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Transsiberian

Transsiberian
psycho-thriller , usa/esp 2008
original
transsiberian
regie
brad anderson
drehbuch
brad anderson
cast
emily mortimer,
woody harrelson,
ben kingsley,
thomas kretschmann,
eduardo noriega, u.a.
spielzeit
105 Minuten
kinostart
11. Dezember 2008
homepage
http://www.transsiberian.de
bewertung

6 von 10 Augen

Nicht zuletzt um ihre etwas festgefahrene Beziehung wieder aufzufrischen, unternimmt das tief gläubige amerikanische Ehepaar Roy (Woody Harrelson) und Jessie (Emily Mortimer) eine einwöchige Reise mit der transsibirischen Eisenbahn. Als weitere Gäste in ihrem Abteil begrüßen sie bald Carlos (Eduardo Noriega) und Abby (Kate Mara), ein junges Pärchen, das eher ziellos durch die Welt zu gondeln scheint. In der Enge des Zuges kommt man sich auch aufgrund der gemeinsamen Sprache schnell näher, obwohl insbesondere der Frauenheld Carlos es sich nicht verkneifen kann, immer wieder auf die von ihm gewitterten, anscheinend unbefriedigten Bedürfnisse Jessies anzuspielen. Als Roy beim Zwischenstopp in Irkutsk verschwindet, dramatisiert sich die Lage. Hat der etwas schusselige Eisenbahnfan nur den Zug verpasst oder ist ihm etwas geschehen? Welches Spiel treibt Carlos wirklich? Und wen jagt der russische Drogendetektiv Grinko (Ben Kingsley)?

Mit dem düsteren und leicht verstörenden "The Machinist", in dem Christian Bale in der Titelrolle einen wahren Albtraum erlebt, sorgte der amerikanische Regisseur Brad Anderson vor ein paar Jahren für einiges Aufsehen. Düster und kalt ist auch sein neuer Film, allerdings doch deutlich weniger verstörend. Im Gegenteil erzählt "Transsiberian" vielmehr eine recht konventionelle Krimigeschichte, die sich eher in der Tradition Alfred Hitchcocks bewegt. Lange bleibt unklar, wer hier welche Absichten verfolgt, eine Art "MacGuffin" gibt es ebenfalls und mehrere Wendungen sorgen dafür, dass der Film die Spannung hält. Die Tricks, mit denen Anderson dabei den Betrachter auf eine zunächst falsche Fährte lockt, sind zwar im Grunde simpel, aber sie funktionieren. Ab und zu lenkt die Kamera dann die Aufmerksamkeit ganz bewusst auf gewisse Dinge und schon meint man zu wissen, wie der Hase läuft, wird aber bald darauf eines Besseren belehrt.
Die erste Wendung zur Mitte des Films kommt dabei unerwartet und überzeugend, die im letzten Drittel wirkt dagegen eher fad und enttäuscht ein wenig. Zudem dauert es doch reichlich lang, bis Zug und Film so richtig Fahrt aufnehmen, denn die erste halbe Stunde ist schon arg zähflüssig geraten. Da punktet Anderson dann höchstens in seinem Spezialgebiet "Atmosphäre". Die ist von Anfang an äußerst unbehaglich geraten, präsentiert man uns hier doch ein Russland der Postkommunismus-Ära welches so ziemlich das genaue Gegenteil von Tourismuswerbung darstellt. Ständig wird das ahnungslose amerikanische Paar darauf hingewiesen, wie übel es dort zugeht, wie trübe das Leben geworden ist. "Früher lebten wir in der Dunkelheit, aber jetzt sterben wir im Licht" ist einer der entsprechenden Sätze des verbitterten Detektivs Grinko, den Ben Kingsley in einer seiner besseren Rollen der letzten Jahre äußert.
Kurz eingeschobene Bilder von prügelnden Staatsdienern verstärken das mulmige Gefühl der beiden Reisenden und da helfen dann irgendwann auch die aufregende Schneelandschaft und prächtigen Gebäude nicht mehr. Insbesondere Jessie sieht schließlich irgendwann nur noch Bedrohungen von allen Seiten auf sie zukommen, denn die weiß an diesem Punkt etwas mehr als alle Anderen und hat auch Einiges zu verbergen. Emily Mortimer ("Matchpoint", "Lars und die Frauen") reißt dabei als von zunehmender Panik ergriffene Fremde in einem fremden Land den Film in der zweiten Hälfte an sich und verdient sich die Bezeichnung "Hauptdarstellerin" deshalb wesentlich stärker als der stets etwas brav und naiv bleibende Woody Harrelson. Eduardo Noriega treibt es dafür als unwiderstehlicher Latin Lover fast ein wenig zu bunt, seine Mitwirkung dürfte auch vor allem der spanischen Beteiligung an der Produktion des Films geschuldet sein.

Lange Zeit aber funktioniert die Konzentration auf einen engen klaustrophobischen Handlungsraum, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt, recht gut und erzeugt ordentliche Spannung, bevor es dann zum Ende hin fast unerwartet etwas zu brutal und banal wird. Der Ort der Handlung ist zudem einer den man nicht alle Tage sieht und einer der wenigen Plätze dieser Welt, die auch heute noch ein derart starkes Gefühl von Verlorenheit und Hilflosigkeit entstehen lassen können. Der unangenehmen Atmosphäre bleibt Anderson also auch in seinem neuen Werk treu, aber wo wäre eine gewisse Kälte der Inszenierung denn auch angebrachter als im tiefsten Sibirien?

Volker Robrahn

7

im vergleich mit "session 9" und "the machinist" sicher der schwächste und massenkompatibelste film von brad anderson,
als "moderner thriller" gesehen kann der streifen aber durchaus glänzen...

9

Ein super Film mann sollte ihn gesehen haben

7

Ein gut gemachter, unterhaltsamer und auch spannender Thriller.

8

Sehr guter Film mit kühlen,, toll fotografierten Bildern von Rußland.

5

Naja nichts rechtes und nichts schlechtes.
Absolutes Mittelmaß.

5

Tolle Idee, schwach umgesetzt. Die Klaustrophobie hält sich in Grenzen, kein Vergleich zum extrem beängstigenden "Machinist". Der Anfang zu lahm, das Ende enttäuschend. Hätte was Tolles werden können...

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