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crime-thriller,
hongkong 2002 |
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original
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wu
jian dao |
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regie
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wai
keung lau, siu fai mak |
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drehbuch
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felix
chong, siu fai mak |
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cast
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andy lau,
tony leung,
anthony wong,
eric tsang,
kelly chen, u.a.
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| spielzeit |
97
min. |
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dvd-start
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Oktober
2004 |
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crime-drama,
hongkong 2003 |
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original
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wu
jian dao 2 |
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regie
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wai
keung lau, siu fai mak |
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drehbuch
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alan
mak, felix chong |
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cast
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edison chen,
shawn yue,
anthony wong,
eric tsang,
carin lau, u.a.
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| spielzeit |
115
min. |
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dvd-start
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Dezember
2004 |
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Infernal
Affairs (2 DVDs)
bei Amazon bestellen >>>
Diesem
Film eilte bei der verspäteten Veröffentlichung auf DVD
in diesem Jahr bereits ein imposanter Ruf voraus. In seiner Heimat
Hongkong war "Ju Wian Do" alias "Infernal Affairs"
2002 DER Blockbuster des Jahres (weshalb innerhalb von einem Jahr
ein Prequel und ein Sequel folgten), räumte im darauffolgenden
Jahr beim Hongkong-Äquivalent des Oscars acht Trophäen ab,
darunter fast alle Hauptpreise (u.a. bester Film, beste Regie, bestes
Drehbuch) und gilt generell als der Film, der Ausgangspunkt einer
Renaissance des seit Jahren eher stagnierenden Hongkong-Kinos werden
könnte. In England überschlugen sich Kritiker mit Lob und
zogen gar Vergleiche mit amerikanischen Gangsterfilm-Klassikern wie
"Heat" (angesichts des Stils absolut naheliegend) und "Der
Pate" (als Vergleichsmaterial eher abwegig).
Schluss mit den Fremdlorbeeren, her mit den eigenen: Ist "Infernal
Affairs" so gut, wie einem suggeriert wird? Ist er. Die Regisseure
Andrew (eigentlich Wei Keung) Lau und Alan (Siu Fai) Mak haben mit
diesem Film einen Instant-Klassiker abgeliefert, der der beste, spannendste
und abwechslungsreichste Genrefilm seit vielen Jahren ist. Klug und
wendungsreich geschrieben, unnachahmlich gefilmt und perfekt gespielt
- Hier gibt es aber auch gar nichts auszusetzen.
Am
Anfang der Geschichte steht ein vermeintlich simples Konzept. Ein
Polizist und ein Gangster. Beides sind Spitzel. Beide haben sich
durch das jahrelange Aufhalten auf der anderen Seite des Gesetzes
verändert. Da ist Detective Ming (Andy Lau), der junge aufstrebende
Kommissar, der alles hat: die Karriereleiter im Polizeidienst im
Eiltempo erklommen, eine intelligente, hübsche Frau - und eben
einen Gangsterboss als heimlichen Mentor, der ihn noch vor der Polizeischule
als Spitzel engagierte. Auf der anderen Seite ist Detective Yan
(Tony Leung), der bereits seit fast zehn Jahren undercover als Handlanger
diverser Gangsterbosse ist und allmählich die Verbindung zu
seinem alten Leben verliert. Yans eigentlicher Boss ist Superintendent
Wong (Anthony Wong), der Chef von Mings Abteilung. Er steht jedoch
auf der Schmiergeldliste von Mings echtem Boss Sam (Eric Tsam),
dem örtlichen Mafiaboss. Mehr darf man dann eigentlich auch
nicht verraten, denn "Infernal Affairs" weiß aus
dieser zwar faszinierenden, aber auch etwas bequem klingenden Prämisse
einen erfreulich überraschungsreichen Thriller zu machen.
