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Cowboys & Aliens

Cowboys & Aliens
scifi-action , usa 2011
original
cowboys & aliens
regie
jon favreau
drehbuch
kathy mchugh, trudy ramirez
cast
daniel craig,
harrison ford,
olivia wilde,
paul dano,
sam rockwell, u.a.
spielzeit
118 Minuten
kinostart
25. August 2011
homepage
http://www.cowboysundaliens.de
bewertung

6 von 10 Augen

Im Sommer der Comicverfilmungen kommt mit "Cowboys & Aliens" als Rausschmeißer noch ein weiterer Titel dazu, einer bei dem allerdings kaum jemand die illustrierte Vorlage kennen dürfte. Was auch nicht weiter tragisch ist, da es sich bei der knapp 80-seitigen Comicstory um ein recht mäßig gezeichnetes und zudem krude erzähltes Werk eines amerikanischen Kleinverlages handelt, dessen Filmrechte aber trotzdem bereits vor Veröffentlichung verkauft waren. Was einzig und allein am genialen Titel gelegen haben dürfte, der nicht nur herrlich deutlich macht, womit man es zu tun bekommt, sondern bei vielen bereits im Vorfeld große Vorfreude auf einen originellen Genremix ausgelöst haben dürfte. Gut, Western in Verbindung mit einer Prise Science-Fiction und Technik gab es mindestens schon einmal in "Wild Wild West", aber erstens sind richtige Aliens dann doch noch einmal eine ganz andere Nummer und zweitens wird das aufwändige Will Smith-Spektakel allgemein eher als kommerzieller und künstlerischer Flop betrachtet ("krude" passt auch hier wohl recht gut). Im Vergleich dazu ist "Cowboys & Aliens" schon mal ein Stück besser gelungen, ohne allerdings restlos zu überzeugen.

Da sich die Geschichte der Vorlage wirklich überhaupt nicht für eine Kinoadaption eignet, zeigte man sich beim Produzenten-Team um Steven Spielberg und Ron Howard bemerkenswert konsequent, ignorierte Story und Charaktere komplett und behielt tatsächlich nur das eine wichtige Element bei: den Titel. So haben wir es also statt mit intrigierenden Außerirdischen und einem schießwütigen Heldenpärchen zunächst einmal nur mit einem wortkargen und ziemlich verwirrten Daniel Craig zu tun. Der wacht eines Tages in der Wüste auf und kann sich weder erinnern wie er dorthin gekommen ist, noch was das merkwürdige, fest mit seinem Arm verbundene Gerät zu bedeuten hat. Sehr schnell wird aber offensichtlich, dass er ein ausgezeichneter Schütze und Kämpfer ist und in der nahe gelegenen Kleinstadt Silver City enthüllt sich dann auch seine Identität als gesuchter Krimineller, auf den ein beachtliches Kopfgeld ausgesetzt wurde. Innerhalb kürzester Zeit gerät der Mann, der demnach Jake Lonnergan heißt, in die Streitigkeiten zwischen Sheriff, Priester und dem örtlichen Rinderbaron (Harrison Ford) samt missratenem Sohn Percy (Paul Dano kramt nochmal seinen Psycho-Charakter aus "There will be Blood" hervor). Doch die persönlichen Animositäten geraten in den Hintergrund als plötzlich die Hölle über Silver City in Form fliegender und feuernder Schiffe auftaucht, die nicht nur die halbe Stadt zerstören, sondern zusätzlich einige der Bewohner entführen, darunter den erwähnten Percy und die Frau des Saloonbesitzers "Doc" (Sam Rockwell). Den verwirrten, aber entschlossenen Männern bleibt nichts anderes übrig als sich gemeinsam auf die Verfolgung der geheimnisvollen Wesen zu machen, wobei sie von der undurchsichtigen Ella Swenson (Olivia Wilde aus "Tron: Legacy") begleitet werden, die ein wenig mehr zu wissen scheint. Und auch in Jake kehrt langsam die Erinnerung an seine eigenen Erfahrungen mit den Fremden zurück….

Was hier in der Zusammenfassung recht humorlos klingt, ist es über weite Strecken auch, und wer angesichts der kuriosen Cowboys/Aliens-Mischung eher eine Komödie erwartet hat wird sich getäuscht sehen. Was zu einem guten Teil an Hauptdarsteller Daniel Craig liegt, denn der kann nun mal rau und hart besser als komisch. Allerdings beinhaltet Craigs Coolness ja auch immer etwas Lakonisches und das sorgt zusammen mit dem grobkörnigen Charme eines in die Jahre gekommenen Harrison Ford trotzdem für eine recht amüsante Mischung. Dessen Provinzfürst mit dem gewaltigen Namen Woodrow Dolarhyde ist dabei zu Beginn eher als Bösewicht angelegt, wandelt sich aber im Verlauf mindestens zu "ambivalent".
Denn das ist schließlich die Message der Geschichte, so wir denn hier wirklich eine brauchen: Nur wenn sich die Menschen unterschiedlichster Herkunft und Interessen zusammenraufen und als Team gegen den neuen gemeinsamen Feind vorgehen, haben sie überhaupt eine Chance. Okay, etwas Hilfe von außen benötigen sie dennoch und die kommt hier in Form der bezaubernden Ella, einer Frau zu schön um tatsächlich von dieser Welt zu sein.

