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"Rubbeldiekatz"-Präsentation in Berlin

Mehr als zehn Jahre ist es nun bereits her, dass Detlev Buck zum letzten Mal eine Komödie inszenierte. Dabei war er bis dahin ausschließlich dafür bekannt, erreichte mit Filmen wie „Karniggels“ oder „Wir können auch anders“ zunächst ein treues Kult- und spätestens mit „Männerpension“ auch das große Massenpublikum. Zuletzt präsentierte der Filmemacher uns dann Sozialdramen und Kinderfilme, wohlwollend besprochen aber auch ein wenig unter dem Radar laufend. Nun aber „Rubbeldiekatz“, eine Rollentausch-Komödie, in der sich mal wieder ein Mann aufgrund wilder Verwicklungen in Frauenkleider zwängen muss. Dieser von der Not und einem verliebten Herzen Getriebene ist RubbeldiekatzMatthias Schweighöfer, einer der zur Zeit beliebtesten deutschen Schauspieler, an seiner Seite agiert die ebenfalls nicht unbekannte Alexandra Maria Lara, in den Nebenrollen geben sich der Regisseur selbst und Namen wie Maximilian Brückner, Denis Moschitto und Max Giermann die Ehre. Sie alle zusammen stellten ihren Film in Berlin vor und dort war es dann nicht einfach, sich nicht von der Begeisterung des auf sein Produkt ziemlich stolzen Ensembles anstecken zu lassen.

„Ja aber“, stellt man Detlev Buck pflichtgemäß die Frage, „ist denn das jetzt nicht vielleicht doch nur ein notwendiges kommerzielles Vehikel um sich den Freiraum für die Projekte zu schaffen, die ihn heutzutage wirklich interessieren?“ „Nein", antwortet Buck (der auch von sämtlichen Kollegen grundsätzlich nur beim Nachnamen genannt wird), „zuerst gab es das Drehbuch von Anika Decker, die das mit mir machen wollte, worüber ich mich sehr gefreut habe. Und das passte dann auch gut, ich habs sehr gern gemacht und auch wenn der Film sicher mehr kommerzielles Potential hat als meine letzten Filme, stand dabei nicht im Vordergrund Kasse zu machen“. Für den ungewöhnlichen Titel hätte er zur Not zwar auch eine ausführliche historische Erklärung parat, lässt aber dann doch lieber dessen spontane Doppeldeutigkeit im Raum stehen und freut sich über das Alleinstellungsmerkmal eines Films namens „Rubbeldiekatz“.

Die Geschichte selbst sei eine hübsche Mischung aus klassisch-romantischer und etwas wilderer Screwball-Komödie, inklusive des Zusammenpralls von deutscher und amerikanischer Kultur, wenn die Hollywood-Fritzen als Film im Film in Berlin einen ihrer typischen Nazi-Schinken produzieren. Sein Film erfinde zwar das Rad nicht neu, bietet aber ein interessante Mixtur und verstößt nach Meinung von Buck auch gegen ein paar Regeln: „Wo gibt es das sonst, dass unsere beiden Hauptfiguren gleich in der ersten Szene miteinander in die Kiste springen und sich erst danach näher kennenlernen – nach Meinung vieler doch ein absolutes „No-Go“, was wir da machen. Aber so etwas muss sein, denn das Wichtigste ist schließlich, dass ich mich nicht langweile“. Diese Gefahr dürfte bei seinem nächsten Projekt, der Bestseller-Verfilmung „Die Vermessung der Welt“, kaum bestehen. „Der ist in der Tat eine große Herausforderung“ erläutert Buck, und auch erst zum Teil abgedreht. Aber wenn ihm danach ist wird er halt auch dort wieder eine surreale Grill-Szene einbauen.

