Suck my Dick

Groteske/Komödie, brd 2001
original
suck my dick
regie
oskar roehler
drehbuch
oskar roehler
cast:

edgar selge,
katja flint,
ralf richter,
wolfgang joop,
hannelore elsner, u.a.

spielzeit
82 min.
kinostart
08.11.2001
homepage
www.suckmydick-derfilm.de
bewertung

(8/10 augen)




 

 

 

 


 

 

 

Der Titel dieses Films weckt Assoziationen sexueller Natur, die entweder abschrecken oder erst recht neugierig machen. Doch diese anzügliche Komponente ist, so versichert Drehbuchautor und Regisseur Roehler, lediglich Folge der allzu wörtlichen deutschen Übersetzung der Redewendung. Der Amerikaner meint damit einfach nur "Leck mich!". Und obwohl es in "Suck My Dick" durchaus auch um männliche Geschlechtsteile geht, wird doch eher die ursprüngliche Bedeutung gemeint sein.

Der erfolgreiche Bestsellerautor Dr. Jeckyll (Edgar Selge, "Das Experiment") ist Ende 40 und steckt gerade mitten in einer ausgewachsenen Midlifecrisis. Seinem Psychiater Dorian (Modeschöpfer und Maler Wolfgang Joop) berichtet er von der Angst, dass eine Figur aus seinem neuesten Roman "Dr. Dickhirn" - Hyde (Ralf Richter, "Bang Boom Bang") - kurz davor sei, aus seinem Gehirn auszubrechen, um ihm alles wegzunehmen, was ihm lieb und teuer ist. Der Seelenklempner diagnostiziert schizophrene Symptome und schickt ihn mit der Aufforderung nach Hause, er solle sich beruhigen. Doch schon auf dem Rückweg findet Hyde tatsächlich den Ausgang aus Jeckylls Kopf und materialisiert sich in einem Hauseingang.
In der folgenden Nacht träumt Jeckyll, er flirte in der Sauna-Bar mit hübschen Mädels, als Hyde auftaucht. Diesem erscheint im Duschraum die bezaubernde Jeanny (Katja Flint, "Marlene"), die ihm einen Wunsch erfüllt. Hyde wünscht sich das überdimensionale Geschlechtsorgan von Jeckyll, der nach dem Aufwachen in Panik feststellen muss, dass es tatsächlich weg ist.
In Dorians Praxis rastet der Autor völlig aus, doch sein Psychiater zeigt genauso wenig Verständnis wie seine Ex-Frau Corinna (Franziska Walser), deren Zahnarztpraxis Jeckyll anschließend stürmt. Gemeinsam mit der Sprechstundenhilfe (Hannelore Elsner) setzt sie ihn vor die Tür.
Der Verlust seines mächtigen Penis ist aber nicht genug. Hyde hat es noch auf andere Symbole von Männlichkeit und Erfolg abgesehen.

"Suck My Dick" handelt oberflächlich von männlichen Verlustängsten. Ein erfolgsverwöhnter Schriftsteller wird nach und nach aller Dinge beraubt, über die er sich und sein Mannsein definiert. Da es sich hierbei in der Tat um Dinge handelt, kommt der Film hier auf eine tiefere Ebene der Gesellschaftsanalyse und -kritik. Roehler zeigt grotesk-überspitzt, welche Auswirkungen es haben kann, wenn Menschen ihre gesamte Selbstbestätigung aus körperlichen und materiellen Dingen beziehen.
Als Parabel auf die Gesellschaft stehen die Figuren nicht für sich, sondern symbolisieren bestimmte Typen und Eigenschaften. Schon die Namengebung der Hauptfiguren Jeckyll, Hyde und Jeanny macht das deutlich. Hinzu kommt, dass Roehler diesen Ansatz keineswegs dezent einflechtet. Mit der Bezeichnung Holzhammer-Methode trifft man eher den Kern. Dem Zuschauer wird so viel Arbeit abgenommen.
Bei aller Gesellschaftskritik kommt das komödiantische Element nicht zu kurz. Man fühlt sich stets gut unterhalten. Einen großen Anteil daran hat die exzellente Besetzung dieser Low-Budget-Produktion. Edgar Selge spielt den durchdrehenden Endvierziger Dr. Jeckyll eindrucksvoll und mit ganzem (Körper-)Einsatz. Und auch Ralf Richter und Katja Flint als Duo Infernale geben eine beachtliche Vorstellung. Einzig Wolfgang Joop kann als Psychiater, der selbst dringend Hilfe bräuchte, nicht vollends überzeugen. Seine Besetzung ist eher ein gelungener Scherz.

