The Company - Das Ensemble

dokudrama, usa 2004
original
the company
regie
robert altman
drehbuch
barbara turner
cast:

neve campbell,
malcolm mcdowell,
james franco,
barbara robertson, u.a.

spielzeit
112 min.
kinostart
20.05.2004
homepage
http://www.concorde-film.de
bewertung

(4/10 augen)




 

 

 

 


 

Dass Genie und Scheitern manchmal sehr eng beieinander liegen können, demonstriert niemand mit so trauriger Regelmäßigkeit wie Robert Altman. Als eine der großen amerikanischen Regie-Ikonen der 70er Jahre lieferte Altman mit "MASH" und "Nashville" zwei der besten Filme des Jahrzehnts ab, verschwand mit Einsetzen des Kommerzkinos von der Bildfläche und feierte 1992 dann eine gloriose Wiederauferstehung mit "The Player". Seitdem produziert Altman allerdings ähnlich viel Spreu wie Weizen: Auf der einen Seite Triumphe wie der mustergültig strukturierte Episodenfilm "Short Cuts" oder das vielschichtige Gesellschafts-Portrait "Gosford Park", auf der anderen Ausrutscher wie die verunglückte Mode-Satire "Pret á Porter" oder der konfus nichtssagende "Dr. T & the Women". Und auch der neueste Streich des Altmeisters reiht sich in die Gruppe der Enttäuschungen ein: Was ein realgetreues Portrait des Betriebes einer führenden Ballett-Truppe werden sollte, versumpft leider von Beginn an in Irrelevanz.

Das hat vor allem den Grund, dass Altman hier seine Markenzeichen-Technik mit nur sehr mäßigem Erfolg einsetzt: Eine Kamera, die Szenen wie ein zufällig vorbeigehender Beobachter einfängt, und sich stetig überlappende Dialoge mimen dokumentarischen Charakter und vermitteln ein Gefühl von Wahrhaftigkeit, als wäre man tatsächlich live dabei. Da durch die authentische Gleichzeitigkeit oftmals verschiedene Subplots in derselben Szene neben- oder hintereinander weiterlaufen, muss man als Zuschauer höllisch aufpassen - aber wenn's gelingt, wie in Altmans unbestrittenem Meisterwerk "Nashville" oder jüngst in "Gosford Park", wartet als Belohnung ein außergewöhnliches Stück Filmkunst.
Doch während sich in besagten Fällen aus dem Wirrwarr aus Personen und Gesprächen langsam ein kongenial konstruierter Plot herausschälte, bleibt "The Company" nicht viel mehr als loses Stückwerk, das die meiste Zeit kaum besser aussieht als eine konzeptlos zusammengeschnittene Doku über das Innenleben des Chicago Joffrey Ballet. Diese berühmte Truppe steht im Zentrum von "The Company", der auf einer Idee von Hauptdarstellerin Neve Campbell ("Scream") beruht, als Heranwachsende selbst ein großes Ballett-Talent, das hier jetzt eigene Erfahrungen verarbeitet. Als Ballerina Ry hält Campbell hier mehr schlecht als recht die verschiedenen Handlungsstränge zusammen, die jedoch allesamt zu substanzlos daherkommen, um irgendeine Form von organischem Ganzen zu ergeben. Ohne klare Linie oder erkennbares Konzept fängt der Film mal hier, mal da ein paar Impressionen aus dem Tanz-Alltag ein, dokumentiert brav das anstrengende Training, die Verletzungsgefahr, den Konkurrenzdruck und all die anderen Kleinigkeiten, die das harte Dasein eines professionellen Tänzers ausmachen. Company-Chef Alberto Antonelli (Malcolm McDowell) huscht immer mal wieder durchs Bild, wechselt fließend zwischen verständnisvollem Truppen-Papi und herrisch kommandierendem Ekel, und hat bei der verbalen Vermittlung seiner künstlerischen Visionen ähnlich viel Erfolg wie der neu engagierte Star-Choreograph - nämlich gar keinen. Verständnislos reagieren die meisten Tänzer auf das abgehobene Geschwafel ihrer Regisseure, und man kommt nicht drum herum, als Zuschauer eine ähnliche Einstellung zu Altmans Bemühungen zu entwickeln: So sehr man sich auch bemüht bei der Suche nach einer substantiellen Aussage, sie lässt sich einfach nicht finden.
So wundert man sich dann irgendwann, ob Neve Campbells Idee für diesen Film eigentlich jemals so etwas wie eine richtige Story besaß, denn auch die Erlebnisse von Ry entbehren größtenteils einem dramatischen Bogen. Mehr so nebenbei (wie eigentlich alles in diesem Film) steigt sie von einer Prestige-trächtigen Rolle zur nächsten auf und tanzt bei der abschließenden Premiere auch den wichtigsten Part, der Film versucht allerdings nicht mal, diesen Aufstieg irgendwie zu dramatisieren und für einen Spannungsbogen zu nutzen. Dass man hier quasi dokumentarisch arbeiten wollte ist offensichtlich, was jedoch an Plot übrig bleibt, wäre selbst bei einer wirklichen Dokumentation über ein Jahr am Joffrey Ballet gehaltvoller ausgefallen. Noch schlimmer: Manche Nebenfiguren birgen das Versprechen wirklich interessanter Geschichten, werden aber nach zwei drei Szenen achtlos in der Ecke stehen gelassen. So verpufft die Wirkung der wenigen Konfliktszenen wegen der mangelnden Bindung zu den Figuren: Ab einem gewissen Punkt interessiert schlichtweg nicht mehr, was passiert, weil man keine realistische Chance bekommen hat, die Akteure richtig kennen zulernen.
Einzig positiv zu vermerken bei all diesen losen Impressionen aus dem Tänzer-Leben sind einige Aspekte, die glatt poliertere Ballett-Filme wie "Center Stage" gerne aussparen, zum Beispiel dass viele dieser professionellen Tänzer von ihrem Job nicht richtig leben können. Ry arbeitet nachts als Kellnerin in einer Disco, um die Miete für ihre Wohnung aufbringen zu können, andere Tänzer campieren gleich im halben Dutzend auf dem Fußboden einer gemeinsamen Bleibe, weil's für mehr nicht reicht. Bei jedem Sprung droht eine karrieregefährdende Verletzung, und spätestens mit 30 ist man so gut wie weg vom Fenster.

