Amores Perros

episoden-drama, mex 2000
original
amores perros
regie
alejandro gonzales inárritu
drehbuch
guillermo arriaga
cast:

emilio echevarria,
gael garcia bernal,
goya toledo,
vanessa bauche, u.a.

spielzeit
153 min.
kinostart
15.11.2001
homepage
http://www.amoresperros.com
bewertung

(9/10 augen)




 

 

 

 


 

 

"Das Leben ist ein Hund" sangen die deutschen Punk-Helden Wizo einst einmal. Mit "Amores Perros" kommt jetzt sozusagen der Film zu dieser Weisheit. Wörtlich übersetzt bedeutet der Titel "Liebe eines Hundes", was sinngemäß allerdings so zu verstehen ist wie der deutsche Ausdruck "Hundstage". Daher ist der amerikanische Titel "Love's a bitch" eigentlich ziemlich nah dran an der Zweideutigkeit des Originals (da "bitch" unter anderem auch einen weiblichen Hund bezeichnet).
"Amores Perros", Anfang des Jahres für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert (und natürlich chancenlos gegen den Hype um "Tiger & Dragon") erzählt drei Geschichten im Großstadtdschungel von Mexico City, verbunden einzig durch ein einzelnes Ereignis (das in der Chronologie der Episoden an verschiedenen Stellen steht) und den gemeinsamen Motiven Liebe und Hunde.

Am Anfang steht Octavio, ein junger Bursche aus den mittellosen Arbeiterkreisen. Er ist verliebt in Susana, die Frau seines gewalttätigen und kriminellen Bruders, der diese geheiratet hat, nachdem sie schwanger wurde. Durch einen dummen Zufall entdeckt Octavio das Kampfhund-Talent seines treuen Vierbeiners und rutscht so in die illegale Szene dieser Wettkämpfe hinein. Seine Hoffnung: Genug Geld zu machen, um mit Susana zusammen abzuhauen. Doch diesem Plan stehen nicht nur Octavios Bruder und die anderen kriminellen Hundebesitzer im Wege, sondern auch die zögerliche Susana selbst und schließlich ein folgenschwerer Autounfall.
In diesem Autounfall verletzt wird das Topmodel Valeria, die gerade in ihre neue, von ihrem Liebhaber Daniel (der für sie seine Frau und zwei Kinder verlassen hat) bezahlte Wohnung eingezogen ist. Ihre schöne glückliche Welt wird durch die starken Verletzungen Valerias (ihr rechtes Bein besteht nach dem Unfall fast nur noch aus Schrauben) schwer erschüttert, und die Festigkeit ihrer Liebe auf eine noch härtere Probe gestellt, als Valerias kleiner Hund Richie in einem Loch im Parkett verschwindet und nicht wieder herauskommt. Das immer wieder durch den Fußboden zu hörende Wimmern des Hundes sorgt für Anspannungen, die nicht nur zu einer schleichenden Zerstörung der Parkettleisten führen.
Ebenfalls am Ort des besagten Unfalls befindet sich El Chivo. Vor vielen Jahren verließ er seine Familie, um als Guerilla zu kämpfen. Nach zwanzig Jahren im Knast lebt er nun langhaarig, verwahrlost und mit einem Rudel Hunde auf der Straße, von eben dem Polizisten, der ihn einstmals geschnappt hat, mit einer schlichten Bleibe und gelegentlichen Jobs als Auftragskiller versorgt. Heimlich beobachtet er seine erwachsene Tochter, die ihn für tot hält. Erst ein tragisches Ereignis gibt ihm die Kraft und Perspektive, um nicht nur seinem Leben eine neue Wendung zu geben.