"Suck My Dick" ist ein ziemlich surrealer Film, was sich auch in der ungewöhnlichen aber gelungenen optischen Umsetzung niederschlägt. Er hebt sich auf diese Weise von so ziemlich allem anderen ab, was die Lichtspielhäuser zur Zeit präsentieren.

H. Winter

 


Name: hansos
Email: ptrus@halamdis.net
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

nicht witzig...



Name: DoD
Email: meagain@gmx.de
Bewertung: -

Das ist mit weitem Abstand der bescheidenste Film, den ich je in einem Kino gesehn habe.
Absolut chaotische Kameraführung, total schwachsinnige Handlung, miese Dialoge und schlechte Schauspieler.
Der ist die Filmrolle nicht wert.



Name: Niels
Email: mail@tugonix.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Sehr guter Film ...



Name: Jeckyll
Email: jeckyll@hyde.de
Bewertung: -

naja der film is eigentlich nur völlig kaputt in meinen augen. ich habe mich schon mit vielem konfrontiert gesehen, aber das setzt dem ganzen irren kram in der filmwelt eindeutig die krone auf. also die story ist eigentlich keine, da alles einfach nur völlig wirr aneinander gereiht wird. ich will gar nich wissen wieviel lsd oder speed man geschmissen haben muss um den film zu kapieren. der film liegt ausserhalb jeder wertung. miese kamera, miese settings, mies fotografiert einfach nur mies.



Name: hans
Email: hans@gmx.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

deppen. seid wohl n bissl blöd...



Name: jan
Email: jan@lockruf.com
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Sehr abgefahrener Film, der sich mir als Mann besonders gut erschließt. Die Vermischung von Realität und Traumwelt ist sehr gut gelungen. Ebenso wie der Digital-Sound, der das ganze nochmals fühlbarer macht. Man muss allerdings ein wenig zuhören und nachdenken - eine leichte Unterhaltungskost is "suck my dick" nicht...auch wenn es der anstössige Titel vermuten ließe. Doch bereits der Titel ist Teil der Kernaussage über männliche Denk- und Handlungsweisen. Tolle Besetzung!



Name: Leona
Email: eisrose@gmx.net
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Hammer genialer Film!!!
Voller Kritik und dennoch Humor! Ein wahrhaftiges Meisterwerk!
Sehr gute Kunst in Form eines Films!
(: Fantastische Einblicke in die männliche Psyche und die generelle Gesellschaft!
Äußerst überzeugende schauspielerische Leistung! Sollte man gesehen haben!!!



Name: Micha
Email: pitzepodapo(a)web.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Nein, entschuldigung!
Ein Missgriff ins Videoregal und ein ganz und gar unnötiger Film. Schlecht gemacht, schlecht besetzt und eine überaus schlechte Story. Diese Kritik muss sich jedoch auf die erste Hälfte des Films beschränken, denn ich war absolut nicht in der Lage, den Rest anzuschauen.
Der Film sollte dem Vergessen anheim fallen.



Name: aphex83
Email: spamx@gmx.de
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

der film ist auf jeden fall sehenswert.
die trashige atmosphäre ist genau richtig und passend.
ich frage mich dagegen, wieviel drogen man genommen haben muß oder wie ... man sein muß, um die handlung nicht zu verstehen (@Jeckyll).
das einzigste was ein bißchen nervt ist amateurhafte schauspielern des wolfgang joop, was allerdings auch gewollt sein könnte.
gehört auf jeden fall zu den besseren deutschen independent-filmen.