Ein weiterer Grund, warum "The Company" plotmäßig nie in Schwung kommt, ist die extensive Berücksichtigung von Ballett-Performances, die fast die Hälfte der gesamten Spielzeit ausmachen. Stoßen sie in ihrer Länge zunächst etwas unangenehm auf, eben weil sie vermeintlich der Grund sind, warum die Handlung sich kaum vorwärts bewegt, wandeln sie sich bis zum Ende zur tatsächlichen Existenzberechtigung von "The Company", denn im Gegensatz zum Rest des Films können diese Vorstellungen für sich genommen enorm begeistern: Wundervoll choreographierte und ausgeführte Tanznummern erwarten den Zuschauer, und durch ihre Anzahl und Länge können sie zumindest zeitweise für Begeisterung im Kinosaal sorgen. Sinn und Zweck eines Films über eine Ballett-Truppe kann aber nicht allein die Inszenierung von Tanznummern sein, denn dafür geht man schließlich ins richtige Ballett, nicht ins Kino. Das ist jedoch alles, was bei "The Company" an Bemerkenswertem übrig bleibt. Der Rest scheint noch inhaltsleerer, als er ohnehin schon ist. Gerade bei jemandem, der über so viel geballte Handlungsvermittlungskompetenz verfügt wie Robert Altman, ist das ein bisschen sehr wenig.

F.-M. Helmke

 



Name: E. Lobeck
Email: lobi@gmx.ch
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Ich kann leider nicht auf eine grosse Erfahrung mit Robert-Altman-Filmen zurückschauen und zähle es auch nicht zu meinen Fähigkeiten eine gute, auf Beispielen abestützte Kritik zu schreiben, doch kann ich die Kritik von F.-M. Helmke nicht gut heissen.
Exakt diese Punkte, wie z.B. oberflächliches Vorstellen von Charakteren, Schwerpunkt auf den Aufführungen (das wirkliche Leben ist für eine Tänzerin oder einen Tänzer oft zweitrangig!) und nicht-dramatisieren von Schicksalen machen diesen Film zu einem autentischen Abbild der Tanzwelt.
Dieser Film muss von einem andern Standpunkt betrachtet werden. Es ist tatsächlich kein wirklicher Handlungsstrang erkennbar - es sind vielmehr zahlreiche Impressionen, die zu einem Gesamteindruck verwachsen.
So kann ich diesen Film allen empfehlen, die einen realen, ungeschminkten Eindruck, der manchmal überirdisch erscheinenden Tanzwelt gewinnen möchten.