So unterschiedlich wie die soziale Identität ihrer Hauptcharaktere, so unterschiedlich ist auch die Erzählweise und Funktion der drei Geschichten in "Amores Perros". Die erste Episode um Octavio und Susana packt den Zuschauer mit einer schnellen, beweglichen Kamera und einem harten Realismus á la Martin Scorsese. Die High Society-Mitglieder Daniel und Valeria befinden sich nicht nur in einer anderen Umgebung, ihr Plot ist auch weitaus schwieriger zugänglich. Wie eine komplexe Kurzgeschichte (der Drehbuchautor schreibt für gewöhnlich Romane) arbeitet diese Episode weniger mit narrativen Mitteln als mit Eindrücken, Stimmungen und Symbolen, so dass dem Zuschauer eine Menge mehr Eigenarbeit zugemutet wird als bei der gewöhnlichen Kinoware. Entsprechend bleibt das Ende hier auch ungewohnt offen. Mit dem am Boden der sozialen Nahrungskette lebenden El Chivo verhält es sich wiederum anders: seine Geschichte ist eher eine moralische Reise, die Rückkehr einer Person zu Glück und Werten die beides schon lange verloren geglaubt hat.
Gemeinsam haben die drei neben der enormen Bedeutung von Hunden die Nähe zu den Figuren: Ähnlich wie die "Dogma"-Filmer arbeitete Regisseur Inárritu konsequent mit der Handkamera und lässt in zahlreichen Nahaufnahmen nicht eine Regung im Gesicht seiner Akteure unbeobachtet. Eine Herausforderung, die die ausnahmslos fabelhaften Darsteller bravourös zu meistern wissen, und die sich als ungemein wertvoll für einen Film erweist, der den Mut aufbringt, möglichst wenig durch den Dialog zu erklären.
Was "Amores Perros" zu einem solch außergewöhnlichen und vielversprechenden Debütfilm macht ist indes nicht nur die enorm kraftvolle und einfallsreiche Bildersprache Inárritus irgendwo zwischen Scorsese, Tarantino, Bunuel und Rodriguez. Denn der Film entwickelt weit mehr als ein Portrait der kontrastreichen Seiten des Lebens in Mexikos Metropole. Leise wachsen größere Zusammenhänge und Statements aus der gefühlvollen und vorsichtigen Konstruktion des Films, der so schließlich berechtigte Erinnerungen an P.T. Andersons Meisterwerk "Magnolia" hervorruft. Symptomatisch: das zentrale Zitat "Wenn du Gott zum lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Zukunftsplänen", sehr nah an der Botschaft Andersons.

Trotz seiner Länge langweilt "Amores Perros" nicht für eine Sekunde und bringt das erstaunliche Kunststück fertig, drei sehr verschiedene Geschichten zu erzählen und trotzdem eine gemeinsame Linie zu entwickeln. So ist er nicht nur das aufregende Debüt eines innovativen und immens talentierten jungen Filmemachers, von dem wir hoffentlich noch mehr sehen werden, sondern auch eine willkommene Abwechslung von der Einheitsware, die sich zusehends in unseren Kinos breit macht. Nicht häufig hat man die Chance einen Film zu sehen, der gleichzeitig eine selten gewordene kinetische Frische ausstrahlt und den Zuschauer zum Denken anregt.

F.-M. Helmke

 


 

Name: Create8
Email: Create8@Surfeu.ch
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Ich kann F.-M. Helmke nur beipflichten. Es ist wirklich ein gelungener Film. Und es wird wieder einmal gezeigt, dass es nicht Hollywood und schon gar keine bekannten Schauspieler braucht um einen guten Film zu machen.

Create8

"The time for action is now. It's never too late to do something."



Name: sara
Email: god17@postmanpat.org.uk
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Anschauen, jedes weitere Wort würde dem Gefühl, welches der Film hinterlässt, nicht gerecht werden.



Name: Ohr
Email: ohr666@gmx.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

18.07.02
hab den film gerade auf dvd gesehen.
kann ich absolut empfehlen. short cuts!
endlich mal wieder etwas mit tiefgang.

have a nice day!



Name: R Thieme
Email: r.thieme@uni.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

habe den Film in original auf spanisch gesehen. Er ist der genialste spanische Film, den ich je gesehen habe. Die Übertragung des "Hundelebens" auf die sozial schwächere Klasse in einer solchen Großstadt kann man nicht besser machen!!!!!



Name: sandra
Email: sweetsanny@seznam.cz
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

When I`ve seen "it" I though "have to go to Mexico and find Emilio Echevaria, to tell him that there should be more actors as he`s" And all about it..It`s about reall street life, that a lot of us can not even imagine it ..GREAT!!!



