Outtake: Zwischen Oscars und Himbeeren

Dienstag, 17.01.2006

Wenn Charlize Theron demnächst als leichtgeschürzte MTV-Heldin "Aeon Flux" über die Leinwände hopst, hat sich ein amüsanter Trend der letzten Jahre vollends bestätigt. Direkt nach dem Gewinn eines Oscars scheint es mittlerweile Usus zu sein, gleich einmal in einer absoluten Gurke mitzuwirken. Trendsetterin war ja bekanntlich Halle Berry, die sich nach dem Oscar für "Monster's Ball" nicht nur freiwillig sondern auch höchst willig für die allseits verlachte Peinlichkeit "Catwoman" hergab und jeglichen Marktwert, den sie durch den Prestigegewinn gerade inne hatte, in Null Komma Nix ins Katzeklo setzte. Wenig besser erging es Kollege Jamie Foxx, der aller Welt noch als "Ray" in Erinnerung war, um dann flugs eine bessere Statistenrolle im desaströsen Actionfilmchen "Stealth" - finanziell einer der größten Flops der letzten Jahre - anzunehmen. Den kann er immerhin zu frühen Glanzlichtern seiner Filmographie wie "Booty Call" dazustellen. Neueste Anhängerin dieses fragwürdigen Trends: Charlize Theron, die nach den Strapazen der Verwandlung in ein Oscar-prämiertes "Monster" einen Film hinlegte, der in Sachen Qualität wenn überhaupt nur knapp die eben genannten Werke aussticht.

Aber warum? Will man seine Vielseitigkeit beweisen und sich nach der Schwerstarbeit im Charakterfach auch mal als Steven Seagal-Imitator versuchen? Sind die Agenten Hollywoods größtenteils Hanswürste, die die Beratung ihrer Stars lieber jemand anderem überlassen sollten? Lesen die Stars ihre Drehbücher noch, oder dienen diese nur als Untersetzer für Cocktailgläser? Oder will man den Doppelschlag auf beiden Seiten des Spektrums, und sich nach dem Oscar gleich die goldene Himbeere (bei den Anti-Oscars "Razzies") abholen?

Die Wege des Hollywoodstars sind unergründlich. Vielleicht ist die Lösung ja ganz profan: Man unterschrieb den Vertrag schon vor dem plötzlichen Oscarruhm. Entschuldigen tut das die Mitwirkung in derartigem Schund allerdings nicht. Dass sich gerade die beiden Damen in ihren Oscar-Dankesreden als Vorkämpferinnen für Frauen präsentierten, nur um dann flugs als wandelnde Wichsvorlage im Minikostüm hervorzukommen… bedenklich, wie gesagt.

Immerhin ist uns ein, sagen wir mal, Sean Penn mit einer Vorstellung als tollpatschiger Reiniger von öffentlichen Toiletten im neuesten Film "von den Produzenten von ‚Deuce Bigalow'" erspart geblieben. Der nächste dicke Gehalts-Scheck ist eben nicht für alle ein Argument. Sonst hat man nämlich nicht nur mit Zitronen gehandelt, sondern flugs auch ein paar Himbeeren im Angebot.

 

Frühere Outtakes und Editorials:

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Name: wesni
Email: jepp
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hmmm, wenn ich mich nicht irre hat Jamie Foxx nicht nur den Vertrag für Stealth schon vor seinem Oscar unterschrieben, sondern sogar schon den ganzen film abgedreht gehabt bevor er mit den Dreharbeiten zu Ray anfing.
Es sei ihm also verziehen



Name: gehtdichnscheißdreckan
Email: arschmania
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der film is zum kotzen, genau wie ihr!



Name:
Email: geht.keinen@was.an
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Daß hier Leute glauben, sie könnten einem Schauspieler vorschreiben, wie er sein Geld zu verdienen hat, macht sich doch lächerlich. Diese Leute wollen Profit mit ihrer Begabung machen und suchen sich daher Drehbücher und Rollen aus die in einem potenziellen Blockbuster mitspielen oder die leicht verdientes Geld durch geringen Aufwand sind. Leider wählen sie diejenigen, die sie persönlich interessant und zu sich passend finden viel zu selten aus, grade dann wenn sie schon in einen bestimmten Typus gedrängt worden sind, können sie es sich leisten, so etwas eben nicht mehr tun zu müssen.

Wer hier noch von künstlerischem Anspruch eines Darstellers redet oder einem Schauspieler eine moralische Vorbildfunktion aufdrücken will, sollte die rosarote Brille abnehmen. Warum sollte ein Schauspieler nicht die Rollen nehmen dürfen, die er nehmen will? Meines Erachtens nach geschieht das schon eine ganze Weile, und es hat der Qualität des Films als Ganzes nicht geschadet - und wenn, sind wir als Zuschauer selber Schuld, wenn wir einem Film alles durchgehen lassen, nur weil ein bekannter Name mitspielt.



Name: ich halt
Email: ////
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wie gehts leute ????? ich habs mir nicht durchgelesen aber bestimmt sind eure gedanken sehr uninteressnt!!!! na ja voll langweilig die scheiß blockwoche



Name: MOne
Email: ????????????
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Schähmt euch den film gesehen zu haben!



Name: Walter Sobchak
Email: sebrob@freenet.de
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Ich stimme Koe zu:
Schauspieler sind im Endeffekt auch "nur" Arbeitnehmer, die (grade durch aufwendigen Lebensstil) Kohle brauchen. Scheiss auf den kuenstlerischen Anspruch, wenn man fuer einen Streifen wie Aeon Flux sicher eine dickere Gage bekommt wie fuer Monster. Ferner gehoeren die besprochenen Schauspieler m.E. (noch) nicht zu Hollywoods Topverdienern, die sich ihre Rollen aussuchen, ohne auf den Verdienst zu schauen. Abgesehen davon, wuerde es mir auch mehr Spass machen, in Stealth rumzuballern, als in Ray zu singen. Es ist cool, wenn begabte Schauspieler auch in guten Filmen spielen, aber man sollte es nicht erwarten! Ausserdem ist es doch befriedigend, dass Filme wie Catwoman sowieso total floppen und Razzies einbringen, und die Beteiligten dann nachdenklich stimmen.

Ich finde, Superstars wie Jim Carrey machen es richtig, indem er fast abwechselnd gute Schauspielerfilme (Eternal Sunshine, Man on the Moon) und Mainstreamcomedy fuers Konto (Dick&Jane, Bruce) macht.

Es gibt wenige gute Schauspieler, die auch NUR in guten Filmen mitwirken (siehe DeNiro oder Spacey).

Also stoppt dieses naive Gefasel und guckt euch Filme wie Basic Instinct 2 halt einfach nicht an!



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