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m Chicago des Jahres 1947 prügelten
sich einst zwei afroamerikanische Männer im Nachtclub
eines
jüdischen Emigranten. Bei den beiden Männern handelte
es sich um die Straßenmusiker Muddy Waters (Jeffrey
Wright)
und Little Walter (Columbus Short). Der Nachtclubbesitzer
hingegen
hieß Leonard Chess (Adrian Brody) und erkannte schnell,
dass
die beiden Raufbolde hoch talentierte Musiker waren. Er
ermöglichte
es ihnen eine Platte aufzunehmen. Das war der Beginn des
legendären
"Chess Records"-Plattenlabels, das in kürzester Zeit
weitere
Talente des Rhythm & Blues ganz groß herausbrachte.
Und
so lesen sich die Namen von Chess-Musikern wie Willie
Dixon (Cedric
The Entertainer), Howlin' Wolf (Eamon Walker), Chuck Berry
(Mos
Def) oder auch Etta James (Beyonce Knowles) wie das Who is
Who der
Bluesgeschichte. Der amerikanische Regisseur Darnell
Martin erzählt
nun in seinem Spielfilm die Geschichte dieses
Plattenlabels und
einer Zeit, in der die musikalische Karriere eines
Afroamerikaners
alles andere als selbstverständlich war.
Dabei fokussiert sich Darnell Martin nicht auf ein
Schicksal, sondern
versucht ein möglichst authentisches Bild der damaligen
Zeit
zu erzeugen. Er behandelt den alltäglichen Rassenhass und
die
Übergriffe der weißen Bevölkerung auf die Musiker.
Besonders radikal zeigt sich dies in einer Szene, in der
Polizisten
brutal Little Walter mit gezielten Schlägen das Gesicht
zertrümmern.
"Cadillac Records" ist aber kein anklagender Film. Er
ist nicht der Meinung, dass ausschließlich die
gesellschaftlichen
Restriktionen die Karrieren der Blueslegenden lange Zeit
verhindern
konnten. Martin zeigt nämlich auch den Alkoholismus und
den
übermäßigen Drogenkonsum, der die Sänger phasenweise
völlig produktionsunfähig
gemacht hat. Nicht zu vergessen die Arroganz und
Dreistigkeit der
weißen Musikkonkurrenz, die sich nicht
davor scheute Songs von Berry, James und Co.
schamlos zu kopieren. So erinnert uns der Film zurecht
daran, dass
unter anderem die Beach
Boys einen
ihrer größten Hits von Chuck Berry geklaut haben.
Der Film liefert entsprechend ein sehr differenziertes
Bild über
die Schattenseiten des Musikgeschäfts. So weit sind das
aber
Einblicke, die man aus Filmen wie "Ray"
oder auch "Dreamgirls"
kennt und dort genauso oder so ähnlich gesehen hat.
"Cadillac
Records" ist daher besonders immer dann herausragend, wenn
er die privaten und auch künstlerischen Rivalitäten der
Musiker untereinander inszeniert. Besonders, wenn das
Alphatierchen
Muddy Waters plötzlich vom monströsen Howlin' Wolf nicht
nur musikalisch Konkurrenz bekommt, sondern auch
allmählich
die Bewunderung der Frauen verliert. In diesen Moment ist
die Leinwand
wie elektrisiert.
All
das erzählt Darnell Martins Film zwar chronologisch,
bedient
sich als dramaturgischem Stilmittel aber vorzugsweise der
Ellipse.
Das führt dazu, dass "Cadillac Records" immer mal
wieder an etwas holprigen Übergängen leidet und letzten
Endes sehr fragmentarisch ausfällt. Doch zum Glück gibt
es da ja noch die herrliche Musik. Allein sie ist es, die
den Film
davor bewahrt in alle Einzelteile zu zerfallen. Die
verführerischen
Sounds von "At Last", "I'm A Man" oder auch
"Once In A Lifetime" sind nicht nur Meisterwerke der
jüngeren
Musikgeschichte, sondern auch das bei weitem
überzeugendste
Stilmittel des Films.
Martin disponiert zudem mit einer fantastischen Besetzung.
Allen
voran ist da Jeffrey Wright als Muddy Waters zu nennen,
der gekonnt
die ganze Zerrissenheit dieser Musiklegende verkörpert.
Beyonce
Knowles als Etta James und Mos Def als Chuck Berry
brillieren vor
allem dann, wenn sie die Möglichkeit bekommen einige Songs
zu singen. Und selbst Adrian Brody als Produzent Leonard
Chess überzeugt
restlos.
Darnell Martin gelingt damit ein über weite Strecken betörendes Mosaik einer Zeit, in der Freud und Leid der Protagonisten oft im Minutentakt heftigen Schwankungen ausgesetzt waren. "Cadillac Records" ist ein leidenschaftlicher Musikfilm, der einem desöfteren wohlige Schauer über den Rücken laufen lässt. Hier wird Musik nicht nur gezeigt und gespielt, nein, hier wird sie in vollen Zügen zelebriert. Ein wahrer Genuss für Augen und Ohren.

Endlich mal ein Film, der den Legenden der Bluesmusik gerecht wird. Dieser Film ist ein Vergnügen und auf jeden Fall ein "Mehrmalsgucker".
Die im Film gezeigten Musiker haben die Bluesszene geprägt und viele wissen nicht, dass Little Walter der Harpspieler ist, den heute alle zu kopieren versuchen. Eine sehr schöne Hommage, nichts wurde verschönt, sondern authentisch dargestellt; wie der Blues :)
Volle Punktzahl!!
wer blues mag sollte sich auch diesen film ansehen. wirklich tolle besetzung, die in diesem film durchweg gut und glaubwürdig spielt. ein muss für musikliebhaber...
Passende Rezension für einen
Passende Rezension für einen schönen, unprätentiosen Musikfilm für Interessierte am Bodensatz des Rock n Roll... allerdings muss noch darauf hingewiesen werden, dass es sich bei "Regisseur/Autor" Darnell Martin um eine Frau handelt:) das sollte hier nicht untergehen
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