Alles auf Zucker!

komödie, brd 2004
original
 
regie
dani levy
drehbuch
dani levy, holger franke
cast:

henry hübchen,
hannelore elsner,
udo samel,
sebastian blomberg, u.a.

spielzeit
90 min.
kinostart
06.01.2005
homepage
http://www.x-filme.de
bewertung


(8/10 augen)




 

 

 

 


 

 

Jaeckie Zucker (Henry Hübchen) war in der alten DDR ein angesehener Sportjournalist, doch nach der Wende ging's abwärts, und nun steht der notorische Zocker vor den Trümmern seiner Existenz: ein Berg von Schulden, seine Kinder haben sich von ihm entfremdet und seine Frau Marlene (Hannelore Elsner) will ihn endgültig verlassen. Doch ein großes Billardturnier mit einem Preisgeld von 50.000 Euro könnte die Rettung sein - Jaeckie ist sich siegessicher und plant schon die Renovierung seines Daseins, als das seiner Mutter endet - was Jaeckie gehörig in die Quere kommt. Denn die alte Dame verlangt in ihrem Testament nicht nur die Beerdigung auf dem Friedhof ihrer Heimatgemeinde, sondern auch eine gestreng traditionelle jüdische Trauerzeremonie mit der ganzen Familie, sowie die Aussöhnung ihrer seit Jahrzehnten zerstrittenen Söhne Jaeckie und Samuel (Udo Samel) - sonst geht das komplette Erbe an die Gemeinde. Und so muss sich Jaeckie (eigentlich Jakob Zuckermann) nun mit seiner lange verleugneten jüdischen Identität herumschlagen, mit der anreisenden Familie seines Bruders und seinen eigenen bockigen Angehörigen, mit den gestrengen Regeln der mehrtägigen jüdischen Trauerzeremonie - und mit den Ausreden und Tricks, die ihm dennoch eine Teilnahme am Billardturnier ermöglichen sollen.

Das klingt turbulent, und das ist es auch: Dani Levy setzt mit "Alles auf Zucker!" auf das bewährte Komödienrezept, dass man nur genug Querelen und Chaos aufeinander schütten muss, damit es komisch wird - und gewinnt. Auch wenn hier allerlei Familien- und Beziehungsprobleme gewälzt werden, so bleibt der Film doch stets eine augenzwinkernde Komödie, die mit leichter Hand stets das Komische und Absurde herauskehrt, und so kann hier auch während den gestrengen Trauerritualen gelacht werden.
Typisch jüdischer Humor eben, und das es sich genau darum handelt, ist das besonders Schöne an "Alles auf Zucker!" - weil kein einziges, betroffenheitsschwangeres Wort darüber verloren wird. Da macht man in Deutschland eine jüdische Komödie mit beinahe ausschließlich jüdischen Charakteren, und tut die ganze Zeit so, als wäre das die normalste Sache der Welt. Und eben weil Levy diesen Aspekt mit einer derart unbefangenen Selbstverständlichkeit behandelt, schämt man sich fast ein kleinwenig, dass man überhaupt darüber nachgedacht hat. Lebendige jüdische Kultur in Deutschland sollte im Jahr 2004 nichts Exotisches mehr sein - und fühlt sich konsequenterweise bei Dani Levy auch nicht so an. Die jüdische Identität der Protagonisten von "Alles auf Zucker!" ist kein Politikum, sondern Grundvoraussetzung für das komische Potential der Geschichte - schlichtweg deshalb, weil zum Beispiel die christliche Tradition hierzulande keine solch komplizierten Rituale besitzt, deren versuchte Bewältigung entsprechend amüsant ausfällt. So behandeln einige der komischsten Szenen die Versuche der faszinierten Marlene, ihren Haushalt in kürzester Zeit traditionsbewusst und koscher zu machen, und auch Jaeckie stellt sich mit dem längst vergessenen Reglement seiner Religion ziemlich ungeschickt an.
Dank der gekonnten Verquickung zahlreicher Subplots hält Levy das Tempo seines Films konsequent hoch und sorgt so für durchweg gute und kurzweilige Unterhaltung, hervorragend unterstützt durch sein hochkarätiges Ensemble. Hier überzeugt vor allem der gegen den Strich besetzte Sebastian Blomberg: In "Anatomie" oder "Was tun, wenn's brennt" noch als Schönling gecastet, verschwindet er hier erfolgreich hinter der bärtigen Maskerade des angehenden Rabbis Joshua Zuckermann, und teilt sich mit Steffen Groth als Jaeckies stotterndem Sohn Thomas einige der heimlichen Highlights. Dass die Routiniers Hannelore Elsner, Henry Hübchen und Udo Samel hier mit viel gewitzter Spielfreude ihr grandioses Können abrufen und ebenso begeistern, braucht man kaum zu erwähnen.

