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Skyline

Skyline
scifi-action , usa 2010
original
skyline
regie
colin strause, greg strause
drehbuch
joshua cordes, liam o'donnell
cast
donald faison,
eric balfour,
scottie thompson,
brittany daniel, u.a.
spielzeit
94 Minuten
kinostart
23. Dezember 2010
homepage
http://www.centralfilm.de
bewertung

2 von 10 Augen

Die "Brothers Strause" Colin und Greg arbeiten seit gut 15 Jahren als Spezialisten für visuelle Effekte in Hollywood und haben sich eine beeindruckende Filmografie erarbeitet. Vor drei Jahren durften sie dann das erste Mal bei einem Spielfilm selbst Regie führen und inszenierten das SciFi-Monster-Sequel "Aliens vs. Predator 2". Nicht gerade ein Film, der sich durch sonderliches Interesse an seinen menschlichen Figuren hervortut. Nun präsentieren die beiden Brüder mit "Skyline" ihre Version des klassischen SciFi-Themas "Außerirdische Invasion". Und zeigen, was dabei herauskommt, wenn man jeden Cent in die Effekte und keinen einzigen in die Story steckt. Nämlich: Ein so haarsträubend schlecht geschriebener Film, dass er fast schon wieder als Lehrbuchmaterial taugt - wie man es nicht machen sollte.

Der Film eröffnet direkt mit bedrohlichen, Effekte-geladenen Bildern von der Alien-Invasion - und provoziert sofort Erinnerungen an "Independence Day". Es wird nicht der letzte Genre-Klassiker bleiben, bei dem man sich hier stilistisch bedient hat. Man erlebt die fünf Hauptfiguren, wie sie des Nachts von der Invasion aufgeschreckt werden und ein paar beunruhigende Dinge erleben. Dann springen wir erstmal 15 Stunden zurück in der Zeit, um die so eben aufgescheuchten Protagonisten erstmal kennenzulernen. Ein solcher Zeitsprung rückwärts ist als dramaturgisches Werkzeug indes nur sinnvoll, wenn von der Eröffnung des Films die spannende Frage aufgeworfen wird: Wie sind die Figuren bis an diesen Punkt gekommen? Im Falle einer Alien-Invasion gibt es für die Filmhandlung wohl kaum eine Frage, die unspannender ist als diese. Und so wirkt schon diese Eröffnung wie eine entschuldigende Bitte ans Publikum, die folgenden 15 Minuten einfallslos konstruierter und langweilig-platter Charakter-Exposition durchzuhalten. Danach gibt's dann auch mehr lecker Effekte. Versprochen.
Die "Helden" dieses Films sind Jarrod (Eric Balfour) und seine Freundin Elaine (Scottie Thompson). Sie kommen nach L.A., um Jarrods alten Kumpel Terry (Donald Faison) zu besuchen, der es zu ordentlich Geld gebracht hat (wie und womit, wird nie so ganz klar; es schien den Autoren ziemlich egal gewesen zu sein). Er will Jarrod, der Spezialist für visuelle Effekte ist (oh, wie einfallsreich…), überreden für ihn zu arbeiten und nach L.A. zu ziehen. Elaine findet die Idee nicht so dolle, denn sie hat gerade gemerkt, dass sie schwanger ist. Terry ist mit der eigenschaftslosen Trophäen-Blondine Candice zusammen, vögelt aber heimlich nebenher seine Assistentin. Echt spannend, nicht wahr?

Diese fünf Leute erleben nach einer Party in Terrys Penthouse-Apartment nun gemeinsam die Alien-Invasion - und tun im Folgenden eigentlich nichts, außer zuhause zu bleiben und zuzugucken. Wie man es wohl auch nicht anders von eigenschaftslosen Charakteren mit Berufen von sehr geringem militärisch-strategischen Wert in solch einer Situation erwarten würde, wenn jeder Schritt vor die Tür fast sofort zum eigenen Ableben dank schieß- und fresswütiger Aliens führt.
Dass sie zur problematischen Gesamtsituation einer drohenden Invasion nicht wirklich etwas beizutragen haben, hindert die Herren und Damen aber nicht daran, sich zu benehmen als seien sie in einem Michael Bay-Film. Als Jarrod und Terry nach der ersten Invasions-Welle aufs Dach wollen, um sich einen besseren Überblick über die noch unklare Situation zu verschaffen, werden sie von ihren Frauen verabschiedet, als würden sie in den Krieg und den sicheren Tod ziehen. Bewaffnet mit einer Kamera (klar, Bilder machen ist immer wichtig, für Facebook und so) und einer Pistole (klar, der Schwarze hat eine Knarre zuhause) steigen die beiden aufs Dach. Beide Gegenstände erweisen sich im folgenden als komplett nutzlos. Dafür schaffen es die beiden, sich mit einer idiotischen Aktion auf dem Dach auszusperren und so zur Zielscheibe für die Aliens zu werden. Ja, solche Wege muss dieser Film gehen, um Action-Sequenzen zu kreieren, in denen seine Figuren auch eine Rolle spielen.