Name: Kai
Email: kai@kinokai.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

ich kann der Kritik von F.-M. Helmke leider nur zustimmen. Bei "the Company" wechseln sich durchaus gelungene Tanzszenen mit belanglosen Nichtigkeiten, die wohl eine Story repräsentieren sollen, ab.
Auch wenn ich kein Ballet-Fan bin, so bin ich doch durchaus ein Liebhaber klassischer (auch moderner) Musik und so können immerhin die Ballet-Szenen überzeugen, doch ansonsten war der Film das reinste Grauen - die meisten Dokumentationen bieten einen besseren Spannungsbogen...
http://www.kinokai.de/the_company.150.8639.php



Name: befelein
Email: befelein@aol.com
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

ich bin von diesem film absolut begeistert. ich tanze selber balett und freue mich mal wieder einen tanzfilm im kino zu sehen,der viel wert auf die tänzerischen darbietungen legt.natürlich ist dieser film kein blockbuster wie andere filme ,die gleichzeitig im kino laufen,doch kann er mit seiner realitätsbezogenen handlung genau die seiten zu beleuchten,die viele nicht von der welt des klassischen tanzes kennen: die absolut unnatürliche art seinen körper zu nutzen.



Name: Undine
Email: Uni_dance4purplerain@yahoo.de
Bewertung:               (6 von 10 Digital Eyes)

Es ist natürlich kein überdurchschnittlich guter Film... Aber wenn er was vermitteln kann, dann ein ganzes Stück Realität. Ich bin selber Tänzerin und habe viele Szenen vorher im wirklichen Leben schon gesehen. Die "Weihnachtssatiere" fand ich zum totlachen und auch der Ballettmeister "Mr.A" ist gut dargestellt. Irgendwie sind Tänzer halt doch komische Freaks, aber in "The Company" sind es immer noch Menschen und keine arroganten Zicken und dumme Jungs wie in "Center Stage"... denn schlecht, war doch dieser Film (genau wie die unrealistischen "Save the last dance" und "Honey")



Name: jassy
Email: jb_ballett@yahoo.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Ich gebe es ja offen und ehrlich zu.
ICH HABE NOCH NIE EINE KRITIK GESCHRIEBEN!!
So nach diesem Geständnis geht es mir besser!
Ich bin Jassy und komme aus Österreich. Doch ist der Film bei uns noch nicht in den Kinos angelaufen und ich befürchte leider auch das er das nie wird!
Doch habe ich den Film schon vor einiger Zeit gesehen. Als ich in NY war sah ich in den Kinos "The Company" aufgeschlagen und mußte natürlich sofort den Film sehen.
Als zum ersten ich habe Ihn noch nicht in Deutsch gesehen.
Ich habe in den Jahren schon viele "schlechte" oder "misserable" Tanzfilme gesehen. Doch schlecht waren diese nur in der Hinsicht das Sie das wahre Leben eines oder einer Tänzer(in) zeigte. Natürlcih versuch jeder sein bestes und diese Filme wurden ja auch alle mehr oder weniger ein Erfolg doch so recht "kaufte" es den "Filmemachern" kein(e) Tänzer(in) ab. Kein Wunder es ist auch nicht einfach das wahre Leben in einer Company zu zeigen. Das es genauso hart arbeitende Menschen sind wie jeder andere auch und das mit allem was Sie machen viel Schweiß und Blut zusammen hängt sehen leider auch nur wenige. Gepuscht durch Lehrer um besser und besser zu werden.
Ich weiß wofon ich reden ich tanze seit 15 Jahren wie ich es gerne behaupte quer Beet.
Doch in all den Jahren hat es bis auf Robert Altman noch keiner geschafft das wahre Leben solcher Menschen so gut darzu stellen. Wie auch, solch ein "grand jetè" schafft auch nur dieser Mann!!
Ohh man ich schreibe zu viel.
Was ich sagen will ist nur das es ein sehr sehenswerter Film ist bei dem man sich in eine Company einfühlen kann.




Name: Stefan Steffens
Email: st.staudacher@web.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Kann mir einer namen von weiteren ballett filmen sagen ?
Habe nähmlich ne freundin der ich gerne einen schenken würde.
Centerstage und The company hat se schon.
Wenns geht was mit lovestory aber immer noch viel sachlich richtigem ballett.
Danke mailt an st.staudacher@web.de



Name: Meisterkritiker
Email: Meister@kritik.net
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Voll der Rotz!

Wer solche Filme mag muss wirklich seeeehr krank sein...



Name: taschi
Email: taschi018@web.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

hi ich heiße taschi! ich lade mir gerade diesen film runter und habe das es gut ist. da ich sehr gerne ballett filme gucke, hoffe ich das ich noch einiges aus diesen fil lernen kann. da ich auch selber ballett tanze . bye taschi