Name: Zid_Burn
Email: danto@dantopolis.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ich hab mir diesen Film schon vor langer Zeit als DVD gekauft,
in meinen Augen einer der besten Filme die es gibt,
kann ich nur weiterempfehlen



Name: Ana
Email: Ana1622@hotmail.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

La pelicula es realmente fascinante, muestra el lenguaje y algunos aspectos reales de la vida cotidiana en México D.F. . Lo mejor es que la vean en su idioma original, vale la pena. (como mexicana, me permito recomendarselas)



Name: Benkinobi
Email: -
Bewertung: -

In letzter Zeit werden die kritischen Stimmen vieler Websitebesucher immer größer was die Bewertungen der Filme angeht.Natürlich sind die Rezensionen immer subjektiv.Bei diesem Film haben mir wie so oft die Meinungen der Leser weiter geholfen,denn Ihr habt mich wirklich heiß auf diesen Film gemacht.DANKE!Vielleicht kann ich Euch ja auch einmal so heiß auf einen Film machen.



Name: zey
Email: wildthing-zey@gmx.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

eindeutig ein film der das wahre leben zeigt.sollte man, wenn man kann auf spanisch sehen-lohnt sich!!!



Name: treppenknabe
Email: mhc@bluemail.ch
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Der Film ist besser als die geilste Frau auf Erde.



Name: mediopath
Email: mail@formform.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

MEINE meinung:

1. EHRLICHES "draufhalten" auf EINE gegenwart
2. spannend- thematisch interessante zusammenhänge
3. gelungene deutsch-synchronisation (sprache und o-ton)
4. eindeutige, in den lauf der bilder eingebaute bildsprache
5. stärkste szenen: autocrash aus je drei unterschiedlichen inhaltlichen und optischen perspektiven
6. echtheit, durch den verzicht auf aufgesetzte gags
7. interessante farbgebung
...und SO viel mehr...

trotz der themen hab ich mich nach diesem film lebendiger gefühlt als vorher...oder gerade wegen der themen. dieser film ist LEBEN.



Name: mediopath
Email: mail@formform.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

yeps!!!



Name: Florian
Email: djclassen@web.de
Bewertung:               (6 von 10 Digital Eyes)

Er ist gut gedreht und sehr realitätsnah doch er ist schwer zu verstehen...



Name: filmfreak
Email: non
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ein Filmjuwel!



Name: Casperli
Email: kaspar_fenkart@gmx.ch
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Hammer!!!!! Unglaublich, der Film kommt Garantiert in meine persönliche Top3!! Das beste was ich seit Ewigkeiten auf die Pupillee bekommen habe!!



Name: alex
Email: -
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Sehr genialer Film, kann ich nur empfehlen



Name: Stephanie
Email: stephanie_deimel@hotmail.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

genialer Film, vielseitig und einfach chevere



Name: Brigante
Email: Briga@arcor.de
Bewertung:               (6 von 10 Digital Eyes)

Also,mich hat der Film nicht so gefesselt,wie manch andere hier drin,ich fand ihn eher langweilig,und es liegt nicht daran das jetzt viele denken,ich hätte den Film nicht verstanden,nein,verstanden habe ich ihn sehr wohl,ich fand ihne einfach nur sinnlos.

6 Augen dafür das ordentlich gedreht worden ist und auch die Schauspielerischen Leistung gut war.
Handlung war ja keine da



Name: flamencochill
Email: s1010348@stud.uni-frankfurt.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

sehr guter film, nur die Passage mit der Frau, die beim Unfall verletzt wurde, zieht ihn leider sehr in die Länge. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich diese Schauspielerin noch nie mochte. : )
deshalb 8 Augen!



Name: Sta2think
Email: neeeee
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Sehr guter Film, wirft viele Fragen auf, mit authentischen Charakteren, und überraschenden, aber folgerichtigen Wendungen.

Liebe.

Eskalation.

Moral.



Name: andreas
Email: angeloateo666@hotmail.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

den Film hab mir sehr gefallen, Der zeigt das wahre Leben in Mexico sowie in latinamerika, bin südamerikaner und diser Film war einfach genial ""de la puta madre, chingada de pendejos"""".
andreas.



Name: Lobo, der einsame Jäger
Email: lobo@gmx.net
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Der absolute Wahnsinn! Schon als ich den Trailer mit der Musik von Control Machete sah, wuste ich: Das wird ein All-Time-Favorite! Und Gael Garcia Bernal: Ein Götter-Schauspieler!
In meinen DVD-Plaver lasse ich nur Mehr die Filme von Innáritu.



Name: HS
Email: hubert.santo@web.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Unglaublich, genial real!
Pulp Fiction ohne fiction



Name: Fler
Email: 212
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Es ist ein Film der zum mitstanen ist zumals bei den Kämpfe



Name: S.
Email: och nö...
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ein fulminantes Kinoerlebnis mit unglaublichem Tiefgang. Großartig!



