Femme Fatale

thriller, usa/fra 2002
original
femme fatale
regie
brian de palma
drehbuch
brian de palma
cast:

rebecca romijn-stamos,
antonio banderas,
peter coyote,
eric ebuaney, u.a.

spielzeit
112 min.
kinostart
27.3.2003
homepage
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bewertung

(7/10 augen)








 

 



 

Dem von bösen Zungen geäußerten Vorwurf, Brian de Palma sei ein Zweitverwerter, ist ein gewisser Wahrheitsgehalt nicht abzustreiten. Es gibt wohl keinen anderen zeitgenössischen Regisseur, der sich gleichermaßen ehrlich zu den Einflüssen von Michelangelo Antonioni, Jean-Luc Godard und (vor allem) Alfred Hitchcock bekennt und in den eigenen Werken unübersehbar die Grammatik besagter Altmeister zum Ausdruck kommen lässt. Seiner Popularität tat der ihm förmlich vorauseilende Ruf als "Hitchcock-Epigone" indes zu keiner Zeit einen Abbruch, vielmehr erarbeitete sich de Palma mit Filmen wie der Stephen King-Adaption "Carrie" (1976), dem (inoffiziellen) "Vertigo"-Remake "Schwarzer Engel" (1976) oder dem mit Referenzen an "Psycho" (1962) versehenen "Dressed to Kill" (1980) den Ruf eines stilsicheren Spezialisten für psychologische Thriller.
Mit "Femme Fatale" erfolgt nun der Versuch einer Rückorientierung an den Glanz vergangener Tage, zumal de Palmas Stern zuletzt verblasste und gerade in der jüngsten Vergangenheit sowohl seine "Mission: Impossible" (1996) wie auch die "Mission to Mars" (2000) als Ausflüge in andere Genregefilde eher als gescheitert zu betrachten waren.
Beim Filmfestival von Cannes raubt die überaus hübsche Laure ( Rebecca Romijn-Stamos ) mit einem perfiden Plan den millionenschweren Schmuck eines Filmstars. Doch der scheinbar perfekte Coup misslingt in letzter Sekunde. Während ihre Kollegen ins Gefängnis wandern, gelingt Laure die Flucht mit der Beute.
Sieben Jahre später hat sie es zur Frau des französischen UN-Botschafters (Peter Coyote) gebracht und führt unter dem Namen Lily ein neues Leben in Paris. Als dem Paperazzo Nicolas (Antonio Banderas) jedoch ein Photo von ihr gelingt, und dieses wenige Tage danach auf dem Titelbild einer Illustrierten erscheint, ist die neue Identität der Diamantendiebin gefährdet. Die Vergangenheit holt Laure wieder ein, und bald sieht sie sich von den ehemaligen Komplizen gejagt und von einem reumütig verliebten Fotografen verfolgt. Doch wie es sich für eine Femme fatale gehört, verfolgt sie längst einen eigenen Plan ....
Bei de Palmas neustem Projekt handelt es sich - der Titel weist bereits unmissverständlich darauf hin- um einen Tribut an den Film Noir der vierziger und fünfziger Jahre. Die Tradition dieser sich am deutschen Expressionismus und der bildenden Kunst (unter anderem an den Gemälden Edward Hoppers) orientierenden Filme, welche teilweise auch unter den Bezeichnungen "Noir Style" oder "Schwarze Serie" bekannt sind, wird in ihren wesentlichen Elementen vom Regisseur aufgegriffen, um nach dem klassischen Muster eine moderne Geschichte zu entwickeln.
Die Figur der Laure, die ihre wahren Absichten hinter wechselnden Identitäten verbirgt, den Fotographen Nicolas mittels einer unwiderstehlichen Mischung aus Charme und Erotik in ihren Bann schlägt, um ihn als willfährigen Erfüllungsgehilfen zu instrumentalisieren, steht repräsentativ für das zentrale Frauenbild des amerikanischen Film Noir. Um diese Parallele zu untermauern, spiegelt sich schon während des Vorspanns Laures Silhouette im Fernseher ihres Hotelzimmers, während sie sich einen Ausschnitt aus Billy Wilders "Double Indemnity" (1944) anschaut; ein früher Klassiker der Schwarzen Serie, welcher mit der verspielt-bedrohlichen Barbara Stanwyck wohl den ersten weiblichen Todesengel der Kinogeschichte auf die Leinwand brachte.
De Palmas Verbundenheit mit dem Film Noir beschränkt sich allerdings allein auf die inhaltliche Ebene und ist nicht formal bestimmt. Einzig der stilisierte Einsatz von Licht erinnert an die schwarzweißen Hollywood-Filme, ansonsten verlässt die Regie die Pfade des typischen Noir Style zugunsten einer weitschweifigen optischen Verspieltheit.
In erster Linie ist "Femme Fatale" daher ein Erlebnis für die Augen, zumal de Palma zusammen mit seinem französischen Kameramann Thierry Arbogast gleich reihenweise virtuos inszenierte Sequenzen gelingen, in denen filmische Extravaganzen wie die perfekt geplanten Kamerafahrten oder der Einsatz von Split Screen nur einen kleinen Teil des cineastischen Kompendiums darstellen. Der Regisseur erweist sich hierbei erneut als penibler Konstrukteur, der mittels einer ausgefeilten Bildsprache szenische Willkürakte bereits im Keim erstickt und jedem Detail seinen zugedachten Platz in der Gesamtwirkung zukommen lässt (man betrachte nur den fünfzehnminütigen Diebstahl der Diamanten, der durch den sparsamen Dialog wie ein Echo aus vergangenen Stummfilmzeiten anmutet).
Neben diesen optischen Auffälligkeiten handelt es sich dazu um einen Film, der seinem Publikum einen gleichsam touristischen Blick in die Welt des Kinos gewährt. Für de Palma beinahe idealtypisch, strotzt "Femme Fatale" vor Zitaten aus der Filmgeschichte und Verweisen auf das Schaffen Alfred Hitchcocks: Der Fotograf Nicolas, der Laure voyeuristisch mit seiner Kamera nachspürt, erinnert an James Stewart in "Das Fenster zum Hof", derweil sich Laures Anziehungskraft auf Nicolas bei umfassender Betrachtung wie eine Variation des "Vertigo"-Motivs liest. Demzufolge fallen zuerst einmal Kinofreaks mit einem Faible für filmische Apercus in die anvisierte Zielgruppe, da sich in dem Herausdestillieren der intelligent in die Handlung integrierten Anspielungen (das Spektrum umschließt Luis Bunuel ebenso wie Frank Capra) der besondere Reiz des Filmes manifestiert.