Man könnte "Alles auf Zucker!" kleinlich ankreiden, dass ein paar der sich auftuenden Querbeziehungen innerhalb der Familie Zuckermann ein wenig befremdlich aufstoßen, aber das sind eben Kleinigkeiten, die nicht weiter stören angesichts des durchweg gelungenen Gesamtergebnisses: Eine ungezwungene, feine und spitzbübische Komödie. Damit sollte "Alles auf Zucker!" seinen Einsatz locker zurück gewinnen können.

F.-M. Helmke

 


Name: Tenenbaum
Email: Tenenbaum@art.com
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Auf Dani Levy ist Verlass

Ich hätte mir gewünscht, dass Dani Levy in einigen Punkten sich noch etwas mehr "schwarzen Humor" beim Thema "religiöses Judentum" getraut hätte. Trotzdem ist es absolut erfrischend einmal so eine Geschichte in alter Billy Wilder-Tradition auf deutschen Leinwänden zu sehen. Gegen Ende des Films beginnt die Geschichte ein wenig zu hängen, aber das verzeiht man sehr schnell. Vor allem aufgrund der hervorragenden Einzelleistungen der Schauspieler. (Großartig: Henry Hübchen und Hannelore Elsner und auch bis in die Nebenrollen fantastisch besetzt mit Rolf Hoppe und Sebastian Blomberg etc.)
Man kann dem Film nur viel Erfolg wünschen, denn selten hat es bei einem so "vermeintlich schwierigen" Thema einen so ungezwungenen, natürlichen und absolut liebenswerten Umgang erlebt. Ja, es darf über jüdische Rituale gelacht werden, aber nicht aus Abschätzung sondern aus amüsierter Befremdlichkeit die gegen Ende des Films in einem sympathischen Gefühl des Miteinander aufgelöst wird.

Schade nur, dass man in Deutschland nicht von Anfang an mehr Vertrauen in dieses Projekt hatte und ein wenig mehr Budget aufbringen konnte. Das ganze war nämlich ursprünglich lediglich als Fensehfilm geplant gewesen (was man öfters an der Ausstattung merkt). Herausgekommen ist aber letztlich eine kleine, sehr feine, sehr deutsche Komödie. Und das ist ja auch schon eine ganze Menge.



Name: tuckerduke
Email: besserdu@ich.com
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Dieser Dreck ist mit dem deutschen Filmpreis geehrt worden und hat den grandiosen "Untergang" abgeschlagen? Nicht zu fassen. Als kulante Lichtblick gibt es einen Stern für Udo Samel, aber das allein bwirkt eben doch keine Süsse.



Name: ...
Email: ...@...
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Kulante Lichtblick?........"Grandioser Untergang" ?.......als überhyptes, überfinanziertes Machwerk war das Einzige, was der Film zu bieten hatte, eine außergewöhnliche, wie auf eine Art faszinierend ehrliche Darstellung eines Adolf Hitler, die sonstige Filme dieser Art oft vermissen ließen...
Alles auf Zucker bietet daher eine komplexe, facettenreiche Geschichte mit Tiefgang, mit überzeugendem Cast, feienm ironischem Witz und einer Menge Charme!



Name: Tackletom
Email: Tom6674
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Was für ein geiler Film ... Henry Hübchen ist unglaublich.
Sehr gut gemacht. Leider ein paar Längen, daher gute 7 Sterne.
Gruß Tom



Name: adfg
Email: adfg
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Den Film kann man fast nur loben! Witzig und lustig...! Schaue ihn zum dritten mal an!!!!!!



Name: Heiko
Email: glaub ich nicht
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Sorry adfg, ich glaube dir nicht dass du ihn dir zum 3 mal anschaust!



Name: Tuffi
Email: brasilianertussi-13@web.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

huhu
ich hab den film net gesehen!!! ;-)