Die meiste Zeit tun sie das darum auch nicht. Als das Militär zum Gegenschlag ausholt und ein kleiner, mutiger Bomber sich bewundernswert durch unzählige gegnerische Angreifer manövriert, um eine Atom-Bombe auf das große, böse Mutterschiff abzuwerfen, dann wissen wir als Zuschauer nicht einmal, wer das Teil eigentlich fliegt, denn unsere "Helden" stehen nur am Fenster und gaffen.
Sonderlich gut informiert sind sie dabei nicht, denn die Aliens scheinen schon mit ihrer ersten Angriffswelle zielsicher sämtliche Fernsehstationen des ganzen Landes außer Gefecht gesetzt zu haben. Radio oder Internet scheinen in diesem Film schlicht nicht zu existieren.

Was der Film offensichtlich versucht, ist eine Kopie des "Die Katastrophe aus der Perspektive einiger totalen Normalos"-Konzepts, welches "Cloverfield" praktiziert hat. Statt der Invasion eines Godzilla-artigen Monsters ist es diesmal die Alien-Variante. Und tatsächlich hilft "Skyline" dabei, dass man erst so richtig zu schätzen lernt, wie gut und originell "Cloverfield" tatsächlich war in der Umsetzung seiner neuartigen Erzählperspektive auf das alte Genre-Thema Invasion, inklusive Handkamera-Optik - eben die Kamera des totalen Normalos.
"Skyline" scheitert auch darum auf ganzer Linie, weil es ihm nicht gelingt, seine Figuren auch nur ansatzweise fürs Publikum interessant zu machen. Sie bleiben bloße austauschbare Pappkameraden, und da ist es schon bezeichnend, dass die größte Überraschung in der Filmhandlung darin besteht, noch vor Halbzeit zwei der fünf zentralen Figuren zu killen. Womit sich einer der beiden zuvor eingeführten Handlungsstränge um unsere "Heldentruppe" auch schon wieder erledigt hat. Ja, so egal sind diesem Film seine eigenen Figuren.

Dass so gut wie jeder Cent des schmalen 10-Millionen-Dollar-Budgets des Films in die Effekte gesteckt wurde, ist offensichtlich: Die krampfhaft konstruierte Beschränkung auf ein Hochhaus-Apartment und das direkte Drumherum als Sets, der winzige Cast mit nicht mehr als zehn relevanten Sprechrollen, die komplette Abwesenheit von Statisten in den Außenszenen (jenseits von kleinen, Computer-animierten Männchen in der fernen Distanz) - hier wurde an allem gespart, was nicht direkt etwas mit den Aliens zu tun hat. Die wiederum erweisen sich als krudes Sammelsurium aus Elementen anderer SciFi-Monster, zusammengepuzzlet aus den Insekten aus "Starship Troopers", den Tentakel-Maschinen der "Matrix" und dem "Aliens"-Muttertier. Das Ergebnis ist ein Wesen irgendwo zwischen Schleim-Monster und Roboter. Da wüsste man schon gern, wie wohl die Evolution auf dem Alien-Heimatplaneten abgelaufen ist.
Am Ende schafft es "Skyline" doch noch, sein Heldenpaar auf Tuchfühlung mit den Invasoren zu bringen, und präsentiert zunächst eine finale Konfrontation von Mensch vs. Alien, die in ihrer grandiosen Trashigkeit kaum zu überbieten ist. Was dann folgt, ist ein geradezu bizarres Ende, das weit mehr an die Auswüchse von "Alien 4" als an "Independence Day" erinnert. Zum Rest des Films passt dieser lächerliche Schluss so gut wie Tiramisu ins China-Restaurant.

