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The Artist“ – Exklusiv-Interview mit Hauptdarsteller Jean Dujardin

Filmszene:  Jean, wer sie bisher für einen reinen Comedian gehalten hat, der dürfte nun einigermaßen überrascht sein. War es auch für Sie von vornherein klar, dass „The Artist“ eben auch eine dramatische und gelegentlich sogar sehr ernste Angelegenheit werden sollte?

Jean Dujardin: Ja, das war absolut klar und hat mich auch nicht abgeschreckt. Zwar bin ich durch Filme mit einer eher leichteren, manchmal auch albernen Note bekannt geworden, aber natürlich hab ich auch noch ein bisschen mehr drauf. Und vor allem bin ich ein großer Romantiker und in diesem Film daher optimal besetzt.

Artist I 4Haben Sie sich denn für dieses Projekt auch etwas intensiver mit den klassischen Stummfilmen beschäftigt? Ihre Auslegung der Rolle erinnert ja doch ein wenig an Douglas Fairbanks.

Ja, ich habe mir da schon einige der alten Meister angesehen und klar, da war auch Douglas Fairbanks darunter, der ja so etwas wie der Archetyp des galanten Helden war. Bei der Szene in der George in seinem Zimmer einen seiner früheren Erfolge anschaut, stammen die gezeigten Ausschnitte sogar aus einem alten Fairbanks-Film. Aber man darf sich auch nicht zu sehr damit beschäftigen das nachzuspielen, sondern sollte schon immer versuchen seinen eigenen Stil zu finden – und das hab ich getan.

Wie schwer war es denn auf die eigene Stimme als Ausdrucksmittel komplett verzichten zu müssen?

Na ja, ich benutze ja schon meine Stimme und spreche auch während der meisten Szenen – nur hört man das dann später halt nicht und das war in der Tat ein sehr merkwürdiges Gefühl, da ich mir absolut nicht vorstellen konnte, was dann später aus dem was wir gedreht hatten werden würde. Unser Regisseur hat uns einfach spielen lassen und irgendwann war es hier dann so, dass der Körper die Arbeit macht – auch wenn das jetzt vielleicht etwas merkwürdig klingt. Aber so ist es, der ganze Körper stellt sich auf die Situation ein und „spielt“ einfach, man denkt dann gar nicht mehr so viel darüber nach.

Ist es richtig, dass die Musik eine große Rolle gespielt hat?

Ja, weil die Musik auch während der einzelnen Takes lief und uns in eine entsprechende Stimmung versetzen sollte. Was zwar einerseits auch geklappt und geholfen hat, andererseits aber manchmal auch eine kleine Falle darstellte, da es schon sehr verführerisch war sich dann genau dieser Musik mit den eigenen Bewegungen anzupassen und ihr zu folgen, was nicht immer sinnvoll und angebracht war. Aber bei der Szene in der ich die ganzen Laken von den Stühlen und Bildern reiße, da hab ich das komplett mit der entsprechenden Musikbegleitung gemacht und fühlte mich dadurch direkt angespornt. Es waren natürlich sowieso völlig andere Dreharbeiten als gewohnt, da es auch während die Kamera lief ständig lautstarke Kommentare und Anweisungen der Crew gab, was sonst ja nicht möglich ist. Alles sehr ungewöhnlich und interessant, aber immer möchte ich dann doch nicht so arbeiten. Artist I 5

Wie haben Sie denn generell die Dreharbeiten direkt an den alten Originalschauplätzen in Hollywood empfunden?

Das war schon sehr beeindruckend und auch völlig neu für mich. Diese ganze Architektur, die Studios und die Villen in denen damals die ganz großen Stars gewohnt haben, das Theater in dem Charlie Chaplin seine ersten Auftritte hatte und in dem sich seitdem kaum etwas verändert hat. Das war toll und ich war dann sozusagen gleichzeitig Schauspieler und auch Tourist.

Vielleicht fahren Sie ja bald wieder nach Los Angeles um sich dort einen Oscar als bester Schauspieler abzuholen. Beschäftigen Sie sich schon ein wenig mit dem Gedanken daran?

Das lässt sich momentan ja kaum vermeiden und in der Tat, ich glaube, dass unser Film wohl ganz gute Chancen hat  - oder sollte ich das jetzt aus Aberglaube oder Bescheidenheit besser nicht sagen? Wie meine persönlichen Chancen stehen weiß ich wirklich nicht, aber der Film ist doch wirklich gut und darauf kommt es an.

Volker Robrahn

Bemerkenswerte Film- und Musikkunst

Fand den Film sehr fein!

Ursula Schüpbach

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