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Johannesburg
1951. Um dem Apartheidsalltag zu entgehen, verbringen der schwarze
Sportreporter Henry Nxumalo (Taye Diggs) und seine Kollegen die
Nächte in den "Sheebens", den illegalen Nachtclubs
im Township Sophiatown. Wie in den "Speakeasies" der Prohibitionszeit
in den USA wird dort selbstgebrannter Alkohol ausgeschenkt und dazu
Jazzmusik gespielt, eine willkommene Flucht vor den Schikanen und
Diskriminierungen der Behörden. Als Journalist für das
unabhängige Magazin "DRUM" wird Henry immer häufiger
von Mitmenschen auf die katastrophalen Zustände in Südafrika
hingewiesen, bis er schließlich beginnt, unter dem Pseudonym
"Mr. Drum" Enthüllungsreportagen zu schreiben. Ähnlich
wie Günter Wallraff in Deutschland schleust er sich selbst
in Betriebe ein oder lässt sich festnehmen, um nicht nur aus
zweiter Hand zu berichten, sondern über das zu schreiben, was
ihm am eigenen Leib wiederfahren ist. Die daraus entstandene Reportage
"Mr. Drum geht ins Gefängnis" ist ebenso populär
wie kontrovers. Zunächst
ermutigt
Henrys Frau Florence (Moshidi Motshegwa) ihren Mann, aber dann bekommt
die ganze Familie zu spüren, was es bedeutet, sich dem Regime
entgegenzustellen. Je mehr Henry sich für die Rechte der schwarzen
Bevölkerung einsetzt, desto mehr gefährdet er sein eigenes
Leben...
Mit beeindruckenden Bildern schildert Regisseur und Dokumentarfilmer
Zola Maseko die faszinierende Lebensgeschichte des Apartheidgegners
Henry Nxumalo, der mit Hilfe seines Fotografen Jürgen Schadeberg
(Gabriel Mann) das Magazin DRUM zu einem politischen Sprachrohr
gegen das Apartheidsregime machte. Ähnlich wie in Richard Attenboroughs
Film "Schrei nach Freiheit" über den Widerstandskämpfer
Steven Biko zeigt "DRUM", dass Protest gegen ein Regime
wie das in Südafrika am wirksamsten ist, wenn sich schwarz
und weiß verbünden.
Mit Taye Diggs wurde eine perfekte Besetzung für die Rolle
des Henry Nxumalo gefunden. Besonders überzeugend ist Diggs
bei der Darstellung des Konflikts zwischen Verantwortung für
das Wohl der Familie und dem Willen, für seine Überzeugung
zu kämpfen. Dies gilt auch für Jason Flemying ("Snatch"),
der den weißen Chefredakteur Jim Bailey spielt, welcher bereit
ist, die Schließung seines Magazins zu riskieren, indem er
regimekritische Artikel druckt. Auch Gabriel Mann spielt gut, nur
leider wurde mit ihm mal wieder ein Amerikaner engagiert, der nicht
wirklich zwischen einem englischen und deutschen Akzent unterscheiden
kann.
Schade
ist auch, dass der im Exil aufgewachsene Südafrikaner Maseko
nicht auch für die Hauptrollen südafrikanische Schauspieler
gewählt hat. Allerdings ist es ihm gelungen, auf für solche
Rollen prädestinierte Schauspieler wie Denzel Washington ("Malcolm
X", "Schrei nach Freiheit") zu verzichten und stattdessen
relativ unverbrauchte Gesichter zu benutzen, was im Filmgeschäft
stets ein Risiko darstellt. Durch den dokumentarischen Teil des
Films (Regisseur Maseko drehte zunächst übrigens einige
Dokumentarfilme über Südafrika), ist er gleichermaßen
mitreißend wie informativ.
"DRUM" zeigt eine der traumatischsten Epochen der südafrikanischen Geschichte, in der es an Zivilcourage allzu oft fehlte. Außerdem ist der Film aber auch eine Liebeserklärung an die Kultur Sophiatowns, die trotz oder vielleicht gerade wegen der politischen Unterdrückung florierte.



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