Stürmische Liebe

liebes-dramödie, gb 2002
original
swept away
regie
guy ritchie
drehbuch
guy ritchie
cast:

madonna,
adriano giannini,
bruce greenwood,
jeanne triplehorn, u.a.

spielzeit
90 min.
kinostart
19.06.2003
homepage
http://www.stuermische-liebe.de
bewertung

(2/10 augen)





 

 

 

 



 

Es ist ein wahrlich trauriges Erlebnis, wenn ein bis dato als hochbegabt und innovativ angesehener Regisseur sich in seinem Können plötzlich als sehr beschränkt erweist. In der mittelschweren Katastrophe, die "Stürmische Liebe" darstellt, ist das größte Unglück tatsächlich die Erkenntnis, dass Guy Ritchie anscheinend doch nur einen großartigen Film in sich hat - und den hat er schon vor fünf Jahren gemacht. Als er 1998 mit "Bube, Dame, König, GrAs" debütierte, erwies sich der Brite als der weitaus vielversprechendste von all den Jungspunden, die sich vom Tarantino-Style inspirieren ließen. Seine wahnwitzige Gangster-Farce mit achterbahnartigem Charakter-Karussell war schnell, hochamüsant, frisch, abwechslungsreich und extrem clever inszeniert - kurz, ein Kracher mit deutlich individueller Handschrift. Ein so gelungenes Konzept, dass Ritchie es direkt noch mal verwendete. Sein Nachfolger "Snatch - Schweine und Diamanten" war im Prinzip derselbe Film in Grün, und wirkte daher auch nur noch für die Leute neu und brillant, die den Vorgänger nicht gesehen hatten. Der Rest dachte sich: "Ganz nett, aber er kann ruhig auch mal was anderes versuchen."

Nach seiner Etablierung in den Klatschschlagzeilen dieser Welt durch die publicity-mäßig nicht unerhebliche Hochzeit mit Pop-Superstar Madonna legt Ritchie nun seinen dritten Film vor, und erfüllt die schlimmsten Befürchtungen. Denn "Stürmische Liebe" scheitert nicht nur daran, dass Madonna trotz zahlreicher Versuche immer noch keine gute Schauspielerin ist, sondern vor allem an der offensichtlichen Unfähigkeit Ritchies, ein anderes Material als seine temporeichen Farcen gekonnt umzusetzen.
Die Story ist dabei keine große Hilfe: ein Remake eines nicht sonderlich bekannten italienischen Films aus den 70ern, rezitiert "Stürmische Liebe" die schon mehrfach durchgekaute Geschichte von zwei sehr gegensätzlichen Menschen, die zusammen auf einer einsamen Insel stranden und sich wider Erwarten ineinander verlieben. Alles nicht so wahnsinnig aufregend, doch die unüberraschende Handlung ist nicht das Problem. Das liegt viel mehr in der Charakteretablierung: Madonna spielt Amber, die Ehefrau eines schwerreichen Industriellen, der gemeinsam mit Gattin und zwei befreundeten Paaren einen Mittelmeer-Urlaub auf eigens angeheuerter Yacht verbringt. Alle Passagiere sind hochgradig wohlstandsverwahrlost und die Sorte von reichen gelangweilten Snobs, die meinen sich alles erlauben zu können und dementsprechend Verachtung verdienen. Amber hingegen schlägt sie alle: Eine miese Hexe der allerschlimmsten Sorte, zickt sie permanent und unerträglich nicht nur Ehemann und Freunde an, sondern auch die italienische Besatzung. Ihr primäres Ziel ist der Fischer Giuseppe, der zu jeder Gelegenheit aufs Böseste von ihr gepiesackt wird. Sein Moment der Rache kommt jedoch, als er Amber per Motorschlauchboot zu einer Bucht fahren soll, auf dem Meer ihr Motor verreckt und sie schließlich auf einer einsamen Insel stranden. Verschollen und von der Zivilisation abgeschnitten, dreht sich der Spieß nun um: Grundsätzliche Überlebensfähigkeit ist gefragt und Geld wertlos, und Giuseppe genießt es, Ambers Angebote von mehreren hundert Dollar für einen einzigen Bissen Fisch auszuschlagen. Nun ist er in der Machtposition, und nutzt dies gnadenlos aus.