Wem
also die Grundidee nicht sonderlich innovativ vorkommt, der möge
sich im Verlauf des Films bekehren lassen von einem extrem wendungsreichen,
dabei jedoch nie überkonstruiert wirkenden Skript von Mak und
Felix Chong. Eine genial einfache Grundidee wird mit diversen unerwarteten
oder zumindest so nicht- oder jetzt nicht-erwarteten Momenten umgeben,
die einem zu keinem Augenblick ein "Ich weiß eh schon,
wie es ausgeht" durch den Kopf schießen lassen. Auch
altgediente Filmfreunde werden mit so manch unerwarteter Storywendung
ihren Spaß haben.
"Infernal Affairs" lebt aber natürlich nicht in erster
Linie von der Krimihandlung, die ist nur' eine exzellente
Projektionsfläche für den psychologischen Kampf zweier
Menschen gegen den anderen, vor allem aber sich selbst. Beide Spione
haben zu lange in einer fremden Identität gelebt, als dass
sie sich noch über irgendetwas sicher sein könnten, erst
recht nicht über die Schwarz-Weiß-Frage "Bin ich
ein guter oder ein schlechter Mensch?". Ambivalenz wird in
diesem Film sowieso ganz groß geschrieben, nichts ist einfach
oder plakativ. Die eigentlich komplett im Schatten der Männerwelt
stehenden Frauenfiguren ermöglichen Szenen, die ohne große
Erklärung auskommen. Mings Frau schreibt einen Roman, dessen
Hauptfigur ein Mann mit Persönlichkeitsspaltung ist - und meint
doch ihren Mann. Yans Ex-Freundin vertut sich versehentlich'
beim Alter ihrer Tochter - und der Zuschauer weiß sofort,
wessen Tochter sie ist.
Hongkong-Superstar
Andy Lau leiht dem aufstrebenden Polizisten sein glattes Popstargesicht,
dessen Emotionslosigkeit aber gut zur Figur passt. Und über
Tony Leung als sein Gegenspieler muss man eh nicht mehr viel sagen.
Dessen irgendwie immer melancholische Gesichtszüge (man denke
da auch an seine Darstellung von "Zerbrochenes Schwert"
in "Hero") passen perfekt zur Rolle des verwirrten Polizisten,
der zu lange sein Leben für eine Scheinidentität aufgeben
musste. Lau ist überzeugend, Leung ist großartig. Und
die wenigen, aber tollen Szenen, die die beiden miteinander haben,
lassen fast einen gewissen berühmten Kaffeeklatsch zweier Rivalen
vergessen.
Dazu kommt ein absolut exzellentes Ensemble von Nebendarstellern,
allen voran Anthony Wong als Polizeichef. Wie dieser mit Würde,
Wärme und Witz unter der harten Fassade des Veteranen als Vaterfigur
für Yan gezeichnet wird, das ist schon klasse. Sein Rededuell
mit Mings etwas weniger konturiert gezeichnetem Ersatzvater Sam
im Polizeirevier ist die spannende Begegnung zweier Hongkong-Veteranen
in Höchstform. Intelligent auch, wie Mak und Lau das dem Film
als Prinzip unterliegende Yin-Yang-Motiv nicht nur anhand der Hauptfiguren
ausbauen, sondern auch anhand ihrer Bosse und Ziehväter.
Für die Umsetzung der Geschichte muss man wieder zu Superlativen
greifen, denn die Kombination aus Kameraarbeit, Bildkomposition
und Musikuntermalung ist perfekt. Fast jedes Bild möchte man
anhalten, um es länger zu genießen, und die Atmosphäre
ist fantastisch dicht. Wer Filme in ihrer Reinform wirklich liebt,
der wird auch diesen Film lieben. Denn anders
als viele andere Filmemacher aus Hongkong macht das Regieduo nicht
den Fehler, Stil als Platzhalter von Substanz zu nehmen, sondern
mit einem unnachahmlichen visuellen Auge setzen sie eine substantielle
Geschichte großartig um.
Dementsprechend bleiben auch allzu selbstverliebte Spielereien und
visuelle Mätzchen nur um ihrer selbst willen außen vor
und die tollen Bildkompositionen stehen immer im Dienst der Geschichte.