Name: barca
Email: mbarca@web.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

beruhigend zu sehen,dass es unbekannte regisseure mit no-name schauspielern immer wieder schaffen, solche aussergewöhnliche filme zu produzieren.ein gelungener beitrag der zeigt,dass es immer etwas besseres wie den allseits beherrschenden hollywood-schrott zu sehen gibt.



Name: Paula
Email: nein
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

eigentlich ein derber film, aber irgendwie ist in einem bild immer zuviel...wenn ihr versteht was ich meine...der aufbau des filmes ist beeindruckend...aber ich würde nicht sagen no-name-schauspieler gael garcias bernal ist nicht gerade unbekannt...naja es lohnt sich den film zu gucken.



Name: Philipp
Email: Unwichtig
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Die charaktere in der ersten und dritten Geschichte sind faszienierend. Macht wirklich Spass zu gucken,vor allem auch wie die Mexikaner sprechen. Also,wenn es zu dem film eine deutsche Synchronisation gibt,dann glaube ich nie im Leben,dass der auch nur ansatzweise die Originalsätze nachahmen kann. Zu genial sind die Sprüche. Dem Film geb ich 9 Sterne,weil mir eben die zweite Story nicht sonderlich gefallen hat,wie die Geschichten davor und danach...!



Name: subs
Email: sub@blub.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ich finde es echt erstauinlich, mit was für Augen manche Leute sich Filme anschauen.
@ Brigante: Hast du dein Gehirn an der Kinokasse abgegeben oder wie kannst du Amores Perros als "sinnlosen" Film bezeichnen, der "keine Handlung" hat?
Gleichwohl frage ich mich, was du unter einem "sinnvollen" Film verstehst...

Achja, dieser Film ist in allen Belangen nahezu perfekt: Er ist spannend, nachvollziehbar und nicht vorhersehbar! Mehr Ansprüche an ein Drama habe ich nicht und insofern hat er seinen "Sinn erfüllt.



Name: Mr. Belanglos
Email: alP@cinofan.de
Bewertung:           (4 von 10 Digital Eyes)

Nach dem ganzen Positive-Kritiken-Overkill hier will ich mal meine zweifelhafte aber nicht zu unterschätzende Meinung sagen.
Inhaltlich ist der Film okay, die Idee der 3 Geschichten in einem ist höchst interessant. Der Film hat mich nicht zum Nachdenken, Weinen, Lachen oder Staunen gebracht. Sein wir doch mal ehrlich, jeder weiß, wie schlecht es den Leuten in diesen Gebieten in Mexiko geht. Der einzige Sinn ist, zu zeigen, wie arm diese Leute dort dran sind, ich habe wirklich versucht einen anderen Sinn zu sehen, aber ich fand keinen. In einem Satz: Der Film ist nicht so tiefgründig wie ihr denkt.
Ihr könnt euch vielleicht schon über diese Hälfte meiner Kritik beschweren, aber wartets ab. Es kommt noch dicker.

Die technische Seite des Films ist amateurhaft und schlichtweg überschätzt. Ich bin selbst Hobbyfilmer und kann das einigermaßen beurteilen.
- mich hat der furchtbar schlechte bis nicht vorhandene Einsatz der Musik gestört, gute Musik ist das A und O eines Films, auch wenn man das nur unbewusst bemerkt.DieLieder, die hier eingesetzt werden sind eine Frechheit und passen nicht zum Thema(da hätt ich mir orchestrale, monumentale, melancholische Musik gewünscht)
- die Kameraarbeit, die von vielen hier hochgelobt wird ist verwackelt, undurchschaubar. Als Stilmittel mangelhaft bis ungenügend. Mit Tarantino usw. hat das reichlich wenig zu tun. Die wissen, wie man mit der Kamera umgeht. Hier hätte ich mir bessere undprofessionellere Kamerafahrten gewünscht (siehe Brian DePalma).
Besonders bei der, nennen wir sie Actionsequenz, stört das und führt zu Úndurchschaubarkeit.
- die Action: Für ein Drama nicht wichtig aber es hätte die Langeweile während des Anschauens verringert. Denn an sich passiert da herzlich wenig. Wenn was passiert, dann wirkt das aufgesetzt und durch mangelnde Ton und Bildqualitäten billig. Man hätte sie entweder gleich weglassen können oder auch versuchen können sie einigermaßen interessant zu gestalten. Wer die Mad-Max-Filme oder die alten John-Woo-Filme kennt, weiß wie man ausgezeichnete Actionszenen mit Gefühlsmomenten kombiniert und somit ein Meisterwerk erschafft. Ein weiteres überragendes Beispiel wäre Scarface. Scarface hatte Al Pacino, der den Film im Alleingang trug und somit kommen wir zu
- den Schauspielern: Da gibts nichts zu bemängeln, auch wenn keiner sich zur möglichen Höchstform spielt. Im Vergleich zu anderen spanischen, mexikanischen Filmen "bewegen" sich die Schauspieler wenigstens mimisch usw.. Es gibt Filme da sitzen die kleinen (sorry!) Spanier einfach nur reglos da und sabbern ihren Text runter. Hier ist es deutlich besser.