Die erste halbe Stunde, in der der Zuschauer noch nicht so recht weiß was das alles bedeuten soll (sofern er den Titel des Films kurz mal vergessen hat) ist im Grunde sogar die stärkste, bietet sie doch eine Menge an knisternder und hübsch in Szene gesetzter Western-Atmosphäre. Der Ritt des zusammen gewürfelten Haufens durch die Wüste beinhaltet dann im Mittelteil leider einige Längen, bis es schließlich im letzten Drittel erwartungsgemäß richtig zur Sache geht. Allerdings präsentieren weder die gebotene Action noch die Konzeption der Aliens dabei nennenswert Neues und müssen daher als absolut durchschnittlich bewertet werden.
So bietet der Film im Endergebnis dem Western-Freund etwas mehr als dem SciFi-Fan, ohne jedoch beide Gruppen vollständig zufriedenstellen zu können. Das Fazit lautet deshalb auch nur "ganz nett" und kommt so doch mit einer leichten Enttäuschung daher.

Volker Robrahn

"Okay, etwas Hilfe von außen benötigen sie dennoch und die kommt hier in Form der bezaubernden Ella, einer Frau zu schön um tatsächlich von dieser Welt zu sein."
Lese ich hier einen Spoiler raus? Oo

4

Der Film ist leider total vorbeigepeilt.
Es hätte eine tolle Hommage an Western und Alienfilme gleichzeitig werden können und die Schauspieler ließen ja auf so einiges hoffen!
Allerdings hagelt es im Film nur so von Continuity- und Logiklöchern, und wenn man im Titel ein gleichgewicht zwischen Cowboys und Aliens erwartet, ruht der Film hauptsächlich auf den Cowboys -
auf dramatschem Inhalt, der zwar seltsam gut gespielt, aber in einem solchen Film doch bestenfalls komplett deplaziert ist.

Ein paar Momente sind ein wenig amüsant, so z.B. gibt es eine Rettungs-Stampede auf einem Alien Fluggerät, aber im großen und ganzen wimmelt es im Film von verschenktem Story-Potential, deplazierter Schauspielkunst und einem mangel an Humor.
Am Ende sind leider nicht die Lachmuskeln strapaziert, in erster Linie tut einem mal wieder das Gehirn irgendwie weh.

:(

4

"Wild Wild West" ist bei weitem der bessere Film, gerade weil er sich selbst nicht so verdammt ernst nimmt wie dieser Mist hier. Das wirkt bei der Ausgangslage einfach nur lächerlich!

Danke für diese erhellende Rezension und die hilfreichen Leserkommentare! Als ich zum ersten Mal den Trailer im Kino sah, stand für mich zunächst fest: "Da geh ich rein". Als ich den Namen "Steven Spielberg" hörte, wurde ich skeptisch. Jetzt bin ich mir sicher: Dieses Eintrittsgeld spare ich mir.

7

Wer hier Fehler sucht wird welche finden, wie die Löcher in einem Emmentaler.

3

Trashig geniale Idee, dermaßen schlecht und langweilig umgestezt das man jedem davon nur abraten kann den Film anzusehen. Nicht nur das die Story dermaßen nichtssagend ist. Gibt es auch sonst kaum momente an denen man sich an irgendetwas erfreuen können. Daniel Graig stapft voller Ernsthaftigkeit durch den gesamten Film, um ab und an einen rotzigen One-Liner rauszurotzen dessen Sinngehalt weder Lustig noch annehmbar wäre. Der Rest der Schauspielbande ist einfach katasrophal, beziehungsweise vollkommen verschenkt. Hinzu kommen zu der doch recht dünngesähten Story unfassbar viele Logiklöcher das der vom Vorgänger gepostete Kommentar eines Emmentalers hier wohl nicht ausreicht. Weiterhin gessellen sich derbste Anschlussfehler die man nicht einmal in den niederen Klassen einer Filmakedemie finden würde. All das würde ja eigentlich nicht auffallen, wenn eben der Film an irgendeiner Stelle unterhaltsam oder gar spannend und eben nicht vorhersehbar werden würde. Cowboys beschießen Aliens, Aliens verkloppen Cowboys und am Ende kommt eine riesen Explosion. Ein Film den man trotz "namentlich" guter Besetzung vollkommen vergessen kann.... und das nicht einmal weil die Idee reiner Schwachsinn ist...

3

Schließe mich dem vorredner an. Ein unheimlich langweiliger film. Habe gerade ein interview mit h. ford gelesen. Ich glaube, er schämt sich auch für den film und hoffentlich auch für seine arbeit. Schade nur, dass die hübsche aus der serie House/OC in diesem film verheizt wird (wortwörtlich.

Trotzdem weiß ich doch vorher was mich erwartet! ... sich danach zu beklagen halt ich für unsinn. Gemessen an meinen Erwartungen war ich zufrieden. darum ja nur 7 sterne und keine 9 oder 10.

