Jersey Girl

komödie, usa 2004
original
jersey girl
regie
kevin smith
drehbuch
kevin smith
cast:

ben affleck,
liv tyler,
raquel castro,
george carlin,
jennifer lopez, u.a.

spielzeit
102 min.
kinostart
06.01.2005
homepage
http://www.movie.de
bewertung


(5/10 augen)




 

 

 

 


 

 

Irgendwann kommt für uns alle der Zeitpunkt, an dem man endlich erwachsen werden muss. Wo der Ernst des Lebens sich endgültig durchsetzt und Schluss ist mit dem spätpubertären Gehabe. Bei vielen ist das spätestens dann der Fall, wenn der erste eigene Nachwuchs das Licht der Welt erblickt, und so war es auch für Kevin Smith, seines Zeichens einer der größten Helden des amerikanischen Independent-Kinos der 90er Jahre. Seit seinem Debüterfolg "Clerks" ist Smith bekannt für clever-knackige Dialoge, unkonventionelle Storys (bestes Beispiel: seine Religions-Satire "Dogma") und vor allem einen konsequent vulgären Humor von "Schwanz- und Furz-Witzen", der auch bei den ernsthaftesten Themen dafür sorgte, dass der Tonfall zu Smiths slacker-Generation passte, die sich standhaft weigert, erwachsen zu werden.
Doch diese Zeiten scheinen vorbei. Nachdem er sich mit seinem letzten Film "Jay & Silent Bob schlagen zurück" auf albernste Weise von seinem legendären Stoner-Duo verabschiedet hat, schlägt der Ehemann und Vater Kevin Smith nun reifere Töne an - droht allerdings mit diesem Abschied von seiner Slacker-Welt in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Denn "Jersey Girl" hat zwar immer noch Smiths unverkennbaren Dialog-Stil, aber leider auch eine Story, die an Konventionalität und Klischees kaum noch zu überbieten ist.

Im Zentrum steht der Yuppie Ollie Trinke (Ben Affleck), als mächtig erfolgreicher Popmusik-Publizist in New York ausgestattet mit einem Traumjob, einer Traumwohnung und einer Traumfrau in Gestalt seiner Kollegin Gertrude Steiney (Jennifer Lopez). Das junge Glück scheint perfekt, der erste Nachwuchs ist auf dem Weg - doch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu, als Gertrude bei der Geburt stirbt. Völlig aus der Bahn geworfen bricht Ollies Leben zusammen, und ein paar Jahre später findet er sich ohne ordentliche Wohnung oder Job im Hause seines verschrobenen Vaters (George Carlin) in der Provinz von New Jersey wieder, wo er sich in seiner Rolle als allein erziehender Daddy seiner Tochter Gertie (Raquel Castro) zurechtzufinden versucht.