Als Regisseur muss man de Palma mithin Respekt zollen, allerdings zeichnet er sich in vorliegendem Fall ebenso für das Drehbuch verantwortlich, welches dann leider weit weniger überzeugt: Selbst wenn Rebecca Romijn-Stamos und Antonio Banderas eine starke Leinwandpräsenz aufweisen und alles andere als fehlbesetzt sind, können sie nicht über die eklatanten Mängel des Scripts hinwegtäuschen. Die kaum nachzuerzählende Handlung (die dem Publikum kurz vor Ende des Films eine neue Sichtweise auf das bisher Geschehene anbietet) verliert sich in bizarren Zeitsprüngen und endlosen Plot Twists, was einerseits zwar auf die ironische Distanz hinweist, mit der de Palma seiner Geschichte und den Charakteren begegnet, andererseits aber zu einer bruchstückhaften Dramaturgie führt, in welcher sich der Regisseur ohne roten Faden lediglich von einer brillant inszenierten Szene zur nächsten hangelt.
Ferner bleiben die Versuche, den Figuren Profil zu verleihen, zu oberflächlich und stereotyp, was ganz einfach daran liegt, das für de Palma das Kino hauptsächlich aus dem Visuellen besteht und "Femme Fatale" demgemäss mit sehr wenig Dialog auskommt. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, aber wenn die knappen Zeilen dann stellenweise Gefahr laufen, in der Drittklassigkeit zu versanden (man achte auf die Szene, in der ein eifersüchtiger Banderas nach einem wenig sinnstiftenden Soft Core-Strip von Romijn-Stamos einen sie umgarnenden Rocker vermöbelt), führt dies schlichtweg dazu, dass der Film niemals den analytischen Verve seiner Vorbilder erreicht.
Zwar muss man den Film Noir, wenn man ihn aus der Vergangenheit in die Gegenwart transferieren will, auch im Hinblick auf seine Protagonisten ironisch überhöhen (gleiches taten die Coen-Brüder mit "The man who wasn´t there" aus dem Jahre 2001), ein Deut mehr an inhaltlicher Bodenständigkeit und informativen Hintergrund hätte es jedoch schon sein dürfen, um die Charaktere mangels individueller Tiefe nicht haarscharf am Reißbrettentwurf vorbeischrammen zu lassen.