Für seinen aktuellen Hauptdarsteller war es bereits jetzt ein sehr erfolgreiches Jahr. „Ja, es läuft gerade ziemlich gut“, räumt Matthias Schweighöfer ohne Zögern ein. Als Sidekick in den Til Schweiger-Produktionen „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ eh gut im Geschäft, debütierte Schweighöfer vor wenigen Monaten mit seiner ersten Regiearbeit „What a Man“ und lieferte damit mal eben den bisher erfolgreichsten deutschen Film des Jahres ab. „Das ist schon ein ziemlicher Wahnsinn, den ich auch noch gar nicht so richtig verarbeitet habe“ erzählt er und berichtet dann von einem sehr beeindruckenden Treffen mit dem internationalen Chef des produzierenden Studios: „Da  reist der extra mit seinem Privat-Jet hier an um sich für den Erfolg meines Films zu bedanken. Findet den großartig, wo er doch vor kurzem noch mit James Cameron an „Avatar“ gearbeitet hat – das ist doch der Wahnsinn, oder?“
RubbeldiekatzUnd mal eben ein Drehbuch ganz gezielt auf den eigenen Leib geschrieben zu bekommen ist vermutlich auch etwas Besonderes, oder? „Na ja, wenn man eine gute Freundin wie Anika Decker hat, dann kann sowas schon mal passieren“ grinst der Schauspieler, der besonders auf seinen Auftritt bei der Berliner Fashion-Week stolz ist, bei dem er unangekündigt als Frau auftrat und die anwesende Presse und Kollegen nicht nur verblüffte, sondern mit seiner Maske auch restlos überzeugte. Für die hervorragende Frauen-Maske wird Schweighöfer allenthalben gelobt, verweist dazu aber auf seine „guten körperlichen Voraussetzungen“ und sein für so etwas eben sehr geeignetes „softes“ Gesicht.

Alexandra Maria Lara und Schweighöfer kennen sich bereits seit Jahren, haben „öfter mal miteinander gefrühstückt“ wie beide erzählen, nun aber zum ersten Mal auch zusammen gearbeitet. Es gab „viel zu lachen“ und von der „Frau“ neben sich war Lara zwar durchaus beeindruckt, aber „sich auch in echt davon täuschen lassen, dass würde mir dann doch nicht passieren“ behauptet sie. Nach ihrem großen Durchbruch in „Der Untergang“ hat die mehrsprachige Schauspielerin zuletzt mehr im Ausland, vor allem in Frankreich gearbeitet und bedauert „dass Filme wie „Vertraute Fremde“ leider nur ein recht kleines Publikum erreichen“, möchte diese Ausflüge aber keinesfalls missen. Für die Rolle des Filmstars Sarah Voss in „Rubbeldiekatz“ hat sie laut eigener Aussage sehr gekämpft, „da ich mir gewünscht habe unbedingt mal mit Buck zusammenzuarbeiten“. Demnächst sehen wir die an diesem Tag äußerst charmante und gut gelaunte Darstellerin dann übrigens als Ehefrau von Niki Lauda in Ron Howards Rennfahrer-Film „Rush“.

Buck

Die vielleicht witzigste Rolle konnte sich Comedian Max Giermann schnappen. Der aus „Switch Reloaded“ vor allem für seine Parodien bekannte Giermann wollte laut eigener Aussage von vornherein keinen anderen als den Part des “Hitler“-Darstellers Jörg, der im Film doch sehr darunter leidet auch in der Freizeit ständig mit entsprechendem Bärtchen und Frisur umher laufen zu müssen. „Von meiner Physiognomie würde ich da vielleicht nicht unbedingt als Erster für in Frage kommen“, räumt Giermann ein, „aber ich habe die Rolle trotzdem und sogar ohne Casting  bekommen“. Die Erfahrung, in diesem Kostüm und Maske durch die Gegend zu laufen und für einiges Aufsehen zu sorgen, war natürlich interessant für den Schauspieler, der sehr gerne noch weitere Kinofilme drehen möchte. „Man kann eigentlich nicht mal in Ruhe einen Joghurt essen, ohne dass blöde Sprüche kommen. Aber genau so geht es ja meiner Figur im Film, daher half mir das nur mich noch mehr damit zu identifizieren“.
 
Maximilian Brückner und Denis Moschitto waren dieses Jahr bereits mit „Resturlaub“ bzw. „Almanya“ in den Kinos zu sehen, preisen die Arbeit mit Buck ebenfalls in den höchsten Tönen und waren für diesen auch sofort bereit sich diesmal mit Nebenrollen als zwei der vier „Honk“-Brüder (neben Schweighöfer und Buck selbst) zu begnügen. „Weil gerade die Szenen mit den Brüdern sicher zu den witzigsten gehören“ meint Moschitto, und Brückner erklärt die „leicht absurde Grill-Szene“ im winterlichen Park, bei der die Brüder im Verlauf zunehmend die Orientierung verlieren, zu seinem absoluten Favoriten. Und die muss man in der Tat gesehen haben, bevor man auf die Idee kommt, der Buck sei vielleicht doch berechenbar und zahm geworden.

 
Volker Robrahn

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