Kurz und gut: "Skyline" ist nicht mehr als billiger, dämlicher Genre-Trash, der auch als DVD-Premiere noch ein schlechter Witz wäre, als Kinofilm für bis zu 10 Euro Eintritt aber schlicht eine Unverschämtheit ist. Also nicht von den schnieken Postern und Trailern täuschen lassen - das hat nämlich leider schon in den USA funktioniert: Dort war "Skyline" zwar schon nach drei Wochen wieder von den Leinwänden verschwunden, hatte zu dem Zeitpunkt aber bereits genug ahnungslose Leute in die Kinos gelockt, um das Doppelte seines Budgets einzuspielen. Dass amateurhafter Mist wie dieser auch noch Erfolg hat, ist definitiv keine schöne Schlussnote fürs Kinojahr 2010.

Frank-Michael Helmke

Dann hoffe ich, dass das Konkurrenzprodukt "Battlefield L.A." um weiten besser ausfällt.

Um Gottes Willen!
TROTZDEM ANGUCKEN!!! JUHU! :D

Klasse Rezension, ich bin also gewarnt ;)

thumbs up!

Krass, dabei sieht der Trailer so vielversprechend aus :(

7

für action- und effektefreaks taugt der film auf alle fälle....

Also ich oute mich mal als Effektefreak, aber als ich den Trailer gesehen hab, hab sogar ich mich gefragt wer diesen Quatsch mit den pösen, pösen Aliens noch glauben soll. Sinnloser Müll für Leute ohne Hirn. Ich werd ihn mir sicher nicht ansehen und die Blu-ray bleibt auch liegen im Kaufhause. :)

Klingt fast als könnte Skyline "ich weiss wer mich getötet hat" den Rang bei der goldenen Himbeere abspenstig machen und vielversprechend für einen Abend mit Trash-Filmen.

1

Wirklich schade, der Trailer sah echt groovy aus!
Im Grunde ist der ganze Film um die blauleuchtenden "verhedderte Christbaumbeleuchtungstentakeln" Alien-Wesen herumgebaut, die paar Leutchen sind nur da um ein wenig "oh", "ah" und *kreisch* zu rufen.
Am Anfang muß man ihnen dafür allerdings deutlich zu lang zukucken, wie sich sich gegenseitig peinlichkeitsrekordverdächtige Dialoge aufsagen!
Mit im Boot: ein Schwarzer, ein Latino und ein paar Tussies.
Alle menschlichen Probleme (inklusive "Eltern" und "Großpapa") werden durch Alien-Fraß schnell gelöst, so daß eigentlich nie was übrig bleibt außer "aaahhh!! *kreisch*"
Anders als die Kritik fand ich die letzten 10 minuten allerdings dann wieder gut, sozusagen superbescheuerten Obertrash LOL, alles nur wegen der 3D Depth-Of-Field Effekte, und natürlich wegen der Fortsetzung... oder dem Spin-off-Telespiel (eher letzteres LOL).
Achtung... blaue LEDs überall... schnell wegrennen! :o)

Das war die beste Kritik, die ich bisher auf Filmszene.de lesen durfte. Aber der Film hat sich dafür wohl auch mehr als angeboten.

5

Also sooo mieß fand ich ihn gar nicht.
Die Story war zwar wirklich schlecht wie in der Rezession geschrieben, aber allein, dass diese Effekte um 10 Mio sich auf diesem Niveau befinden - Respekt.
Obwohl das Aliendesign geklaut war (und meiner Meinung nach nicht von Matrix oder Aliens, sondern vom PC-Spiel Crisis) hätten die Dinger wirklich Potenzial, vor allem die Gehirn-Wiederverwertung ;-)
Wenn man ohne Erwartungen in den Film reingeht und sich ein bisschen berieseln lässt ist er allemal gut genug.

6

Also ich muß gestehen, ich hab auch schon schlechteres gesehen. Bisschen Popcorn in die eine Hand, die Cola in die andere Hand, die genervte Frau rechts sitztend, kann man sich den Film eigentlich schon ansehen. Hirn aus und gut ist :)
Die letzten beiden Matrix Filme fande ich übrigens deutlich schlechter.

1

hab ihn im original gesehen und muss sagen wirklich unterirdisch

best review EVAR!