Naja, wichtigeres habe ich zur zeit nicht zu sagen. Ich hoffe, dass ihr mich durchkonkrete" Beispiele vom Gegenteil überzeugt, aber ich find den Film schlecht. nicht meht nicht weniger. Schlecht trifft den Film am Besten.
Strengt euch an und verreist meine Kritik, aber denkt über das Geschriebene nach. Es ist MEINE Meinung!!



Name: Pia Ionescu
Email: pia_ionescu@hotmail.com
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Ich finde, dass "schlecht" überhaupt nicht auf den Film zutrifft.
Erstens zeigt der Film die Armut, in der die Menschen in Mexico leben und bricht mit dem klischeehaften Bild von tequilatrinkenden Sombreroträgern mit buschigen Schnurrbärten und bunten Ponchos, die vieleicht so mancher von Mexiko hat.
Es geht außerdem um viel mehr als diesen harten, hoffnungslosen Alltag in der mexikanischen Metropole, nämlich um Hoffnung, um Liebe und die Beziehung, die die einzelnen Figuren zu ihren Hunden haben aber das ist meines Erachtens sehr subtil dargestellt. Anscheinend bist du an Hollywoodkino gewöhnt und lange Kamerafahrten á la Brian de Palma und Steven Spielberg gewohnt. Amores Perros ist aber kein Hollywoodfilm, ich finde besonders den Einsatz der Handkamera sehr gut und anscheinend ist es ein ästhetisches Mittel, das in letzter Zeit oft eingesetzt wird (siehe Steven Soderberghs "Traffic", das ausschließlich von ihm selbst mit Handkamera gefilmt ist und meiner Meinung nach einfach grandiös ist). Es bringt den Zuschauer näher an die Figur ran. Vielleicht solltest du mal mehr europäische oder südamerikanische Filme schauen, oder ein paar Independentproduktionen. Ich meine, du kannst den Film doch nicht mit denen von John Woo vergleichen. Das ist doch ein ganz anderes Genre. Ausserdem wurde Innaritu nach dem Erfolg von Amores Perros sogar nach Amerika (wenn ich mich nicht irre sogar Hollywood) eingeladen, um "21 Gramms" zu drehen der ja mit Starbesetzung ist, aber eine ähnliche Ästhetik hat. Vielleicht gefällt er dir ja besser, aber denk dran, hier ist überhaupt nicht die Rede von Action oder langen Kamerafahrten. Wo kämen wir den dann hin, wenn das die Voraussetzungen für einen Film wären?!
Also, noch viel Spass beim weiteren Filme schauen (und verreißen)



Name: beinfisch
Email: beinfisch@yahoo.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ok, muß jetzt auch mal stänkern.

@ Mr. Belanglos:

Aus deinen Kritikpunkten, die ich ziemlich amüsant fand (wozu will man denn diesen Film mit Scarface oder Mad Max vergleichen),spricht die typische USA-Blockbuster-Versautheit. Das was du da ansprichst, das sind gestalterische Stillmittel und entsprechen der vorherschenden, gesellschaftlichen Ästhetik. Dieser Film kommt aber aus Mexico nicht aus den USA. Das wäre als wolltest du Deutschland mit Spanien oder oder der Türkei vergleichen. Deine in der Kritik aufgeführten Erläuterungen (aus was ein guter Film ja zu bestehen hat) entsprechen den Sehgewohnheiten des typischen Popcornkinos. Hast du schon einmal daran gedacht, daß der ganze "Zuckerguß" (professionellere Kamerafahrten,Actionsequenzen,John-Woo-Filme) nur zum verdecken der schlechten Geschichte da ist.

