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Men in Black: International

Men in Black: International
scifi-komödie , usa 2019
original
men in black: international
regie
f. gary gray
drehbuch
matt holloway, art marcum
cast
chris hemsworth,
tessa thompson,
liam neeson,
rebecca ferguson,
emma thompson, u.a.
spielzeit
115 Minuten
kinostart
13. Juni 2019
homepage
https://www.meninblack.com/
bewertung

5 von 10 Augen

mib 4 1Es fühlt sich nach dem Wiederbeleben einer fast schon vergessenen Franchise an, dabei ist der letzte „Men in Black“-Kinofilm tatsächlich erst sieben Jahre her. Allzu nachhaltigen Eindruck hatte der dritte Aufguss der Reihe um die geheim operierenden Alienjäger allerdings nicht hinterlassen, obwohl sich darin die Originalbesetzung mit Will Smith und Tommy Lee Jones (plus Josh Brolin) noch einmal zusammengetan hatte. Wie viele nun tatsächlich nach einem weiteren Film verlangt haben, ist nicht bekannt, aber es kann nicht überraschen, dass man bei „Men in Black: International“ nun einen Neustart in Sachen Personal versucht. Doch obwohl sich Chris Hemsworth und Tessa Thompson darin nach Kräften mühen, wirkt das Ergebnis leider nicht besonders frisch.
 

mib 4 2Während die Agenten H (Chris Hemsworth) und High T (Liam Neeson) schon gemeinsam die Welt gerettet haben, träumt Molly (Tessa Thompson) nur davon, auch zu den „Men in Black“ zu gehören. Als Kind hatte man versäumt sie entsprechend zu „blitzdingsen“ und seitdem weiß sie von der Existenz der höchst geheimen Abteilung, die die Erde vor illegalen und bösartigen Aliens schützt. Hartnäckig verfolgt sie ihr Ziel und schafft es schließlich zumindest zur Probe von Abteilungschefin Agent 0 (Emma Thompson als Konstante zum Vorgängerfilm) akzeptiert zu werden. Ihr erster Einsatz führt sie nach London, wo es in der örtlichen Abteilung hapert, nicht zuletzt weil Agent H sich zusehends gehen lässt und seine Pflichten vernachlässigt. Als ein prominenter Außerirdischer Opfer eines Anschlags von offenbar mit sehr mächtigen Kräften ausgestatteten Attentätern wird, müssen sich H und seine neue Kollegin M jedoch zusammenraufen, wenn sie eine echte Chance haben wollen.
 

mib 4 3Es scheint eine Angewohnheit dieser Franchise zu sein, dem Publikum nicht mehr zu erklären was die „Men in Black“ eigentlich sind und tun, sondern das als bekannt vorauszusetzen – womit man beim allergrößten Teil der potentiellen Zuschauerschaft vermutlich auch richtig liegt. Also spart man sich eine Exposition und beginnt stattdessen gleich mit einem Weltenretter-Einsatz von H & T, ohne dessen Ausgang jedoch zu zeigen – man ahnt, dass da dann wohl später noch was kommen muss. Im Anschluss übernimmt dann M die Aufgabe, stellvertretend für den Zuschauer durch die heiligen geheimen Hallen zu wandern und angemessen zu staunen über all die technischen Geräte und das vielfältige Getier, das dort herumkreucht. Dass die Organisation nun zwar auch Frauen beschäftigt, trotzdem aber als „Männer in Schwarz“ fungiert wird von Chefin 0 dabei lakonisch mit einem Satz abgetan: "Ach, lassen Sie uns gar nicht erst davon anfangen...“. Alles wie gehabt also und das gilt im Prinzip für die gesamte Exposition der Geschichte, die in der Tat nichts Anderes ist als ein weiterer, recht uninspiriert anmutender Aufguss. Uninspiriert, was das große Ganze und den Rahmen angeht, nicht aber die Details, denn in Sachen Set-Design, Ausrüstung, Effekte und origineller neuer Aliens hat man sich schon ordentlich Mühe gegeben. Da gibt es Einiges zu sehen und man wird doch das eine oder andere Mal überrascht, welches Ausstattungsdetail da plötzlich zum Lebewesen mutiert.

mib 4 4Während Liam Neeson und Tessa Thompson ("Thor 3", "Creed") solide Leistungen zeigen, ist ganz klar Chris Hemsworths „H“ als Star und Hauptfigur gesetzt, doch gerade seine Figur erweist sich als problematisch. Nun hat der zunächst als gutaussehender Muskelprotz bekannt gewordene Schauspieler schon seit einiger Zeit den Weg in Richtung Selbstironie eingeschlagen, was sicher nicht unclever ist. Und sowohl bei seinen letzten Auftritten als „Thor“, als etwa auch als tumber Assistent in „Ghostbusters“ stand ihm dieser humorvolle Anstrich auch ausgesprochen gut. Hier wird nun allerdings übertrieben, denn das Gehabe von „H“, der als undiszplinierter, selbstverliebter und dauerplappernder Geck offenbar die Position von Will Smith einnehmen soll, wirkt irgendwann leider nur noch nervig. Da wurde eindeutig eine Schippe zu viel aufgetragen und die zwangsläufige Wandlung zum Sympathieträger gelingt dann auch nur noch bedingt.

Dass der böse Verräter von Anfang an im Grunde nur einer sein kann (sofern es nicht der offensichtlichste Kandidat ist) verstärkt ebenfalls den Eindruck der Einfallslosigkeit im narrativen Bereich, und dieser Handlungsstrang trägt vor allem dazu bei den Film nach dem scheinbaren Finale noch einmal gute zwanzig Minuten zu strecken. Die Auflösung lässt dann natürlich alle Möglichkeiten offen, um mit dem neuen Personal einzeln oder auch gemeinsam weitermachen zu können, aber ob dafür wirklich Bedarf besteht wird letztlich natürlich vom Einspielergebnis abhängen. Rein inhaltlich und qualitativ ist das sicher nicht der Fall.

Volker Robrahn

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