Wer mit Smiths bisherigem Werk halbwegs vertraut ist, wird angesichts des folgenden Filmverlaufs recht ungläubig den Kopf schütteln, denn die Geburt seiner eigenen Tochter scheint bei Smith alle Kanäle für Schmalz und Familienkitsch geöffnet zu haben. Da gibt's dann rührselige Vater-und-Kind-Momente in rauen Mengen, eine herzallerliebste Ersatz-Mama in Figur der Videothekarin Maya (Liv Tyler), und einen moralinsauren Höhepunkt, den Smith völlig schamlos aus einer eingestaubten Klischeekiste herauskramt, an die sich selbst ideenlose Hollywood-Produktionen nicht mehr herantrauen - entsprechend ist das Ende auch meilenweit abzusehen und verpufft reichlich wirkungslos.
Die Story von "Jersey Girl" kommt derart konventionell daher, dass man in der Tat befürchten muss, dass sich Smith als Windeln wechselnder Jungpapa als ebenso zahnlos erweist wie ein neugeborener Säugling. Für seine Ehrenrettung sorgen Gott sei Dank hier und da eingestreute Dialog-Perlen, die Smiths bekannte Talente immer wieder im Familienkino-Babybrei aufblitzen lassen und zumindest für einen Moment die öde Flachheit der Story vergessen machen. Das sorgt allerdings auch für eine ziemlich krude Mischung, denn so ganz konnte Smith seine offenherzige Vorliebe fürs Profane nicht ablegen: Auch wenn er eine kindgerecht-süße Variante von "toilet humor" hinbekommt - "Jersey Girl" ist sicherlich der erste rührige Familienfilm, in dem über Pornos und Selbstbefriedigung geredet wird.
Wie nicht anders zu erwarten, erweist sich Ben Affleck in der Hauptrolle ebenfalls nicht als Pluspunkt für den Film: Zwar kann sich Smith rühmen, so ziemlich der einzige Regisseur zu sein, der aus Affleck jemals eine wirklich überzeugende Schauspiel-Vorstellung herausgeholt hat (siehe "Chasing Amy"), wiederholen kann er diesen Erfolg hier aber nicht. Afflecks extrem begrenzte Fähigkeiten sind gerade bei den tief emotionalen Szenen eher ein Grund für unfreiwillige Komik als für überzeugendes Drama und wecken unrühmliche Erinnerungen an das doppelte Schauspiel-Desaster "Armageddon"/"Pearl Harbor".
Übrigens: Dass "Jersey Girl" hierzulande mit gut einem halben Jahr Verspätung im Vergleich zu Rest-Europa anläuft, kann als Versuch des Verleihers interpretiert werden, der miesen PR durch die Präsenz des Duos Affleck/J.Lo zu entgehen: "Jersey Girl" entstand, als die beiden Stars gerade frisch verliebt waren und somit vor dem beispiellosen Boulevardpresse-Overkill, der in den Folgemonaten nicht nur ihre Beziehung, sondern nachhaltig wohl auch beider Karrieren ruiniert hat.
Dementsprechend wurde an dem Film auch mächtig herum geschnitten: Als Ben & Jen verliebt und in aller Munde waren, überzeugte Miramax-Boss Harvey Weinstein Smith davon, Lopez' Part in der Endfassung deutlich auszubauen - was nach dem Ende des Traumpaars und dem Desaster ihres vorherigen Films "Gigli" schnell wieder rückgängig gemacht wurde. Nun darf Frau Lopez wieder nach einer Viertelstunde das Zeitliche segnen. Besser ist das wohl. Seltsam präsent bleibt sie dennoch für den Rest des Films, und nicht etwa, weil der selige Schatten seiner geliebten Frau in Ollie Trinkes Zügen zu bemerken wäre (bitte, wir reden hier von Ben Affleck!), sondern weil sich Raquel Castro in der Rolle der kleinen Gertie als fast schon unheimliche Reinkarnation der Latino-Diva erweist: Als hätte man einen Klon der fünfjährigen Lopez angefertigt, hoppelt Castro wie eine "J.Lo-in-klein"-Puppe durch den Film und sorgt immer wieder für Staunen, wie die Casting-Crew dieses Ebenbild ihrer Filmmama gefunden hat. Fast schon müßig zu erwähnen, dass Castro der heimliche Star von "Jersey Girl" ist und ihren Filmpapa Affleck gnadenlos an die Wand spielt - was ohnehin nicht sehr schwierig ist. Weitaus überzeugender bei den Erwachsenen sind Liv Tyler als quirlig-kichernde Maya und Standup-Comedy-Urgestein George Carlin als raubeiniger Großvater.

Auch wenn man sich nach dem Film bevorzugt an die treffenden Dialog-Highlights und die besten Szenen erinnert (besonders ein Kurzauftritt von Will Smith sorgt immerhin für eine überaus gelungene Einleitung für den überaus abgegriffenen Showdown): Diese können letztendlich nicht verhehlen, dass "Jersey Girl" eine unnötig rührselige, stellenweise grausam konventionelle Familienkomödie ohne rechten Biss oder zündende Ideen ist, welche die Stärken und Talente ihres Machers über weite Strecken vermissen lässt. Wenn das der erwachsene Kevin Smith ist, dann wollen wir den unreifen Slacker zurück. Und zwar sofort.

F.-M. Helmke

 


Name: Jean
Email: jau
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Ist es wirklich so schlimm? *verzweifeltnacheinemHoffnungsschimmersuch* Egal, ich gucke ihn mir an. Vielleicht brauchte Kevin ja nur Geld für sein nächstes Projekt?!?



Name: Kevin
Email: karlheinz@gmx.de
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Servus,

also ich hab mir den Film als US-DVD importiert, und finde ihn ganz unterhaltsam. Natürlich ist er gewöhnungsbedürftig, wenn man die vorherigen kennt und liebt. Aber wie Smith ja selber über den Film sagte "Dieser Film wird nicht der Kritikerhit, und wohl auch nicht mein beliebtester. Aber es ist der ehrlichste den ich jemals gemacht habe". Und da hat er verdammt nochmal Recht! Liv Tyler überzeugt auf ganzer Linie, als Videothekarin und als wohlmögliche neue Liebe von Oliver (Ben Affleck). Die schauspielerische Leistung von George Carlin, und Raquel Castro sollte man noch besonders hervorheben. Die beiden sind einfach überragend in ihren Rollen. Ich bin mir fast sicher, wäre GIGLI nicht vorher an den Kinokassen sang- und klanglos untergegangen, wäre JG um einiges erfolgreicher gewesen. Aber der Lichtblick in diesem Film ist ja, ACHTUNG SPOILER: Das JLo's Charakter nach 15min stirbt:) Der Film wird hier, in Deutschland wohl auch so schnell in der Versenkung verschwinden, wie GIGLI es tat, was eigentlich schade ist. Freue mich aber auf CLERKS 2, zurück zu den Wurzeln...Ohne die großen Stars, und nur mit den Urgesteinen aus CLERKS. :) Man sollte JERSEY GIRL aber dennoch mal gesehen habe!