Dadurch fehlen auch zu erwartende money shots, andererseits könnte
man ob der visuellen Brillanz natürlich argumentieren, dass
der sämtliche Film ein einziger money shot ist. Die set pieces
stehen im Rahmen von Spannung und Suspense im Hitchcock-Stil (denn
hier weiß der Zuschauer zumindest anfänglich auch immer
mehr als die Protagonisten). Zumindest gibt es aber keine klassischen
ausgedehnten Schießereien im "Bloodshed"-Stil, und
generell werden Gewalteinlagen kurz und bündig gehalten. Der
kurze, aber famose Shoot-Out in der Mitte des Films reißt
gerade durch seine kompakte Inszenierung umso mehr mit.
Dennoch ist dies psychologisches Drama und spannender Thriller,
kein Actionfeuerwerk. Und tritt trotzdem Rest-Hongkong kräftig
in den Allerwertesten, von Hollywood mal ganz zu schweigen. Und
der Schlussmoment allein sagt in vielleicht zehn Sekunden mehr als
manch amerikanischer Streifen in anderthalb Stunden, und lässt
einen bewegt (und mit einigen Fragen) zurück.
Die Rechte an "Infernal Affairs" hat dem Vernehmen nach
übrigens Martin Scorsese erstanden, um den Film im nächsten
Jahr mit seinem neuen Lieblingsschauspieler Leonardo DiCaprio für
den amerikanischen Markt neu zu verfilmen. Bei aller Liebe zu dem
großen Marty und der Freude, eine gute Geschichte auch noch
ein zweites Mal zu sehen: Das Original wird er nicht erreichen können.
Denn so wie er ist, ist "Infernal Affairs" ein Film, der
nicht verbesserungsfähig scheint. Ein cineastisches Erlebnis,
dass einen auch lange nach dem Abspann nicht loslässt.
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Infernal
Affairs II (2 DVDs)
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Hongkong
1991: Der Gangster Lau (Edison Chen) tötet den bislang unangefochtenen
Triadenpaten Kwun. Dessen allseits unterschätzter, eher als Weichei
geltender Sohn Ngai (Francis Ng) muss in die übergroßen
Fußspuren seines Vaters treten. Die fünf Oberhäupter
der anderen Triadenfamilien sehen darin ihre Chance, die Vorherrschaft
des Kwun und der Ngai-Familie zu zerschlagen. Doch das vermeintlich
schwächste Glied der Familie entpuppt sich als eiskalter, knallharter
Taktierer und vermag es, die anderen Clans unter seiner Knute zu bringen
und eine noch stärkere Dynastie als unter seinem Vater aufzubauen.
Damit hatte vor allem der Polizist Wong (Anthony Wong) nicht gerechnet.
So setzt er alle Hebel in Bewegung um Ngai zu Fall zu bringen. Er
scheut dabei selbst nicht davor zurück, den von der Polizeischule
geflogenen Yan (Shawn Yue), Ngais Halbbruder, als Spitzel gegen ihn
anzusetzen. Zugleich infiltriert jedoch ein anderer Spitzel der Triaden
die Polizei: Es ist Lau (Edison Chen), der Mörder Kwuns, und
er handelt im Auftrag von Sam (Eric Tsang) - einerseits ein respektables
Mitglied der Triaden und andererseits ein Freund des Polizisten Wong.
Fortsetzungen erfolgreicher Filme haben
es seit jeher nicht besonders leicht. Zu oft treten sie in die zu
großen Fußstapfen des Vorgängers und versagen dabei
in der Mehrzahl kläglich. Besonders happig wird's, wenn der
Vorgänger als Meisterwerk gefeiert worden ist und Maßstäbe
innerhalb seines Genres und darüber hinaus gesetzt hat. "Infernal
Affairs II" hatte ein solch schweres Erbe anzutreten, ging
ihm doch der überschwänglich (und vollkommen zurecht)
gefeierte Instant-Klassiker "Infernal Affairs" voraus.
