Final Destination 4

horror-thriller, usa 2009
original
final destination: death trip
regie
david r. ellis
drehbuch
eric bress
cast

bobby campo,
shantel vansanten,
mykelti williamson,
haley webb,
nick zano, u.a.

spielzeit
82 min.
kinostart
03.09.2009
homepage
www.fd-4.de
bewertung


(6/10 augen)




 

 

 

 

 

 

Seit der originelle erste Teil der "Final Destination"-Reihe mit seinem "Dem Tod springt keiner von der Schippe"-Motto frischen Wind ins Teen-Horror-Genre brachte, beliefert Hollywood das junge Publikum alle drei Jahre mit Nachschub. Nun, im Jahre 2009, steht der Sensenmann also ein viertes (und diesmal angeblich wirklich letztes) Mal vor der Tür und hat für 136 Kinos im gesamten Lande sogar noch modisches 3D mit im Gepäck. Die Rückkehr von David R. Ellis, auf dessen Konto neben den spaßig-sinnlosen Action-Thrillern "Final Call" und "Snakes on a Plane" auch der zweite und somit wohl unterhaltsamste "FD"-Teil geht, macht sich dabei bereits in der Anfangs-Sequenz bezahlt. Im Vergleich zur spektakulären Massen-Karambolage zu Beginn des zweiten Films kam das eröffnende Achterbahn-Unglück des direkten Nachfolgers ja ziemlich lahm daher. Im neuesten Sequel sieht es da wieder deutlich "besser" aus.

Wir befinden uns zusammen mit den Teens Nick (Bobby Campo), Lori (Shantel VanSanten), Hunt (Nick Zano) und Janet (Haley Webb) sowie einigen anderen mutmaßlichen Opfern auf den Rängen einer Rennstrecke und sehen zunächst das, was sich gleich als Vision von Nick herausstellen wird: einen spektakulären Unfall, der alle uns soeben kurz vorgestellten Besucher auf grausamste Art und Weise in den Tod reißt. Als Nick aus seiner Vision "erwacht" und merkt, dass Teile davon bereits Wirklichkeit werden, drängt er seine Freunde zum Verlassen der Arena. Kaum haben sie sich in Sicherheit gebracht, gibt's auch schon die erste Explosion. Später wird von mehreren Dutzend Toten die Rede sein. Und während die vier Freunde am Abend auf ihre "zweite Chance" anstoßen, bastelt der Tod bereits fleißig an alternativen Ideen für eine Gratis-Fahrt in die Hölle.

Im Prinzip hat sich seit dem ersten Teil nicht viel verändert. Der Tod holt sich das, was ihm seiner Meinung nach zusteht, und das sind in der Regel ein paar attraktive Twens. Diese werden nicht mehr als nötig charakterisiert, je ein Klischee muss ausreichen. Vollkommen unbekannte und nicht sonderlich talentierte Darsteller, natürlich knapp bekleidet, leihen ihnen ein Gesicht und sagen Dialoge auf, die manchmal so grausig sind, dass sie eigentlich nur der Tod selbst geschrieben haben kann.
Noch weniger Wert als auf Dialoge und Charaktere wurde diesmal scheinbar auf die Wahrung der inneren "Final Destination"-Logik gelegt. Eigentlich gilt ja: Der Tod holt sich seine Opfer in der Reihenfolge, in der sie ursprünglich - ohne rettende Vision - hätten sterben sollen. Kann eine Person nochmals gerettet werden, überspringt der Tod diese Stelle und macht beim Nächsten weiter; die gerettete Person darf sich allerdings nicht freuen, sondern gleich wieder hinten anstellen. Spätestens das Finale des vierten Teils bricht allerdings total mit dieser Logik und sorgt entweder für Beliebigkeit oder beruht auf eklatanten Denkfehlern.

Doch trotz (und vielleicht auch gerade wegen) aller reichlich offensichtlichen Mängel, zu denen auch die nur die Vorgänger-Filme kopierende Rahmen-Handlung gehört, bereitet "Final Destination 4" einiges Vergnügen. In guter Tradition der Reihe ließe sich dieser augenzwinkernde Horror auch als "Schwarze Komödie" oder "Fun-Splatter" bezeichnen. Der perfide Spaß am Ableben der Protagonisten unterscheidet die "FD-"Filme von durch und durch ernst gemeinten Folter-Filmen wie "Saw" oder "Hostel".
Und so besteht der große Spaß nach wie vor darin, mitzuraten, auf welch unappetitliche Art und Weise das nächste bedauernswerte Opfer über die Klinge springen muss. Eine Schraube lockert sich, Benzin läuft aus, ein Decken-Ventilator erscheint erschreckend instabil - mal ist die Todesursache schon frühzeitig absehbar, nicht selten spielen Regisseur und Autor aber auch mit den Erwartungen der Zuschauer. Trotz hoher Brutalität der einzelnen Sterbe-Szenen lockern bösartig-witzige Details die Szenerie stets auf. Positiv hervorzuheben ist dabei die knappe Laufzeit von 82 Minuten. Im Gegensatz zum dritten Teil gibt es hier somit auch keine Längen. Die erhöhte Frequenz an "Verabschiedungen" trägt sicher ebenfalls ihren Teil dazu bei.

Eines lässt sich "Final Destination 4" nicht vorwerfen: Dass es die Erwartungen enttäuscht. Ironisch-blutige Kommentare zum Thema Determinismus? Check. Spaß und Spannung beim Mitraten möglicher Todesursachen? Check. Verzicht auf alles andere, was Filme für gewöhnlich sehenswert macht? Check.

R. Loch