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Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn

Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn
superhelden-action , usa 2020
original
birds of prey (and the fantabulous emancipation of one harley quinn)
regie
cathy yan
drehbuch
christina hodson
cast
margot robbie,
ewan mcgregor,
rosie perez,
mary elizabeth winstead,
jurnee smollet-bell,
ella jay basco, u.a.
spielzeit
108 Minuten
kinostart
6. Februar 2020
homepage
https://www.warnerbros.de/kino/Birds_of_Prey_The_Emancipation_of_Harley_Quinn.ht...
bewertung

6 von 10 Augen

bop 1Nach einigen Irrungen und Rückschlägen scheint man bei Warner nun einen funktionierenden Weg gefunden zu haben, um die Figuren des hauseigenen DC-Comicverlages profitabel im Kino zu vermarkten. Der Versuch, das Marvel-Prinzip der verbundenen Filme mit fortlaufender Storyline zu kopieren, scheint zu den Akten gelegt, stattdessen lässt man beliebte Charaktere wie Aquaman, Wonder Woman oder Shazam! autark mit ganz unterschiedlichen Tonlagen agieren und ergänzt die klassischen Superhelden-Adaptionen um ambitionierte ungewöhnliche Projekte wie den „Joker“ mit Joaquin Phoenix. Der wurde ja erst kurz zuvor eigentlich mit Jared Leto besetzt, doch auch das Spin-Off zu „Suicide Squad“ lässt nun so ziemlich alle Bezüge zum ersten Auftritt von Harley Quinn fallen und den Clownprinz des Verbrechens nur noch in Erzählungen auftauchen. Dafür versammelt Harley – ganz zeitgemäß – eine Gruppe weiterer starker Frauen um sich und formiert so die „Birds of Prey“. Das Ergebnis ist ein Film, der sich ein wenig wie DCs Antwort auf „Deadpool“ anfühlt, für das, was er sein möchte, aber recht gut funktioniert.
 

bop 2Stolz und selbstbewusst erzählt uns Harley Quinn (Margot Robbie) ihre Herkunftsgeschichte und dass sie beschlossen hat sich von ihrem undankbaren Partner, dem Joker zu trennen. Was allerdings den Nachteil mit sich bringt, dass sie nun nicht länger auf dessen Schutz bauen kann und zur Zielscheibe diverser Personen wird, die sie im Laufe der Zeit verärgert und (sowohl psychisch als auch physisch) verletzt hat. Um der Rache des Gangsterbosses Black Mask (Ewan McGregor) zu entgehen, verspricht sie ihm einen wertvollen Diamanten wiederzubeschaffen, den die junge Taschendiebin Cassandra Cain (Ella Jay Basco) an sich genommen hat. Den gleichen Auftrag erhält aber auch seine Chauffeurin Black Canary (Jurnee Smollet-Bell), die mit ihrer Stimme mächtige Schockwellen auslösen kann. Warum sich auch die treffsichere Bogenschützin Huntress (Mary Elizabeth Winstead) ins Geschehen einmischt bleibt zunächst unklar, und die Situation wird für die ermittelnde Polizistin Renee Montoya (Rosie Perez) zunehmend unübersichtlich.
 

bop 3Unübersichtlich und reichlich chaotisch läuft die mit zahlreichen Zeitsprüngen versehene Handlung zunächst auch für den Zuschauer ab, und ohne die im ersten Viertel wirklich penetrant häufig eingesetzte Erzählstimme von Harley Quinn wäre es praktisch unmöglich dieser zu folgen. So erfahren wir die Historie und Herkunft jeder einzelnen Figur also von Plappermaul Harley, dass aber zumindest auf so unterhaltsame Weise, dass man sich über dieses an sich etwas armselige Hilfsmittel nicht allzu sehr ärgern muss. Dennoch wirkt die betonte Überdreht- und Albernheit der Hauptfigur ab und zu etwas gezwungen und konterkariert damit den eigentlich angestrebten lockeren Ton. So war es aber halt damals auch in den ersten Minuten von „Deadpool“, und dass die Ähnlichkeiten da nicht zufällig ins Auge springt wurde ja bereits angedeutet.

Aber auch hier entwickelt sich das Ganze in der Folge in die richtige Richtung, was zunächst etwas holprig daherkommt fügt sich im Verlauf immer besser zusammen, wirkt zum Ende hin sogar fast wie aus einem Guss und irgendwann muss uns Harley dann auch nicht mehr alles erklären. Margot Robbie, die auch als Co-Produzentin fungiert, hat mit der einst für die Batman-Animationsserie geschaffenen Figur der nicht wirklich bösen, aber unberechenbaren Miss Quinn eine Figur gefunden in der sie spürbar aufgeht, und den Spaß, sich dabei so richtig austoben zu können, merkt man ihr durchgehend an. Die weiteren weiblichen Charaktere sind passend und bewusst unglamourös besetzt, mit dem typischen Bild der knapp bekleideten, vollbusigen Superheldin haben sie nur wenig gemein. Ewan McGregor hat als einzig nennenswerter männlicher Charakter die undankbare Aufgabe gegen die geballte Frauenpower anzuspielen und sein „Black Mask“ (der seine Maske aber eigentlich nie aufsetzt) ist leider auch keine besonders charismatische Figur – da gibt es gerade im Batman-Universum eine Menge interessantere Namen, doch man möchte sich wohl bewusst abgrenzen.

bop 4Es ist durchgehend was los in dieser ziemlich bunten und durchgeknallten Version von Gotham City, viel Bewegung und Kampfszenen bei denen die Schergen oft wie die Fliegen fallen. Darüber wie hier im Vorbeigehen getötet und gestorben wird darf man natürlich keine Sekunde ernsthaft nachdenken. Die als Text und im Comic-Stil eingeblendeten Kommentare erinnern dabei mitunter an die alte "Batman"-TV-Serie, auch wenn der Humor ansonsten natürlich ein anderer, modernerer und härterer ist. Einer, der aller Voraussicht nach gut genug ankommen dürfte um weitere Fortsetzungen zu generieren. Viel Substanz haben die „Birds of Prey“ zwar im Grunde nicht, das Potential für eine erfolgreiche Kino-Franchise aber schon.

Volker Robrahn

"Joa, hm, nicht richtig gut,

"Joa, hm, nicht richtig gut, nicht richtig schlecht, ohne Substanz, aber könnte trotzdem eine Franchise werden, keine Ahnung, ob man sich den jetzt angucken muss? Was weiß denn ich."
Wer soll mit so einer Rezension was anfangen?

jaja, der "moderne, harte

jaja, der "moderne, harte Humor"... hm

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