So erschien es offensichtlich, dass da Teil 2 nur noch enttäuschen
konnte. Zumal die beiden Topstars des ersten Teils, Andy Lau und
Tony Leung, fehlten.
Aber
die Fortsetzung eines Meisterwerkes muss nicht zwangsläufig
eine inhaltsleere Geldmaschine sein, das bewies nicht nur der Nachfolger
von "Der Pate". Ähnlich verhält es sich auch
mit "Infernal Affairs II": Dem Nachzügler bieten
sich großartige Chancen, das begonnene Epos auszubauen, zu
vertiefen und so mit mehr Konturen zu versehen. Und diese hat "Infernal
Affairs II" nahezu allesamt genutzt.
Der Film ist keine Fortsetzung im üblichen
Sinne, sondern ein Prequel, das die Geschehnisse vor dem vermeintlich
ersten Teil schildert. Trotzdem folgt auch "Infernal Affairs
II" der Devise fast aller Fortsetzungen: größer,
höher, weiter. Das hätte ins Auge gehen können, klappt
aber. "Infernal Affairs II" ist blutiger, gibt sich düsterer
und versucht zugleich mehr epische Breite zu vermitteln. Das geht
allerdings auf Kosten einer stringenten, einem Höhepunkt zusteuernden
Story. Da verliert der Film den Vergleich zum Vorgänger, der
in sich stimmiger und emotional dichter wirkte. So plätschert
die Handlung von "Infernal Affairs II" trotz Aufstockung
der Actionszenen schon mal ein bisschen dahin, und dem Film fehlt
eine funktionierende, durchgezogene Spannungskurve. Das liegt natürlich
auch daran, dass man die Schicksale zahlreicher Personen auf Grund
des ersten Teils schon kennt und einige eingebaute Überraschungen
darum schlussendlich nicht wirklich funktionieren können.
Trotzdem
sollte man nicht den Fehler machen und "Infernal Affairs II"
vor dem ersten Teil anschauen, falls man beide immer noch nicht
gesehen hat. Denn obgleich ein Prequel, baut der zweite Teil doch
auf seinen Vorgänger auf. Gewisse Punkte der Handlung werden
nicht genauer erläutert, wenn da schon Teil Eins näher
darauf eingegangen ist, zudem liefert "Infernal Affairs II"
dank kleiner Details und Gesten immer wieder Querverweise auf seinen
Vorgänger. In diesem Sinne versteht es der Nachfolger. einige
Fragen zu beantworten, die Teil Eins offen gelassen hat. Den Figuren
werden andere Facetten ihres Charakters abgewonnen und im Allgemeinen
werden ihre Persönlichkeiten mehr profiliert und vertieft.
Auch da baut "Infernal Affairs II" in gewisser Weise auf
seinen Vorgänger auf, den man ergo schon gesehen haben sollte,
um die Personen und ihre Handlungsweisen hier vollends zu verstehen.
Erfreulich an "Infernal Affairs II" ist vor allem, dass
die gesamte Crew aus Teil Eins wieder mit an Bord ist, soweit es
die Geschichte zulässt. Lau und Yan werden tatsächlich
von den Jungdarstellern aus "Infernal Affairs" dargestellt,
während die anderen Darsteller deutlich jünger wirken
können. Dabei macht Teil Zwei nicht den Fehler, sich wieder
auf die Geschichte von Lau und Yan zu konzentrieren, im ersten Teil
dargestellt von den hongkongschen Superstars Andy Lau und Tony Leung.
Sie trugen den Film wesentlich mit, was man von den beiden Jungdarstellern
Edison Chen und Shawn Yue in diesem Falle nicht erwarten sollte,
fungierten sie doch in Teil Eins lediglich als Platzhalter für
die jungen Lau und Yan in den Flashbacks.