Dem ungeachtet ist der abseits von Hollywood produzierte "Femme Fatale" das Werk eines visionären Regisseurs, dem in technischer Hinsicht nur wenige aus dem aktuellen Filmgeschäft das Wasser reichen können. Und aufgrund seiner überzeugenden Optik und den liebevoll verwobenen Querverweisen zählt dieser Film über Filme mit Sicherheit zu den interessantesten Erscheinungen des noch jungen Kinojahres.
Allerdings sollte sich de Palma beim nächsten Mal dazu durchringen, das Drehbuchschreiben in andere Hände zu legen, um alsdann sein visuelles Talent mit einer emotional involvierenden Geschichte zu verbinden. Dass er dazu in der Lage ist, hat er bereits mehr als einmal bewiesen.

B. Hachmann

 


Name: Cobra
Email: cobra-pc@gmx.de
Bewertung:       (2 von 10 Digital Eyes)

28.03.03

Ein Erotik-Thriller... als ich das hörte wollte ich meine Sneak-Karte schon umtauschen (wurde vor Filmbeginn informiert! *g*), da wurden nämlich sofort Erinnerungen an "Killing Me Softly" wach!

Und in der Tat war "Femme Fatale" nicht viel besser als dieser Film, beide haben mehr durch Langeweile als durch eine interessante Handlung geglänzt! Tja, überraschende Wendungen und ein ziemlich cooles Ende hat "Femme Fatale" durchaus zu bieten, doch der ätzende Stil den De Palma in seinem Film benutzt macht alle guten Ansätze zunichte...

Es geht um Manipulation, Identität und Voyeurismus - doch statt die erotischen Szenen "heiß" zu finden kam eher Langeweile auf, statt die Handlung als spannend zu empfinden hab ich zig mal auf die Uhr gesehen vor Langeweile, statt mich an den überraschenden Wendungen zu erfreuen hat mich der Film einfach - ich weiß nicht ob ich es bereits erwähnte - GELAAAANGWEILT!

Daß "Femme Fatale" in den USA nicht sonderlich erfolgreich war wundert mich kein bißchen, wenn ich an "Mission Impossible" oder "Mission to Mars" denke (find' ich beide ziemlich gut!) frage ich mich wie Brian De Palma so einen Schund wie "Femme Fatale" fabrizieren konnte!?

Egal, ich möchte noch kurz die großzügigen "2 Augen" erklären:
Die hat der Film nur wegen dem wirklich originellen Ende und ein paar netten Szenen zwischendurch bekommen, bestimmt nicht aufgrund besonders toller schauspielerischer Leistungen oder so - die Darsteller sind nämlich durch die Bank weg eher mittelmäßig... sorry Herr Banderas...

Fazit:
Bloß kein Geld ausgeben für diesen Schrott-Film, er ist es wirklich nicht wert!

Tschaui mit aui!
Thommy

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"Mein Ziel war es, die Spannung aufzubauen und die Story so zu erzählen daß das Publikum nie vorhersehen kann was als nächstes passiert!"
(Brian De Palma)



Name: Thomas Reuthebuch
Email: reuthebuch@t-onlinde.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Das war zu befürchten. Reaktionen wie die von "Tschaui mit aui" Thommy. Lasst euch davon nicht abschrecken. "Femme Fatale" ist für mich persönlich nicht mehr und nicht weniger als ein Meisterwerk. Ein Film der , wie B.Hachmann in seiner Kritik vollkommen zu Recht argumentiert, seine Stärken im visuellen Bereich hat, dessen Figuren, und da möchte ich dem Rezensenten widersprechen, gerade durch die Verweigerung oft krampfhaft aufoktruierter motivationspsychologisierungen, wie man das bis zum Abwinken aus dem Mainstream Hollywood Kino kennt, ihren Reiz beziehen. Diese Entscheidung befreit nicht nur die Figuren, sondern schafft, und auch da ist DePalma mutiger und konsequenter als die meisten, die Voraussetzung für eine Verlagerung. Der Thrillerplot spielt bei DePalma nur noch als Zitat eine Rolle. Bereits in der ersten Einstellung des Films wird der Zuschauer quasi an die Hand genommen und auf kommendes vorbereitet. Umso unverständlicher ist mir die Kritik am Plot, die sich durch viele Rezensionen zieht. Das spannende an Femme Fatale ist die radikalität (was die Haltung anbetrifft) und die künstlerische Geschlossenheit, mit der dieser Ansatz schritt für Schritt in die Tat umgesetzt wird. Aus dem fragmentarischen wächst etwas großes, atemberaubendes, dem schwer beizukommen ist, schon gar nicht mit filmtheoretischem Handwerkszeug. Mit dem filmritischen Pathos mit dem man Film Noir noch 50 Jahre später mit ein paar Hollywoodfilmen verbindet, hab ich schon länger meine Probleme. Noir bezeichnet doch spätestens seit der Nouvelle Vague oder dem New American Cinema die Abweichung vom klassischen Erzählkino, eben nicht nur in formalästhetischer Hinsicht. Letztlich bin ich da von B.Hachmann ja gar nicht so weit entfernt, das "zwar" stört mich dann aber doch ;-)