Von den Regisseuren von "AVP-R". Nein Danke. Nicht einmal im Free-TV, wenn sonst nur Müll ausgestrahlt wird.

6

OK, er ist zwar reichlich flach, aber das sind die meisten anderen Hollywood-Filme auch. Man bekommt hier meiner Meinung nach reichlich Spannung, Action und Special Effects geboten. Mich hat er gut unterhalten. Was soll Science-Fiction-Fast-Food denn bitte mehr bieten? Intellektuellen Anspruch, oder was? Dann geht bitte in einen französischen Problemfilm und meckert nicht im Nachhinein hier rum.

6

Am Anfang schleppt er ein wenig, kommt dann aber doch ganz gut in Fahrt, man sollte den Film als das bewerten was er ist, nämlich einfaches Alien-Monster-Popkornkino mit gut gemachten Effekten. Klar hat der Film seine Schwächen und ist schauspielerisch nicht allzu überzeugend, doch darauf kommt es nicht an. Ich fand Cloverfield gut und halte auch Skyline für Genrefans durchaus interessant.

7

Schön geschriebene Kritik, finde ich. Punktemässig bin ich der Sieben verfallen, weil ich den Film komischerweise richtig spannend fand. Ok, die letzten zwanzig Minuten sind geschenkt, aber so unterirdisch wie beschrieben habe ich ihn nicht in Erinnerung.
Genau wie Cloverfield bloss nicht so gut, stimmt schon. Ich wollte jedoch bis kurz vor Schluss immer wissen, wie es weitergeht. Und damit hat sich mein Zweck für den Film erfüllt. Magere sieben Punkte für einen Film, den ich aber wohl nicht unbedingt ein zweites Mal mehr anschauen werde.

3

Der Schluss? Was war denn da? Ach, ich erinnere mich... glaub ich. Das rote LED-Augen Teil. Mir ist garnicht aufgefallen, dass er zu ende war. Hat er irgendwann einmal angefangen? Irgendwann tauchte mal dieses T-Rex- Alien Ding auf. da bin ich raus, um zu googlen, ob man sowas kaufen kann. Das fand ich endgeil. Hab ich aber nirgends gefunden. Weder bei Ebay noch bei Amazon. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen... Toller Kinoabend :-) *gähn*

6

Wie kann man den Film nur so zerreißen? Dafür das der Film nur 10 Mio $ Budget hatte war das hier gebotene wirklich gut. Das muss man sich mal vor Augen halten in einer zeit wo Disney 260 Mio $ für einen Rapunzel Film raus schmeißt. Ich fand Kampf der Titanen schlechter, sowohl vom Drehbuch her als auch von den SFX und der hatte 100 Mio $ Budget.

Kino: Kein muss
DVD Abend: ja
DVD Kauf: ich warte auf teil 2 bevor ich das entscheide.

6

So schlimm wars jetzt auch wieder nicht! Klar der Flim hat klare schwächen. Die leeren Moderatorenstühle im Fernsehen waren für einen Lacher gut. Andererseits sehen die Effects für das Bugdget wirklich mehr als ordentlich aus und filmszene.de hat schon deutlich schwächeren Plots mehr Augen verpasst ; )

1

Zitat: "Genauso wie Cloverfield bloss nicht so gut."

Reicht für mich deutlich als Info, um lieber eine spannende Nacht mit den schönsten Bahnstrecken in der ARD zu verbringen...

6

na ja, für einen film, den keiner kennt, ganz ok.. jedenfalls passiert hier mehr als bei battle l.a., wenn auch sichtbar weniger geld investiert wurde!

7

Mal eines vorweg Es ist schade das es Viele leute gibt die sich kein eigenes Bild von einem Film machen sondern irgendwelchen Kritikern alles Glauben was sie Schreiben,ohne sich ein eigenes Bild zu machen,egal auf jeden Fall ist der Film besser als es oben Beschrieben wird.Sicher kein SCIFI Superrenner,aber nettes ActionZerstörungs PopcornKino ist er allemal,mit dem man etwas zu Hart ins Gericht gegangen ist .So mies ist er wirklich nicht! Nur mal als vergleich Tom Cruise Krieg der Welten hätte auf jeden fall nur 2 Augen Verdient gehabt. Also wer auf Popcorn Kino ala Cloverfield steht sollte SKYLINE eine Chance geben.

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