Meine Frau, die Spartaner und ich

komödie, usa 2007
original
meet the spartans
regie
jason friedberg, aaron seltzer
drehbuch
jason friedberg, aaron seltzer
cast

sean maguire,
carmen electra,
kevin sorbo, u.a.

spielzeit
81 min.
kinostart
28.02.2008
homepage
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bewertung

(3/10 augen)




 

 

 

 

 

 

 

Es ist nicht überliefert, ob sich die Herren Friedberg und Seltzer eigentlich jedes Mal kaputt lachen, wenn sie feststellen, dass auch die jüngste ihrer nach dem immer gleichen Schema und super günstig produzierten "Spoof"-Komödien wieder zig Millionen eingespielt hat. Durchaus bekannt ist aber, worüber die beiden Chromosomenrätsel sonst so lachen, denn was die für witzig halten haben sie uns ja mit ihren modernen Klassikern "Date Movie" und "Fantastic Movie" nun wirklich hinreichend demonstriert. Und weil das Geschäft so wunderbar läuft, gibt es also auch dieses Jahr wieder eine Veralberung aktueller Kinofilme nach Art des Hauses. Diese heißt diesmal "Meine Frau, die Spartaner und ich" und da müssen wir jetzt durch.

Die Handlung klingt vertraut, zumindest irgendwie: Leonidas, seines Zeichens Anführer der Spartaner, sieht sich genötigt gegen eine übermächtige Armee von Persern in den ziemlich aussichtslosen Krieg zu ziehen. "300" tapfere Männer kriegt er dafür zwar nicht ganz zusammen, aber immerhin 13. Seine höchst attraktive Ehefrau (Carmen Electra) lässt der Spartaner dagegen nur ungern allein, macht diese doch gern mal auch anderen Männern schöne Augen.

Es hat seinen Grund, dass das Wort "Movie" diesmal im Titel fehlt, werden doch dieses Mal nicht jede Menge bekannter Filme ein bisschen sondern ein einzelner ganz explizit aufs grobe Korn genommen. Ja, es wird hier tatsächlich nahezu die komplette Handlung des letztjährigen Überraschungshits "300" nacherzählt, wobei die einzige Gemeinsamkeit zwischen diesen beiden Filmen trotzdem höchstens darin besteht, dass sie einigermaßen umstritten sind. Aber auch das kann man eigentlich gleich wieder zurücknehmen, denn im Grunde besteht ja auch eine Ländergrenzen übergreifende Einigkeit darüber, dass die Werke aus der Schmiede Friedberg/Seltzer bereits seit langem genauso jede Erwartungshaltung unterbieten wie sie jede Geschmacksgrenze überschreiten.
Vielleicht ist es also dieser niedrigst möglichen Erwartungshaltung und den bisherigen traumatischen Erfahrungen mit ihren vorherigen Werken geschuldet, dass das Urteil über die "Spartaner" nun zwar hart, aber nicht ganz so vernichtend und radikal ausfällt wie befürchtet. Denn noch schlimmer ist es diesmal nicht geworden, eher ein wenig besser, wie man fairerweise sogar zugeben muss. Zwar werden auch diesmal wieder jede Menge Körpersäfte durch die Gegend gespritzt und die Mehrheit der überraschungsfrei daher kommenden Gags versandet völlig pointenfrei, aber immerhin: Beim Nachspielen der "300"-Handlung ergibt sich doch der eine oder andere Scherz, der einen wirklich mal zum Schmunzeln bringt. Und wenn die todgeweihten Krieger dann los marschieren, wirkt das dazu eingespielte "I will Survive" fast schon subtil ironisch.
Knapp eine halbe Stunde lang geht das halbwegs gut, dann hat die Geschichte aber praktisch schon ihren handlungstechnischen Endpunkt erreicht (kein Wunder, glänzte "300" ja auch nicht gerade durch einen ausgefeilten Plot) und es bleibt nur noch, die weiteren Endlosschlachten mit irgendwelchen Randepisoden oder Musiknummern auszudehnen. Dies spielt sich dann natürlich inmitten einer trashigen Pappkulisse ab, die von so zweifelhaften Schauspielgrößen wie Kevin Sorbo und Carmen Electra bevölkert wird, doch das ist ja nicht mal das Problem. Wie schwierig es dagegen den Schreibern gefallen ist, ihr dünnes Konzept auf Spielfilmlänge zu strecken, beweist schließlich die Entscheidung, nach ca. 65 Minuten einfach aufzugeben und aufzuhören, nur um dann einen rekordverdächtigen, rund 15-minütigen Nachspann nachzuschieben. Der besteht dann hauptsächlich aus einer Unzahl verpatzter, aber meist trotzdem unwitziger Szenen und darf also für sich die fragwürdige Ehre beanspruchen, dieses Konzept nun auf die Spitze getrieben zu haben.
Ein reichlich dreister Weg um dem zahlenden Publikum zumindest irgendwie eine Minimallaufzeit von dann zusammen 80 Minuten bieten zu können. Aber selbst um das zu schaffen müssen noch unzählige "Gastauftritte" mäßig gedoubelter Celebrities aus Film, Musik und Fernsehen herhalten, die dabei genauso wahl- wie sinnlos eingestreut werden. Dabei zeigt sich dann auch die Halbwertzeit dieser Art Filme, denn die Anspielungen auf die Damen Spears und Lohan oder den Herren Cruise beziehen sich ausschließlich auf die aktuelle Nachrichtenlage, so dass sie schon in wenigen Jahren kaum noch jemand nachvollziehen und einordnen können dürfte. Bei den zitierten Prominenten aus dem US-Fernsehen, wie z.B. der dortigen "American Idol"-Jury, dürfte das hierzulande jetzt schon eher schwierig werden. Ach ja, und "300" sollte man auch besser schon mal gesehen haben, um hier überhaupt Spaß haben zu können.

Aber was soll's, der nächste Gag kommt meistens in Sekundenschnelle und mit hoher Wahrscheinlichkeit ist er dann ziemlich mies. Und deshalb soll sich auch bitte niemand, der oben die Augenzahl "1" erwartet hat und nun leicht überrascht ist, ernsthaft täuschen lassen: "Meine Frau, die Spartaner und ich" ist KEIN guter Film und auch nicht besonders witzig. Er stellt lediglich, im genauso unbedeutenden wie überflüssigen Universum der Komödienversuche dieses Autorenteams, eine Verbesserung dar. Eine ganz kleine.

V. Robrahn