewalt sehr selten direkt zu sehen ist (abgesehen davon uns den "spaß zu verderben") lautet: haneke will uns unserer muster berauben, die wir von allen horrorfilmen kennen, und uns klar in gut und böse einteilen lassen. ich war an manchen stellen des films kurz davor den zwei netten psychopathen zu vertrauen und nicht glauben zu wollen, dass sie so etwas grauenvolles tun. zu diesem gefühl trägt natürlich auch bei, dass wir die grausamkeit der beiden nie beobachten können. so werden die eindeutigen rollen, die eindeutigen und stets sehr ähnlichen abläufe gewöhnlicher horrorfilme durcheinandergeworfen, und wir können uns nichts mehr sicher sein. dass paul uns am ende klar machen will, dass alles gesehene real sei ist natürlich quatsch aber eine gute idee. die moral von der geschicht', dass horrorfilme anschauen verwerflich sei kommt an, beruht aber auf falschen annahmen: ich glaube die meisten leute kucken horrorfilme nicht um menschen leiden zu sehen, sondern für den thrill, die angst, die spannung, die man mit den opfern fühlt. den adrenalinkick im schreckensmoment. trotzdem: wow. gelungener film.

6

Die Gewaltdarstellungen im amerikanischen Kino wrden ja in der Regel von dämlichen Sprüchen und plumben Schauspielern abgefedert.Diese Attribute gestalten auch noch die schlimmsten Massaker durchaus poppig und leicht verdaulich.
Bei Haneke ("La Pianiste" hat mich übrigens durchaus berührt) wird das Ganze jedoch, wie auch schon bei Herrn van Trier gesehen, mit einer unglaublichen Lo-Fi-Sensibilität und genialen Schauspielern insziniert.Michael Pitt spielt hier mit Skalpellschärfe einer der verachtungswürdigsten Figuren der Filmgeschichte."Funny Games U.S" wird dadurch zum schier unerträglichen Spiessroutenlauf soviel ist sicher.
Wohin das Spektakel aber zielt ist umso fragwürdiger.Haneke selbst findet ja: nur Leute die den Film in irgendeiner Form benötigen, würden ihn sich auch über die ganze Spiellänge ansehen oder besser gesagt antun.Wer also nach der ersten menschenverachtenden Szene noch nicht geschnallt hat, dass es einem zum Mittäter nominiert, derartige cineastische Gewalt und allgemein Gewalt zu konsumieren, der braucht noch eine Runde und hat auch das desaströse Ende durchaus verdient.Naja.Dass Haneke dem Zuschauer aber immer wieder Hoffnung vermittelt..diesen über seine Emphatie in den Film einspannt und den Akteuren in der Hälfte des Films eine Verschnaufpause und nicht zuletzt Aussicht auf Gerechtigkeit gönnt, blendet er aus.Schlussendlich lässt er das Päärchen entgegen aller Logig Handlungen ausführen welche sie wieder zurück in die Arme der Psychos und zum bitteren Ende treiben.Hätte ich gewusst worauf das Drehbuch rauslaüft ich hätte mir den Film gar nicht erst angeschaut.

Unter dem Strich, so finde ich, kritisiert der Film genau das was er selbst auch irgendwie zelebriert.Eine intellektuelle Studie soll das sein?Dass der Regiesseur Gefallen daran findet eine solche gottlose Situation zu zeigen ist ja glaube ich offensichtlich.Mit welchem Feingefühl und welcher Lust das alles gemacht ist, gibt zu denken.Ein Film welcher Niemanden wachrütteln und Niemandem den Horizont erweitern wird.

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