Was Giuseppe hier zunächst an den Tag legt ist eine Macho-Attitüde par excellence. Er demütigt Amber wo er nur kann, bis sein Charakter dort landet, wo sich Amber schon seit der ersten Filmminute aufhält: Im Abgrund der Unsympathie. Womit das Kernproblem von "Stürmische Liebe" schon fast erreicht wäre: Eine Liebesgeschichte kann nur dann funktionieren, wenn das Publikum zumindest ein bisschen Mitgefühl für die Hauptcharaktere übrig hat und ihnen Glück wünscht. Dieses erzählerische Grundprinzip wird hier komplett missachtet: Amber (und später auch teilweise Giuseppe) erweist sich als dermaßen widerliche Person, man wünscht sie vom ersten Moment an zum Teufel, hat vielleicht schon Folterfantasien für diese unerträgliche eingebildete Kuh, aber gönnt ihr ganz sicher kein romantisches Liebesglück. Es erscheint als gänzlich unmöglich, dieser Person irgendetwas positives abzugewinnen - dementsprechend verständnislos muss man als Zuschauer dann auch reagieren, als sich Amber und Giuseppe nach weiteren Angiftungen aus heiterem Himmel dazu entschließen, sich doch toll zu finden. Von einer Sekunde auf die andere verfliegt jeglicher Hass zwischen den beiden und wird ausgetauscht gegen die titelgebende stürmische Liebe - das Warum hat sich Guy Ritchie dabei allerdings ausgespart. Man kann es wohl als unvermeidliche natürliche Reaktion ansehen, dass ein Mann und eine Frau, die für mehrere Wochen alleine auf einer Insel sitzen, irgendwann übereinander herfallen werden um ihrem urzeitlichen Paarungstrieb zu frönen - wieso das dann allerdings ohne jede Erläuterung gleich die große Liebe bedeuten soll, das bleibt Ritchies Geheimnis.

Wenn sich seine Geschichte spätestens hier in totaler Unglaubwürdigkeit verliert, so ist Ritchies Inszenierung daran mitschuldig. Schon in der Eröffnungssequenz wird deutlich, dass der Regisseur seine bekannte Handschrift nicht ablegen kann: Tempospielereien, schnelle Schnitte und Parallelmontagen bestimmen auch den Stil von "Stürmische Liebe", sind hier allerdings vollkommen fehl am Platze. Macht das permanente Angiften aller Passagiere auf der Luxusyacht in der ersten halben Stunde noch ein bisschen Spaß, wird spätestens nach den entscheidenden Handlungsentwicklungen klar, dass Ritchie sich hier völlig im Ton vergriffen hat. Solange er sich nur über verwöhnte Reiche lustig machen will, ist sein farcenhafter Stil noch halbwegs akzeptabel, als er jedoch beginnt, eine Liebesgeschichte zu erzählen, erweist sich Ritchie als unfähig. Anders kann man es leider nicht sagen.
Andere Geschichten verlangen andere inszenatorische Herangehensweisen, und entweder will Ritchie es nicht anders machen, oder er kann es schlicht und ergreifend nicht. Charakterentwicklung und -vertiefung musste er in seinen ersten beiden Filmen nicht leisten, weil diese ohnehin so schnell und mit Figuren vollgestopft waren, dass dafür keine Zeit blieb. Hier jedoch ist es essentiell, und geht komplett schief. Genauso schief wie Ritchies Versuch, für das liebeslastige Schlussdrittel ein paar romantisch-verklärte Gefühlsäußerungen hinzukriegen: Die Dialoge tendieren hier stark Richtung vollkommen lächerlich und werfen schon fast die Frage auf, wie unbeholfen Ritchies Heiratsantrag an seine Superstar-Ehefrau geklungen haben muss.
Dass er es mit inhaltlicher Nachvollziehbarkeit und Kohärenz nicht so genau nimmt, beweist Ritchie dann schließlich am Ende, wo er in zwei Minuten gleich drei idiotische Missverständnisse kombiniert zu einem extrem unbefriedigenden Schluss ohne jede Aussage. Ein letztes Mal bleibt dem Zuschauer nichts anderes übrig als sich still zu fragen "Was zum Himmel soll das?", bevor man resignierend mit den Schultern zuckt und das Kino mit der eingangs erwähnten traurigen Erkenntnis verlässt, dass Guy Ritchie wohl doch ein in seinen Fähigkeiten sehr eingeschränkter Regisseur ist. Die eine Sache die er kann, kann er wirklich großartig. Doch leider legt "Stürmische Liebe" die Vermutung nahe, dass er nichts anderes kann. Wie gesagt, traurig, aber wahr.