Name: dino
Email: bla@bla.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

hab den film grad in der sneak gesehen und war einfach nur beeindruckt. sonst bin ich nich der mensch, der auf familien filme [wenn man ihn denn so betiteln mag] steht, aber dieser sagte mir tatsaechlich zu. schade dass jay und silent bob fehlten, aber ein schmunzler zwischendurch kam immer wieder!

klasse film, unbedingt anschauen!!



Name: Sven
Email: matchstick-man@web.de
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Also ich hab den Film gestern in der Sneak gesehen und muss sagen, dass er mir doch recht gut gefallen hat. Mir kam irgendwie gleich danach ein Vergleich mit der Musik von Adam Green und Ryan Adams in den Sinn. Oberflächlich gesehen recht Mainstreammäßig und mit riesen Zuckerschicht drüber, untendrunter aber doch ziemlich frech und so ganz und gar nicht angepasst. Auf jeden Fall ein Film, der es nicht verdient hat, in der vielen Scheisse die teilweise auf dem Sektor produziert wird unterzugehen.



Name: Silvia
Email: hab ich auch, na klar!
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Filme, in denen Ben Affleck mitspielt und wo er auch noch am Drehbuch mit beteiligt war, sind immer aller erste Sahne! Ben ist ein super Schauspieler. Mit ihm in der Hauptrolle werden alle Filme zu einem Erlebnis, das man(n) (oder wohl eher Frau) nicht so schnell vergisst!---schmelz--- Ich will meeeeeeehr!!!!!!!!!!!!!!!!



Name: Kirsti
Email: hab ich auch
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ein witziger Film, absolut sehenswert!
Und eine durchaus gelungene deutsche Synchronisation!



Name: patmey
Email: -
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Natürlich erfüllt der Film alle erdenklichen Klischees, die so eine Familienkomödie mit sich bringt.
Aber da ich das schon ahnte, hatte ich mich vor Beginn des Films darauf eingestellt.
Und im Nachhinein bereue ich es überhaupt nicht.
Ein wirklich unterhaltsamer Kinoabend mit einem tollen Film und guten Schauspielern.



Name: Cobra
Email: cobra-pc@gmx.de
Bewertung:               (6 von 10 Digital Eyes)

"Jersey Girl" fehlt der Biß bisheriger Kevin Smith Filme, kultige Dialoge sucht man diesmal auch vergebens. Als rührselige Vater-Tochter-Beziehungs-Komödie mit klarer Message funktioniert der Streifen trotz alledem gut, denn er hat Charme und geht einem wirklich ans Herz - somit erfüllt er genau das Ziel des Genres. Doch von Smith sind wir besseres, originelleres gewöhnt und daher freue ich mich schon auf "Clerks II" und auf ein bestimmt stattfindendes Wiedersehen mit Jay, Silent Bob, Star Wars Referenzen sowie konsequent kinderuntauglichem Humor. ^^

Gruß,
Thommy



Name: wesni
Email: wesni@web.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

hmmm, Clerks 2? irgendwie blöd wenn Dante doch im original ende vom ersten Clerks erschossen wird...



Name: Frank
Email: -
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Ich mehr als nur halbwegs vertraut mit den Filmen von Smith, ich kenne jeden sehr gut. Und wer genau hinsieht, merkt sofort: ein richtiger Smith-Film. Reicht er vielleicht nicht an "Chasing Amy", so ist er aber immer noch clever inszeniert und spart auch nicht an guten Dialogen. Wenn da nicht die fatalen ersten 15 Minuten mit J Lo wären...
Und was Smith hier wieder einmal beweist: er kann mit Schauspielern arbeiten. Auch in "Armageddon" sollen Ben Affleck und Liv Tyler ein Paar sein, aber Chemie entwickelt sich zwischen den beiden in diesem Film nicht. Ganz anders in "Jersey Girl". Hier spürt man etwas zwischen den beiden Figuren.
"Jersey Girl" ist ein schöner, sehr charmanter Film von Kevin Smith, der vielleicht nicht in Hochform aber gereifter ist. Auf jeden Fall sehr sehenswert.



Name: basti
Email: bkthekid@gmx.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

@wensi: Ne, du , Dante wird nicht erschossen, es existiert zwar ein alternatives, ursprüngliches Ende in dem er erschossen wird, aber in der endgültigen Version gibt's ein Happy End!



Name: dolly
Email: ?
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Also ich fand den film total süß



Name: gilla
Email: /
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

grunz



Name: -
Email: -
Bewertung:         (3 von 10 Digital Eyes)

Teilweise ganz süß, lustig, aber auch ziemlich übertrieben und einfach zu lang. Ich würde ihn mir kein zweites Mal ansehen!