Amores Perros gehört für mich zu den 20 besten Filmen aller Zeiten. Seine Erzählweise ist packend und galt damals als innovativ .Man hat einen aufwühlenden Einblick in die mexicanische Gesellschaft. Gewalt in der Familie, -in der Ehe, Kleinkriminalität, Supermodels, Hundekämpfe, Armut, Eitelkeiten, Brudermord, Schuld und Sühne und der Liebe, davon handelt Amores Perros.






Name: Mr. Belanglos
Email: back@business
Bewertung:             (5 von 10 Digital Eyes)

Da bin ich wieder.

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, hat der Film bei mir einen Punkt dazu bekommen. Ich hab mir den Film nochmal angeschaut und über alle Punkte nachgedacht. Einige werden gestrichen, wie die Vergleiche mit anderen Filmen, die nun "wirklich" unangebracht waren. Auch die Story hat keine Makel, da muss man aber dem Drehbuchautor danken.
Die Kritik an der Regie bleibt: Ich kann mich mit der Handkamera nicht anfreunden. Es ist unbestreitbar, dass es an manchen Stellen arg unübersichtlich wird (sprich: Verfolgungsjagd). Man hätte die Geschichte, die wirklich grandios ist (sorry, ist mir erst jetzt aufgefallen) auch in einem Buch unterbringen können. Da gäbe es keine Regiemakel. Da diese aber nun vorhanden sind, schreibe ich hier.

Um hier allen "Gerüchten" auszuweichen muss ich sagen, dass ich kein Hollywood-Blockbuster-Schicki-Micki-Fanatiker bin, ich verabscheue sie sogar manchmal. Die Filme, die ich zum Vergleich benutzt habe kann man nicht im Geringsten als Hollywoodfilme bezeichnen. Die Mad-Max-Reihe kommt aus Australien, die guten alten John-Woo-Filme aus Hongkong (ich rede nicht von den "amerikanischen" Filmen von ihm, die sind wirklich unter aller Kanone). Scarface hat KEIN Happy-End und hat eine pessimistische Atmosphäre, darum ist Hollywoodzugehörigkeit ausgeschlossen. Somit eignet sich Scarface auch wiederum als Vergleich zu Amores Perros. Doch da merkt man, dass Scarface professioneller gefilmt ist (Kamerafahrten :), etc.) und trotzdem hat er eine Botschaft und hat Tiefe und Gefühle, bla bla. Da sieht man, dass man DENSELBEN Effekt auch besser erreichen kann.

Wie gesagt: Drehbuch=ausgezeichnet, Regie=nicht sehenswert

In den ganzen Kritiken vor mir hab ich gelesen, dass jedem die Story und die Tiefe gefallen haben. Gleichzeitig wird der Regiesseur gelobt. Häh, wenn ein Film eine gute Geschichte hat, dann lobt man den Drehbuchautor, nicht den Regiesseur. Verwechselt das bitte nicht.

So, jetzt hab ich wieder was losgetreten und kanns einfach nicht lassen, sorry. Es ist halt MEINE Meinung. :p



Name: juanito
Email: a
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Mr. Belanglos, ich verstehe deine Einwände, nur finde Ich (meine Meinung;-) deine Kritik etwas "hart".
Ich habe mich in Mexiko Stadt etwas längere Zeit aufgehalten und hatte an den Film somit vielleicht auch etwas andere Erwartungen. (Die er für mich aber erfüllte.) Ich will damit nur sagen, dass es eben eine MEXIKANISCHE Produktion ist. Und des heißt scho a bissal was für mich;-) Da muss man absolut andere Prioritäten setzten, ein wenig weg von dem gewohntem Europäischen Bild.
Ich glaube die Stärke des Filmes liegt einfach auch mit darin, dass er (vorallem wenn man ihn auf mexikanischen Spanisch/Chilango anschaut) schon sehr gut etwas von der Atmosphäre die dort herrscht herüberbringt.
Ich fand es z.B. gut, dass die Existenz der verschiedenen Bevölkerungsschichten, welche so ineinander verstrickt, aber doch getrennt sind, gezeigt wurden. Aber dies ist nur ein Aspekt.

Also dann...Amor y paz;-)