F.-M. Helmke

 


Name: johan
Email: johanver@netcologne.de
Bewertung:       (2 von 10 Digital Eyes)

Ich habe den Film schon in Amerika gesehen. Dort ist er vor fast einem Jahr erschienen. Auch mit wenig Erfolg!
Ich muss dazu sagen, dass ich ein grosser Madonna Fan bin. Leider hat mich dieser Film sooooooooo enttauscht dass ich es wirklich für besser halte wenn Madonna bei Ihrer Musik bleibt.
Die Dialoge in dem Film sind beim morgentlichen Kaffee trinken entstanden. Es war wohl mehr der gemeinsame Urlaub auf Malta der als Anreiz gedient hat.
Liebe macht blind! Guy lass Madonna weiter singen!



Name: Vonkeil
Email: BohemianRhapsody@gmx.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

also ich weiss echt nicht wo das problem der kritiker liegt!
ich hab mir die dvd aus den staaten bestellt. ich fand den film wirklich klasse und von der handlung her sehr interessant und kurzweilig. madonna liefert auch eine wie ich finde sehr gute schauspielerische leistung. aber ihr ruf als miese schauspielerin ist ihr dank who's that girl wohl voraus. schade eigentlich. ich jedenfalls weiss ihre arbeit zu schätzen und bin wahrscheinlich mal wieder einer der wenigen, die ihre message verstehen. war schon bei next best thing so.
es ist zugegeben schwierig, der schauspielerin madonna eine rolle 100%ig abzukaufen, da sie allein von ihrem bekanntheitsgrad, ihrer stellung in der medienwelt und nicht zuletzt von ihrer unglaublichen ausstrahlung einfach irgendwie immer madonna bleibt - aber das liegt nicht an ihrer schauspielerischen leistung, sondern vielmehr am zuschauer, der von vorne herein erst gar nicht die chance bekommt, sich in ihrer darstellung und letztenendes in der handlung des films zu verlieren.
m, ich find dich toll!! und besser als die ganzen j-lo's und mariah's kannst du es allemal! YOU ROCK + + + love ya



Name: Bugsy
Email: NoMadonnaPlease@bugsy.com
Bewertung: -

Mieser Film...wirklich sehr mieser Film!



Name: D.
Email: keines@web.de
Bewertung:           (4 von 10 Digital Eyes)

Eideutig besser als die Kritiker ihn machen, allerdings auch kein großer Wurf



Name: DF
Email: ereld@gogo.dfg
Bewertung:           (4 von 10 Digital Eyes)

@Vonkeil

O Gott lass dir helfen. Du Vollidiot machst dich hier vor allen lächerlich.......



Name: Max
Email: a@b.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ich fand in gut Ihr Penner ohne eigene Meinung



Name: Michael
Email: n.a.
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Mit hat der Film wirklich sehr gut gefallen! Zum einen die fantastischen Landschaftsaufnahmen und zum anderen natürlich die Handlung:

Eine Millionärstusi, hat durch den ganzen Überfluss indem sie lebt, jeden Bezug zum wahren Leben verloren. Völlig unzufrieden wechselt sie von einer sinnlosen Aktivität zur nächsten.
In Giuseppe hat sie einen Spielball gefunden, um sich ihre Langeweile zu vertreiben. Sie findet im ständigen Erniedrigen von Giuseppe ein kurzzeitiges Vergnügen. Dieses Spiel findet ein jähes Ende als beide auf einer einsamen Insel landen.

Zu Beginn will sie ihr Spiel weiter spielen. Jedoch fehlen ihr in dieser einsamen Welt die Mittel. Sie hat kein Geld und damit fehlt ihr auch die Macht sich weiter so ungezügelt aufzuführen.

Sie muss auf für sie sehr schmerzliche Weise erfahren, dass auch einfache Menschen einen Wert haben und Würde besitzen die man achten muss. Dieser einfache, besitzlose Giuseppe ist in der Lage ihnen über Wochen das Überleben zu sichern.