Vielmehr
konzentriert sich "Infernal Affairs II" auf den Polizisten
Wong und seinen Freund Sam, einem Triadenmitglied. In "Infernal
Affairs" standen sie sich als unerbittliche Feinde gegenüber
und wurden von Anthony Wong und Eric Tsang dargestellt. Auch hier
schlüpfen sie wieder in ihre Rollen, wirken tatsächlich
jünger und können andere Facetten ihres Wesens offenbaren.
So nutzt der Film mehr ihre interessante Geschichte als die von
Lau und Yan als Aufhänger für seine gesamte Storyline
und lässt den Zuschauer gespannt auf die Entwicklungen zwischen
ihnen und damit das Ende warten, denn man weiß schon: diese
beiden Freunde werden eines Tages Todfeinde sein.
Aber auch die Schicksale von Lau und Yan werden genügend ausgeleuchtet,
ihre Beweggründe erhalten glaubwürdige Darstellungen und
einige offene Fragen in Bezug auf ihre Persönlichkeiten können
geklärt werden. Die jungen Darsteller machen ihre Sache gut
und vor allem Edison Chen als Lau überzeugt. Weniger gefällig
ist da Shawn Yue, zwar ein guter Mime, aber man kann sich einfach
nicht so recht vorstellen, dass er die gleiche Person wie Tony Leung
als der ältere Yan darstellen soll. Dieses Manko lässt
sich aber ob der durch die Bank mehr als überzeugenden Darstellerleistungen
aller Beteiligten leicht verschmerzen.
"Infernal
Affairs II" erscheint pathetischer und emotional stärker
als Teil Eins. Dies liegt auch an der Tatsache, dass man einige
der Figuren schon im Vorgänger in sein Herz geschlossen hat,
sodass es hier nicht schwer fällt, sich sofort mit den meisten
Protagonisten zu identifizieren. Wirklich tiefgründiger als
"Infernal Affairs" ist dieser Film nämlich nicht.
Seine epische Breite versucht der zweite Teil durch zahlreiche stille
Momente und ausschweifende Kamerafahrten zu erzeugen. Und das funktioniert.
Es wird eigentlich wenig geredet, sondern vielmehr bedeutungsschwanger
geschwiegen. Was ins Auge hätte gehen können, vermittelt
dank einer stilistischen Kameraführung große Emotionen
und Tiefe. Inszenatorisch steht da "Infernal Affairs II"
seinem Vorgänger in nichts nach. Mit atemberaubenden Kamerafahrten,
einem perfekten Schnitt und stilvollen Überblendungen oder
Zeitlupen, wie man sie bislang nur von John Woo in seinen besten
Zeiten zu kennen glaubte, hält das Regie-Duo Andrew Lau und
Alan Mak auch hier alles in tadelloser Balance und erzeugt erneut
Bilder, die unter die Haut gehen.
Dennoch ist "Infernal Affairs II"
kein solches Meistwerk wie sein Vorgänger. Da mangelt es der
Geschichte trotz der oberflächlichen Brillanz doch an der erzählerischen
Tiefe oder einem straffen Spannungsaufbau- und bogen. Das dürfte
aber kaum verwundern, wäre es doch eine Vermessenheit, erneut
ein so einmalig perfektes Zusammenspiel aller am Film Beteiligten
zu verlangen. "Infernal Affairs II" enttäuscht nicht
und bietet grundsätzlich weitaus mehr, als man hätte erwarten
können, und mit der Steigerung des typisch asiatischen Pathos
ist er für einige eingefleischte Fans des Genres sogar noch
besser als sein Vorgänger. Auf jeden Fall ist dieser brillant
inszenierte Film ein Muss für Fans dramatischer Actionunterhaltung,
der ebenso wie Teil Eins die derzeitige hollywoodsche Konkurrenz
mühelos aussticht. Sehenswert auch für solche, die mit
dem Hongkongfilm bislang nicht allzu viel am Hut hatten.
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| Bilder:
Courtesy of mc-one, Copyright 2002 & 2003 |
| R. Malgo |
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