Das musste ich jetzt mal loswerden, schließlich passiert es mir (leider) nicht allzuoft, dass ich mein Herz an einen Film verliere.

liebe Grüße

tom



Name: nils
Email: wesni@web.de
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

mann, der perfekten rezension von herrn bachmann kann ich mich nur anschliessen...
P.S.: @Thommy bla bla bla, wer die szenen mit einer strippenden Rebecca Romjin-Stamos nicht HEISS findet, muss seinen schwanz bei irgendeinem unfall oder so mal verloren haben!!!



Name: Cobra
Email: cobra-pc@gmx.de
Bewertung: -

@Namensvetter Thomas:
Ist doch schön wenn hier verschiedene Meinungen zu dem Film zusammengetragen werden und ich möchte sicherlich niemanden "abschrecken", sondern teile Euch nur meine persönliche Meinung zu "Femme Fatale" mit! Soll sich jeder ein eigenes Bild machen und ob dies positiv oder negativ ausfällt spielt letztlich doch keine Rolle - denn: Geschmäcker sind verschieden! :-)

@Nils:
Danke, aber mit meiner Männlichkeit ist noch alles in Ordnung! ^^ Es gibt natürlich Menschen die so schwanzgesteuert sind daß jede Stripszene sie aufgeilt und einen miesen Film gut erscheinen läßt - doch dazu zähle ich ganz sicher nicht, ich denke immer noch mit dem Kopf und nicht mit der Hose... *fg*

MfG
Thommy



Name: Van helsing
Email: Van helsing
Bewertung:             (5 von 10 Digital Eyes)

Zwar teils ziehmlich erotischer und spannender Film,doch irgendwann bleibt der Film auf der Strecke und die logik geht verloren. Antonio Banderas ist zwar als Hauptdarsteller aufgelister jedoch finde ich dass er ziehmlich blass wirkt und eher die Nebenrolle spielt. Rebecca ist ziehmlich sexy jedoch wird man das gefühl nicht los dass sie am Ende den Tod oder den Knast verdient (eher den Knast).



Name: Van helsing
Email: Van helsing
Bewertung:             (5 von 10 Digital Eyes)

Zwar teils ziehmlich erotischer und spannender Film,doch irgendwann bleibt der Film auf der Strecke und die logik geht verloren. Antonio Banderas ist zwar als Hauptdarsteller aufgelister jedoch finde ich dass er ziehmlich blass wirkt und eher die Nebenrolle spielt. Rebecca ist ziehmlich sexy jedoch wird man das gefühl nicht los dass sie am Ende den Tod oder den Knast verdient (eher den Knast).



Name: KritikerPapst
Email: kritiker@papst.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

ein wunderschöner Film - kann mich Thomas Meinung nur anschließen.



Name: Sta2think
Email: nospam@nospam.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

guter Film, der die schräge Handlung durch Stilisierung irgendwie goutierbar macht. die Stripszene fand ich glaube ich auch nicht erotisch, aber sowas ist bei dem Film egal, weil es genug andere stilistische Feinheiten nebenbei gibt.



Name: Kander
Email: ah-kander@gmx.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Super Film !!!



Name: marga
Email: marga7@web.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

absolute schrott, ohne sinn!



Name: Markus
Email: Blackskorpion03@web.de
Bewertung:       (2 von 10 Digital Eyes)

Diesen Film habe ich nicht verstanden! Nackte Haut macht keinen guten Thriller. Eindeutig zu lange langweilige Szenen die mit einem Thriller nichts zu tun haben. Sexistisch! Eine Handlung war erst nach 45min zu erkennen, versank aber wieder im Sexismus. Was für ein Glück das diese Schlampe am Ende doch noch paar auf die Fresse bekommt!
In der TV Today mit drei Punkten ausgezeichnet, von mir null!



Name: cateye
Email: xxx
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Genialer Film mit abgedrehter Story und genialen Hauptdarstellern.