Giuseppe, der von ihr unzählige Male gedemütigt worden ist, geniest es nun seinerseits der Überlegenes zu sein. Er begeht ähnliche Fehler, die Amber zu vor begangen hat. Er sieht in ihr keinen Menschen mehr!!

Der Konflikt endet in einer großen psychischen Katastrophe für beide. Sie verlieren fast jeglichen Respekt voreinander und sind zu allem bereit um den anderen zu verletzten. Ein Funken Respekt ist jedoch noch im Verhalten von Giuseppe geblieben und er nimmt Amber nicht die letzte Würde: die Würde als Frau.

In dieser Letzten großen Auseinandersetzung erkennen beide aber ihre Fehler. Sie ziehen sich zurück und denken nach. Mit der Erkenntnis falsch gehandelt zu haben können sie auf der einsamen Insel einen Neuanfang beginnen.

Die gemeinsam durchlebten, schlimmen Ereignisse und die Erkenntnis der begangenen Fehler, verbinden von nun an die beiden Menschen auf unsichtbare Weise miteinander.

Diese verwöhnte Millionärstusi Amber entdeckt von nun an, dass das Leben und die Beziehung mit Giuseppe ihr wahre Erfüllung und echtes Glück bieten kann; das was sie zu vor mit all ihren vielen Geld nicht kaufen konnte.

Sie hat Angst diese Insel zu verlassen und damit in ihre Welt zurückzukehren. Es ist jedoch unvermeidlich.
Auch wenn es am Ende kein Happyend für beide gibt, so nehmen sie jedoch beide diese einmalige Erfahrung mit in ihr weiteres Leben. Keiner wird mehr so sein wie er einmal war, besonders Amber nicht mehr.

Jeder der selbst einmal in einer ähnlichen Situation war, in der die innersten und auch dunkelsten Gefühle ans Tageslicht kamen, kann diesen Film verstehen und die Geschichte nachvollziehen. Er wird die unsichtbaren Gründe sehen die im Film nicht erklärt werden.

Ein wichtiger Wendepunkt im Film war das erste "Bitte" von Amber. Man merkte wie viel Überwindung dieses einfache, aber wichtige Wort ihr bereitete. Was mir im Film fehlte war das offene gegenseitige Verzeihen. Aber vielleicht wäre es dann zu kitschig geworden.

Kann man aus diesem Film etwas mitnehmen? Ich denke schon. Außer den wunderschönen Landschaftsaufnahmen vor allem eins: den gegenseitigen Respekt der Menschen voreinander - egal aus welchen gesellschaftlichen Schichten sie kommen und die Erkenntnis: Geld alleine macht noch lange nicht glücklich!

In diesem Sinne 9 dicke Plus-Punkte!





Name: tomblue
Email: tom_blue
Bewertung:             (5 von 10 Digital Eyes)

Das Madonna nicht die beste Schauspielerin ist dürfte sich mittlerweile bei jedem Kinofan herumgesprochen haben, das ihre Rolle im Film ihres Göttergatten aber fast überall dermassen heruntergemacht wird ist nicht nur polemisch sondern langsam auch typisch: Madonna ist eine Scheiss-Schauspielerin und wird es auch immer sein. Punkt. Mit dieser Einstellung wird man nie einen ihrer (zum Teil gar nicht so miesen) Filme gut finden und genau da liegt das eigentliche Problem: Jede Rolle wird auf die öffentliche Person Madonna projeziert, man vergisst das sie eine Rolle spielt.

Mir ist es ehrlich gesagt auch ein Rätsel warum Guy Ritchie nach seinen grandiosen ersten beiden Filmen unbedingt eine Liebeskomödie mit seiner Gattin drehen musste, aber so schlecht wie von vielen Leuten besprochen ist sie nicht. Beim nächsten Mal wäre eine kleine feine Nebenrolle im Stil der BMW Werbung (einfach klasse) wohl die bessere Wahl für Madonna, sollte sie sich nochmals zu einem gemeinsamen Projekt mit ihrem Gatten entschliessen.

Fazit: Kein grosser Treffer, aber taugt für einen unterhalsamen Nachmittag und ist keinesfalls so mies wie er überall gemacht wird.



Name: AntonBorisov
Email: chat3@webcam.com
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

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