Alles Prinzesschen hier.

2

Mir ist es wirklich ein Rätsel, wie dieser Schrottfilm 6/10 bekommt und ein aus meiner Sicht völlig unterschätzter Streifen wie Sucker Punch 4/10 bekommt.
Cowboys & Aliens hat rein nichts aber auch gar nichts. Keine Spannung, schlecht animierte, dämlich aussehende Außerirdische, null Humor (schlimm, Selbstironie hätte gut getan) und die dümmsten Westerndialoge, die ich je gehört habe. 2 Augen gibts von mir für die Optik, da einige Landschaftsaufnahmen sehr gut waren.
Spart Euch das Geld für einen besseren Film. Dieser war der schlechteste Edel-Trash-Blockbuster dieses Sommers!

4

@Cowboys&Käse
Nach dieser Logik darf man also Sachen die man mißlungen finden nicht mehr als Sachen die man mißlungen findet ansprechen, da man ja schon vorher weiß daß sie mißlungen sind?

Demnach darf nicht sagen daß das Wetter morgen definitiv schlecht wird wenn mich die Wettervorhersage bereits darüber aufgeklärt hat? Ich darf nur sagen, wenn das Wetter gut wird?
:)

6

Gar nicht mal so übel. Die Kombination aus Western und Science-Fiction hat irgendwie was. Sicherlich kein Superhit aber allemal unterhaltsamer cineastischer Fast-Food mit einem ultracoolen Daniel Craig in der Hauptrolle. Dazu noch ein paar richtig fiese und gut animierte Aliens incl. sparsam eingesetzter aber gelungener Special Effects. Fertig ist der etwas andere Western. Glatte Fehlbesetzung allerdings: Harrison Ford.

8

habe den Film jetzt auch gesehen und bin durchweg positiv überrascht. Wer sich auf die Grundidee einlassen kann, mir m.M.n. bestens unterhalten. Craig spielt ober-cool.. passt mit seinem Dressman-look und -body aber eigentlich gar nicht in die Zeit.
Filmtechnisch ist der Film 1A: tolle Bilder, toller Sound und tolle Kameraführung.
ich kann den Film gerade auch für einen schönen Kinoabend sehr empfehlen.

6

Kann mich nur anschließen. Ein guter Film für zwischendurch, mehr aber
nicht.
Ab 12 war mal wieder hart an der Grenze. Haben die Leute von der FSK
keine Kinder ?
Mal abgesehen davon das ich als Erwachsener mich über die unnötigen Schnitte ärgere. (Also in meinem Kino waren welche drin)

Trotz der Schnitte würde ich meine Kinder den Film nicht ansehen lassen
Das nur mal am Rande.

Übrigens "Wild Wild West" war eine meiner größten Enttäuschungen im Kino.
Selten war ich so nah dran aus dem Kino zu gehen.

Ich wollte nur meinem

Ich wollte nur meinem Vorrednern widersprechen was die "Logik" in diesem Film angeht.
Es ging mir darum darauf hinzuweisen, das wenn man sich auf solch einen Film einlässt man sich sehr wohl logischen Fehler konfrontiert sehen muss, da der ganz Film sonst nicht funktionieren würde.
Das Ziel des Films ist es ja zu unterhalten und nicht NUR logisch zu sein um oder gar daraus seine letzendliche Qualität zu rechtfertigen.

Denn wie Spock mal so schön gesagt hat!: "Logik ist der Anfang aller Weisheiten und nicht das Ende!"

Ich habe den Film gestern in

7

Ich habe den Film gestern in der Spätvorstellung gesehen und habe mich gut unterhalten gefühlt. Von einem Film mit dem Titel "Cowboys & Aliens" erwartet man ja wohl netten Trash und das hat man bekommen, Film- und Effekttechnisch auf hohem Niveau. Ich hätte mir vielleicht ein bißchen mehr Humor gewünscht, aber dennoch konnte ich öfters schmunzeln. Alles in allem ein gelungener Kinoabend.

Die Erwartungshaltung macht

6

Die Erwartungshaltung macht echt 'ne Menge aus.

ICH hab NIX erwartet - und wurde prima unterhalten. Sollte einem IMMER gelingen ;-) Klang trashig, war solide: Coole Idee, angenehme Schauspieler (bin SICHER KEIN Craig-Fan, fand ihn gut), gute Action, ansprechender look, runde story. Erwähnenswert finde ich UNBEDINGT den besonders gelungenen Raumklang. Humor hat mir nicht gefehlt, habe erst durch die Kommentare hier drüber nachgedacht. Aber Humor schadet ja nie :-))

Daniel Craig als einen Dressman mit Dressman-body zu sehen hat man aber wohl ziemlich exklusiv... Wild Wild West als "besseren" Film zu bezeichnen wohl erst recht... und bei dieser Art Film nach Logikfehlern ZU SUCHEN ist fast schon wieder unlogisch... entgegen springen sie einem jedenfalls NICHT.

Schlecht KEINESFALLS, Mega-Blockbuster aber auch nicht. Allemal unterhaltsam.
Wer Cloverfield ertragen konnte, wird hier SPASS haben.

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